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Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]

Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]». Краткое содержание книги:

Menschlicher Forschergeist sind keine Grenzen gesetzt. Kurz vor dem Jahre 2000 sind Mond und Mars bereits bezwungen.
Die Venus dagegen, der Schwesterplanet der Erde, hütet hinter einer dichten Wolkenhülle auch vor den stärksten irdischen Teleskopen ihre Geheimnisse.
Deshalb startet die SSSR-KS 3“, ein sowjetisches Raumschiff, mit zwölf Wissenschaftlern an Bord in Richtung Venus. Die Landung gelingt, doch heftige Gewitter und sintflutartige Regen erschweren die Erkundung des Planeten.
Alle bewegt die Frage: Gibt es hier vernunftbegabte Wesen? Sollen es die aufrecht gehenden schildkrötenartigen Geschöpfe sein, die dreien der Kosmonauten zum Verhängnis werden?
Phantasiereich und glaubhaft gestaltet der Autor die Begegnung des Erdenmenschen mit Bewohnern einer anderen Welt und mit der ans Wunderbare grenzende Technik eines fremden Raumschiffs, das vor Jahrtausenden auf der Venus niedergegangen ist.
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Aber bis zum Sonnenuntergang war es noch weit. Am nächsten Tag, dem achten August, würde gerade „Mittag“ sein. Tagsüber jedoch war auf ein Zusammentreffen mit den Venusianern nicht zu rechnen. Soviel stand bereits fest, die Planetenbewohner kamen bei Tageslicht nicht hervor.

„Wann haben denn die Phaetonen mit den Venusbewohnern verkehrt?“ fragte Belopolski.

„Nur nachts“, antwortete Melnikow. „Ihrem,Film‘ nach zu urteilen, sind sie tagsüber nicht mit den Bewohnern dieses Planeten zusammengetroffen. Wahrscheinlich wollten sie sie nicht im Schlaf stören.“ „Wir müssen es genauso halten.“ „Um so mehr“, pflichtete Korzewski ihm bei, „als die,Schildkröten‘ womöglich nicht schlafen. In Abwesenheit der Venusianer könnten sie über uns herfallen.“ „Warten wir die Nacht ab“, entschied Belopolski endgültig.

Unter Anleitung Saizews gingen Knjasew, Romanow und Paitschadse daran, einen Hangar für die Montage des Flugzeugs zu errichten. Belopolski beabsichtigte, eine ganze Reihe von Erkundungsflügen über den Bergen und der Umgebung des Sees in einem Umkreis von tausend Kilometern durchzuführen.

Die Bäume konnten sie zum Bauen nicht verwenden — sie waren zu groß.

So errichteten sie den Hangar neben dem Raumschiff aus Stahlträgern und Reserveplatten. Saizew verdroß es, daß sie keine zerlegbaren Hangars von der Erde mitgenommen hatten.

„Um wieviel einfacher wäre jetzt die Arbeit!“ sagte er.

„Daran zu denken wäre Ihre Sache gewesen“, hielt Belopolski ihm vor.

„Man kann schließlich nicht alles vorhersehen“, sagte der Chefingenieur seufzend.

Begreiflicherweise stand das Raumschiff der Phaetonen die ganze Zeit über im Mittelpunkt des Interesses der Besatzung von „SSSR-KS 3“. Alle wollten gern mit eigenen Augen seine ungewöhnlichen Räumlichkeiten, die merkwürdigen, durchsichtig werdenden „Metallwände“ der Röhren und das wunderbare Schema des Sonnensystems mit den sich bewegenden zehn Planeten sehen. Die von Wtorow gemachten Fotografien gingen mehrmals durch alle Hände, und Melnikow mußte immer wieder vom Aufenthalt in dem geheimnisvollen Schiff berichten.

Doktor Andrejew untersuchte die beiden Kundschafter gründlich, entdeckte jedoch keinerlei Anzeichen einer Vergiftung durch die Luft im Raumschiff. Offenbar war sie für den Menschen unschädlich. Mikroorganismen aber konnten die Jahrtausende kaum überdauert haben.

„Der Aufenthalt dort ist ungefährlich“, meldete er Belopolski.

Die Mitglieder der Expedition baten, der Reihe nach das Raumschiff besuchen zu dürfen, doch nach kurzer Beratung mit Melnikow schlug Belopolski es ihnen ab. Ihm war zwar klar, daß sie eigentlich eine Untersuchung vornehmen müßten, aber ebenso wie Melnikow befürchtete er unliebsame Überraschungen.

„Das beste ist“, sagte er, „bis zur nächsten Expedition die Finger davonzulassen. Hier sind erstklassige technische Fachkräfte nötig.“ Dagegen ließ sich nichts einwenden. Das Raumschiff vom fünften Planeten gab in technischer Hinsicht Rätsel über Rätsel auf. Niemand wußte, wo die Triebwerke untergebracht und welcher Art sie waren, wie das Steuerungssystem funktionierte und vor allem, wie die Triebwerke zu betätigen waren. Daß sie noch funktionstüchtig waren, stand so gut wie außer Zweifel.

