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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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Am Abend vor dem Tage der Besteigung des Kraters sollten sich zwölf gut bewaffnete Leute von der Mannschaft des »Ferrato« heimlich in die Casa Inglese begeben. Am nächsten Tage wollte der Doctor begleitet von Luigi, Peter und einem Führer Catania verlassen und die gewöhnliche Straße verfolgen, und zwar so, daß er die Casa Inglese um acht Uhr Abends erreichen mußte, um dort die Nacht zuzubringen. Das thun alle Touristen so, welche die Sonne von der Höhe des Aetna über die calabrischen Berge aufgehen sehen wollen.

Es unterlag keinem Zweifel, daß Zirone, von Pointe Pescade gedrängt, versuchen würde, sich des Doctors Antekirtt zu bemächtigen, in dem Glauben, es nur mit diesem und seinen beiden Gefährten zu thun zu haben. Sobald er aber die Casa Inglese angriff, sollte er von den Matrosen des »Ferrato« empfangen und jeder Widerstand von seiner Seite vereitelt werden.

Pointe Pescade, der diesen Plan kannte, hatte geschickt die Umstände zu benützen gewußt und in den Gedanken Zirone’s den Wunsch lebendig gemacht, sich dieses Doctors Antekirtt zu bemächtigen; Jener betrachtete diesen als eine reiche Beute, welche er ohne Gewissensbisse gemäß der Aufklärung, die er empfangen, ausplündern durfte. Da er im Uebrigen dieser Persönlichkeit mißtrauen sollte, so war es wohl das Beste, sich ihrer zu bemächtigen, selbst wenn er des Lösegeldes verlustig gehen sollte. Dazu entschloß sich also Zirone, während er weitere Instructionen von Sarcany abwarten wollte. Um ganz sicher an sein Ziel zu gelangen, beabsichtigte er, da er seine augenblicklich zerstreute Bande nicht so schnell vereinen konnte, diese Unternehmung mit den Maltesern Carpena’s auszuführen, welcher Umstand schließlich Pointe Pescade sehr kühl ließ, da dieses Dutzend Bösewichter mit den Leuten vom »Ferrato« gewiß kein leichtes Spiel haben würde.

Zirone überließ niemals etwas dem Zufalle. Da nach den Aussagen Pescador’s die Dampf-Yacht am folgenden Tage eintreffen mußte, so verließ er schon am frühen Morgen die Locanda von Santa Grotta und stieg nach Catania hinunter. Da er dort nicht bekannt war, so hatte das weiter keine Gefahr für ihn.

Die Dampf-Yacht lag schon seit einigen Stunden vor Anker. Sie hatte nicht dicht bei den Quais beigedreht, wo es stets von zahlreichen Schiffen wimmelt, sondern in einer Art Vorhafen, zwischen dem nördlichen Hafendamme und einer ungeheuren Masse schwärzlicher Lava, welche der Ausbruch von 1669 bis in das Meer getrieben hat.

Schon bei Tagesanbruch waren Kap Matifu und elf Mann der Besatzung unter dem Befehle Luigi’s bei Catania gelandet; von dort aus hatten sie einzeln den Aufstieg nach der Casa Inglese unternommen.

Zirone wußte von dieser Landung natürlich nichts und da der »Ferrato« gut eine Ankerlänge vom Festlande ab lag, so konnte er nicht einmal beobachten, was an Bord vorging.

Gegen sechs Uhr Abends setzte ein Schiffsboot zwei Passagiere der Dampf-Yacht auf dem Quai aus. Es waren der Doctor und Peter Bathory. Sie gingen durch die Via Steficoro und die Strada Etnea der Villa Bellini zu, einem herrlichen öffentlichen Garten, vielleicht dem schönsten in ganz Europa, mit seinen launigen Rampen, seinen von mächtigen Bäumen beschatteten Terrassen, seinen fließenden Gewässern und dem stolzen, in Rauchwolken sich hüllenden Vulcan, der den Horizont begrenzt.

Zirone folgte den beiden Fremden, denn er zweifelte nicht, daß der Eine von ihnen der gesuchte Doctor war. Er manövrirte sogar so, daß er ihnen inmitten der Menschenmasse, welche das Concert in die Villa gelockt hatte, dicht auf den Fersen blieb. Dieses sich Herandrängen an ihre Person mußte dem Doctor sowohl wie Peter auffallen, die denn auch mit gemischter Neugierde diesen Kerl von verdächtigem Aussehen sich näher betrachteten. Wenn sie gewußt hätten, daß das der gesuchte Zirone war, so würden sie die beste Gelegenheit gehabt haben, sich seiner zu bemächtigen, noch bevor er sich in den ihm gestellten Hinterhalt hätte locken lassen.

