Der Borowski-Betrug
- Автор: Ладлэм Роберт
- Язык: немецкий
- Переводчик: Heinz Nagel
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:
«Abdrücke können nicht lügen, Sir«, sagte der Offizier.»Sie waren da, und an den Glasscherben klebte noch feuchter Brandy. Außerhalb dieses Zimmers ist Delta der einzige, der die Einundsiebzigste Straße kennt.«
«Vielleicht haben die anderen etwas gesagt?«
«Unmöglich«, unterbrach der Brigadegeneral.»Abbott war schweigsam wie ein Grab, und Elliot Stevens hat die Adresse erst fünfzehn Minuten, ehe er hinkam, erfahren, und man hat ihn von einer Telefonzelle aus angerufen. Außerdem würde er, selbst wenn man ihm das Schlimmste unterstellt, wohl kaum seine eigene Exekution betreiben.«
«Was ist mit Major Webb?«drängte der Senator.
«Der Major«, erwiderte Crawford,»erhielt die Adresse über Funk von mir, nachdem er auf dem Kennedy-Flughafen gelandet war. Wie Sie wissen, habe ich eine G-Zwo-Frequenz benutzt und den Zerhacker eingeschaltet. Außerdem darf ich Sie erinnern, daß er ebenfalls sein Leben verloren hat.«
«Ja, natürlich. «Der alternde Senator schüttelte den Kopf.»Es ist unglaublich. Warum!«
«Da muß ich leider auf ein etwas schmerzliches Thema kommen«, sagte Brigadegeneral Crawford.»Ich war von Anfang an von dem Kandidaten nicht begeistert. Ich habe Davids Gründe begriffen und auch akzeptiert, daß er die Eignung besaß, aber, wenn Sie sich erinnern können, war er nicht der Mann meiner Wahl.«
«Ich wußte gar nicht, daß wir eine Wahl hatten«, sagte der Senator.»Wir hatten einen Mann — einen geeigneten Mann, wie auch Sie bestätigen — der bereit war, auf unbestimmte Zeit unterzutauchen, jeden Tag sein Leben zu riskieren und sämtliche Verbindungen zu seiner Vergangenheit zu lösen. Wie viele solche Männer gibt es?«
«Wir hätten sicher auch einen ausgeglicheneren Mann finden können«, konterte der Brigadegeneral.»Darauf habe ich damals hingewiesen.«
«Es gab damals keinen ausgeglicheneren Mann«, wies ihn Conklin zurecht.
«Wir waren beide in Medusa, Conklin«, sagte Crawford verärgert, aber nicht unfreundlich.»Sie sind nicht der einzige, der da Einblick hatte. Deltas Verhalten im Einsatz war die ganze Zeit von offener Feindseligkeit gegenüber seinen Vorgesetzten geprägt. Ich befand mich damals in einer Position, wo ich das deutlicher als Sie beobachten konnte.«
«Die meiste Zeit hatte er dazu auch allen Anlaß. Wenn Sie mehr Zeit draußen im Feld und weniger in Saigon verbracht hätten, dann hätten Sie das begriffen. Ich habe es begriffen.«
«Es mag Sie vielleicht überraschen«, sagte der General und hob die Hand in einer Geste, die andeutete, daß er Waffenstillstand suchte,»aber ich will die vielen Dummheiten gar nicht verteidigen, die in Saigon begangen wurden — das könnte niemand. Ich versuche nur, die Gründe zu eruieren, die so etwas, wie das Verbrechen vorgestern nacht an der Einundsiebzigsten Straße, begreiflich machen können.«
Die Augen des CIA-Mannes ließen Crawford nicht los; dann nickte er langsam, und man spürte, daß seine Feindseligkeit nachließ.»Ja, das weiß ich. Tut mir leid. Das ist eben das Schwierige daran, nicht wahr? Für mich ist das nicht leicht; ich habe in einem halben Dutzend Sektoren mit Delta gearbeitet und war zusammen mit ihm in Phnom Penh stationiert, ehe der >Mönch< auch nur an Medusa gedacht hat.
