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Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]

Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]». Краткое содержание книги:

Menschlicher Forschergeist sind keine Grenzen gesetzt. Kurz vor dem Jahre 2000 sind Mond und Mars bereits bezwungen.
Die Venus dagegen, der Schwesterplanet der Erde, hütet hinter einer dichten Wolkenhülle auch vor den stärksten irdischen Teleskopen ihre Geheimnisse.
Deshalb startet die SSSR-KS 3“, ein sowjetisches Raumschiff, mit zwölf Wissenschaftlern an Bord in Richtung Venus. Die Landung gelingt, doch heftige Gewitter und sintflutartige Regen erschweren die Erkundung des Planeten.
Alle bewegt die Frage: Gibt es hier vernunftbegabte Wesen? Sollen es die aufrecht gehenden schildkrötenartigen Geschöpfe sein, die dreien der Kosmonauten zum Verhängnis werden?
Phantasiereich und glaubhaft gestaltet der Autor die Begegnung des Erdenmenschen mit Bewohnern einer anderen Welt und mit der ans Wunderbare grenzende Technik eines fremden Raumschiffs, das vor Jahrtausenden auf der Venus niedergegangen ist.
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Belopolski und Paitschadse befanden sich in diesem Augenblick gerade am Fenster des Observatoriums. Nur sie beide sahen, wie sich etwas Gelbgraues aus dem Waldesdickicht losriß, in die Luft schoß und in den Wolken verschwand.

Einen Augenblick standen sie starr und benommen da, nicht begreifend, was sich vor ihren Augen abspielte.

Dann stürzte Belopolski mit unterdrücktem Aufschrei zum Ausgang.

Gleich danach schrillten im ganzen Raumschiff die Alarmglocken, flammten über allen Türen und Luken die roten Lämpchen auf.

„An die Plätze!“ scholl es aus allen Lautsprechern.

Schon ließen die arbeitenden Triebwerke den Rumpf des Raumschiffs leise erzittern. Die „SSSR-KS 3“ erhob sich in die Lüfte und gewann rasch an Geschwindigkeit.

Der plötzliche Start kam für die Besatzung völlig überraschend. Jeder ließ sich dort fallen, wo ihn das Alarmsignal gerade erreichte. Das Gefühl erhöhter Schwere zeigte an, daß das Raumschiff nicht als Düsenflugzeug, sondern als Rakete flog. Es verließ eindeutig die Venus, aber außer Paitschadse und Belopolski kannte niemand den Grund. Vier der Männer lagen auf dem Boden der Luftschleuse oder vielmehr auf der zum Boden gewordenen Seitenwand, drei im Observatorium.

Belopolski saß am Steuerpult. Ohne die Ausführung seines eigenen Kommandos abzuwarten, war er mit hoher Beschleunigung gestartet.

Ohne sich zu rühren, lagen die Männer geduldig und warteten, daß die Triebwerke zu arbeiten aufhörten und sie sich zum Steuerpult begeben könnten, um zu erfahren, was geschehen war.

Dreiunddreißig Minuten lang schwebten sie in völliger Ungewißheit. Jeder stellte die unwahrscheinlichsten Vermutungen an und verwarf sie wieder als völlig irreal.

Sobald der Zustand der Schwerelosigkeit eingetreten war und das Raumschiff, wie sie wußten, mit voller Geschwindigkeit durch den Weltraum jagte, fragten sie einander wie aus einem Munde: „Was wird aus Melnikow und Wtorow?“ Die beiden waren, so mußte man annehmen, auf der Venus zurückgeblieben. Andrejew glaubte schon, Belopolski habe den Verstand verloren. Doch da tönte aus dem Lautsprecher die Stimme des Kommandanten: „Arsen, ans Teleskop! Toporkow, an die Radargeräte! Wir müssen das Raumschiff um jeden Preis finden!“ Jetzt war allen klar, was das Pfeifen bedeutet hatte. Das Raumschiff der Phaetonen hatte die Venus verlassen. Und mit ihm Melnikow und Wtorow.

Auch der eigene unter Verletzung aller Regeln erfolgte Blitzstart erhielt damit seine Erklärung: Die „SSSR-KS 3“ hatte die Verfolgung des Raumschiffs der Phaetonen aufgenommen. Vielleicht konnte man es einholen und so Melnikow und Wtorow retten. Aber mit welcher Geschwindigkeit flog das andere Schiff?

Niemand wußte es.

Belopolski beobachtete aufmerksam die Geräte am Steuerpult. Er schien ruhig wie immer. Doch als Saizew „zufällig“ den Kommandoraum betrat, erkannte er seinen Kommandanten nicht wieder. Vor ihm saß ein Greis, aber nicht der Mann, den er noch vor einer halben Stunde gesehen hatte.

Belopolski wandte sich um und blickte den Ingenieur an.

Tränen liefen ihm über die Wangen, und er versuchte nicht einmal, es zu verbergen.

„Was soll ich machen, Konstantin Wassiljewitsch?“ fragte er.

„Außer mir kann keiner das Raumschiff zur Erde zurückbringen. Aber ich … wage nicht zurückzukehren.“ In seiner Stimme lag eine solche Verzweiflung, daß Saizew heftiges Mitleid verspürte.

„Ihnen macht ja keiner einen Vorwurf“, sagte er so sanft wie möglich.

