Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]
Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
1 ... 70 71 72 73 74 75 76 77 78 ... 175
Перейти на страницу:

»Es gibt Wölfe in diesem Wald«, sagte Agnes. »Gawyn tötete einen.«

Kivrin hörte sie kaum. Sie beobachtete Pater Roche, der neben seinem Esel ging, und suchte sich der Nacht zu erinnern, als er sie zum Herrenhaus gebracht hatte. Rosemund hatte gesagt, Gawyn sei ihm unterwegs begegnet, und er habe Gawyn geholfen, sie den Rest des Weges zum Gutshof zu bringen, aber das konnte nicht richtig sein.

Er hatte sich über sie gebeugt, als sie am Boden gesessen hatte, gegen das Wagenrad gelehnt. Er hatte etwas zu ihr gesagt, was sie nicht verstanden hatte, und sie hatte gesagt, er möge Mr. Dunworthy sagen, daß er kommen und sie holen solle.

»Rosemund reitet nicht, wie es sich für ein Mädchen geziemt«, sagte Agnes affektiert. Ihre Schwester war vorausgeritten und wartete in einer Wegbiegung, beinahe außer Sicht, daß sie nachkämen.

Kivrin rief sie, und Rosemund kam im Galopp zurück, streifte beinahe den Esel und zügelte ihr Pferd.

»Können wir nicht schneller gehen?« fragte sie, wendete das Pferd und ritt wieder nach vorn. »Wir werden niemals fertig, bevor es zu regnen anfängt.«

Sie ritten jetzt durch dichten Wald. Die Straße war kaum breiter als ein Saumpfad; von beiden Seiten hingen die Zweige der Sträucher über die ausgefahrenen Wagengleise. Kivrin sah sich um und betrachtete die Bäume, um zu sehen, ob sie Erinnerungen in ihr wachriefen. Sie passierten ein Weidendickicht, aber es säumte die Ufer eines Wasserlaufes, der in ihrer Erinnerung nicht vorkam.

Auf der anderen Seite des Weges stand ein mächtiger Bergahorn auf einer kleinen, offenen Fläche. In seinen Zweigen hatten sich Misteln angesiedelt. Ein Stück weiter stand eine Reihe von Eisbeerbäumen in so gleichmäßigen Abständen, daß sie hätten gepflanzt sein können. Auch an diese konnte sie sich nicht erinnern.

Der Dorfpfarrer und Gawyn hatten sie auf diesem Weg ins Dorf gebracht, aber nichts half ihrer Erinnerung auf, nichts sah vertraut aus. Es war zu dunkel und sie war zu krank gewesen.

Alles, an was sie sich wirklich erinnerte, war der Absetzort, obwohl ihm die gleiche verschwommene, unwirkliche Qualität eigen war wie dem Ritt zum Gutshof. Es war eine kleine Lichtung gewesen, mit einer oder zwei großen Eichen am Rand und einem Weidendickicht. Und Pater Roches Gesicht hatte sich über sie gebeugt.

Er mußte mit Gawyn dagewesen sein, als er sie fand, oder Gawyn hatte ihn zum Absetzort gebracht. Und auf dem Weg ins Dorf war sie bei der Weggabelung vom Pferd gefallen.

Bis jetzt waren sie an keine Weggabelung gekommen. Nicht einmal Fußpfade waren von diesem Fahrweg abgezweigt, obwohl es welche geben mußte, die von einem Dorf zum anderen und zu abseits gelegenen Feldern und Weiden führten.

Sie erreichten den Rücken eines niedrigen Hügels, und Pater Roche blickte zurück, um zu sehen, ob sie folgten. Er wußte, wo der Absetzort war. Kivrin hatte gehofft, daß er eine Vorstellung davon habe, daß Gawyn ihm die Stelle beschrieben habe, aber das war überflüssig gewesen. Pater Roche wußte, wo der Absetzort war. Er war selbst dort gewesen.

Agnes und Kivrin erreichten die Anhöhe, aber alles was sie sehen konnte, waren Bäume, und mehr Bäume in der Talsenke darunter. Sie mußten im Wald von Wychwood sein, aber wenn es sich so verhielt, gab es mehr als hundert Quadratkilometer, in denen der Absetzort verborgen sein konnte. Auf eigene Faust würde sie ihn niemals finden. Das Unterholz war so dicht, daß man kaum zehn Meter weit sehen konnte, obwohl alles kahl war und der Schnee nicht allzu dick auf den Zweigen lag.

Kivrin war erstaunt über die Dichte des Waldes, als sie die andere Seite des Hügels hinabritten. Nirgendwo gab es einen Pfad, und wenn es Lichtungen zwischen den Bäumen gab, waren sie angefüllt mit gefallenen Ästen und undurchdringlichem Buschdickicht und Schnee.

