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Die Zwerge

Электронная книга - «Die Zwerge». Краткое содержание книги:

Tapfer bewachen die Zwerge des fünften Stammes den Steinernen Torweg, um das Geborgene Land, in dem Menschen, Zauberer und Elben in Frieden leben, vor den üblen Geschöpfen des Gottes Tion zu schützen. Doch eines Tages reicht die Kraft der Äxte nicht mehr aus: Orks und Oger stürmen in riesigen Horden das Tor. Das Tote Land drängt voran und bringt Siechtum und Tod über die tapferen Zwerge; wer auf seinem Boden stirbt, kehrt als untoter Sklave des Bösen zurück. Und zu allem gesellen sich die Albae, grausame Wesen voller Macht und Heimtücke. Der Steinerne Torweg fällt und mit ihm der letzte Zwerg aus dem Stamm der Fünften.
Tausend Sonnenzyklen später wehren sich die Menschen verzweifelt gegen die mörderischen Orks. Zwar haben die sechs großen Zauberer das Tote Land mithilfe von Magischen Schranken aufhalten können, aber unter den Herrschern des Geborgenen Landes befindet sich ein Verräter, und schon erobern Albae die Haine der Elben. In diesen unsicheren Zeiten macht sich der Zwerg Tungdil auf Geheiß des mächtigen Magiers Lot-Ionan, seines Ziehvaters, auf einen Botengang - der unversehens zu einem schicksalhaften Abenteuer auf Leben und Tod gerät...
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»Sein Name ist Goїmgar Schimmerbart«, stellte ihn Gandogar vor. »Eine gute Wahl«, fügte er hinzu.

Die verunsicherte Miene des Edelsteinschleifers entgleiste vollends und spiegelte Angst. Er wandte sich zu seinem Herrscher um. »Nein, Gandogar, König... Verlange das nicht von mir«, bat er inständig. »Du weißt, dass...«

»Ich habe versprochen, dass er sich jeden von euch auswählen darf! Soll ich deinetwegen mein Wort brechen?!«, entgegnete Gandogar mit schneidender Stimme. »Du wirst gehen, Goїmgar!«

»König...«, versuchte es Schimmerbart ein letztes Mal schwach.

»Mach uns keine Schande. Du wirst den Anweisungen Tungdils gehorchen, und solltet ihr vor uns an der Esse angelangen, wirst du die Edelsteine so gekonnt schleifen, als ob du es für mich tätest«, ordnete er harsch an. »Geh und kehre gesund wieder.«

Gandogar stand auf und bedeutete den vier Zwergen, ihn zu begleiten. In der Tür hielt er inne und blickte seinen Gegenspieler an.

»Ich wünsche dir nichts Schlechtes, Tungdil Goldhand, aber auch nichts Gutes. Der Thron steht mir zu, und Vraccas wird den Clans durch meinen Sieg zeigen, dass du ein Schwindler bist. Am Ende werden alle mich wählen.«

»Erlange den Titel, König Gandogar«, antwortete Tungdil freundlich und legte ihm das Sigurdazienholz hin, »aber bewahre anschließend das Geborgene Land und damit unser Volk vor Nôd’onn.«

Er drehte sich zur Seite und schritt zur Tür hinaus, ohne eine Entgegnung abzuwarten. Der schmächtige Edelsteinschleifer folgte ihm niedergeschlagen.

*

Die Zwillinge, Bavragor und Schimmerbart saßen in der Mittelhalle der Bibliothek, einem gigantischen Kreuzrippengewölbe mit zahlreichen Lampen und Spiegeln, die genügend Licht zum Lesen und Arbeiten spendeten. Um sie herum lagerten die Schriftrollen und das gesammelte Wissen aus vielen Jahrhunderten. Umgeben von der Vergangenheit beratschlagten sie, wie sie die Zukunft retten konnten.

Tungdil entrollte eine Karte, auf der das Geborgene Land in Gänze abgebildet war. »Wir schauen uns den Eingang zum Tunnel an«, erklärte er. »Mit Glück und dem Beistand von Vraccas gelangen wir durch die unterirdischen Gänge rasch nach Westen...«

»Süden«, verbesserte der kräftige Bavragor, beugte sich nach vorn und deutete auf das Graue Gebirge. »Wir müssen nach Süden.«

»Später. Zuerst gehen wir nach Westen, um den Stamm der Ersten aufzusuchen«, erläuterte Tungdil den Umweg. »Sie haben immer die besten Schmiede unseres Volkes gestellt, und daher werden nur sie in der Lage sein, die Stahlarbeiten der Feuerklinge zu bewältigen.«

»Das denkst du«, erwiderte Bavragor und schaute ihn mit seinem verbliebenen rechten Auge forschend an. »Wer sagt uns, dass es sie noch gibt? Vielleicht sind sie schon lange von Orks ausgerottet worden?« Er griff nach seinem Humpen Bier. »Wir sollten uns hier einen Schmied holen und gleich ins Graue Gebirge ziehen.«

»Ho! Hört, wir haben einen neuen Anführer«, rief Boëndal laut. »Willst du vielleicht auch noch den Thron für dich beanspruchen, Freund Bavragor?«

»Ein guter Vorschlag. Dann könnte ich verbieten, dass Verrückte wie dein Bruder frei herumlaufen!«, konterte der Steinmetz eisig.