„Meinen Sie? O nein, ich bin schuld! Ich hätte sie nicht in dieses verdammte Raumschiff schicken dürfen!“ „Wenn hier einer schuld ist, dann nur die beiden selbst. Sie sind Opfer ihrer eigenen Unvorsichtigkeit geworden.“ „Opfer?“ Belopolski war zusammengezuckt. „Ja, Sie haben recht! Sie sind umgekommen. Wo ist das Raumschiff?“ schrie er und streckte beide Arme gegen den Bildschirm aus. „Welche Richtung hat es eingeschlagen? Wenn wir nun genau entgegengesetzt fliegen?“ „Vielleicht entdecken wir es doch. Verzweifeln Sie nicht!“ Belopolski preßte beide Hände gegen den Kopf.

„Nein! Wir werden sie nicht finden. Unmöglich! Es war zwecklos zu starten. Noch ein Fehler, und es ist unser letzter.

Vier Opfer! Vier Opfer auf einem Flug!“ Saizew bemerkte, daß der Autopilot nicht eingeschaltet war.

Aber konnte Konstantin Jewgenjewitsch in diesem Zustand denn überhaupt steuern? Der Ingenieur ging hinaus, um Andrejew zu holen.

„Belopolski sieht aus, als ob er den Verstand verloren hat“, berichtete er dem Arzt.

„Kein Wunder bei der ungeheuren nervlichen Belastung“, erwiderte Andrejew. „Ich gehe zu ihm, kommen Sie eine Weile nicht rein. Schade, daß Arsen Georgijewitsch das Observatorium nicht verlassen darf.“ Drei Stunden lang suchten sie, ohne die Hoffnung aufzugeben, in den Weiten des Kosmos das verschwundene Weltraumschiff.

Vergebens. Es war nicht aufzufinden.

Wohin flog es, steuerlos, ohne den lenkenden Verstand des Menschen? Wo und wann würde sein letzter Flug enden? Wohin würde es die Leichname der beiden von ihm entführten Menschen tragen? Vielleicht geradewegs in die Glutarme der Sonne!

Aber wenn es ihnen nun doch noch gelungen ist, aus dem Raumschiff herauszukommen? dachte unwillkürlich jeder an Bord der „SSSR-KS 3“. Wenn unser überstürzter Start sie dem Verderben ausgeliefert hat, statt sie zu retten?

Doch niemand wagte diesen schrecklichen Gedanken auszusprechen.

Belopolski verließ das Steuerpult kaum. Tage, oft auch Nächte, saß er im Sessel, allem gegenüber teilnahmslos.

„Ich bringe das Schiff noch bis zum Kosmodrom zurück“, sagte er einmal zu Arsen Georgijewitsch.

Alle waren überzeugt, daß hinter diesen einfachen und natürlichen Worten ein unheildrohender Sinn steckte.

Belopolski wußte, daß er all das, was — wie er meinte — durch seine Schuld geschehen war, nicht überleben würde. War nicht er es gewesen, der Balandin zum See mitgeschleppt hatte? Hatte nicht er auch Melnikow und Wtorow in den Tod geschickt? Einzig das Pflichtgefühl gegenüber den sieben Männern, deren Leben allein in seiner Hand lag, hielt ihn noch aufrecht.

„Wir müssen scharf auf ihn aufpassen“, sagte Paitschadse.

„Vor allem bei der Ankunft. Haben wir ihn erst einmal Kamow übergeben, ist alles gut. Sergej Alexandrowitsch staucht ihn schon wieder zurecht.“

In die Arme der Sonne

Das erste, was Melnikow und Wtorow auffiel, als sie die facettierte Kugel des Raumschiffzentrums betraten, war die Dunkelheit. Die blaue Flamme in der steinernen Schale, dem Grabmal des letzten Phaetonen, war erloschen.

„Wahrscheinlich hat die eingedrungene Außenluft die chemische Reaktion zum Stillstand gebracht“, sagte Wtorow. „Die Flamme brannte nur, solange sie sich in einem hermetisch abgeschlossenen Raum befand.“ „Wahrscheinlich“, pflichtete Melnikow ihm bei.

Sie entfernten sich vom Fünfeck des Eingangs, der sich wieder augenblicklich mit Metall überzog und verschwand. Die innere Tür blieb jedoch unsichtbar. Der Vorgang vom erstenmal wiederholte sich nicht.

„Die Automatik arbeitet nicht mehr“, sagte Melnikow. „Sie war sicher nur für einmal eingestellt. Wir müssen die Tür selbst offnen.“ Beide erinnerten sich der im „Film“ gegebenen Hinweise der Phaetonen, und beim Licht der Scheinwerfer an den Helmen war der entsprechende Knopf schnell gefunden.

Obwohl sie das „Zerschmelzen“ des Metalls schon mehrmals erlebt hatten, beobachteten sie den unbegreiflichen Vorgang doch wieder mit angehaltenem Atem. Der Zugang zur radialen Rohre wurde frei.

Aber nicht nur die Türen hatten ihr „Verhalten“ geändert.

Als die Männer durch die Röhre gingen, bemerkten sie, daß auch die Wände nicht mehr durchsichtig wurden.

„Zu dumm“, sagte Wtorow. „Ich hätte diesen Trick gern noch mal gesehen.“ Doch kaum hatte er das gesagt, ging sein Wunsch in Erfüllung: Die metallene Röhre wurde durchsichtig.

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