Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Graf von Sainte-Hermine - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Graf von Sainte-Hermine

Электронная книга - «Der Graf von Sainte-Hermine». Краткое содержание книги:

Hector de Sainte-Hermine sitzt zwischen den Stühlen: Er hat geschworen, seine Familie zu rächen, die von der Französischen Revolution ausgelöscht wurde, doch irgendwie begeistert ihn dieser Napoleon Bonaparte auch, der Frankreich nun mit großem Enthusiasmus regiert. Seine Zerrissenheit führt ihn in die entlegensten Ecken der Welt, als Freibeuter, Abenteurer und schließlich als Waffengefährte Napoleons in die Schlacht von Trafalgar. Der letzte und unvollendete Roman von Alexandre Dumas wartet mit allem auf, was man vom Großmeister der Mantel-und-Degen-Geschichten erwartet: Rasante Kampfszenarien und romantisch-sehnsüchtigen Liebesgeschichten wechseln sich ab mit politischen und philosophischen Ausführungen. Erst 1990 wurde die Manuskripte des als Fortsetzungsroman angelegten Buchs entdeckt, der französische Forscher Claude Schopp puzzelte die Einzelteile zusammen. Er versah die Erzählung dann auch mit einem Anhang, der dem scheinbar auf ewig unvollendeten Roman doch noch ein würdiges Ende setzt. Spannender Lesestoff, der bald verfilmt werden dürfte - wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Die Originalausgabe erschien 2005 unter dem Titel »Le Chevalier de Sainte-Hermine« bei Éditions Phébus, Paris.
1 ... 77 78 79 80 81 82 83 84 85 ... 298
Перейти на страницу:

»Zu welchem Zweck?«

»Selbstverständlich zu dem Zweck, von ihren Hoheiten, den Prinzen, Monsieur Cadoudal empfohlen zu werden.«

»Welche Prinzen meinen Sie?«

»Selbstverständlich die Prinzen aus dem Hause Bourbon.«

»Und ist es Ihnen gelungen, Georges empfohlen zu werden?«

»Seine Gnaden der Herzog von Berry waren so freundlich, mir diese Ehre zu erweisen, Herr Minister. Und General Georges hat mich für würdig befunden, an der ersten Expedition teilzunehmen, die nach Frankreich geschickt wurde, das heißt, einer der neun zu sein, die ihn begleiteten.«

»Und wer waren die Übrigen?«

»Monsieur Coster Saint-Victor, Monsieur Burban, Monsieur de Rivière, General Lajolais, ein gewisser Picot, nicht zu verwechseln mit dem Picot, der füsiliert wurde, Monsieur Bouvet de Lozier, Monsieur Damonville, ein gewisser Querelle, der gestern zum Tode veruteilt wurde, meine Wenigkeit und schließlich Georges Cadoudal.«

»Und wie sind Sie nach Frankreich gelangt?«

»Auf einer Slup unter dem Kommando von Kapitän Wright.«

»Ha!«, rief Bonaparte. »Den kenne ich, das ist der ehemalige Sekretär von Sidney Smith.«

»So ist es, General«, erwiderte Fouché.

»Es war sehr schlechtes Wetter«, fuhr der Spitzel fort, »und wir erreichten den Fuß der Klippe von Biville bei Flut und nur mit größter Mühe.«

»Wo liegt Biville?«, fragte Bonaparte.

»In der Nähe von Dieppe, General«, erwiderte Fouché.

Bonaparte entging nicht, dass der Spitzel ihm nicht unmittelbar antwortete, sondern sich mit einer für einen Mann seines Schlages außergewöhnlichen Zurückhaltung damit begnügte, sich zu verbeugen, während Fouché an seiner Stelle sprach. Diese Bescheidenheit rührte ihn.

»Wenn ich Sie etwas frage«, sagte er, »können Sie mir direkt antworten.«

Der Spitzel verbeugte sich abermals.

»Man setzte uns«, fuhr er fort, »am Fuß der Klippe von Biville ab, die an dieser Stelle ungefähr zweihundertdreißig Fuß hoch ist.«

»Und wie überwindet man so eine Klippe?«, fragte Bonaparte.

»Selbstverständlich mit einem Seil vom Umfang eines Schiffskabels! Man hält sich an dem Seil fest und stößt sich mit den Füßen an der Klippe ab, die an der betreffenden Stelle wie ein Kamin geformt ist. Hin und wieder hat das Seil Knoten, die einem das Festhalten erleichtern, manchmal sogar hölzerne Querstreben, auf denen man sich für einen Augenblick ausruhen kann wie ein Papagei auf seiner Vogelstange. Ich kletterte als Erster hinauf, gefolgt von Monsieur le Marquis de Rivière, General Lajolais, Picot, Burban, Querelle, Bouvet, Damonville, Coster Saint-Victor und zuletzt Georges Cadoudal.

Als wir etwa die Hälfte des Aufstiegs bezwungen hatten, beklagten sich mehrere über die Anstrengung. ›Ich muss euch warnen‹, sagte Georges, ›ich habe das Kabel hinter uns abgeschnitten.‹ Tatsächlich hörten wir, wie das Kabel auf die Felsbrocken am Fuß des Abhangs auftraf.

Wir hingen zwischen Himmel und Erde«, fuhr der Spitzel fort, »und konnten nicht zurück; es hieß weitersteigen, bis wir den Gipfel der Klippe erreichten. Zuletzt kamen wir ohne Zwischenfälle oben an.

Ich muss gestehen, dass mich beim Berühren festen Bodens unter den Füßen der Aufstieg, den wir soeben vollbracht hatten, mit so großem Entsetzen erfüllte, dass ich mich auf den Boden warf, denn ich befürchtete, von Schwindel ergriffen zu werden und ins Leere zu stürzen, wenn ich mich aufrichtete.

