Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
Gegen Abend kehrten wir in das Gasthaus zurück, nachdem wir uns vom Gipfel des Hügels aus vergewissert hatten, dass die Pferde der Wache nicht mehr davor angebunden waren.
Das Gasthaus sah einladend aus; in den kleinen Fenstern brannte schon Licht, das auch durch die Mauerritzen drang. Allmählich kam leichter Abendwind auf, und die wehenden Blätter der Bäume ließen die Schatten im Gras tanzen. Ich konnte mir mühelos vorstellen, dass auf dem Hügel Feen lebten, die mit diesen Schatten tanzten und sich zwischen den schlanken Baumstämmen hindurchwanden, um mit der Tiefe des Waldes zu verschmelzen.
»Dougal ist noch nicht zurück«, stellte ich auf dem Weg nach unten fest. Der große schwarze Wallach, den er normalerweise ritt, stand nicht auf der kleinen Koppel des Gasthauses. Außerdem fehlten mehrere andere Pferde, darunter auch Ned Gowans.
»Nein, ich denke, er kommt frühestens morgen zurück – vielleicht sogar erst übermorgen.« Jamie bot mir den Arm an, und wir stiegen den Hügel hinunter, langsam, weil wir auf die vielen Steine achten mussten, die aus dem kurzen Gras ragten.
»Wo in aller Welt ist er denn?« Ich war so von den Ereignissen überwältigt gewesen, dass es mir gar nicht in den Sinn gekommen war, nach dem Grund für Dougals Abwesenheit zu fragen – oder diese überhaupt zu bemerken.
Jamie half mir an der Rückseite des Hauses über den Zaun.
»Um seine Geschäfte mit den Bauern in der Gegend zu erledigen. Ihm bleiben noch ein oder zwei Tage, bis er dich im Fort abliefern soll.« Er drückte mir beruhigend den Arm. »Hauptmann Randall wird nicht begeistert sein, wenn Dougal ihm eröffnet, dass er dich nicht bekommt, und Dougal wird danach nicht in seiner Nähe bleiben wollen.«
»Vernünftig von ihm«, sagte ich. »Und es war sehr freundlich von ihm, uns hierzulassen, um uns … äh … miteinander vertraut machen zu können.«
Jamie prustete. »Das hatte nichts mit Freundlichkeit zu tun. Es war eine der Bedingungen, die ich ihm dafür gestellt habe, dass ich dich nehme. Ich habe gesagt, ich heirate, wenn ich muss, aber ich werde den Teufel tun und meine Ehe unter einem Busch vollziehen, während mir zwanzig Clansmänner dabei zusehen und mir Ratschläge geben.«
Ich blieb stehen und starrte ihn an. Deswegen hatten sie sich also angeschrien.
»Eine der Bedingungen?«, sagte ich langsam. »Und was waren die anderen?«
Im Schatten des Hauses konnte ich sein Gesicht nicht deutlich sehen, aber ich hatte das Gefühl, dass er verlegen wurde.
»Nur noch zwei«, sagte er schließlich.
»Und die waren?«
»Nun ja«, sagte er und trat trotzig einen Kiesel beiseite. »Ich habe verlangt, dass es eine richtige Hochzeit sein muss, in einer Kirche vor einem Priester. Nicht nur per Kontrakt. Und die andere Bedingung war … er musste ein anständiges Hochzeitskleid für dich auftreiben.« Er wich meinem Blick aus, und seine Stimme war so leise, dass ich ihn kaum hören konnte.
»Ich … ich wusste ja, dass du nicht heiraten wolltest. Ich wollte es … dir so schön wie möglich machen. Ich dachte, dann fühlst du dich vielleicht etwas weniger … nun ja, ich wollte, dass du ein anständiges Kleid bekommst, das ist alles.«
Ich öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch er wandte sich ab und steuerte auf das Gasthaus zu.
»Komm mit, Sassenach«, sagte er schroff. »Ich habe Hunger.«
Der Preis für das Essen war Gesellschaft, so viel war klar, sobald wir im Eingang des Gastraums auftauchten. Wir wurden von johlendem Beifall begrüßt und eifrig an den Tisch gelotst, wo bereits eine herzhafte Mahlzeit im Gange war.
Da ich diesmal besser vorbereitet war, störten mich die Witze und Geschmacklosigkeiten nicht. Dieses eine Mal gab ich mich damit zufrieden, mich bescheiden im Hintergrund zu halten. Ich drückte mich in die Ecke und überließ es Jamie, sich mit den Hänseleien und anzüglichen Spekulationen zu befassen, was wir den ganzen Tag getan hatten.
