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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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Diesmal schaffte er es nicht mehr, den Sturz abzufangen. Hilflos schwankte er vorwärts, drehte sich noch in der Bewegung herum und griff verzweifelt nach oben. Seine Hände bekamen etwas Hartes zu fassen und klammerten sich daran. Es war der Stiefel des Soldaten, der ihn in den Abgrund gestoßen hatte. Der Mann keuchte vor Schrecken, ließ seine Waffe fallen und begann nun selbst mit den Armen zu rudern, um sein Gleichgewicht wiederzufinden, aber Indianas Gewicht war zu groß: Er stürzte, warf verzweifelt den Oberkörper herum und griff nun seinerseits nach den Beinen seines Kameraden, der kaum einen halben Meter neben ihm stand. Dieser versuchte im letzten Moment auszuweichen, aber auch seine Reaktion kam zu spät. Er fiel, krallte sich verzweifelt in das Eis und brüllte vor Angst, als das gemeinsame Gewicht Indianas und seines Kameraden auch ihn in die Tiefe zu zerren drohte.

Indianas Stiefelspitzen fuhren scharrend über das Eis. Verzweifelt suchte er irgendwo nach Halt. Er stürzte nicht mehr, sondern glitt jetzt an der Wand hinab, aber es konnte nur noch Sekunden dauern, bis einer der beiden Deutschen oder beide endgültig ihren Halt verloren und sie alle drei in den Tod stürzten.

Plötzlich fühlte er unter seinen Füßen Widerstand. Indiana spannte alle Muskeln an, um nicht durch den Ruck von der Wand fortgeschleudert zu werden, klammerte sich mit noch größerer Kraft an die Stiefel des Soldaten, der seinerseits die Beine seines Kameraden umklammerte, der wiederum sich mit beiden Händen an der Kante des Kraters festkrallte — und das Wunder geschah. Sie stürzten nicht, sondern hingen ein oder zwei Sekunden lang reglos in dieser fast schon grotesken Stellung da, ehe Indiana es wagte, den Kopf zu wenden und in die Tiefe zu blicken.

Vielleicht war das keine besonders gute Idee gewesen. Unter ihm war nichts. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nichts, außer einem bodenlosen Schacht und einem kaum halbmeterbreiten Sims, auf dem seine Füße Halt gefunden hatten. So wie die Mabel Rosenfelds, die nur ein Stück neben ihm lag. Sie hatte sich mit beiden Händen in die Wand gekrallt und lag in so unnatürlich verkrümmter Haltung da, daß Indiana im ersten Moment Angst hatte, sie könnte tot sein. Dann hob sie den Blick und sah ihn an, und er begriff, daß es nur Angst war, die sie lähmte.

Über dem Kraterrand erschienen jetzt weitere Gestalten, allesamt in die weißen Kapuzenjacken der deutschen Sturmtruppen gekleidet. Einige Sekunden lang starrten sie nur reglos zu ihm, Mabel und den beiden deutschen Soldaten herab, dann hob einer der Männer seine Waffe und legte auf Indiana an.

Ein scharfer Befehl erscholl, und der Soldat ließ hastig sein Gewehr sinken und trat zurück. Eine weitere in Weiß gekleidete Gestalt erschien zwischen den Männern, starrte Indiana reglos an und begann dann Befehle in Deutsch zu erteilen. Einen Augenblick später griffen kräftige Hände nach den Armen des Mannes, der sich an den Kraterrand klammerte, und begannen daran zu ziehen. Indiana stöhnte vor Schmerz, als auch der zweite Mann, der sich an den Beinen des ersten festhielt, in die Höhe gezerrt und die Dehnung in seinen eigenen Schultergelenken schier unerträglich wurde. Trotzdem ließ er nicht los. Es wäre sein sicherer Tod gewesen, und auch der Mabels. Er wußte, daß er sich nur noch wenige Augenblicke würde halten können.

«Klammer dich an mir fest!«schrie er.»Versuch dich an meinen Beinen festzuhalten!«

Mabel blickte ihn an und schien nicht einmal zu verstehen, was er meinte. Indiana wiederholte seine Worte, und endlich löste sie vorsichtig eine Hand von ihrem Halt, streckte sie nach seinem Fuß aus und klammerte sich daran.

«Die andere Hand!«schrie Indiana.»Halt dich fest!«

Mabel gehorchte, und während die beiden Soldaten über ihm langsam wieder in die Höhe gezogen wurden, klammerte sie sich mit aller Kraft an seine Beine und versuchte, selbst auf dem schmalen Sims festen Halt zu finden.

Der Soldat am oberen Ende der bizarren Kette begann zu schreien, als plötzlich das Gewicht von drei Menschen an seinen Gliedern zerrte. Aber weder der Mann über Indiana noch Indiana selbst ließen los, so daß sie langsam wieder nach oben glitten. Ein Seil fiel neben ihm in den Schacht herab, eine halbe Sekunde später ein zweites auf der anderen Seite, dann kletterten zwei Männer in weißen Schneeanzügen zu ihm und Mabel herunter.

