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Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]

Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]». Краткое содержание книги:

Menschlicher Forschergeist sind keine Grenzen gesetzt. Kurz vor dem Jahre 2000 sind Mond und Mars bereits bezwungen.
Die Venus dagegen, der Schwesterplanet der Erde, hütet hinter einer dichten Wolkenhülle auch vor den stärksten irdischen Teleskopen ihre Geheimnisse.
Deshalb startet die SSSR-KS 3“, ein sowjetisches Raumschiff, mit zwölf Wissenschaftlern an Bord in Richtung Venus. Die Landung gelingt, doch heftige Gewitter und sintflutartige Regen erschweren die Erkundung des Planeten.
Alle bewegt die Frage: Gibt es hier vernunftbegabte Wesen? Sollen es die aufrecht gehenden schildkrötenartigen Geschöpfe sein, die dreien der Kosmonauten zum Verhängnis werden?
Phantasiereich und glaubhaft gestaltet der Autor die Begegnung des Erdenmenschen mit Bewohnern einer anderen Welt und mit der ans Wunderbare grenzende Technik eines fremden Raumschiffs, das vor Jahrtausenden auf der Venus niedergegangen ist.
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Melnikow schaute finster drein.

„Mir will das gar nicht gefallen“, sagte er. „Die Verzögerung laßt darauf schließen, daß die Mechanismen des Raumschiffs zu versagen beginnen. Sie haben nur einmal gut funktioniert. Es kann passieren, daß sie plötzlich überhaupt nicht mehr arbeiten.“ „Das könnte schlimme Folgen haben“, meinte Wtorow.

„Wenn die Türen nicht mehr funktionieren, wird es schwerhalten, hier rauszukommen.“ „Ich habe mit Konstantin Jewgenjewitsch vereinbart, daß sie uns zu Hilfe kommen, falls wir zur festgesetzten Zeit nicht zurück sind. Besondere Gefahr besteht also nicht. Aber vergiß nicht zu filmen. Du mußt buchstäblich alles aufnehmen.“ „Natürlich, Boris Nikolajewitsch! Dazu sind wir ja hergekommen.“ Melnikow entschied, zunächst jene Räume zu untersuchen, in denen sie bereits beim erstenmal gewesen waren. Er hoffte, den ungewöhnlichen „Film“ noch einmal zu sehen, den Wtorow dann von Anfang bis Ende mit seiner Kamera aufnehmen sollte.

Sie kamen an die Stelle, an der sich die Tür zum mittleren Ring befinden mußte. Melnikow suchte den Knopf und drückte darauf. Doch es vergingen etwa zwei Minuten, ohne daß das Fünfeck sich zeigte. Die Wand blieb, wie sie war. Gerade streckte er die Hand ein zweites Mal aus, da trat die Automatik in Funktion. Der Zugang wurde frei.

„Diesmal hat es noch länger gedauert“, sagte Melnikow. „Es sieht ganz so aus, als erschöpften sich die Energien, die die Mechanismen speisen, sehr rasch.“ „Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, wieviel Jahre sie untätig gewesen sind“, entgegnete Wtorow. „Unsere Akkumulatoren hätten sich schon lange selbst entladen.“ Sie betraten den „gläsernen“ Steg. Das Licht flammte auf.

„Hier ist bis jetzt alles in Ordnung“, sagte Melnikow.

Bis sich die Tür zur nächsten Abteilung öffnete, verstrich noch mehr Zeit. Mehrere Minuten standen sie wartend vor der Wand.

„Es wird immer schlimmer. Ich fürchte, wir werden doch noch auf Hilfe vom Raumschiff angewiesen sein.“ „Ja, die Automatik scheint in den letzten Zügen zu liegen.“ Von hier an wiederholte sich alles, was sie schon beim erstenmal erlebt hatten.

Die Zwischenwand, die den Weg zur nächsten Abteilung versperrte, verschwand. Am Ende des Stegs tauchte vor dunkelblauem Hintergrund inmitten der sich kreuzenden Kristallfäden die Gestalt des Phaetonen auf. Er machte mit den Händen dieselbe Begrüßungsgebärde, sprach dieselben, unverständlichen Worte. Dann verschwand er, und die Tür zum Raum mit dem Schema öffnete sich.

Wieder sahen sie den ganzen „Film“ von Anfang bis Ende.

Wieder lief er zweimal. Wtorow filmte alle beide Vorführungen.

Melnikows Wunsch war in Erfüllung gegangen.

Nachdem sie die letzten Szenen gesehen hatten und an die Stelle der „Leinwand“ wieder die „Plexiglasfläche“ getreten war, blickten Melnikow und Wtorow sich näher um. Beim erstenmal hatten sie auf die Einrichtung der Abteilung, die sich stark von der der anderen Räume unterschied, überhaupt nicht geachtet.

Hier gab es keinen einzigen Zylinder. Auch keinen Steg — die Forscher standen auf einem Fußboden aus unbekanntem blaßrosa Material. Außer dem Schema befanden sich hier noch merkwürdige flache Kästen, die senkrecht an den Wanden befestigt waren. Sie hatten weder Griffe noch Knöpfe, bestanden aus einem goldglänzenden Metall und schienen aus einem Guß zu sein. Ihr Zweck ließ sich nicht erraten.

