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READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»Überwältigend«, erwiderte ich. »Ich…«

»Haben Sie sich schon die Zukunft vorhersagen lassen?«

»Noch nicht. Aber ich…«

»Dann müssen Sie das sofort machen«, sagte er, packte meinen Arm und führte mich zurück zum Zelt der Wahrsagerin. »Das und der Basar sind die Glanzlichter unseres Festes.«

Er schob mich durch einen rotvioletten Eingang in ein winziges Zelt, in dem Mrs. Mering mit der Kristallkugel saß, die Felpham und Muncaster’s offenbar unter Androhung schlimmster Folgen doch noch rechtzeitig geliefert hatten.

»Setzen Sie sich«, sagte sie. »Sie müssen meine Hand zuerst mit Silber gnädig stimmen.«

Ich reichte ihr die einzige goldene Münze, die sie mir gelassen hatten, worauf sie mir einige Silbermünzen zurückgab und dann die Hände über die Kristallkugel breitete.

»Ich sehe…« sagte sie mit Grabesstimme, »… ein langes Leben.«

Das scheint nur so, dachte ich.

»Ich sehe… eine lange, eine sehr lange Reise… auf der Sie etwas suchen. Vielleicht einen sehr wertvollen Gegenstand?« Sie schloß die Augen und strich sich mit der Hand über die Stirn. »Die Kugel ist trübe… ich kann nicht erkennen, ob Ihre Suche erfolgreich sein wird.«

»Können Sie nicht sehen, wo er sich befindet?« Ich beugte mich vor, um in die Kugel blicken zu können. »Der Gegenstand?«

»Nein.« Wieder legte sie die Hände über die Kugel. »… Die Dinge sind nicht, was sie scheinen. Ich sehe… Schwierigkeiten, das Glas wird noch trüber… im Zentrum sehe ich… Prinzessin Arjumand!«

Es riß mich fast vom Sitz.

»Prinzessin Arjumand! Du ungezogene Katze!« sagte Mrs. Mering und griff unter ihre Robe. »Hier hast du nichts zu suchen, du böses kleines Ding! Mr. Henry, bitte seien Sie so freundlich und bringen Sie die Katze zu meiner Tochter zurück. Sie verdirbt hier die ganze Atmosphäre.«

Sie gab mir Prinzessin Arjumand, die mühsam von ihrer Robe abgepflückt werden mußte. »Kein Tag ohne Probleme mit dir«, sagte sie.

Ich trug Prinzessin Arjumand hinüber zum Stand, wo das Gerümpel verkauft wurde und bat Verity, auf die Katze aufzupassen. Verity wollte wissen, was ich bei Dunworthy herausgefunden hatte.

»Noch gar nichts. Mrs. Mering hat mich aufgehalten«, sagte ich. »Allerdings weissagte sie mir eine lange Reise, was heißen könnte, daß ich jetzt endlich fort kann.«

»In meiner Zukunft sah sie eine Hochzeit«, meinte Verity. »Wollen wir hoffen, daß es sich dabei um Tossie und Mr. C handelt.«

Ich schob mich hinter den Stand, gab ihr Prinzessin Arjumand und schlich dann geduckt hinten hinaus, rannte zum Treidelpfad hinunter und hinüber zum Gartenpavillon, wo ich mich hinter den Fliederbüschen verbarg und wartete, bis sich das Netz öffnete.

Es dauerte eine Ewigkeit, während der ich Angst hatte, daß entweder Eglantine oder der Kurator mich entdecken könnten, und dann, als es endlich zu schimmern begann, wegen Lady Schrapnell.

Ich kam in der Hocke an, bereit loszusprinten, sollte Lady Schrapnell im Labor sein. Sie war aber nicht da, zumindest nicht in dem Bereich, den ich sehen konnte. Das Labor sah aus, als sei es in ein militärisches Hauptquartier verwandelt worden. Vor der Wand, an der ich vor — vor wie vielen Tagen eigentlich? — gesessen hatte, türmte sich eine Computeranlage, neben der die Netzkonsole fast verschwand. Der gesamte Platz, der nicht vom Netz eingenommen wurde, war mit einer langen Reihe aufeinandergestapelter Monitore und dreidimensionaler Bildschirme ausgefüllt.

An der Konsole saß Miss Warder und verhörte den neuen Rekruten.