Indiana hätte sich niemals träumen lassen, daß er irgendwann einmal froh sein würde, einen deutschen Soldaten zu sehen; aber er war es. Mit zusammengebissenen Zähnen wartete er ab, bis einer der Männer an ihm vorbeigestiegen und neben Mabel angelangt war, um die Arme nach ihr auszustrecken, dann griff er selbst dankbar nach der ausgestreckten Hand des zweiten Soldaten. In seinen Armen war nicht mehr das mindeste bißchen Gefühl. Er versuchte, sich an dem Mann festzuhalten, aber es ging nicht. Hätte der Soldat nicht mit erstaunlicher Kraft zugegriffen und ihn einfach festgehalten, dann wäre er in diesem Moment wahrscheinlich doch noch abgestürzt. Schwäche und Müdigkeit überfluteten ihn wie eine betäubende Woge, als sie endlich wieder oben auf dem Eis waren. Mit einem hilflosen keuchenden Laut sank er auf die Knie, blieb einen Augenblick zitternd so hocken und fiel schließlich ganz nach vorne. Rings um ihn herum drehte sich alles. Seine Arme fühlten sich an, als wären sie aus den Schultern gerissen und verkehrt herum wieder eingesetzt worden, und für einen Moment wurde ihm übel vor Schwäche. Das erste, was er wieder sah, als sein Blick sich klärte, waren ein Paar auf Hochglanz polierte schwarze Schaftstiefel, die direkt vor ihm emporragten.

Indiana blinzelte, drehte sich mühsam auf den Rücken — und riß erstaunt die Augen auf, als er in das Gesicht blickte, das dem Besitzer der Schaftstiefel gehörte.

«Erikson!«

Erikson lächelte dünn.»Das ist nicht ganz richtig, Doktor Jones«, sagte er.»Ich glaube, wir haben es nicht mehr nötig, Theater zu spielen. Mein Name ist Erich, Obersturmbannführer Klaus Erich, um genau zu sein.«

Das Wrack der Dragon brannte noch immer, als sie ins Lager zurückkehrten. Das Feuer warf zuckende Schatten über das Eis, und die ungewohnte Wärme tat nach den dreißig oder vierzig Minusgraden, die bisher hier geherrscht hatten, beinahe weh. Nur ein einziges Zelt hatte den Tieffliegerangriff überstanden. Der Rest war zerfetzt, einfach verschwunden oder zu Asche zerfallen. Mabel sagte kein Wort, während sie neben ihm durch das verwüstete Lager ging, aber der Ausdruck von Schrecken auf ihrem Gesicht wurde immer tiefer.

Ihr Ziel war das einzige zurückgebliebene Zelt. Erikson — Erich — schlug mit dem Lauf seiner Maschinenpistole die Plane zurück und machte eine spöttische einladende Geste. Mabel bedachte ihn mit einem eisigen Blick und duckte sich in das Zelt hinein, eine Sekunde später folgte ihr Indiana.

Drinnen brannte eine kleine Gasflamme, in deren Schein Indiana Dr. Browning, Morton und Bates sowie Major von Ludolf erkannte. Mit Ausnahme von Ludolfs schienen alle mit dem Schrecken davongekommen zu sein, wenn sich auch Bates’ rechte Gesichtshälfte allmählich zu verfärben begann und anschwoll. Offensichtlich hatten nicht alle Männer im Lager widerstandslos aufgegeben.

Von Ludolf hockte mit schmerzverzerrtem Gesicht da und starrte ins Leere. Um seinen rechten Oberschenkel spannte sich ein breiter, sehr lieblos angelegter Verband, auf dem ein häßlicher dunkler Fleck prangte. Seltsamerweise erfüllte ihn die Vorstellung, daß ausgerechnet von Ludolf von einem seiner eigenen Männer verletzt worden war, weder mit Zufriedenheit noch mit Schadenfreude.

Sie setzten sich, nachdem auch Erich und drei seiner Soldaten, die die Versammlung mit griffbereit über den Knien liegenden Maschinenpistolen bewachten, ihnen gefolgt waren. Im Zelt herrschte jetzt eine drückende Enge.

«Damit kommen Sie nicht durch «sagte Browning zornig, an Erich gewandt.

«Womit, mein lieber Doktor?«erkundigte sich der Obersturmbannführer freundlich. Brownings Brauen zogen sich, noch weiter zusammen. Wütend hob er die Hände, und Indiana bemerkte erst jetzt, daß seine Gelenke mit dünnen, tief in die Haut schneidenden Lederriemen gebunden waren, wie die aller anderen, mit Ausnahme von Ludolfs.

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