Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Историческая проза » Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.
Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska. - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.

Электронная книга - «Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.». Краткое содержание книги:

Sommer 2008. Hundert Jahre sind vergangen, seit in Sibirien eine verheerende Explosion stattgefunden hat. Viktoria Vandenberg versucht mit zwei anderen deutschen Forschern dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Hat es sich um den Einschlag eines Meteoriten gehandelt? Leo, ein junger Hirte, erzählt Viktoria von seiner neunzigjährigen Großmutter, deren Vater zu den ersten Wissenschaftlern vor Ort gehörte. Die Alte beschwört Viktoria, ihre Nachforschungen einzustellen: Geister, böse Schamanen seien am Werk. Als sämtliche Stromgeneratoren ausfallen, scheinen die Prophezeiungen in Erfüllung zu gehen, erst recht als eine Serie von geheimnisvollen Todesfällen über die Forschergruppe hereinbricht. Doch Viktoria gibt nicht auf. Sie begreift, dass Leo den Schlüssel zu einer Wahrheit besitzt, die weitaus unglaublicher erscheint als ein Meteoriteneinschlag.
1 ... 86 87 88 89 90 91 92 93 94 ... 152
Перейти на страницу:

»Ich habe es doch schon gesagt: Er ist desertiert. Vielleicht gibt es in der Russischen Föderation noch die Todesstrafe, für den Fall, dass sie ihn erwischen.«

»Keine Sorge. Offiziell wurde die letzte Hinrichtung in Russland 1999 vollzogen. Und so weit ich weiß, hat man Deserteure im Tschetschenienkrieg nur zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, was hierzulande allerdings nicht unbedingt eine Gnade ist.« Theisen verzog sein Gesicht zu einer Grimasse, während er ein paar Äste zur Seite bog, damit sie weitergehen konnten. »Selbst wenn es uns gelingt, ihn aus dem Loch zu befreien, sollten wir vorsichtig sein«, fügte er hinzu.

Viktoria war stehen geblieben. »Was willst du damit sagen?«

Theisen wandte sich überrascht um. »Du kennst diesen Vogel überhaupt nicht richtig, und dass er dich aus dem Fluss gefischt hat, macht ihn nicht automatisch zu einem Engel. Vielleicht hat er etwas auf dem Kerbholz, von dem wir nichts wissen.«

»Er hat nichts auf dem Kerbholz«, stieß sie aufgebracht hervor. »Er ist ein hilfsbereiter Kerl. Ohne ihn würde ich nicht mehr leben.«

»Ach ja«, presste Theisen hervor. »Ich vergaß. Und mich allein träfe die Schuld.«

Schnaubend setzte Theisen seinen Weg fort. Beiläufig warf er einen Blick auf den Kompass, den er in seiner Rechten trug. »Da entlang«, sagte er nur und deutete mit ausgestrecktem Arm auf eine Hügelkuppe, hinter der er den Fluss vermutete.

»Hier stimmt was nicht«, bemerkte Viktoria, als sie die Stelle erreichten, wo sich der Abgang zum Bunker befinden musste.

Viktoria beschlich das Gefühl, als ob nach ihrem Verschwinden am Morgen jemand hier gewesen war und gegraben hatte. Die Schaufel lag nicht dort, wo Kolja sie abgelegt hatte, sondern hinter einem Baumstamm.

»Du machst mich neugierig«, meinte Theisen, während er bereitwillig die Schaufel schwang. »Auf die seltsamen Maschinen, von denen du mir erzählt hast, und natürlich auf deinen Retter. Ist er wenigstens attraktiv?«

Viktoria ersparte sich selbst und Theisen eine Antwort, doch ihrem Kollegen entging nicht, als er den Deckel des Bunkers freilegte, dass sie errötet war.

Leonid hatte den Samowar angeheizt und den Ofen befeuert. Ein angenehmer Duft nach Holz und Rauch erfüllte den Raum. Er schob noch ein wenig Reisig und ein trockenes Birkenstück nach, bis es wohlig zu knistern begann.

Mit ruhiger Hand servierte er den Tee, so dass jeder bald ein dampfendes Glas vor sich stehen hatte.

»Setz dich, Junge.« Taichin nahm dankend den Tee entgegen und wies Leonid einen Platz auf dem Teppich zu.

»Was hast du vor?« Vera Leonardowna wischte sich mit dem Handrücken eine Träne aus den Augenwinkeln und betrachtete ihren Bruder mit einer Mischung aus Angst und Argwohn.

