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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»T. J. meint, unsere Inkonsequenz passe nicht ins Muster«, sagte sie. »Eigentlich müßte um den Mittelpunkt ein Gebiet mit langsam steigendem Schlupfverlust entstehen. Wissen Sie, warum Napoleon die Schlacht bei Waterloo verlor? Weil es regnete. Eimer nämlich.«

Nein. Es waren keine vorübergehenden Symptome.

»Warum hat T. J. Sie geschickt?« wollte ich wissen. »Warum nicht Carruthers?«

»Weil sie ihn nicht mehr rausbekommen.«

»Falsch. Es ist der Rekrut, den sie nicht mehr rausbekommen.«

Sie schüttelte heftig den Kopf. »Carruthers.«

Ich wußte nicht, ob ihre Worte stimmten, oder ob sie nur verwirrt war. Oder ob wir über dasselbe sprachen. In Anbetracht ihrer Probleme, Töne zu unterscheiden und deutlich zu sehen und dem Geräusch von Flakfeuer, das zweifellos in ihren Ohren wummerte, konnte es durchaus sein, daß sie eine völlig andere Konversation als ich führte.

»Verity, ich muß Sie…« Wegbringen, ja. Aber wohin? Sie brauchte dringend Schlaf, aber es gab keine Möglichkeit, sie unbeobachtet durch das Minenfeld zu bugsieren, das zwischen Pavillon und Haupthaus lag. Auf dem Rasen würde Reverend Arbitage die Dienstboten überwachen und Mrs. Mering den Reverend. Tossie war vielleicht schon von ihrem Besuch bei den Chattisbournes zurückgekehrt und hielt nach ein paar Einfaltspinseln Ausschau, die mit ihr Crocket spielen wollten.

Der Stall? Nein, dazu mußten wir auch ein Stück Rasen überqueren. Vielleicht war es das beste, einfach im Pavillon zu bleiben und Verity zu bewegen, sich auf eine der Bänke zu legen.

»Und was ist eigentlich so schlimm an einem Großen Plan, möchte ich mal wissen?« klang Professor Peddicks Stimme vom Fischteich her. »Natürlich ist Overforce außerstande, sich einen Großen Plan vorzustellen. Seine Vorstellung von Plan ist, seinen Hund abzurichten, von Bäumen herunter auf unschuldige Zeitgenossen zu springen.«

»Kommen Sie, Verity«, sagte ich und zog sie hoch. »Hier können wir nicht bleiben.«

»Wo gehen wir hin?« fragte sie. »Doch nicht etwa zum Basar? Ich hasse Basare. Ich hasse Muscheln und Stickereien, Spitzen und Verschnörkeltes und die Perlen, die sie auf alles draufnähen. Warum können sie die Dinge nicht so lassen, wie sie sind?«

»Wir sind nicht imstande, den Großen Plan zu sehen, weil wir ein Teil von ihm sind.« Professor Peddicks Stimme kam näher. »Kann der Faden im Webstuhl das Muster im Stoff erkennen? Der Soldat die Strategie der Schlacht, in der er kämpft?« Ich beeilte mich, Verity aus dem Pavillon und hinter die Fliederbüsche zu bringen.

»Kommen Sie«, sagte ich und nahm ihre Hand, als wäre sie ein Kind. »Wir gehen jetzt hier lang. Diese Richtung.«

Ich führte sie hinter dem Flieder vorbei den Weg entlang, der zum Fluß hinunterführte. Cyril und Prinzessin Arjumand folgten uns. Die Katze strich uns um die Beine, während wir gingen, und verlangsamte unser Fortkommen.

»Cyril«, flüsterte ich. »Geh und such Terence.«

»Gute Idee«, meinte Verity. »Es gibt da einiges, was ich Terence sagen muß. ›Terence‹, werde ich zu ihm sagen, ›wie können Sie eine Frau lieben, die Ihren Hund haßt?‹«

Wir erreichten den Treidelpfad. »Pscht«, machte ich und horchte auf Professor Peddick.

»Durch Kunst, durch Geschichte, erhaschen wir einen Schimmer des Großen Planes.« Seine Stimme klang entfernter. »Aber nur für einen winzigen Augenblick. ›Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege.‹«[59] Er wurde immer leiser. Offenbar gingen sie auf das Haupthaus zu.

»Ich wette, Maud Peddick liebt Hunde«, sagte Verity. »Sie ist ein reizendes Mädchen. Sie führt kein Tagebuch, sie ist Patriotin…«

An der Anlegestelle war kein Mensch. Ich schob Verity rasch zum Ufer hinunter.