Daß sie nichts wiedererkannte, war nicht ganz richtig — sie kannte diesen Wald. Es war der Wald, wo Schneewittchen sich verlaufen hatte, und Hänsel und Gretel, und all die Prinzen. Es gab Wölfe darin, und Bären, und vielleicht sogar Hexenhäuschen, denn das Mittelalter war schließlich die Zeit, in der all diese Märchengeschichten ihren Ursprung hatten. Und kein Wunder: jeder konnte sich hier verlaufen.

Roche hielt an und stand neben seinem Esel, während Rosemund im Trab zu ihm zurückkam und Kivrin und Agnes ihn einholten. Kivrin fragte sich schon, ob er sich verlaufen habe, aber sobald sie bei ihm waren, brach er seitwärts durch das Gesträuch und kam auf einen noch schmaleren Pfad, der von der Straße nicht sichtbar war.

Rosemund konnte Pater Roche und seinen Esel nicht überholen, ohne sie beiseite zu stoßen, aber sie folgte dichtauf, daß ihr Pferd dem Esel beinahe auf die Hinterhufe trat, und Kivrin überlegte wieder, was sie so unruhig und reizbar machte. Frau Imeyne hatte gesagt, daß Sir Bloet viele mächtige Freunde habe, hatte ihn einen Verbündeten genannt, doch fragte sich Kivrin, ob er wirklich einer war, oder ob Rosemunds Vater ihr etwas über ihn verraten hatte, was ihr die Aussicht auf seinen Besuch in Ashencote vergälte.

Sie zogen ein Stück den Pfad entlang, vorbei an einem Weidendickicht, das dem beim Absetzort ähnelte, und verließen dann den ausgetretenen Weg. Sie arbeiteten sich durch ein Kieferngehölz und kamen bei einer Stechpalme heraus.

Kivrin hatte Stechpalmensträucher erwartet, ungefähr wie die in den Anlagen um den Hof des Brasenose College, aber dies war ein Baum. Er ragte mindestens zehn oder zwölf Meter hoch, breitete seine Äste zwischen den Kiefernstämmen aus und hatte eine Menge leuchtend roter Beeren zwischen den Massen glänzender Blätter.

Pater Roche nahm die Säcke vom Rücken des Esels. Agnes versuchte ihm zu helfen. Rosemund zog ein kurzes Messer mit breiter Klinge aus dem Gürtel und hackte damit auf die unteren Zweige mit ihren stachligen Blättern ein.

Kivrin watete durch den Schnee zur anderen Seite des Baumes. Sie hatte dort etwas gesehen, was das Birkengehölz sein mochte, aber es war nur ein Ast, halb herabgefallen und zwischen zwei Bäumen verklemmt, mit Schnee bedeckt.

Agnes erschien, und hinter ihr kam Roche mit einem gefährlich aussehenden Dolch. Kivrin hatte gedacht, daß das Wissen, wer er war, eine Verwandlung bewirken würde, aber er sah noch immer wie ein Halsabschneider aus.

Er gab Agnes einen der grob gewebten Säcke. »So mußt du den Sack offenhalten«, sagte er und bückte sich, um ihr zu zeigen, wie der Rand des Sackes zurückgefaltet werden sollte. »Dann kann ich die Zweige gut hineinstecken.« Er begann sie abzuhauen, ohne sich um die stachligen Blätter zu kümmern. Kivrin sammelte die Zweige auf und tat sie vorsichtig in den Sack, damit die steifen Blätter nicht brachen.

»Pater Roche«, sagte sie, »ich wollte Euch danken, daß Ihr mir geholfen habt, als ich krank lag, und daß Ihr mich zum Gutshof brachtet, als ich…«

»Als Ihr gefallen wart«, sagte er, ohne seine Arbeit zu unterbrechen.

Sie hatte sagen wollen: »Als ich von Räubern überfallen wurde«, und seine Erwiderung überraschte sie. Es war ihr nicht klar, wie er es meinte, aber mit Spekulationen kam sie nicht weiter.

»Kennt Ihr die Stelle, wo Gawyn mich fand?« fragte sie und hielt den Atem an.

»Freilich«, sagte er, ohne sich umzuwenden.

Ihre Erleichterung war so groß, daß sie sich plötzlich schwach fühlte. Er wußte, wo der Absetzort war. »Ist es weit von hier?«

»Nein.« Er brach einen angeschnittenen Zweig ab.

»Würdet Ihr mich hinführen?«

»Warum willst du hingehen?« fragte Agnes. Sie breitete die Arme weit aus, um den Sack aufzuhalten. »Was machst du, wenn die bösen Männer noch dort sind?«

Pater Roche sah sie an, als beschäftigte ihn die gleiche Überlegung.

»Ich dachte, daß ich mich vielleicht erinnern könnte, wer ich bin und woher ich kam, wenn ich die Stelle sehe.«

Er gab ihr den Zweig und hielt ihn so, daß sie ihn nehmen konnte, ohne gestochen zu werden. »Ich werde Euch hinführen«, sagte er.

1 ... 70 71 72 73 74 75 76 77 78 ... 175
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)