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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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Der Doctor Antekirtt, Peter Bathory und der Führer hatten sich mittlerweile der Casa Inglese zugewendet. Sie klopften an die Thür, die sich ihnen sofort öffnete.

Einen Augenblick später befanden sie sich inmitten ihrer Leute. Diese Casa Inglese besteht nur aus drei Zimmern, die mit Tischen, Stühlen und Küchengeräthschaften ausstaffirt sind; diese Einrichtung genügt indessen den Aetna-Touristen vollständig, die zufrieden sind, wenn sie sich ruhen können, nachdem sie eine Höhe von zweitausendachthundertfünfundachtzig Meter erreicht haben.

Bis jetzt hatte Luigi, in der Furcht, daß die Anwesenheit seines kleinen Streifcorps sich verrathen könnte, kein Feuer anmachen wollen, obwohl die Kälte recht schmerzte. Doch nun war es nicht mehr nöthig, so große Vorsicht anzuwenden, da Zirone ja wußte, daß der Doctor die Nacht in der Casa Inglese zubringen würde. Man häufte darum auf dem Herde eine Handvoll von dem Holze auf, welches sich in der Holzkammer vorfand. Bald hatte eine prasselnde Flamme genügend Wärme und Licht, die bislang fehlten, verbreitet.

Der Doctor nahm Luigi bei Seite und fragte ihn, ob seit des Letzteren Ankunft irgend etwas vorgefallen wäre.

»Nichts! erwiderte Luigi. Ich fürchte nur, daß unsere Anwesenheit hier nicht so geheim mehr ist, als wir es gewünscht haben.

– Und wieso das?

– Weil wir, wenn ich mich nicht irre, von Nicolosi ab von einem Manne verfolgt wurden, der kurz bevor wir die Basis des Kegels erreicht hatten, verschwunden war.

– Das ist in der That bedauerlich, Luigi. Das könnte Zirone vielleicht die Lust nehmen, mich überraschen zu wollen. Und ist seit Anbruch der Nacht Niemand um die Casa Inglese geschlichen?

– Niemand, Herr Doctor, antwortete Luigi. Ich selbst habe vorsichtshalber die Ruinen des Thurmes der Philosophen durchsucht: sie sind völlig leer.

– Wir wollen es abwarten, Luigi, doch soll sich ein Mann stets als Wachposten vor der Thür aufhalten. Man kann eine ziemliche Strecke weit sehen, weil die Luft klar, und es ist von großer Wichtigkeit, daß wir nicht überrascht werden.«

Die Anordnungen des Doctors wurden sofort befolgt und als er auf einer Fußbank vor dem Herde Platz genommen hatte, legten sich seine Leute auf Strohdecken um ihn herum zum Schlafen nieder.

Kap Matifu näherte sich jetzt dem Doctor. Er sah ihn an, wagte aber nicht, zu sprechen. Es war nicht schwer, die Gedanken des Riesen zu errathen.

»Du willst wissen, was aus Pointe Pescade geworden ist? fragte ihn der Doctor. Geduld!… Er wird in Kurzem wieder bei uns sein, obwohl er jetzt ein Spiel wagt, wobei er unter Umständen aufgehenkt werden kann…

An unserem Halse,« setzte Peter rasch hinzu, der Kap Matifu’s Besorgnisse über das Schicksal seines kleinen Genossen zerstreuen wollte.

Eine fernere Stunde verging, während deren Verlauf nichts die um den Centralkegel sich ausbreitende lautlose Stille störte. Kein Schatten war vorn auf dem weißen Felde des Piano del Lago aufgetaucht. Peter und der Doctor begannen bereits ungeduldig und unruhig zu werden. Wenn Zirone unglücklicherweise die Gegenwart des kleinen Detachements ausgekundschaftet hatte, so würde er es gewiß niemals wagen, die Casa Inglese anzugreifen. Es wäre ein verfehlter Coup gewesen. Und doch mußte man sich unbedingt dieses Genossen Sarcany’s, in Ermangelung von diesem selbst, bemächtigen und ihm seine Geheimnisse entreißen.

Kurz vor zehn Uhr fiel ein Flintenschuß in einer Entfernung von vielleicht einer halben Meile unterhalb der Casa Inglese.

Alle traten in das Freie und hielten Umschau, sie sahen aber nichts Verdächtiges.

»Es war aber ein Flintenschuß, sagte Peter.

– Vielleicht ein Jäger, der auf dem Anstand im Gebirge steht, um Adler oder wilde Schweine zu schießen.

