Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04
- Автор: Мартин Джордж Рэймонд Ричард
- Серия: Das Lied von Eis und Feuer #2
- Год: 2000
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Helweg
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Saat des goldenen Löwen. Das Lied von Eis und Feuer 04». Краткое содержание книги:
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Er nahm Wex, den Freyjungen und Gynir Rotnase mit, um die Suche bachaufwärts fortzusetzen. Er und Wex ritten auf einer Seite des Baches, Rotnase und Walder Frey auf der anderen, jeder mit zwei Hunden. Die Wölfe konnten schließlich das Wasser auf beiden Seiten verlassen haben. Theon hielt nach Spuren Ausschau, Fußabdrücken, abgebrochenen Zweigen, nach allem, was darauf hindeuten konnte, wo die Schattenwölfe aus dem Wasser gekommen waren. Schnell entdeckte er die Spuren von Hirschen, Elchen und einem Dachs. Wex überraschte eine Füchsin, die am Bach trank, und Walder scheuchte drei Kaninchen aus dem Unterholz auf und erwischte eins sogar mit einem Pfeil. An einer hohen Birke sahen sie die Kratzspuren eines Bären. Nur von den Schattenwölfen fanden sie keine Spur.
Noch ein wenig weiter, sagte sich Theon. An der Eiche vorbei, über die Erhebung, bis zur nächsten Biegung des Baches, dort werden wir etwas finden. Er ritt noch lange weiter, nachdem ihm klar geworden war, dass er eigentlich umkehren sollte; ein nagendes Gefühl der Furcht machte sich in seinem Bauch breit. Es war bereits Mittag, als er aufgab und Lächler wendete.
Irgendwie waren Osha und diese erbärmlichen Bengel ihm entkommen. Es hätte nicht möglich sein sollen, nicht zu Fuß, nicht ein Krüppel und ein kleiner Junge. Mit jeder Stunde, die verstrich, erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen die Flucht gelungen war. Wenn sie ein Dorf erreichen … Die Menschen des Nordens würden Ned Starks Söhnen, Robbs Brüdern, nichts verweigern. Sie würden Pferde bekommen und Vorräte. Die Männer würden sich um die Ehre streiten, sie zu beschützen. Der ganze verdammte Norden würde sich um sie scharen.
Die Wölfe sind bachabwärts gelaufen, das wird es sein. Er klammerte sich an diese Hoffnung. Die rote Hündin wird die Stelle finden, wo sie aus dem Wasser gekommen sind, und wir werden sie weiterverfolgen.
Doch als er auf Farlens Gruppe stieß, genügte ein Blick in das Gesicht des Hundemeisters, um Theons Hoffnungen zu begraben. »Diese Hunde taugen doch höchstens als Köder für Bärenkämpfe«, sagte er verärgert. »Ich wünschte, ich hätte einen Bären.«
»Die Hunde haben keine Schuld.« Farlen kniete zwischen einem Mastiff und seiner geliebten roten Hündin, und hielt beide mit den Händen fest. »Fließendes Wasser behält keine Witterung, M’lord.«
»Die Wölfe müssen doch irgendwo aus dem Wasser gekommen sein.«
»Ohne Zweifel. In einer der beiden Richtungen. Wir können weiter nach der Stelle suchen, doch wo?«
»Ich habe noch nie einen Wolf gesehen, der meilenweit durch einen Bach läuft«, sagte Stinker. »Ein Mensch, vielleicht. Wenn er wüsste, dass er verfolgt wird. Aber ein Wolf?«
Das verwunderte Theon nicht so sehr. Diese Tiere waren nicht wie andere Wölfe. Ich hätte den verdammten Biestern das Fell abziehen sollen.
Auch Gariss, Murch und Aggar hatten keine anderen Ergebnisse vorzuweisen. Die Jäger waren den halben Weg bis Winterfell zurückgegangen, ohne irgendwelche Spuren zu finden, wo die Starks mit ihren Helfern sich von den Schattenwölfen getrennt hatten. Farlens Hunde wirkten ebenso niedergeschlagen wie ihr Herr, sie schnüffelten vergeblich an Bäumen herum und schnappten gereizt nacheinander.
