Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
El Silbador - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

El Silbador

Электронная книга - «El Silbador». Краткое содержание книги:

In Spanien nennt man ihn El Silbador — der Pfeifer, denn Michel Baum beherrscht die Kunst des Pfeifens vollendet. Nicht selten verdankt er dieser Kunst Rettung aus Not und Gefahr. Unbändiger Freiheitsdrang ist es, der ihm das Leben in der geknechteten Heimat unerträglich macht; unbändiger Freiheitsdrang treibt ihn von Abenteuer zu Abenteuer. Eine Schar ungleicher Gefährten, darunter die zwielichtige Gräfin Marina und der treue Riese Ojo, sammeln sich um ihn.
In buntbewegten Szenen wird die Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts gegenwärtig.
1 ... 73 74 75 76 77 78 79 80 81 ... 83
Перейти на страницу:

Der Offizier zitterte vor Angst und berichtete, daß die Wachen ihren Posten verlassen hatten. Hussejn befahl Alarm. Plötzlich stürzte er hinüber in die Räume seines Herrn. Die Flinte, mit der man ununterbrochen schießen konnte, war verschwunden!

Er stürmte weiter. Kurz bevor er die Tür erreichte, verhielt er den Schritt. Irgendwo stöhnte hier jemand. Er horchte. Das Geräusch kam von einem Diwan her.

Er sprang hin und fand darunter den gefesselten Neger. Nachdem er ihn befreit, berichtete der Schwarze in hastigen Worten, was sich ereignet hatte.

Stundenlang durchstreiften die Wachen alle Straßen der Stadt und fahndeten nach den Flüchtlingen. Doch alles war vergeblich.

Schon sank der Abend hernieder, und es wurde Zeit zum Gebet.

Hussejn ging in seinem Schlafsaal auf und ab. Noch immer hatte er keine günstige Nachricht erhalten. Der Teufel mochte wissen, wo diese Hundesöhne geblieben waren. Sie schienen spurlos vom Erdboden verschwunden zu sein.

Das Abendgebet war vorüber, als sich ein Mann bei Hussejn melden ließ. Es war — Abdallah, der Zweite Offizier, den Michel und seine Freunde ebenfalls befreit hatten. »Was bietest du mir, Sayd, wenn ich dir sage, wo du die Entflohenen fangen kannst?« »Was willst du?«

»Lege beim Daj ein Wort für mich ein, daß ich Kapitän der »Medina« werden darf.« Hussejn nickte. Er hätte dem Verräter auch einen Palast versprochen. Abdallah berichtete nun von seiner Befreiung, die er nur zum Schein angenommen habe. »Ha, bei Allah, auf dem Schiff also sind sie, die räudigen Schweine! Ich werde sie züchtigen, wenn wir sie wieder eingefangen haben.«

Abdallah nickte.

»Dann mußt du dich beeilen, Sayd, sie wollen bereits heute nacht in See gehen.« — »Abdallah! Abdallah! — — Verflucht, wo steckt der Kerl!« schimpfte Abu Hanufa. »Abdallaaaahhh!« Keine Antwort.

Abu Hanufa wandte sich an Michel und seine Freunde.

»Hast du ihn nicht gesehen? Irgendwo muß er doch sein. Verdammt, wir wollen jetzt in See gehen. Dazu brauche ich jeden Mann, weil nur die Hälfte der Mannschaft wiedergekommen ist. Diese Hunde, diese Faulpelze, diese Landstreicher!«

Michel kniff die Augen zusammen, als Deste ihm die Worte des Kapitäns übersetzt hatte. »Fort, sagst du, ist Abdallah? Hast du schon deinen Steuermann nach ihm gefragt?« Hanufa schüttelte den Kopf und rief Ibn Kuteiba.

Der erschrak sichtlich, als er von dem Verschwinden des Zweiten Offiziers vernahm, »Verrat!« schrie er plötzlich. »Ich sage euch, er wird zum Wesir gegangen sein, um uns ans Messer zu liefern! Laß die Anker lichten, Sayd, wir dürfen keine Sekunde zögern!« Abu Hanufa entgegnete besorgt:

»Abul Mahasin ist nicht hier. So haben wir überhaupt keinen Offizier. Das bedeutet nicht nur schweres Arbeiten, sondern wird auch Mißtrauen in die Herzen der Matrosen senken!« Michel hatte die ganze Zeit dabeigestanden. Ibn Kuteiba tibersetzte mit fliegender Hast. »Wir müssen fort!« rief Michel und packte sein Gewehr fester. »Gebt Befehl, daß die Anker gelichtet werden. Laßt Segel setzen!«

Deste und Ojo, Jardin und Kapitän Porquez waren plötzlich da.