Boїndil kniff die Lider zusammen, die Hand legte sich wie von selbst an den Griff seines Beiles. »Vorsicht, Einauge, sonst musst du dich bald Keinauge nennen.«

Boëndal wandte sich zu Tungdil. »Sie mochten sich noch nie, und seit der Sache mit Hammerfausts Schwester ist es nicht besser geworden«, raunte er ihm zu.

Tungdil seufzte, er ahnte, dass er unterwegs mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen haben würde. »Was war mit der Schwester?«

»Ein anderes Mal, wenn die beiden nicht dabei sind«, wehrte Boëndal ab. »Sonst kommt es noch zu einer Schlägerei. Oder Schlimmerem.«

»Gibt es einen Plan, wie wir an das Drachenfeuer gelangen?«, wollte Goїmgar wissen, der nur etwa halb so breit wie die Zwillinge und Hammerfaust war. »Ich sorge mich schon ein wenig. Orks, das Tote Land, Albae, Drachen...« Er schluckte nervös. »Das sind ziemlich viele... Herausforderungen.«

»Für mich klingt es nach einer guten Zeit«, röhrte Ingrimmsch heiter und schlug dem Vierten auf die Schulter, dass dieser den Mund verzog. »Schweinchen schlachten bereitet jedem Zwerg Freude, oder etwa nicht?!«

Der Schein der Kerzen zeigte, weshalb man Goїmgar seinen Beinamen gegeben hatte; in seinem Bart funkelte es. »Für dich mag das sein, aber ich bevorzuge meine Werkstatt.«

Boїndil beäugte ihn kritisch. »Sag mal, kannst du überhaupt eine Axt führen? Du klingst beinahe wie ein heulendes Langweib und nicht wie ein Kind des Schmieds.« Er sprang auf die Füße und warf ihm ein Beil zu. »Los! Zeig mir, dass du kämpfen kannst!«

Die Waffe fiel scheppernd vor Schimmerbart auf die Steinplatte. Der Vierte rührte sie nicht an, stattdessen pochte er gegen den Griff seines Kurzschwerts. »Ich bevorzuge das und meinen Schild«, antwortete er verschnupft, weil ihn der Krieger mit seinen Spottreden beleidigt hatte.

»Ein Kurzschwert? Ich dachte, das ist dein Brotmesser! Bist du ein Gnom, weil du mit der kleinen Klinge kämpfst?«, lachte der Zwilling ungläubig auf. »Bei Vraccas! Dich muss der Gott aus besonders weichem Stein gemeißelt haben.« Kopfschüttelnd setzte er sich wieder, Bavragor gluckste in seinen Humpen und leerte ihn, um anschließend laut zu rülpsen. Wenn es gegen Goїmgar ging, waren sie sich anscheinend einig.

Boëndal richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die Karte. »Nach Borengar also. Wenigstens kommt uns das Tote Land auf dieser Etappe nicht in die Quere. Ich bin gespannt, was es mit den Tunneln auf sich hat und ob wir sie überhaupt befahren können.«

»Wir werden es wissen, wenn eine Lore aus der Schiene springt und wir in den sicheren Tod stürzen«, sagte Goїmgar verzagt. »Schon seit vielen Umläufen war niemand mehr in den Tunneln. Es grenzt an ein Wunder, wenn die...«

»Ich weiß jetzt, warum Gandogar uns diesen Weichsteinzwerg überließ«, meinte Ingrimmsch abfällig. »So viel Gejammer habe ich bei keiner Trauerfeier vernommen.«

»Du hättest meine Mutter hören sollen, als...«, hielt Bavragor augenblicklich dagegen.

»Ruhe!«, rief Tungdil laut. Ernste Zweifel keimten bei ihm auf, ob er diese Gruppe von Widersachern zusammenhalten konnte. Vraccas, gib mir Kraft. »Bin ich denn nur von Zwergenkindern umgeben?! Man könnte meinen, ich wäre der Älteste von uns«, wies er sie zurecht. »Wir treten an, um das Geborgene Land zu retten. Das ist schließlich kein Ausflug, um eine Goldmine oder einen Salzstollen zu betrachten.«

»Ich dachte, wir setzen unser Leben aufs Spiel, um dir auf den Thron zu helfen«, warf Goїmgar spitz ein. Bavragor drehte den Humpen bedauernd um, fing die letzten Tropfen mit der Hand auf und leckte sie aus der Kuhle.

Tungdil lächelte den Diamantschleifer an. »Nein, Goїmgar. Du hast es falsch verstanden. Ich will die Waffe gegen Nôd’onn schmieden, damit wir überhaupt eine Gelegenheit haben, etwas gegen das Böse zu unternehmen. Ohne Feuerklinge wird niemand den Magus aufhalten.« Er verschwieg absichtlich, dass er einen Abschnitt der Schrift nicht übersetzen konnte.

»Und auf diese Weise wirst du die Clans der Ersten überzeugen wollen, dass ihr bester Schmied uns ins Graue Gebirge begleiten soll?«, fragte der Steinmetz. »Vermutlich haben sie nicht mal etwas von dem Magus und dem Toten Land gehört.«

Tungdils Augen wanderten zwischen Bavragor und Goїmgar hin und her. »Warum macht ihr Schwierigkeiten, obwohl wir noch nicht einmal aufgebrochen sind?«, fragte er sie offen.

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