Theon wagte nicht, seine Niederlage einzugestehen. »Wir kehren zum Bach zurück. Dort sucht ihr noch einmal. Diesmal gehen wir so weit, wie wir müssen.«
»Wir werden sie nicht finden«, sagte der Freyjunge plötzlich. »Nicht solange die Froschfresser bei ihnen sind. Schlammmenschen sind Schleicher, sie kämpfen nicht wie anständige Männer, sie lauern ihrem Feind auf und schießen mit vergifteten Pfeilen. Ihr werdet sie nicht bemerken, aber sie sehen Euch. Wer ihnen in die Sümpfe folgt, verirrt sich und kommt niemals wieder heraus. Ihre Häuser bewegen sich, sogar Burgen wie Grauwasser Wacht.« Er musterte nervös das Grün, das sie auf allen Seiten umgab. »Vielleicht sind sie jetzt hier draußen und belauschen uns.«
Farlen lachte, um zu zeigen, was er von diesem Gerede hielt. »Meine Hunde würden sie sofort in den Büschen wittern. Sie hätten sie gestellt, ehe du furzen könntest, Junge.«
»Froschfresser riechen nicht wie Menschen«, beharrte Frey. »Sie stinken nach Sumpf, wie Frösche und Bäume und brackiges Wasser. Unter ihren Achseln wächst Moos an Stelle von Haar, und sie können nur von Schlamm und Sumpfwasser leben.«
Theon wollte ihm schon sagen, was er mit seinen Ammenmärchen tun könnte, als Maester Luwin das Wort ergriff. »In der Geschichtsschreibung heißt es, die Pfahlbaumenschen seien den Kindern des Waldes sehr nahe gekommen, als die Grünseher versuchten, den Hammer des Wassers auf die Eng hinunterzubringen. Vielleicht verfügen sie über ihr geheimes Wissen.«
Plötzlich schien es im Wald um einiges dunkler zu sein, als hätte sich eine Wolke vor die Sonne geschoben. Wenn ein Junge Unfug redete, war das eine Sache, doch von Maestern erwartete man eigentlich Weisheit. »Die einzigen Kinder, die mich interessieren, sind Bran und Rickon«, sagte Theon. »Zurück zum Bach. Sofort.«
Einen Augenblick dachte er, sie würden ihm den Gehorsam verweigern, doch am Ende setzte sich alte Gewohnheit durch. Sie folgten zwar unwillig, doch sie kamen mit. Der Freyjunge war genauso nervös wie das Kaninchen, das er zuvor erlegt hatte. Theon teilte die Männer für beide Ufer ein und folgte der Strömung. Meilenweit ritten sie langsam und vorsichtig, stiegen ab, um die Pferde über trügerische Stellen zu führen, und ließen die Hunde, für Theon jetzt die Bärenköder, an jedem Busch schnüffeln. Wo ein umgefallener Baum den Bach staute, mussten sie einen tiefgrünen Teich umgehen, doch falls die Schattenwölfe das Gleiche getan hatten, ließ sich kein Beweis dafür finden. Die Biester waren geschwommen, schien es. Wenn ich sie erwische, können sie schwimmen, so lange sie wollen. Ich werde sie beide dem Ertrunkenen Gott opfern.
Schließlich wurde es dunkel im Wald, und Theon Graufreud wusste, dass er geschlagen war. Entweder kannten die Pfahlbaumenschen tatsächlich die Magie der Kinder des Waldes, oder Osha hatte sie mit einem Wildlingstrick getäuscht. Er drängte sich durch die Dämmerung weiter, dann jedoch, im letzten Tageslicht fasste Joseth sich endlich ein Herz und wandte sich an ihn: »Das ist nutzlos, Mylord. Die Pferde werden sich nur die Beine brechen.«
»Joseth hat Recht«, stimmte Maester Luwin zu. »Bei Fackellicht durch die Wälder zu streifen, wird uns nicht helfen. «
Theon kam die Galle hoch, und in seinem Magen schienen sich Schlangen zu winden und nacheinander zu schnappen. Wenn er mit leeren Händen nach Winterfell zurückkehrte, konnte er genauso gut das Narrenkostüm anlegen; der ganze Norden würde über ihn lachen. Und wenn mein Vater das erfährt oder Asha …
»Mylord Prinz.« Stinker drängte sein Pferd heran. »Es könnte sein, dass die Starks niemals hier entlanggekommen sind. Ich an ihrer Stelle wäre nach Norden und Osten gezogen. Zu den Umbers. Das sind treue Starkmänner, ganz gewiss. Bloß, bis zu ihrem Land ist es ein weiter Weg. Die Jungen werden an einem Ort Schutz suchen, der näher liegt. Vielleicht weiß ich, wo.«
Theon blickte ihn misstrauisch an. »Sag schon.«
»Kennt Ihr die alte Mühle, die so einsam am Ahornwasser steht? Wir haben dort angehalten, als man mich nach Winterfell verschleppt hat. Die Müllerin hat uns Stroh für die Pferde verkauft, während der alte Ritter mit ihren Kindern herumgeschäkert hat. Vielleicht verstecken sich die Starks dort.«
Die Mühle kannte Theon. Er hatte ein oder zwei Mal mit der Müllerin angebandelt. Weder die Mühle noch die Frau waren etwas Besonderes. »Warum dort? Es gibt ein Dutzend Festen und Dörfer, die genauso nah sind.«