»Ein Gedicht wurde nach ihr benannt«, fuhr Verity fort. »›Komm in den Garten, Maud, ich warte an der Pforte.‹ Stammt von Tennyson. Terence liebt es, Tennyson zu zitieren. Wenn Maud Peddick aufschreit, dann klingt es wie ein echter Schrei und nicht wie das Quieken eines Babys. Oh, fahren wir mit dem Boot?«

»Ja.« Ich half ihr hinein. »Setzen Sie sich.«

Leicht schwankend stellte sie sich in den Bug, den Blick gedankenverloren aufs Wasser gerichtet. »Lord Peter lud Harriet auch zu einer Bootsfahrt ein«, sagte sie. »Sie fütterten die Enten. Füttern wir auch Enten?«

»Aber sicher«, sagte ich und griff nach der Leine. »Setzen Sie sich.«

»Sehen Sie mal!« Sie zeigte aufs Ufer. »Die beiden wollen mitkommen. Ist das nicht süß?«

Ich schaute zum Ufer. Cyril und Prinzessin Arjumand standen Seite an Seite an der kleinen Anlegestelle.

»Kann Cyril nicht mit?« fragte sie.

Der Gedanke, seinen zentnerschweren Körper zu retten, wenn er über Bord ging, war nicht eben erfreulich. Andererseits, wenn wir die beiden mitnahmen, war der Schwarze Maure außer Gefahr. Und falls Finch vorhatte, Prinzessin Arjumand zu ersäufen, war sie bei mir sicher aufgehoben.

»Also gut«, sagte ich und wuchtete Cyril ins Boot, jeweils zwei Beine auf einmal.

Prinzessin Arjumand drehte sich prompt um, streckte ihren niedlichen Schwanz in die Höhe und wollte in Richtung Fischteich verschwinden.

»Hiergeblieben«, sagte ich, packte sie und reichte sie Verity, die noch aufrecht stand. Dann löste ich die Leine.

»Setzen Sie sich«, sagte ich und stieß das Boot ab. Verity plumpste auf die Bank, die Katze im Arm. Ich sprang ins Boot, nahm die Ruder und begann in Richtung Strömung zu rudern.

Wenn ich stromabwärts ruderte, konnte ich Verity rascher außer Sichtweite bringen, aber dann würden wir am Haus und einem Großteil des Rasens vorbeikommen, und ich wollte nicht, daß uns irgend jemand sah. Also wendete ich das Boot stromaufwärts und ruderte so rasch von Muchings End fort, wie ich nur konnte. Auf dem Fluß waren eine Menge anderer Boote. Aus einem von ihnen winkte uns jemand fröhlich zu, und Verity winkte zurück. Ich ruderte schneller und hoffte, daß es nicht eines der Chattisbournemädchen gewesen war.

Eigentlich hatte ich geglaubt, auf dem Fluß sicher zu sein, aber ich hatte vergessen, wie viele Menschen nachmittags Boot fuhren und fischen gingen. Es war offensichtlich, daß wir hier nicht sicher waren, und hielt nach einem ruhigen Seitenarm oder totem Gewässer Ausschau, in das wir abbiegen konnten.

»Ich dachte, wir würden Enten füttern«, sagte Verity anklagend. »Lord Peter und Harriet fütterten Enten.«

»Das werden wir auch. Versprochen ist versprochen«, sagte ich. Am anderen Ufer sah ich eine Gruppe Trauerweiden, deren Zweige tief über dem Wasser hingen. Ich ruderte hinüber.

»Glauben Sie an Liebe auf den ersten Blick?« fragte Verity. »Ich bis jetzt nicht. Und dann sah ich Sie da stehen, völlig mit Ruß bedeckt — wann werden wir denn nun Enten füttern?«

Ich ruderte unter die Weiden, wobei ich mit dem Ruder gegen das Ufer stieß, um das Boot zu wenden und es nahe an die Böschung zu bringen. Von hier aus konnte uns vom Fluß aus keiner mehr sehen. Die Äste der Weiden verbargen uns wie eine blaßgrüne Laube. Durch die Blätter schimmerte die Sonne wie das Netz, wenn es sich gerade öffnete.

Ich legte die Ruder beiseite und warf die Leine über einen tiefhängenden Ast. Hier würden wir ungestört sein.

»Verity?« fragte ich, wußte aber, daß es hoffnungslos war. »Was haben Sie in Oxford herausgefunden?«

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Römer, 11,24. — Anm. d. Ü.

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