Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
- Автор: Уиллис Конни
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- Переводчик: Christian Lautenschlag
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:
»Du warst aber nicht lange weg«, sagte Terence. »Ich sagte dir doch, du kannst dir Zeit lassen.«
»Wie spät ist es?« fragte ich mit einem flauen Gefühl im Magen. »Meine Uhr ist — stehengeblieben.«
»Fünf nach zwölf«, erwiderte Terence. »Du willst wohl nicht mal kurz das Ponyreiten übernehmen, oder?« setzte er hoffnungsvoll hinzu.
»Nein«, sagte ich.
Mit verdrießlichem Gesicht schlenderte er die Auffahrt hinunter. Ich trank meinen Tee, aß den Kuchen und dachte darüber nach, wie ungerecht das Schicksal war.
Es wurde ein sehr langer Nachmittag. Eglantine, die sich weitere fünf Penny von ihren Schwestern erbettelt hatte, verbrachte ihn damit, beharrlich neben den Sandfeldern zu kauern und sich eine Strategie auszudenken.
»Ich glaube nicht, daß überhaupt in irgendeinem der Felder der Hauptgewinn ist«, sagte sie, nachdem sie zwei Penny auf Feld zwei gesetzt hatte.
»Natürlich ist er das«, sagte ich. »Ich habe ihn selbst eingegraben, ob du’s glaubst oder nicht.«
»Ich glaube Ihnen«, erwiderte sie. »Reverend Arbitage hat Sie dabei beobachtet. Aber als niemand hier war, hat sich jemand herbeigeschlichen und den Preis gestohlen.«
»Es war die ganze Zeit über jemand hier.«
»Vielleicht als wir nicht hinsahen«, meinte sie. »Während wir uns unterhielten.«
Sie widmete sich wieder ihrer Strategie und ich mich meinem Marmorkuchen, der noch härter war wie der Marmorkuchen, den ich beim Kuchenverkauf nach der Andacht für die Royal Air Force gegessen hatte. Ich dachte über des Bischofs Vogeltränke nach.
Hatte sie jemand entwendet, als gerade keiner hinsah? Zwar hatte ich gesagt, daß niemand sie würde haben wollen, aber in Anbetracht dessen, was die Leute alles bei Wohltätigkeitsbasaren erstanden? Vielleicht hatte sie doch ein Plünderer aus den qualmenden Trümmern entwendet. Oder Verity hatte recht, und sie war vor dem Angriff aus der Kathedrale fortgebracht worden. Entweder war sie während des Angriffs in der Kathedrale gewesen oder nicht, dachte ich und betrachtete die Sandquadrate. Es gab nur diese beiden Möglichkeiten. Und deshalb mußte sie irgendwo sein. Aber wo? In Feld achtzehn? Oder fünfundzwanzig?
Um halb zwei erschien der Kurator und löste mich ab, damit ich »ordentlich zu Mittag« essen und mir das Fest anschauen könne. Das ordentliche Mittagessen bestand aus einem Sandwich mit Fischpastete, von dem ich Cyril die Hälfte abgab und einer weiteren Tasse Tee, nach der ich die Stände entlangschlenderte. Ich gewann beim Angelspiel einen roten Glasring, kaufte einen gesteppten Teewärmer, einen Duftball, der aus einer mit Gewürznelken gespickten Orange bestand, ein Porzellankrokodil und ein Glas Kalbsfußsülze. Ich erzählte Verity, daß ich weder das Datum noch Mr. C’s Identität herausgefunden hatte, und ging dann zur Schatzsuche zurück. Als Eglantine einmal nicht hinsah, vergrub ich das Porzellankrokodil in Feld neun.
Der Nachmittag zog sich in die Länge. Ein paar Besucher wählten Feld vier, einundzwanzig und neunundzwanzig und fanden schließlich zwei der Schillinge. Eglantine gab den Rest ihres Geldes umsonst aus und stapfte schmollend davon. Irgendwann kam Baine und ließ Prinzessin Arjumand in meine Arme plumpsen.
»Könnten Sie ein bißchen auf sie aufpassen, Mr. Henry?« fragte er. »Mrs. Mering wünscht, daß ich die Wurfbude leite, und ich befürchte, man kann Prinzessin Arjumand nicht für eine Sekunde aus den Augen lassen!«
»Der kugeläugige perlmuttfarbene Ryunkin?« fragte ich.