Nach Phnom Penh war er nie mehr derselbe; deshalb hat er sich ja Medusa angeschlossen und war auch bereit, Cain zu werden.«
Der Senator lehnte sich auf der Couch vor.»Ich glaube, es schon einmal gehört zu haben, aber schildern Sie es noch einmal. Der Präsident muß alles wissen.«
«Seine Frau und seine beiden Kinder wurden auf einem Pier im Mekongfluß getötet, der von einem einzelnen Flugzeug bombardiert und im Tiefflug mit Bordkanonen beschossen wurde — niemand wußte, welcher Seite die Maschine angehörte —, es kam auch nie heraus. Er haßte diesen Krieg, haßte jeden, der damit zu tun hatte. Und daran ist er zerbrochen. «Conklin hielt inne und sah den General an.»Und ich glaube auch, daß Sie recht haben, General, er ist wieder zerbrochen worden. Er ist nicht mehr Delta. Wir haben einen Mythos geschaffen, der Cain hieß. Nur daß es kein Mythos mehr ist. Das ist jetzt wirklich er.«
«Nach so vielen Monaten…«Der Senator lehnte sich zurück, und seine Stimme wurde leiser.»Warum ist er zurückgekommen? Von woher?«
«Aus Zürich«, antwortete Crawford.»Webb war in Zürich, und ich glaube, daß er der einzige ist, der ihn hätte zurückhalten können. Und was die Frage nach dem >Warum< angeht, so werden wir das vielleicht nie erfahren, es sei denn, er hat erwartet, uns alle dort vorzufinden.«
«Er weiß nicht, wer wir sind«, protestierte der Senator.»Seine einzigen Kontakte waren der Yachtsegler, seine Frau und David Abbott.«
«Und Webb natürlich«, fügte der General hinzu.
«Natürlich«, nickte der Senator.»Aber nicht bei Treadstone, nicht einmal er.«
«Das hätte nichts ausgemacht«, sagte Conklin und stieß mit seinem Stock auf den Boden.»Er weiß, daß es einen Ausschuß gibt; Webb hat ihm vielleicht gesagt, daß wir alle dort sein würden, hat das angenommen. Eine Menge Fragen warteten auf ihn — über sechs Monate haben wir nichts von ihm gehört, ein paar Millionen Dollar sind verschwunden. Er könnte uns beseitigen und verschwinden. Ohne Spuren.«
«Warum sind Sie da so sicher?«
«Erstens, weil er dort war«, erwiderte der Mann von der Abwehr und hob die Stimme.»Wir haben seine Fingerabdrücke auf einem Brandyglas, das nicht einmal ausgetrunken wurde.
Zweitens, es ist eine klassische Falle mit dreihundert Variationen.«
«Würden Sie das erklären?«
«Man bleibt selbst stumm«, unterbrach der General und musterte dabei Conklin,»bis der Feind das nicht mehr länger erträgt und selbst seine Deckung verläßt.«
«Und wir sind zum Feind für ihn geworden?«
«Daran besteht jetzt kein Zweifel mehr«, sagte der Marineoffizier.»Aus welchen Gründen auch immer — Delta hat eine Kehrtwendung vollzogen. Das wäre nicht das erste Mal, daß so etwas passiert — Gott sei Dank geschieht es nicht oft. Wir wissen, was zu tun ist.«
Wieder beugte sich der Senator auf der Couch vor.»Was werden Sie tun?«
«Seine Fotografie ist nie in Umlauf gebracht worden«, erklärte Crawford.»Das werden wir jetzt tun. Jede Station, jeder Lauschposten, jeder Gewährsmann und jeder Informant, den wir besitzen, erhält ein Foto. Irgendwohin muß er gehen, und er wird mit einem Ort beginnen, den er kennt, und wäre es nur, um sich eine neue Identität zu kaufen. Er wird Geld ausgeben; man wird ihn finden. Und wenn das geschehen ist, wird die Anweisung lauten…«
«Ihn sofort herzubringen?«
«Ihn zu töten«, sagte Conklin einfach.»Einen Mann wie Delta nimmt man nicht gefangen, und man geht auch nicht das Risiko ein, daß eine andere Regierung das tut. Nicht bei den Informationen, die er hat.«
«Das kann ich dem Präsidenten aber nicht sagen. Es gibt Gesetze.«
«Nicht für Delta«, sagte der Agent.»Er steht jenseits der Gesetze. Er ist nicht mehr zu retten.«
«Nicht… «
«Richtig, Senator«, unterbrach der General.»Nicht mehr zu retten. Ich glaube, Sie wissen, was dieser Satz bedeutet. Sie müssen selbst entscheiden, was Sie dem Präsidenten sagen wollen oder nicht. Es könnte besser sein… «
«Sie müssen alles untersuchen«, sagte der Senator und unterbrach damit den Offizier.»Ich habe letzte Woche mit Abbott gesprochen. Er sagte mir, Maßnahmen seien im Gange, um Delta zu erreichen. Zürich, die Bank, die Benennung von Treadstone; das hängt doch alles damit zusammen, nicht wahr?«
«Ja, und jetzt ist es vorbei«, sagte Crawford.»Wenn Ihnen das Beweismaterial von der Einundsiebzigsten Straße noch nicht reicht, sollte wenigstens das genügen. Delta hat ein klares Signal zur Rückkehr bekommen. Er hat es nicht befolgt. Was wollen Sie noch?«