Wir wollen hineingehen, mahnte der Doctor, um nicht gesehen zu werden.«

Sie thaten es.

Doch zehn Minuten später stützte der draußen Posten stehende Matrose eilig herbei:

»Aufgepaßt! rief er. Ich glaube bemerkt zu haben…

– Mehrere Menschen? fragte Peter hastig.

– Nein, nur einen einzigen.«

Der Doctor, Peter, Luigi, Kap Matifu gingen an die Thür, paßten aber auf, daß sie nicht aus dem Schatten traten.

In der That kletterte ein Mann, flink wie eine Gemse auf dem alten Lavastrome, der sich auf das Plateau öffnet, empor. Er war allein und nach wenigen weiteren Sprüngen fiel er in zwei sich ihm öffnende Arme, diejenigen Kap Matifu’s.

Es war Pointe Pescade.

»Schnell! Schnell in den Versteck hinein, Herr Doctor!« rief er.

Im Augenblick waren alle in das Innere der Casa zurückgekehrt, deren Thür sich hinter ihnen sofort schloß.

»Und Zirone? fragte der Doctor. Was ist aus ihm geworden?… Du hast ihn verlassen können?

– Ja!… Um Sie zu benachrichtigen.

‘ – Kommt er?

– In zwanzig Minuten muß er hier sein.

– Um so besser.

– Nein! Um so schlimmer!… Ich weiß nicht, wer ihm verrathen hat, daß Sie ein Dutzend Leute voraufgeschickt haben.

– Ohne Zweifel der Bauer, der uns nachgeschlichen ist, rief Luigi.

– Kurz, er weiß es, erwiderte Pointe Pescade, und er hat eingesehen, daß Sie ihm eine Falle gestellt haben.

– Er möge nur kommen, rief Peter.

– Er kommt, Herr Peter! Dem Dutzend in Malta für ihn angeworbener Burschen hat sich’ der übrige Rest der Bande angeschlossen, die heute Früh in Santa Grotta eingetroffen ist.

– Wie stark ist jetzt die ganze Bande? fragte der Doctor.

– Fünfzig Mann,« antwortete Pointe Pescade.

Die Lage des Doctors und seiner kleinen Truppe, die lediglich aus elf Matrosen, Luigi, Peter, Kap Matifu und Pointe Pescade – sechzehn gegen fünfzig – bestand, wurde jetzt eine sehr bedrohliche. Jedenfalls mußte nun ein schneller Entschluß gefaßt werden, denn ein Angriff konnte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Doch bevor der Doctor fernere Maßregeln traf, wollte er vor allen Dingen von Pescade hören, was vorgefallen war und dieser erzählte Folgendes:

Am Morgen dieses Tages war Zirone von Catania, wo er die Nacht zugebracht hatte, zurückgekehrt. Er war jedenfalls mit dem Menschen, der in der Villa herumgelungert hatte, identisch. Als er die Locanda von Santa Grotta betrat, fand er einen Bauern vor, der ihm meldete, daß ein aus verschiedenen Richtungen kommender Trupp in Stärke von einem Dutzend Mann die Casa Inglese besetzt hätte.

Das zu wissen genügte Zirone, um die Situation zu überschauen. Er war es also nicht mehr, der den Doctor Antekirtt in einem Hinterhalt fing, sondern es war der Doctor selbst, vor dem man ihn gewarnt hatte, der ihn aufheben wollte. Pointe Pescade bestand trotzdem darauf, Zirone müsse die Casa Inglese angreifen und versicherte ihm, daß die Malteser leichtes Spiel mit den Leuten des Doctors haben würden. Zirone aber blieb unentschlossen und war noch nicht mit sich darüber einig, was er beginnen sollte. Das Drängen Pointe Pescade’s begann ihm nachgerade so verdächtig vorzukommen, daß er Befehl gab, diesen zu überwachen, was Pescador schnell bemerkte.

Zirone hätte es also ziemlich gewiß aufgegeben, unter diesen zweifelhaften Umständen sich des Doctors zu bemächtigen, wenn seine Bande nicht in der dritten Nachmittagsstunde zu ihm gestoßen wäre. Nun hatte er fünfzig Mann unter seinen Befehlen und er zauderte auch nicht länger; die ganze Bande verließ die Locanda von Santa Grotta und marschirte auf die Casa Inglese zu.

Pointe Pescade sah ein, daß der Doctor und die Seinigen verloren waren, wenn er sie nicht bei Zeiten warnen konnte; sie konnten dann vielleicht noch entschlüpfen oder wenigstens auf der Hut sein.

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