Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]
Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
1 ... 68 69 70 71 72 73 74 75 76 ... 175
Перейти на страницу:

Die Kerze stand zwischen den plump behauenen Füßen der Statue. Gesicht und Haar der heiligen Katharina, beide in primitiv stilisierter Steinmetzarbeit, waren im Schatten und ragten schützend über die kleine Gestalt, die ein Mädchen darstellen sollte. Sie kniete nieder und hob die Kerze auf. Sie war gerade entzündet worden. Die Flamme hatte noch nicht einmal Zeit gehabt, den Talg um den Docht zu schmelzen.

Kivrin blickte durch das Kirchenschiff. Wenn sie die Kerzen vor sich hielt, konnte sie nichts sehen. Der Lichtschein erhellte den Boden und St. Katharinas kastenartiges Kopftuch und ließ den Rest der Kirche um so dunkler erscheinen.

Sie ging ein paar Schritte durch das Kirchenschiff, die Kerze in der Hand. »Pater Roche?«

Es war völlig still in der Kirche, genauso still wie es an jenem Abend ihrer Ankunft im Wald gewesen war. Zu still, als ob jemand da wäre, neben dem Sarkophag oder hinter einer der Säulen stand und wartete.

»Pater Roche?« rief sie mit klarer Stimme. »Seid Ihr da?«

Keine Antwort, nur diese lautlose, wartende Stille. Es war niemand im Wald gewesen, sagte sie sich und ging ein paar Schritte ins tiefe Halbdunkel. Niemand war neben dem Sarkophag. Imeynes Gemahl lag mit auf der Brust gefalteten Händen, das Schwert an der Seite, friedlich und stumm. Auch bei der Tür war niemand. Sie konnte sie jetzt trotz des blendenden Scheins der Kerze sehen. Niemand stand dort.

Dennoch pochte ihr das Blut dumpf in den Schläfen, wie es das im Wald getan hatte, so laut, daß es das Geräusch von Schritten, von Atemzügen übertönen konnte. Sie fuhr herum, daß die Kerze eine feurige Spur durch die Luft zog.

Er war direkt hinter ihr. Die Kerze ging beinahe aus.

Die Flamme flackerte, dann beruhigte sie sich und beleuchtete sein Halsabschneidergericht von unten, wie es die Laterne getan hatte.

»Was willst du?« sagte Kivrin, so atemlos, daß beinahe kein Ton herauskam. »Wie bist du hier hereingekommen?«

Der Halsabschneider antwortete ihr nicht. Er starrte sie einfach an, genauso wie er es auf der Lichtung getan hatte. Ich hatte ihn nicht geträumt, dachte sie angsterfüllt.

Er war dort. Er hatte vorgehabt — was vorgehabt? Sie zu berauben? Zu vergewaltigen? Gawyns Erscheinen hatte ihn verjagt.

Sie trat einen Schritt zurück. »Ich sagte, was willst du? Wer bist du?«

Sie hörte ihre Stimme in dem kalten steinernen Raum widerhallen, und es kam ihr so vor, als sei der Dolmetscher ausgefallen. Sie zwang sich, langsamer zu sprechen und hörte ihre Stimme sagen: »Wasse weltu vone mier?«

Er streckte die Hand nach ihr aus, eine riesige Hand, schmutzig und gerötet, eines Halbsabschneiders Hand, als wollte er ihr kurzgeschnittenes Haar berühren.

»Geh weg!« sagte sie, wich wieder zurück und stieß gegen den Sarkophag. Die Kerze ging aus. »Ich weiß nicht, wer du bist oder was du willst.« Er wollte sie berauben, umbringen, und wo war der Pfarrer? »Pater Roche!« rief sie verzweifelt. »Pater Roche!«

An der Tür entstand ein Geräusch, ein Schlagen, und dann das Kratzen von Holz auf Stein, und Agnes stieß die Tür auf. »Da bist du ja!« rief sie fröhlich. »Ich habe dich überall gesucht.«

Der Halsabschneider blickte zur Tür.

»Agnes!« rief Kivrin. »Lauf!«

Das kleine Mädchen erstarrte, die Hand noch an der schweren Plankentür.

»Lauf weg von hier!« rief Kivrin.

Der Halsabschneider trat wieder einen Schritt auf sie zu. Sie wich gegen den Sarkophag zurück.

»Renne! Fliehe, Agnes!« rief sie, und dann schlug die Tür zu, und Kivrin rannte durch den Mittelgang und hinter ihr zur Tür hinaus, ließ unterwegs irgendwo die Kerze fallen.

Agnes war beinahe an der Friedhofspforte, blieb aber stehen, sobald Kivrin herauskam und zu ihr lief.

»Nein!« rief Kivrin und winkte sie weiter. »Lauf!«

»Ist es ein Wolf?« fragte Agnes mit großen Augen.