Monsieur de Rivière war von zarter Konstitution und mehr tot als lebendig; Coster Saint-Victor kletterte zu uns herauf und pfiff eine Jagdmelodie, und Cadoudal schnaufte nach erfolgtem Aufstieg laut und sagte: ›Für jemanden, der zweihundertunddreißig Pfund wiegt, ist das kein Kinderspiel. ‹

Dann schnitt Cadoudal das Kabel von dem Pfosten, um den es geschlungen gewesen war, und warf die zweite Hälfte zu der ersten hinunter. Wir wollten wissen, warum er das tat, und er antwortete, dieses Seil diene für gewöhnlich den Schmugglern und irgendein armer Teufel hätte an dem Kabel hinunterklettern können, ohne zu ahnen, dass es nur noch halb so lang war, so dass er am Ende des Seils aus hundert Fuß Höhe zerschmettert worden wäre.

Als Nächstes ahmte er den Ruf des Raben nach; man antwortete mit dem Ruf der Schleiereule, und zwei Männer erschienen. Sie waren unsere Führer.«

»Monsieur Fouché sagte, Georges habe auf der Reise von Biville nach Paris bei Stationen haltgemacht, die eigens vorbereitet worden waren. Ist Ihnen aufgefallen, um welche Stationen es sich dabei gehandelt hat?«

»Allerdings, General. Ich habe Monsieur Fouché die Liste der Stationen gegeben. Doch ich kann mich gut genug daran erinnern, dass ich sie diktieren könnte, falls das Erfordernis eintreten sollte.«

Bonaparte klingelte.

»Lassen Sie Savary rufen«, sagte er. »Er hat Dienst.«

Savary kam.

»Setzen Sie sich dorthin«, sagte Bonaparte und wies auf einen Tisch, »und schreiben Sie auf, was Monsieur Ihnen diktieren wird.«

Savary setzte sich, griff zur Feder und schrieb auf, was der Polizeispitzel ihm diktierte.

»Zuerst in etwa hundert Schritt Entfernung von der Klippe ein Seemannsheim, das dazu bestimmt ist, jene, die auf ihr Schiff oder auf Ankömmlinge warten, vor den Unbilden des Wetters zu schützen. Von dort sind wir zur ersten Station aufgebrochen, nach Guilmécourt, wo uns ein junger Mann namens Pageot de Pauly aufgenommen hat; die zweite Station ist der Bauernhof de la Potterie in der Gemeinde Saint-Rémy, geführt von dem Ehepaar Détrimont; die dritte ist in Preuseville bei einem gewissen Loizel. Gestatten Sie mir, Herr Oberst«, sagte der Polizeispitzel mit seiner gewohnten Höflichkeit, »Sie darauf aufmerksam zu machen, dass sich hier der Weg in drei unterschiedliche Routen verzweigt, die alle drei nach Paris führen. Auf dem am weitesten links verlaufenden Weg ist die vierte Station Aumale, bei einem gewissen Monnier, die fünfte Feuquières bei einem gewissen Colliaux, die sechste Monceau bei Leclerc, die siebte Auteuil bei Rigaud, die achte Saint-Lubin bei Massignon und die neunte Saint-Leu-Taverny bei Lamotte.

Wenn wir jetzt der mittleren Route folgen, ist die vierte Station in Gaillefontaine bei der Witwe Le Seur, die fünfte in Saint-Clair bei Sachez, die sechste in Gournay bei der Witwe Cacqueray. Und die vierte Station der rechts verlaufenden Route ist in Roncherolles bei Familie Gambu, die fünfte in Saint-Crespin bei Bertengels, die sechste in Étrépagny bei Damonville, die siebte in Vauréal bei Bouvet de Lozier und die achte in Eaubonne bei einem gewissen Hyvonnet. Das war alles.«

»Savary, bewahren Sie diese Liste sorgfältig auf«, sagte der Erste Konsul, »sie wird uns noch von Nutzen sein. Wohlan, Régnier, was sagen Sie dazu?«

»Meiner Treu, dass meine Spitzel Dummköpfe sind oder aber Monsieur ein überaus gewandter Spitzbube ist.«

»Von Ihnen, Herr Minister«, sagte der Spitzel mit einer Verbeugung, »wäre das, was Sie sagten, höchstes Lob; doch ich bin kein Spitzbube, sondern nur ein Mensch mit etwas ausgeprägterem Scharfsinn, als andere ihn besitzen, und mit besonders großem Vermögen, mich zu verwandeln.«

Bonaparte fragte: »Und was war mit Georges, seit er in Paris ist?«

»Ich habe ihn in die drei oder vier Häuser begleitet, in denen er seitdem gewohnt hat. Zuerst hat er in der Rue de la Ferme eine Wohnung genommen, dann ist er in die Rue du Bac umgezogen, wo er Querelle empfing, der verhaftet wurde, als er das Haus verließ; und heute wohnt er unter dem Namen Larive in der Rue de Chaillot.«

»Aber wenn Sie das alles gewusst haben, Monsieur, und seit so Langem...«, sagte Régnier zu Fouché.

»Seit zwei Monaten«, erwiderte dieser.

»Aber warum haben Sie ihn dann nicht festnehmen lassen?«

Fouché brach in Gelächter aus. »Oh! Verzeihen Sie, Herr Justizminister«, sagte er, »aber solange ich nicht selbst unter Anklage gestellt werde, habe ich nicht die Absicht, Ihnen meine Berufsgeheimnisse zu verraten. Und das eben erwähnte Geheimnis will ich für General Bonaparte aufbewahren.«

1 ... 77 78 79 80 81 82 83 84 85 ... 298
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)