„Gehen wir weiter“, schlug Melnikow vor.

„Vorwärts oder zurück?“ „Vorwärts.“ Melnikow ging zu der Wand, die offensichtlich diesen Raum vom nächsten trennte, und suchte nach einem Knopf.

Es war keiner vorhanden.

„Dann müssen wir zurück“, sagte er.

Aber diesmal funktionierte der Mechanismus wieder automatisch.

Das Fünfeck wurde sichtbar, „zerschmolz“, und der Durchgang war offen.

Dahinter befand sich ein Raum, wie sie ihn vorher bereits gesehen hatten. Längs der Wände lagen verschiedenfarbige Zylinder, und in der Mitte verlief ein fast unsichtbarer Steg.

Die Türen funktionierten ungewöhnlich launenhaft. Die einen öffneten sich augenblicklich von selbst, bei den anderen dauerte es geraume Weile. Vor einer dieser Türen standen sie fast zehn Minuten.

„Unser anfänglicher Eindruck, daß die Automatik sich glänzend erhalfen hat, ist offensichtlich falsch“, sagte Melnikow.

„Die Zeit ist doch nicht spurlos an ihr vorübergegangen.“ Nachdem sie drei Abteilungen durchwandert hatten, die alle ganz gleich aussahen, befanden sie sich wieder in der radialen Röhre.

„Anscheinend besteht der ganze innere Ring aus Räumen mit Zylindern“, sagte Melnikow. „Außer dem einen, in dem wir den,Film‘ gesehen haben. Die andere Hälfte lohnt es da nicht, in Augenschein zu nehmen. Am besten gehen wir hinüber zum äußeren Ring. Da finden wir vielleicht interessantere Dinge.“ „In welchen Ring gehen wir?“ fragte Wtorow. „In den ganz außen oder in den zweiten?“ „Zuerst in den ganz außen.“ Sehr langsam (die Launen der Türen und Wtorows fortwährendes Filmen hielten sie auf) durchschritten sie die eine Hälfte des äußeren Ringes und überzeugten sich, daß es auch dort nichts Neues zu sehen gab — überall nur Zylinder.

„Ich möchte wissen, was sie darstellen“, sagte Wtorow.

„Das sind höchstwahrscheinlich die Triebwerke oder Treibstoffbehälter.“ „Und wo sind die Räume für die Besatzung?“ „Im zweiten Ring. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht mehr.“ Melnikow sollte recht behalten.

Der zweite äußere Ring, der ganz nahe beim ersten lag, hatte mit den beiden von ihnen bereits besichtigten nichts gemein.

Hier war alles anders. Es gab keinen einzigen Zylinder und nirgends einen zerbrechlichen „gläsernen“ Steg. Die in sich nochmals unterteilten Räume — für ein Raumschiff nichts Ungewöhnliches — hatten Fußböden aus einem rosa Material. Die Einrichtung bewies es, daß hier die Besatzung gewohnt hatte. Möbel fehlten, aber es lagen viele Netze umher, die wie Hängematten aussahen. Sie waren ziemlich klein, entsprechend der Größe derer, die sie benutzt hatten, und augenscheinlich nicht nur als Betten, sondern auch als Sitzgelegenheiten gedacht. Auch auf eine Art Schränke von vielkantiger Form und ohne Türen stießen sie. Wie diese „Schränke“ zu öffnen waren, blieb ein Rätsel.

„Sie müssen ihre Sachen ja irgendwo aufbewahrt haben“, sagte Melnikow. „Das sind zweifellos Schränke, aber sie lassen sich nicht wie unsere öffnen.“ Wahrscheinlich hatten noch mehr Gegenstände im Raumschiff als Möbel gedient, aber sie glichen den irdischen so wenig, hatten eine so merkwürdige Form, daß es unmöglich war, ihren Zweck auch nur annähernd zu erraten. Offensichtlich war das Alltagsleben der Phaetonen trotz der großen Ähnlichkeit ihrer Körperform mit der der Erdenmenschen vom irdischen grundverschieden gewesen. Aber vielleicht unterschied sich diese Eintichtung völlig von derjenigen in den Häusern auf dem Planeten Phaeton, war sie speziell für den Raumflug bestimmt. Wer konnte das wissen?

Auch die Einrichtung von „SSSR-KS 3“, überlegte Melnikow, hat wenig gemein mit der eines Hauses auf der Erde.

Er trat zur Wand, suchte den Knopf und drückte darauf.

Wtorow sah sich währenddessen noch etwas um.

Es vergingen zwei Minuten, doch die Tür öffnete sich nicht.

An die Launen der phaetonischen Technik bereits gewöhnt, wartete Melnikow geduldig.

Wtorow trat zu ihm.

„Wieder eine Störung“, sagte Melnikow.

Plötzlich tauchte an der Stelle, wo die fünfeckige Tür hätte erscheinen sollen, ein blauer Ring mit zwei sich x-förmig kreuzenden gelben Streifen auf. Dann verschwand er wieder, und nun öffnete sich die Tür.

Melnikow warf einen Blick in die nächste Abteilung.

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