Leonid kreuzte seine langen Beine und sah seinen Onkel erwartungsvoll an. »Ich höre.«

»Wie du weißt, gehen deine Vorfahren mütterlicher- und väterlicherseits auf zwei mächtige Schamanenfamilien zurück«, begann Taichin. »Die Familie deines Vaters gehörte zur Sippe des gewaltigen Maganhir und die deiner Mutter zur Sippe des mächtigen Tschutschana. Es ist keine Legende, dass beide Sippen nicht unbedingt das waren, was man als friedlich bezeichnen würde. Vor exakt einhundert Jahren beschloss unser Gott Ogdy, dem unseligen Treiben der beiden ein Ende zu setzen und ihnen endgültig zu zeigen, was es heißt, wenn man für seine Macht jegliche Menschlichkeit opfert. Er kündigte den mächtigen Dä-monen, die die Leiber der beiden beseelten, den Kampf an - und nicht nur ihnen. Noch etliche, weit weniger mächtige Dämonen waren über das Land gezogen und hatten das Seelenheil unzähliger guter Männer verwüstet, die bis dahin nicht einmal in ihren finstersten Träumen daran gedacht hatten, dass sie eines Tages zur Vernichtung der gesamten Menschheit beitragen könnten.«

Leonid sah besorgt zu seiner Großmutter hin, die bebend vor Aufregung das Glas an ihre Lippen setzte.

»Ich habe gedacht, das sei nur eine Legende«, bemerkte er an seinen Onkel gerichtet.

»Dein Urgroßvater Leonard, unser Vater, gehörte zu diesen guten Männern«, fuhr Taichin ungerührt fort. »Er befand sich zur falschen Zeit am falschen Ort, und er hatte sein tapferes Herz an die falsche Frau verschenkt.«

»Soll das eine Anspielung sein?« Leonid lächelte ein wenig ironisch.

»Nein, mein Junge«, erwiderte Taichin ernst und zog genüsslich an seiner Pfeife. »Soweit würde ich nicht gehen - obwohl euer Schicksal gewisse Parallelen aufzeigt. Es war die Ochrana, die berüchtigte Dritte Abteilung des Zaren, die ihn im Februar 1905 zusammen mit zwei Studenten nach Sibirien deportierte. In einem streng bewachten Lager, weiter unten im Pijaja-Gebirge, zwangen sie die jungen Männer, für die grausamen Zwecke der Regierung zu arbeiten. Dabei setzten sie deinen Urgroßvater und seine Leidensgenossen auf brutale Weise unter Druck. Falls sie sich den Befehlen der Kommandeure widersetzten, so erklärte man ihnen, müssten ihre Familienangehörigen dafür büßen. Lange Zeit hatte dein Urgroßvater keine Ahnung, für welche Absichten des Zaren er sein Wissen einsetzte, bis er und seine Kameraden eines Tages den wahren Grund ihrer Deportation erfuhren.«

Leise und eindringlich erzählte Taichin - von der Gier des Großfürsten Wladimir Alexandrowitsch und des damaligen Kriegsministers Alexei Nikolajewitsch Kuropatkin und von zwei mächtigen Schamanen, Tschutschana und Maganhir, wie sie gegensätzlicher nicht hätten sein können.

»Sie waren es, die letztendlich dem Traum des Zaren zur Wirklichkeit verhelfen sollten«, flüsterte Taichin heiser.

Leonid nahm einen Schluck Tee, bevor er eine Frage stellte. »Waren es diese Männer um meinen Urgroßvater, die den Bunker am Kimchu anlegen ließen?«

»Ja«, antwortete Taichin bedächtig. »Es waren Zwangsarbeiter, die sich unter der Aufsicht gedungener Schergen des Zarenreiches die Hände blutig gruben.«

In der Hütte herrschte für einen Moment absolute Ruhe, nur das Knistern des Feuers war zu hören.

»Und welche Rolle spielten die Schamanen bei der Katastrophe von Tunguska?«

Leonid sah seinem Großonkel direkt in die Augen.

»Es war Ogdy, mein Junge, der letztendlich das Schicksal aller besiegelte. Nachdem Tschutschana dem Zaren die Unterstützung verweigert hatte, erschuf Maganhir an seiner Stelle ein gewaltiges Feuer, das den Forschern eine künstliche Explosion bescherte, wie sie sich in der Geschichte der Menschheit noch nicht ereignet hatte. Hinzu kam, dass das Unglück direkt über einem Gasfeld geschah, was niemand wissen konnte.«

»Und Leonard? Wie konnte er dem Inferno entkommen?«

»Tschirin, der Sohn Tschutschanas, hat ihm das Leben gerettet. Jahre später gab er Leonard als Vertrauensbeweis seine Tochter zur Frau. Deine Großmutter und ich wurden geboren, und dein Urgroßvater hat nie mehr über jene Tage gesprochen. Erst auf dem Sterbebett übergab er deiner Großmutter dieses Buch, von dem schon die Rede war.«

1 ... 86 87 88 89 90 91 92 93 94 ... 152
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)