»Übernehmt die Stelle des Ersten Offiziers, Deste!« sagte Michel. »Sonst liegen wir morgen früh noch hier.«Deste nickte. Als er die Vermutungen, die über Abdallah laut geworden waren, vernommen hatte, bildete sich eine steile Falte auf seiner Stirn. »Anker lichten! — Auf die Wanten! — Setzt alle Segel!«

Die Matrosen zögerten erst einen Augenblick. Aber dann kletterten sie eilig auf die Wanten, und die Segel rollten von den Rahen.

Über den weißen Segeln der »Trueno« wehte die schwarze, goldumstickte Samtflagge, auf der zwei Hände abgebildet waren, von denen die eine nach einem Schiffe griff, die andere einen Frauenkopf streichelte.

Man hatte diese Flagge bereits fürchten gelernt in den Gewässern des Atlantischen Ozeans, nachdem sie vor knapp einem Vierteljahr zum erstenmal in Erscheinung getreten war. Niemand hielt es für ratsam, den Weg des Schiffes zu kreuzen, an dessen Mast sie im Winde knatterte. Vier Schiffe Seiner Majestät, des Königs von England, waren bereits gekapert worden, seit Marina, die sich jetzt Gräfin de Andalusia nannte, das Kommando auf der »Trueno« führte. Die Kisten und Truhen in der Kapitänskajüte füllten sich mit Gold und kostbaren Edelsteinen. Herrliche Gewänder konnte Marina jetzt tragen, Kleider, die aus den Werkstätten der ersten Pariser Modeschöpfer stammten und für die Frauen der hohen britischen Offiziere in den Kolonien bestimmt waren.

Don Escamillo de Fuentes, den die Gräfin wieder in sein Amt als Erster Offizier eingesetzt hatte, näherte sich langsam der vollständigen Genesung. Der Stumpf seines rechten Arms war gut verheilt, und auch die Wunde des Oberschenkelschusses hatte sich geschlossen. Stundenlang übte er in seiner Kabine die Fechtkunst mit der linken Hand. Und jedesmal, wenn seine Klinge durch die Luft zischte, stieß er Verwünschungen gegen den Silbador aus, dem er seine Verkrüppelung zu verdanken hatte.

»Einmal wirst du mir vor die Klinge kommen, du pfeifender Halunke«, murmelte er vor sich hin und machte einen Ausfall nach rechts. »Dann werde ich dich in Stücke hauen!« Er hieb eine Prim, eine Quart und eine dicht darauf folgende Terz in die Luft.

»Ich bewundere Euern Eifer, Don Escamillo«, sagte eine lachende Stimme von der Tür her. Der Fechter fuhr herum, ließ den Degen sinken und machte eine elegante Verbeugung. »Was verschafft mir die Ehre, Dona Marina?«

Die Gräfin wiegte sich leicht in den Hüften und machte ein paar schnelle Schritte durch die Kabine.

»Nichts Besonderes«, antwortete sie. »Ist es nicht selbstverständlich, daß ich mich hin und wieder nach dem Befinden der Männer erkundige, die sich meinetwegen verwunden ließen?« Escamillo senkte in höflicher Zustimmung den Kopf.

»Ich sehe«, fuhr die Kapitänin fort, »daß Ihr den Degen wieder ganz gut zu handhaben versteht, Senor. Es freut mich, daß meine Offiziere sich nicht durch eine abgeschlagene Hand an der Übung des Waffenhandwerks hindern lassen.«

Escamillo hielt den Kopf noch immer gesenkt. Die letzte Bemerkung der Senorita Capitan von Gnaden einer Bande von Meuterern drängte ihm eine weniger galante Erwiderung auf die Zunge, die er aber zum Glück herunterschluckte, ehe sie ausgesprochen war.

Was bildete sich dieses verrückte Frauenzimmer ein? Waren ihre anerkennenden Worte nicht zugleich eine Mahnung? Versuchte sie, auf schmeichelhafte Art und Weise anzudeuten, daß sie das Waffenspiel für eine Selbstverständlichkeit hielt? Und was hieß das überhaupt —»Männer, die sich meinetwegen verwunden ließen«?

Escamillo war weit davon entfernt, Marina als wirklichen Kapitän und Befehlshaber des Schiffes anzuerkennen. Im Gegenteil, er trug sich sogar mit dem Gedanken, das Schiff durch irgendein Mittel in seine Gewalt zu bekommen, nach einer der Antillen zu segeln und es dort dem Piratengericht zu überlassen, bis es seinem Eigentümer zurückgegeben werden konnte. Das hieß zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Kapitän Porquez würde ihn mit Sicherheit wieder aufnehmen, wenn er hörte, wem er die Rettung seiner »Trueno« zu verdanken hatte. Escamillo aber würde von diesem Tage an außerdem den Ruf eines »ehrbaren« Piratenoffiziers genießen und jederzeit und überall Heuer finden. Meuterer liebte man auch in Seeräuberkreisen ebenso wenig wie bei der übrigen »christlichen Seefahrt«.

1 ... 73 74 75 76 77 78 79 80 81 ... 83
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)