»Ich weiß nur«, sagte er, »daß er sagte: ›Ich kann es nicht riskieren, Sie zurückzulassen. Auf, ins Netz‹, und das befolgte ich.«

»Und Carruthers sagte nicht, daß er noch etwas zu erledigen habe, bevor er nachkäme? Etwas zu überprüfen?«

Der Rekrut schüttelte den Kopf. »Er sagte, er käme direkt nach mir.«

»Befand sich irgend jemand in der Nähe?«

Wieder schüttelte er den Kopf. »Die Sirenen heulten. Und in diesem Teil der Stadt ist keine Menschenseele. Er ist völlig niedergebrannt.«

»Die Sirenen heulten?« fragte Miss Warder. »Gab es einen Angriff? Könnte eine Bombe…« Plötzlich schaute sie hoch und entdeckte mich. »Was machen Sie denn hier? Was ist mit Kindle passiert?«

»Fortgeschrittene Zeitkrankheit, dank Ihnen allen hier«, sagte ich und suchte aus den Schleiern freizukommen. »Wo ist Dunworthy?«

»Drüben im Corpus Christi College, bei der Gerichtsmedizinerin«, erwiderte sie.

»Gehen Sie und sagen Sie ihm, daß ich hier bin und mit ihm sprechen möchte«, sagte ich zu dem neuen Rekruten.

»Ich bemühe mich gerade, herauszufinden, was mit Carruthers passiert ist«, sagte Miss Warder. »Sie können nicht einfach hier hereinschneien und…«

»Es ist wichtig.«

»Carruthers auch!« blaffte sie. Sie wandte sich an den Rekruten. »Waren irgendwelche Spätzünder in der Nähe?«

Der Rekrut blickte unsicher von ihr zu mir. »Ich weiß nicht.«

»Was heißt das, Sie wissen es nicht?« fragte Miss Warder zornig. »Was war mit den Gebäuden und den Ruinen ringsum? Waren sie stabil? Und sagen Sie mir nicht, daß Sie das auch nicht wissen.«

»Am besten, ich hole Mr. Dunworthy«, entgegnete der Rekrut.

»Meinetwegen«, schimpfte Miss Warder. »Kommen Sie sofort wieder zurück. Ich habe noch mehr Fragen.«

Der Rekrut suchte schleunigst das Weite, wobei er fast mit T. J. zusammenstieß, der mit einem Stapel Bücher, Videos und Disketten hereinkam. »Ah, gut«, sagte er, als er meiner ansichtig wurde. »Ich möchte Ihnen beiden…« Er schaute sich um. »Wo ist Verity?«

»In 1888. Zeitkrank dank der vielen Sprünge, die sie für Sie erledigt hat.«

»Sie brachten überhaupt nichts zutage«, meinte er und versuchte, den Stapel abzusetzen, ohne daß er ihm umkippte, »was irgendeinen Sinn ergab. Um das Gebiet herum muß es einfach erhöhten Schlupfverlust geben. Hier, schauen Sie mal!«

Er wollte mich gerade zu der Computeranlage führen, als ihm etwas einfiel. Er ging zur Konsole hinüber und fragte: »Gab es Verluste bei Neds Sprung?«

»Ich hatte noch keine Zeit, das auszurechnen«, erwiderte Miss Warder. »Die ganze Zeit über probierte ich, Carruthers herauszubekommen!«

»Schon gut!« T. J. hob entschuldigend die Hände. »Könnten Sie es jetzt ausrechnen?« Er wandte sich an mich.

»Ned, ich möchte Ihnen zeigen…«

»Was soll das Gerede über Schlupfverluste bei meinem Sprung?« fragte ich. »Es gibt nie Verluste bei der Rückkehr.«

»Bei Veritys letztem Sprung schon«, sagte T. J.

»Und die Ursache?«

»Wissen wir noch nicht. Wir arbeiten noch daran. Kommen Sie her. Ich will Ihnen zeigen, was wir gerade machen.« Er führte mich zur Computeranlage. »Hat Verity Ihnen von den Simulationen zu Waterloo erzählt?«

»Mehr oder weniger.«

»Also, es ist ausgesprochen schwierig, eine exakte Simulation von einem historischen Ereignis anzufertigen, weil es meist zu viele unbekannte Faktoren gibt, aber Waterloo bildet eine Ausnahme. Die Schlacht ist durch und durch analysiert, und jedes Ereignis mikroskopisch genau beschrieben worden. Demnach«, sagte er, während seine schwarzen Finger die Tastatur bearbeiteten, »kennen wir verschiedene Krisenpunkte und eine Anzahl Faktoren, an denen die Schlacht eine entscheidende Wende hätte nehmen können — die heftigen Regenfälle am sechzehnten und siebzehnten Juni oder daß General Grouchy nicht erschien…«

»Napoleons miserable Handschrift«, warf ich ein.

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