Es war keine Zeit für Erklärungen. Die Männer, die Holz gehackt hatten, waren verschwunden. Sie nahm Agnes auf die Arme und lief mit ihr zu den Pferden. »Es war ein böser Mann in der Kirche!« schnaufte sie, als sie Agnes aufs Pferd setzte.

»Ein böser Mann?« fragte Agnes. Sie achtete nicht auf die Zügel, die Kivrin ihr hinhielt. »War es einer von denen, die dich im Wald überfielen?«

»Ja«, sagte Kivrin. Mit fliegenden Fingern band sie die Zügel ihres Pferdes los. »Du mußt zum Gutshof zurückreiten, so schnell du kannst. Halte nicht an.«

»Ich habe ihn nicht gesehen«, sagte Agnes.

Das war gut möglich. Als sie von draußen hereingekommen war, konnte sie im düsteren Innenraum zuerst nichts gesehen haben.

»War es der Mann, der deine Sachen gestohlen und dir den Kopf aufgeschlagen hatte?«

»Ja«, sagte Kivrin. Sie nahm die Zügel und bemühte sich, den Knoten aufzuziehen.

»War der böse Mann im Grab versteckt?«

»Was?« sagte Kivrin. Sie konnte das steife Leder nicht aufknoten. Ängstlich blickte sie zurück zur Kirchentür.

»Ich sah dich und Pater Roche beim Grab. War der böse Mann in Großvaters Grab versteckt?«

16

Pater Roche!

Der steife Knoten ging plötzlich auf. »Pater Roche?«

»Ich ging in den Glockenturm, aber er war nicht dort. Er war in der Kirche«, sagte Agnes. »Warum war der böse Mann in Großvaters Grab versteckt, Kivrin?«

Pater Roche. Aber das konnte nicht sein. Pater Roche hatte ihr die letzte Ölung gegeben. Er hatte ihr die Schläfen und die Hände gesalbt.

»Wird der böse Mann Pater Roche überfallen?« fragte Agnes.

Er konnte nicht Pater Roche sein. Pater Roche hatte ihre Hand gehalten. Er hatte ihr gesagt, sich nicht zu fürchten. Sie suchte sich das Gesicht des Pfarrers ins Gedächtnis zurückzurufen. Er hatte sich über sie gebeugt und sie nach ihrem Namen gefragt, aber sie hatte sein Gesicht wegen des Rauches und der schlechten Beleuchtung nicht sehen können.

Und während er ihr das Sterbesakrament gegeben hatte, hatte sie den Halsabschneider gesehen, sie hatte sich gefürchtet, weil sie ihn ins Zimmer gelassen hatten, hatte versucht, sich ihm zu entziehen. Aber es war überhaupt kein Halsabschneider gewesen, sondern Pater Roche.

»Kommt der böse Mann?« fragte Agnes mit einem furchtsamen Blick zur Kirchentür.

Es ergab alles einen Sinn. Der Halbsabschneider über sie gebeugt auf der Lichtung. Der Halsabschneider, der sie aufs Pferd gehoben hatte. Für sie war es eine Vision aus ihrem Fiebertraum gewesen, aber ihr Gedächtnis hatte nicht getrogen. Es war Pater Roche gewesen, gekommen, um Gawyn zu helfen.

»Der böse Mann kommt nicht«, sagte Kivrin. »Es gibt dort keinen bösen Mann.«

»Versteckt er sich noch in der Kirche?«

»Nein, ich irrte mich. Es gibt keinen bösen Mann.«

Agnes schien nicht überzeugt. »Du hast geschrien«, sagte sie.

Kivrin konnte sich vorstellen, wie Agnes ihrer Großmutter erzählte: »Lady Katherine und Pater Roche waren zusammen in der Kirche und sie schrie und rannte hinaus.« Frau Imeyne würde dies mit Vergnügen Pater Roches Sündenregister hinzufügen. Und ihrer Liste von Kivrins verdächtigen Handlungen.

»Ich weiß, daß ich geschrien habe«, sagte Kivrin. »Es war dunkel in der Kirche. Plötzlich kam Pater Roche von rückwärts, und ich bekam einen Schreck und schrie vor Angst.«

»Aber es war Pater Roche«, sagte Agnes, als könne sie sich nicht vorstellen, daß jemand Angst vor ihm habe.

»Wenn du mit Rosemund Versteck spielst, und sie springt plötzlich hinter einem Baum auf dich zu, schreist du auch«, sagte Kivrin.

»Einmal versteckte sie sich auf dem Heuboden, als ich mit meinem Hund spielte. Plötzlich sprang sie herunter. Ich hatte solche Angst, daß ich laut schrie. So«, sagte Agnes und stieß ein gellendes Kreischen aus. »Und ein anderes Mal war es dunkel in der Diele, und Gawyn sprang aus dem Durchgang und sagte ›Pfui!‹, und ich schrie und…«

1 ... 68 69 70 71 72 73 74 75 76 ... 175
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)