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Der Borowski-Betrug

Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:

Er wurde aus der See gezogen — mehr Leichnam als Mann. An seinen Namen kann er sich nicht erinnern. Er ist ein Mensch ohne Vergangenheit und ohne Zukunft — gejagt von mächtigen Feinden; geliebt von einer schönen Frau, die nicht glauben kann, daß er wirklich das ist, was sich langsam herauskristallisiert: Ein Berufsmörder!
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«Da hast du deine Nachricht«, sagte Jason.»Jetzt weißt du Bescheid. Und jetzt wirst du dir anhören, was ich zu sagen habe.«

Marie gab keine Antwort. Langsam ging sie auf ihr Kleid zu und musterte es, als könnte sie nicht glauben, was sie sah. Und dann fuhr sie ohne Warnung plötzlich herum und ihre Augen funkelten, ihr Tränenfluß war zum Versiegen gekommen.»Nein! Da stimmt etwas nicht! Ich weiß es. Du mußt die Botschaft anrufen.«

«Was?«

«Tu, was ich sage. Jetzt!«

«Hör auf, Marie. Du mußt begreifen.«

«Nein, verdammt! Du mußt begreifen! Da stimmt etwas nicht.«

«Was soll da nicht stimmen?«

«Ruf die Botschaft an! Nimm das Telefon dort drüben und ruf sofort an! Du mußt Corbelier verlangen. Schnell, um Gottes willen! Wenn ich dir überhaupt etwas bedeute, dann tu, was ich sage!«

Borowski konnte sich ihrer Intensität nicht widersetzen.»Was soll ich sagen?«fragte er und ging ans Telefon.

«Ruf ihn zuerst an! Das ist es, wovor ich Angst habe… o Gott, habe ich Angst!«

«Welche Nummer?«

Sie gab sie ihm; er wählte und mußte eine Ewigkeit warten, bis die Zentrale sich meldete. Als sie das schließlich tat, war die Frau am anderen Ende völlig verwirrt, ihre Stimme schwankte und war teilweise unverständlich. Im Hintergrund konnte er Schreie hören, scharfe Kommandos, die schnell in Englisch und Französisch ausgestoßen wurden. Binnen Sekunden erfuhr er den Grund.

Dennis Corbelier, kanadischer Attache, war um ein Uhr vierzig die Stufen der Gesandtschaft in der Avenue Montaigne hinuntergegangen und hatte einen Schuß in die Kehle bekommen. Er war tot.

«Das ist der andere Teil der Nachricht, Jason«, flüsterte Marie und starrte ihn an.»Und jetzt will ich mir alles anhören, was du zu sagen hast, weil dort draußen wirklich jemand ist, der versucht, dich zu erreichen, dir zu helfen. Jemand hat eine Nachricht ausgeschickt, aber nicht an uns, nicht an mich. Nur an dich, und nur du solltest sie verstehen.«

Kapitel 22

Die vier Männer trafen einer nach dem anderen im überfüllten Hilton-Hotel an der Sechzehnten Straße in Washington, D.C., ein. Jeder ging zu einem anderen Lift und fuhr damit zwei oder drei Stockwerke über oder unter sein Ziel und ging den restlichen Weg zur richtigen Etage zu Fuß. Es war keine Zeit mehr, sich außerhalb der Grenzen des District of Columbia zu treffen; es herrschte äußerste Alarmbereitschaft. Es waren dies alle die Männer von Treadstone Seventy-One; jene, die noch am Leben geblieben waren. Der Rest war tot. In einem Massaker an einer stillen, von Bäumen gesäumten Straße in New York hingeschlachtet.

Zwei der Gesichter waren der Öffentlichkeit vertraut. Das erste gehörte dem alternden Senator aus Colorado, das zweite Brigadegeneral I. A. Crawford — Irwin Arthur, frei übersetzt Iron Ass, Eisenarsch — der anerkannte Sprecher der Militärischen Abwehr und der Verteidiger der Datenbänke von G-2. Die anderen zwei Männer waren praktisch unbekannt, sah man einmal von den Korridoren ihrer eigenen Organisationen ab. Der eine war ein Marineoffizier in mittleren Jahren und ein Mitarbeiter von Information Control, 5th Navel District. Der vierte und letzte Mann war ein sechsundvierzigjähriger Veteran der Central Intelligence Agency, ein schlanker, elastisch wirkender Mann, dem man die aufgestaute Wut anmerkte. Er ging am Stock, weil ihm eine Granate in Südostasien den Fuß weggefetzt hatte; er war damals Geheimagent der Operation Medusa gewesen. Sein Name: Alexander Conklin.