»Ich habe geschlafen«, gab Jamie als Antwort auf eine dieser Fragen. »Habe letzte Nacht kein Auge zugetan.« Das brüllende Gelächter, das auf diese Worte folgte, wurde noch lauter, als er ganz im Vertrauen hinzufügte: »Sie schnarcht nämlich.«
Ich ohrfeigte ihn pflichtschuldigst, und er zog mich unter allgemeinem Applaus an sich und küsste mich gründlich.
Nach dem Essen wurde zur Geige des Wirts getanzt. Ich war noch nie eine große Tänzerin gewesen, weil ich regelmäßig über meine eigenen Füße fiel, wenn ich mich konzentrieren musste. Ich ging nicht davon aus, dass es mit langen Röcken und trampeliger Fußbekleidung besser funktionieren würde. Doch als ich die Holzpantinen ausgezogen hatte, stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass ich sowohl ohne Schwierigkeiten als auch mit großer Freude tanzte.
Da die Frauen in der Unterzahl waren, rafften die Wirtsfrau und ich unsere Röcke und tanzten einen Jig nach dem anderen, Reel und Strathspey, bis ich aufhören musste, um mich außer Puste auf die Kaminbank fallen zu lassen.
Die Männer waren unermüdlich und tanzten mit wirbelnden Plaids allein oder miteinander. Schließlich stellten sie sich an die Wand, um uns klatschend erneut anzufeuern, als mich Jamie bei den Händen nahm und mich durch eine schnelle, hektische Fußfolge führte, die den Titel »The Cock o’ the North« trug.
In weiser Voraussicht beendete er den Tanz an der Treppe, indem er mir genau dort den Arm um die Taille legte und eine letzte Drehung vollführte. Wir blieben stehen, und er hielt eine kurze Rede auf Gälisch und Englisch, die mit weiterem Applaus aufgenommen wurde, vor allem als er in seinen Sporran griff, dem Wirt einen kleinen Waschlederbeutel zuwarf und ihn anwies, Whisky auszuschenken, so lange das Geld reichte. Ich erkannte seinen Anteil an den Wetteinnahmen der Prügelei in Tunnaig. Vermutlich alles, was er an Geld besaß; ich war der Meinung, dass er keine bessere Verwendung dafür hätte finden können.
Begleitet von anzüglichen Wünschen hatten wir es bis zur Galerie geschafft, als eine Stimme die anderen übertönte und Jamies Namen rief.
Ich drehte mich um und sah Ruperts breites Gesicht noch röter als sonst über dem schwarzen Bartgestrüpp zu uns aufgrinsen.
»Spar dir die Mühe, Rupert«, rief Jamie. »Sie ist mein.«
»Verschwendung, Junge«, sagte Rupert und wischte sich mit dem Ärmel über das Gesicht. »Eine Stunde, dann hat sie dich am Boden. Keine Ausdauer, diese jungen Kerle«, rief er mir zu. »Wenn du einen Mann willst, der seine Zeit nicht mit Schlafen vertut, Kleine, sag mir Bescheid. Bis dahin …« Er warf etwas nach oben.
Ein praller kleiner Beutel landete klimpernd vor meinen Füßen.
»Ein Hochzeitsgeschenk«, rief er. »Mit den besten Wünschen der Shimi-Bogil-Wache.«
»Häh?« Jamie bückte sich, um den Beutel aufzuheben.
»Ein paar von uns haben nicht den ganzen Tag im Gras herumgefaulenzt, Junge«, ließ Rupert ihn tadelnd wissen und verdrehte lüstern die Augen in meine Richtung. »Das Geld ist sauer verdient.«
»Oh, aye«, sagte Jamie grinsend. »Würfel oder Karten?«
»Beides.« Ein ordinäres Grinsen zerteilte den schwarzen Bart. »Wir haben ihnen das Fell über die Ohren gezogen, Junge, das kannst du mir glauben!«
Jamie öffnete den Mund, doch Rupert hob seine breite, schwielige Hand.
»Nein, Junge, du brauchst dich nicht zu bedanken. Gib ihr nur einen ordentlichen Kuss von mir, ja?«
Ich hielt mir die Finger an die Lippen und blies ihm einen Kuss zu. Er schlug sich die Hand ans Gesicht wie vom Donner gerührt, stolperte mit einem Ausruf rückwärts und wankte zurück in die Mitte des Gastraums, als wäre er betrunken.
Nach dem Getöse unten kam mir das Zimmer wie ein Hafen des Friedens und der Ruhe vor. Jamie, der immer noch leise vor sich hin lachte, ließ sich auf das Bett fallen, um wieder zu Atem zu kommen.
Ich lockerte mein Mieder, das jetzt unangenehm eng saß, und setzte mich, um mir die Knoten aus dem wirr getanzten Haar zu kämmen.
»Du hast so schönes Haar«, sagte Jamie, der mich beobachtete.
»Was? Das hier?« Ich hob verlegen die Hand an meine zerzausten Locken.