»Ja, Sir.«
Eine Riesenschachtel Sand schien aber auch kein besonders guter Platz für eine Katze zu sein. »Warum kannst du nicht wie diese Madraskatze friedlich den ganzen Tag am Galanteriewarenstand auf einer Häkeldecke schlafen?« fragte ich.
»Miau«, machte sie und rieb ihr Näschen an meinem Handrücken.
Ich streichelte sie und dachte, wie schade, daß sie nicht ertrunken und zur Unwichtigkeit geworden war, damit das Netz sich wumms!geschlossen hätte, als ich sie zurückzubringen versuchte. Dann hätte ich sie behalten können.
Doch das wäre mir gar nicht geglückt. Irgendein Millionär hätte sie mir weggeschnappt. Außerdem konnte eine einzige Katze keine Spezies ersetzen, egal wie oft man sie klonte. Auf jeden Fall aber, dachte ich und kraulte sie hinter den Ohren, ist sie eine wirklich niedliche Katze. Wenn man einmal von dem perlmuttfarbenen Ryunkin absah. Und von Professor Peddicks doppelkiemigem blauem Döbel.
Dann kam Finch. Er schaute sich verstohlen um, beugte sich dann zu mir und sagte: »Ich habe Neuigkeiten von Mr. Dunworthy. Ich soll Ihnen sagen, er habe mit der Gerichtsmedizinerin gesprochen. Sie hat das Datum entziffern können. Es ist der…«
»Mama sagt, Sie sollen mich noch dreimal graben lassen«, krähte Eglantine, die wie aus dem Nichts auftauchte. »Sie wird Ihnen die fünf Penny nach dem Fest geben.«
Finch schaute nervös auf das Mädchen. »Können wir uns irgendwo unter vier Augen unterhalten, Sir?«
»Eglantine«, sagte ich. »Was hältst du davon, die Schatzsuche für ein paar Minuten zu beaufsichtigen?«
Sie schüttelte entschlossen den Kopf. »Ich möchte graben. Wer die Aufsicht hat, darf nicht graben. Ich setze auf Feld zwei.«
»Tut mir leid«, sagte ich. »Dieser Herr hier war vor dir da. Finch, welches Feld möchten Sie?«
»Feld?« fragte Finch.
»Zum Graben.« Ich wies auf die Sandschachtel. »Da es dreißig Felder sind, wählen die meisten Leute ein Datum. Falls es hier dabei ist.« Mir war eingefallen, daß das Datum ja auch der einunddreißigste sein konnte. »Haben Sie auch ein besonderes Datum im Sinn, Finch?«
»Ah«, sagte Finch, dem es langsam dämmerte. »Ein Datum. Ich möchte Feld…«
»Er hat nicht bezahlt«, mischte sich Eglantine ein. »Sie müssen erst zwei Penny bezahlen.«
Finch suchte in seinen Taschen nach Geld. »Ich fürchte, ich habe kein…«
»Butler brauchen nicht zu bezahlen«, sagte ich. »Welches Feld?«
»Das ist ungerecht«, jammerte Eglantine. »Warum brauchen Butler nicht zu bezahlen?«
»Das ist bei Kirchfesten immer so«, erklärte ich.
»Mrs. Merings Butler haben Sie nicht umsonst graben lassen.«
»Der hatte seinen Freiversuch an der Wurfbude«, sagte ich und gab Finch die Schaufel. »Welches Datum, Finch?«
»Fünfzehn, Mr. Henry«, sagte er rasch.
»Fünfzehn? Sind Sie sicher?«
»Sie können Feld fünfzehn nicht nehmen«, sagte Eglantine. »Das war schon dran. Ebenso sechzehn und siebzehn. Sie können keine Felder wählen, in denen bereits gegraben wurde. Das ist gegen die Regeln.«
»Fünfzehn«, sagte Finch entschlossen.
»Aber das ist unmöglich«, entgegnete ich. »Der fünfzehnte ist morgen.«
»Und auf Feld sechs oder einundzwanzig dürfen Sie auch nicht graben«, sagte Eglantine, »weil ich da graben will.«
»Ist sie ganz sicher?« fragte ich.
»Ja, Sir.«
»Und der Monat? Könnte es Juli gewesen sein? Oder August?« Aber ich wußte, daß das nicht stimmen konnte. Verity hatte mir an jenem Tag in Iffley gesagt, daß der Ausflug nach Coventry im Juni stattgefunden hatte.
»Ich würde an Ihrer Stelle die Ecken nehmen«, sagte Eglantine. »Dreißig oder eins.«
»Sind Sie sicher, daß es der fünfzehnte ist? Morgen?«