Gegen elf Uhr Abends, als Beide sich anschickten, den Park zu verlassen, um an Bord zurückzukehren, sagte der Doctor mit absichtlich lauter Stimme zu Peter:

»Das wäre also abgemacht. Wir werden morgen aufbrechen und in der Casa Inglese über Nacht bleiben.«

Der Lauscher wußte augenscheinlich nun, was er wissen wollte, denn einen Augenblick später war er verschwunden.

Fußnoten

1 Man verdankt diesen Unterkunftsplatz einigen Gentlemen, Freunden der Bequemlichkeit. Er ist dreitausend Meter über dem Meeresspiegel gelegen.

Siebentes Capitel.

Die Casa Inglese.

Am folgenden Tage, in der ersten Nachmittagsstunde, schickten sich Doctor Antekirtt und Peter Bathory an, den »Ferrato« zu verlassen.

Das Boot nahm die Passagiere wieder auf; doch bevor der Doctor dasselbe bestieg, hatte er erst noch dem Kapitän Köstrik aufgetragen, auf die Ankunft des »Electric 2« Obacht zu geben, der von einem Augenblick zum anderen erwartet wurde und dieses Schiff sofort auf die Höhe der Farriglioni, mit anderen Worten der Polyphems-Klippen zu senden. Wenn der Plan gelang, wenn Sarcany oder wenigstens Zirone und Carpena zu Gefangenen gemacht werden konnten, sollte das Eilschiff bereit sein, sie nach Antekirtta zu transportiren, denn dort konnte der Doctor über das Schicksal der Verräther von Triest und Rovigno nach Gefallen bestimmen.

Das Boot stieß ab. In wenigen Minuten standen der Doctor und Peter auf einer der Quaitreppen von Catania. Sie waren nach Art der Bergsteiger gekleidet, die genöthigt sind, eine Temperatur zu ertragen, welche von dreißig Graden über Null, so ist sie am Meeresspiegel, bis zu sieben oder acht Graden unter Null sinkt. Ein von der Section des Alpenclubs, 17 Lincolnstraße, gestellter Führer erwartete sie mit Pferden, die in Nicolosi von Maulthieren abgelöst werden sollten, vortrefflichen Thieren mit sicherem und ausdauerndem Gange

Die Stadt Catania, deren Breite im Verhältniß zu ihrer Länge eine äußerst mittelmäßige ist, wurde schnell durchritten. Nichts verrieth, daß die kleine Gesellschaft ausgekundschaftet und verfolgt wurde. Sobald sie die Straße nach Belvedere eingeschlagen, bewegten sich der Doctor und Peter bereits auf den untersten Abhängen des Aetnastockes, dem die Sicilianer den Namen Mongibello geben und dessen Durchmesser nicht weniger als fünfundzwanzig Meilen beträgt.

Die Straße läuft natürlich steil und in krummen Linien. Sie macht oft Wendungen, um den Lavaströmen, den Basaltfelsen, deren Verhärtung auf ein Alter von Millionen von Jahren schließen läßt, ausgetrockneten Flußbetten, durch welche das Frühjahr reißende Gewässer strömen läßt, aus dem Wege zu gehen. Diese wilde Gebirgsnatur liegt aber noch inmitten einer üppigen Vegetation: Oliven-, Orangen-, Johannisbrod-, Eschenbäumen, Weinstöcken mit langen Armen, die sich um die nebenstehenden Bäume schlingen. Sie bildet die erste der drei Zonen, zu denen die verschiedenen Abstufungen des Vulcans sich aufbauen, dieses »Feuerofen-Berges«, wie die Phönizier den Berg Aetna nannten, dieses »Nagels der Erde und dieses Pfeilers des Himmels«, wie die Geologen zu einer Zeit ihn bezeichneten, in der es noch keine geologische Wissenschaft gab.

Nach zwei Stunden, während einer einige Minuten langen Pause, welche mehr den Thieren als den Reitern gegönnt werden mußte, konnten der Doctor und Peter zu ihren Füßen die ganze Stadt Catania, die herrliche Nebenbuhlerin von Palermo, erblicken, welche nicht weniger als fünfundachtzigtausend Einwohner zählt. Sie sahen die Flucht ihrer vornehmsten Straßen, die parallel von den Quais auslaufen, die Glocken und Thürme ihrer hundert Kirchen, ihre zahlreichen und malerischen Klöster, ihre sich in einem anspruchsvollen Stile des siebzehnten Jahrhunderts gefallenden Häuser und das Ganze eingerahmt von dem prachtvollsten Baumgürtel, den je eine Stadt um ihre Hüften geschlungen hat. Weiter vor dann den Hafen, dem der Aetna selbst natürliche Schutzdämme errichtet hat, nachdem er ihn theilweise während des furchtbaren Ausbruches von 1669 verschüttet hatte, der vierzehn Dörfer und Flecken zerstörte, achtzehntausend Menschenopfer forderte und mehr als eine Milliarde Kubikmeter Lava über die Landschaft ergoß.

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