In dem Raum stand kein Konferenztisch; es war ein ganz gewöhnliches Doppelzimmer mit dem üblichen Bett, einer Couch, zwei Armsesseln und einem Beistelltisch. Ein höchst eigenartiger Ort, um an ihm eine Besprechung von solcher Bedeutung abzuhalten; da gab es keine kreisenden Computer, die dunkle Bildschirme mit grünen Buchstaben erfüllten, keine elektronischen Fernmeldeeinrichtungen, die die Verbindung zu ähnlichen Anlagen in London, Paris oder Istanbul herstellen konnten. Ein ganz gewöhnliches Hotelzimmer, in dem vier

Köpfe saßen, die die Geheimnisse von Treadstone Seventy-One hüteten.

Der Senator saß am einen Ende der Couch, der Marineoffizier am anderen. Conklin ließ sich in einen Armsessel sinken und streckte das unbewegliche Bein weg, hielt den Stock zwischen den Beinen, während Brigadegeneral Crawford stehen blieb, das Gesicht gerötet, das Kinn vorgeschoben.

«Ich habe den Präsidenten erreicht«, sagte der Senator und rieb sich die Stirn. Man merkte, daß er nicht ausgeschlafen war.»Das mußte ich; wir treffen uns heute abend. Sagen Sie mir alles, was Sie können. Jeder von Ihnen. Fangen Sie an, General. Was in Gottes Namen ist passiert?«

«Major Webb hatte seinen Wagen um dreiundzwanzig Uhr an die Ecke Lexington- und Zweiundsiebzigste Straße bestellt. Der Zeitpunkt lag fest, aber er erschien nicht. Um dreiundzwanzig Uhr dreißig begann der Fahrer wegen der Entfernung bis zu dem Flugplatz in New Jersey unsicher zu werden. Der Sergeant erinnerte sich an die Adresse — in erster Linie, weil man ihm aufgetragen hatte, sie zu vergessen — fuhr hin und ging an die Türe. Die Sicherheitsriegel waren beschädigt, und die Tür ließ sich öffnen; sämtliche Alarmanlagen waren kurzgeschlossen worden. Der Boden im Foyer war blutbespritzt, auf der Treppe lag die tote Frau. Er ging den Korridor hinunter und fand die Leichen.«

«Dieser Mann hat sich eine Beförderung verdient«, sagte der Marineoffizier.

«Warum sagen Sie das?«fragte der Senator.

Crawford beantwortete die Frage:»Er besaß die

Geistesgegenwart, das Pentagon anzurufen und bestand darauf, mit der geheimen Sendestelle Inland zu sprechen. Er nannte die Zerhackerfrequenz, den Zeitpunkt und den Ort des Empfangs und gab vor, mit dem Sender sprechen zu müssen. Er sagte zu niemandem ein Wort, bis er mich am Telefon hatte.«

«Stecken Sie ihn in die Militärakademie, Irwin«, sagte Conklin grimmig und klammerte sich an seinem Stock fest.»Er ist intelligenter als die meisten Clowns, die Sie dort drüben haben.«

«Das ist nicht nur unnötig, Conklin«, ermahnte der Senator,»sondern offenkundig aggressiv. Bitte, fahren Sie fort, General.«

Crawford wechselte Blicke mit dem Mann vom CIA.»Ich erreichte Colonel Paul McClaren in New York, befahl ihm, sich an den Schauplatz des Massakers zu begeben und absolut nichts zu tun, bis ich einträfe. Dann rief ich Conklin und George an, und dann sind wir gemeinsam hingeflogen.«

«Ich habe ein Abdrucksteam des Büros in Manhatten angerufen«, fügte Conklin hinzu.»Eines, das wir schon früher benutzt haben und dem wir vertrauen können. Ich verlangte, daß sie das ganze Haus durchsuchen und alles, was sie fanden, mir geben sollten. «Der CIA-Mann hielt inne, hob seinen Stock und richtete ihn auf den Marineoffizier.»Dann hat George Ihnen siebenunddreißig Namen durchgegeben, alles Männer, deren Abdrücke in den Akten des FBI sind. Sie fanden den Namen, den wir am allerwenigsten erwarteten…«

«Delta«, sagte der Senator.

«Ja«, nickte der Marineoffizier.»Die Namen, die ich lieferte, umfaßten jeden — gleichgültig wie entfernt — der möglicherweise die Adresse von Treadstone kennen konnte, inklusive übrigens alle hier im Raum Anwesenden. Der ganze Raum war saubergewischt worden; jede Fläche, jeder Knopf, jedes Glas — mit Ausnahme eines einzigen. Es war ein zerbrochenes Brandyglas, nur ein paar Scherben in der Ecke unter einem Vorhang, aber es reichte. Die Abdrücke waren da: Zeigefinger und Mittelfinger der rechten Hand.«

«Und Sie sind ganz sicher?«fragte der Senator langsam.

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