Die Technik des Raumschiffs war offensichtlich noch völlig intakt.

Trotz allem kamen sie nicht umhin, das Schiff noch einmal zu untersuchen. Melnikow und Wtorow hatten zuwenig gesehen.

Sie mußten Aufnahmen von all seinen Teilen zur Erde mitbringen, damit sich die Fachwissenschaftler eine genauere Vorstellung von ihm machen und sich über seine Konstruktion klarwerden konnten. Belopolski wußte, daß man ihm, falls das nicht geschah, Vorwürfe machen würde, und mit Recht.

Schweren Herzens entschloß er sich zu einem zweiten Besuch.

„Du und Gennadi Andrejewitsch, ihr wart bereits im Raumschiff, und ihr wißt, wo die Türknöpfe sind“, sagte er zu Melnikow. „Außerdem habt ihr schon die Luft dort geatmet. Sollte sie trotz allem schädlich sein, wäre es unsinnig, auch die anderen noch der Gefahr auszusetzen. Ihr beide müßt noch einmal hin und alles, jede kleinste Einzelheit, von außen und von innen fotografieren. Daß ihr vorsichtig sein müßt, brauche ich nicht zu betonen. Das weißt du selbst recht gut. Außer euch lasse ich keinen dorthin. Auch ich gehe nicht.“ „Ich verstehe“, antwortete Melnikow. „Die Entscheidung ist richtig, Konstantin Jewgenjewitsch. Wir werden sehr vorsichtig sein und außer den Türknöpfen nichts anrühren.“ Am achten August um elf Uhr vormittags brach der Geländewagen in Richtung Wald auf. Außer Melnikow und Wtorow saß niemand in dem Fahrzeug.

Es war der zweite Tag des Aufenthalts der Expedition auf der Venus. Die Besatzungsmitglieder mußten sich beeilen, um die vorgesehenen Arbeiten in vollem Umfange durchzuführen.

„Vier Mann sind mit dem Bau des Hangars beschäftigt“, hatte Belopolski gesagt. „Die anderen vier müssen ständig an Bord bleiben. Du siehst ein, daß ich dir niemand weiter mitgeben kann.“ „Ist auch nicht nötig“, hatte Melnikow erwidert. „Den Weg kennen wir, und in unserer Abwesenheit wird keiner den Wagen stehlen. In etwa fünf Stunden sind wir wieder zurück.“ Der Geländewagen verschwand im Wald.

Melnikow und Wtorow hatten einen dreifachen Sauerstoffvorrat bei sich, um das Raumschiff, in dieser Hinsicht unbesorgt, gründlich untersuchen zu können.

Der Tag war erstaunlich klar. Seit dem frühen Morgen hatte sich keine einzige Gewitterfront dem See genähert. Der Wind war abgeflaut und die Oberfläche des riesigen Bergsees spiegelglatt. Vom Wasser stieg durchsichtiger Nebel auf, der sich langsam in der Luft verflüchtigte. Das Thermometer zeigte dreiundsiebzig Grad über Null. Das war weniger als am vorhergehenden Mittag in der Ebene — die Höhenlage machte sich bemerkbar. Die Raumfahrer arbeiteten in Kühlanzügen.

Um drei Uhr nachmittags versammelten sich alle an Bord wie gewöhnlich im Speiseraum. Zu dieser Zeit war Mittagspause.

„Sie müssen bald zurückkommen“, sagte Saizew und nahm am Tisch Platz. Andrejew hatte alles Notwendige bereits hingelegt und die „Gerichte“ aufgetragen.

Belopolski sah auf die Uhr, obwohl er ganz genau wußte, wie spät es war.

„Sie sind schon vier Stunden dort.“ Alle merkten seiner Stimme an, daß er sich Sorgen machte.

„Sie werden viel Neues mitbringen“, bemerkte Korzewski.

„Die Glücklichen!“ seufzte Knjasew.

Weiter wurde kein Wort gesprochen. Nicht nur Belopolski machte sich Sorgen, auch alle anderen waren beunruhigt, bemühten sich jedoch, es sich nicht anmerken zu lassen. Die Mittagspause endete früher als sonst, in völligem Schweigen.

„Auf!“ sagte Saizew, sich als erster erhebend. „Der Hangar muß heute noch fertig werden. Morgen früh geht‘s gleich an die Montage des Flugzeugs.“ Als vier der Männer gerade die Luftschleuse betreten und die übrigen das Observatorium aufgesucht hatten, um dort an den Instrumenten Vorbereitungen zu treffen, erhob sich plötzlich ein durchdringendes Pfeifen. Es war so laut, daß sich alle trotz der dicken Stahlwände, die sie von der Außenwelt trennten, unwillkürlich die Ohren zuhielten. In der Tiefe beginnend, stieg das Pfeifen bis zu schmerzhafter Höhe an und brach dann unvermittelt ab.

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