Shades of Grey - Geheimes Verlangen
- Автор: Джеймс Эрика Леонард
- Серия: Shades of Grey #1
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Shades of Grey - Geheimes Verlangen». Краткое содержание книги:
Von: Christian Grey
Betreff: BlackBerry GELIEHEN
Datum: 27. Mai 2011, 11:15 Uhr
An: Anastasia Steele
Ich muss jederzeit Kontakt mit Ihnen aufnehmen können, und da wir offenbar in schriftlicher Form am aufrichtigsten miteinander kommunizieren können, dachte ich, ein BlackBerry wäre vielleicht genau das Richtige.
CHRISTIAN GREY
CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.
Von: Anastasia Steele
Betreff: Konsumverhalten außer Rand und Band
Datum: 27. Mai 2011, 13:22 Uhr
An: Christian Grey
Wenn Sie mich fragen, sollten Sie sofort Dr. Flynn anrufen.
Ihre Stalker-Neigungen gehen endgültig mit Ihnen durch. Sobald ich von der Arbeit wieder zuhause bin, melde ich mich per Mail.
Danke für das zweite technische Spielzeug.
Ich habe nicht gelogen, als ich gesagt habe, Sie wären der ideale Verbraucher. Wieso tun Sie das?
Ana
Von: Christian Grey
Betreff: Noch so jung und schon so scharfsinnig
Datum: 27. Mai 2011, 13:24 Uhr
An: Anastasia Steele
Ein stichhaltiges Argument, Miss Steele.
Dr. Flynn ist im Urlaub.
Und ich tue es, weil ich es kann.
CHRISTIAN GREY
CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.
Ich lasse das Ding in meiner Gesäßtasche verschwinden und hasse es jetzt schon. Ich bin süchtig danach, Christian Mails zu schreiben, dabei sollte ich doch arbeiten. Ich spüre es an meiner Gesäßbacke vibrieren … Wie passend, denke ich ironisch, lasse es jedoch unter Aufbietung all meiner Willenskraft stecken.
Um vier trommeln Mr. und Mrs. Clayton die gesamte Belegschaft zusammen und überreichen mir nach einer oberpeinlichen Ansprache einen Scheck über dreihundert Dollar. In diesem Moment bricht alles über mich herein, was in den letzten drei Wochen passiert ist: die Abschlussprüfungen, die Feier, ein komplett abgefuckter Milliardär, den ich nicht mehr aus dem Kopf kriege, meine Entjungferung, Soft Limits, Hard Limits, Spielzimmer ohne dazugehörige Konsolen, Hubschrauberflüge und die Tatsache, dass ich morgen umziehen werde. Es grenzt an ein Wunder, dass ich nicht komplett zusammenbreche. Mein Unterbewusstsein ist fassungslos vor Staunen. Ich umarme die Claytons ein letztes Mal. Sie waren sehr nett und großzügig. Ich werde sie vermissen.
Gerade als ich vor der Haustür vorfahre, steigt Kate aus ihrem Wagen.
»Was ist das denn?«, fragt sie vorwurfsvoll und zeigt auf den Audi.
Ich kann nicht widerstehen. »Ein Auto«, antworte ich. Ihre Augen verengen sich zu Schlitzen. Für den Bruchteil einer Sekunde habe ich Angst, dass auch sie mich gleich übers Knie legen wird.
»Mein Geschenk zum Abschluss«, füge ich so lässig hinzu, wie ich nur kann, nach dem Motto: Ich weiß gar nicht, was du hast, ich kriege doch jeden Tag ein teures Auto geschenkt.
Ihr fällt die Kinnlade herunter. »Also ein großzügiger Drecksack, der es gern mal ein bisschen übertreibt, ja?«
Ich nicke. »Ich habe ja versucht abzulehnen, aber ehrlich gesagt, ist es den Streit nicht wert.«
Kate schürzt die Lippen. »Kein Wunder, dass du völlig durch den Wind bist. Ich habe mitbekommen, dass er über Nacht geblieben ist.«
»Ja.« Ich lächle sehnsüchtig.
»Wollen wir vollends packen?«
Ich nicke und folge ihr ins Haus. Als Erstes checke ich meine Mails.
Von: Christian Grey
Betreff: Sonntag
Datum: 27. Mai 2011, 13:40 Uhr
An: Anastasia Steele
Sonntag um 13:00 Uhr?
Der Arzt kommt um 13:30 Uhr ins Escala.
Ich mache mich jetzt auf den Weg nach Seattle.
Ich hoffe, der Umzug geht reibungslos über die Bühne, und freue mich schon auf Sonntag.
CHRISTIAN GREY
CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.
Liebe Güte, er klingt ja so, als würde er übers Wetter schreiben. Ich werde ihm später antworten, wenn wir mit dem Packen fertig sind. In der einen Sekunde ist er noch ganz locker, und in der nächsten hat man das Gefühl, als hätte er einen Stock verschluckt. Das macht den Umgang mit ihm nicht gerade leicht. Ganz ehrlich, die Mail klingt, als wäre sie an einen seiner Angestellten gerichtet. Aus Trotz verdrehe ich die Augen und gehe ins Wohnzimmer, um Kate zu helfen.
Kate und ich sind in der Küche, als es an der Tür klopft. Taylor steht, hochoffiziell in seinem makellosen Anzug, auf der Veranda. Ich erkenne die letzten Spuren des Exsoldaten in seinem Haarschnitt, seinem durchtrainierten Körper und seiner Coolness.
»Miss Steele«, sagt er, »ich bin wegen Ihres Wagens hier.«
»Ja, natürlich. Bitte kommen Sie doch herein, ich hole nur die Schlüssel.«
Sich um mein Auto zu kümmern ist ganz bestimmt nicht Teil seines normalen Aufgabengebiets. Nicht zum ersten Mal frage ich mich, wie seine Jobbeschreibung wohl aussieht. Ich gebe ihm die Schlüssel, dann gehen wir in – zumindest für mich – angespanntem Schweigen die Einfahrt hinunter zu meinem hellblauen Käfer. Ich öffne die Tür und nehme die Taschenlampe aus dem Handschuhfach. Das war’s. Außer ihr habe ich nichts Persönliches hier drin liegen. Auf Wiedersehen, Wanda. Und vielen Dank für alles. Ich streiche ein letztes Mal übers Wagendach, als ich die Beifahrertür zuschlage.
»Wie lange arbeiten Sie schon für Mr. Grey?«, frage ich ihn.
»Seit vier Jahren, Miss Steele.«
Plötzlich überkommt mich das überwältigende Bedürfnis, ihn mit tausend Fragen zu bombardieren. Dieser Mann muss doch alles über Christian wissen, all seine Geheimnisse kennen. Andererseits hat er garantiert eine Verschwiegenheitsklausel im Vertrag. Nervös sehe ich ihn an. Er ist genauso einsilbig wie Ray, was ihn mir noch sympathischer macht.
»Er ist ein guter Mann, Miss Steele«, erwidert er und lächelt. Mit einem angedeuteten Nicken steigt er ein und fährt davon.
Apartment, Käfer, Clayton’s … alles endgültig Vergangenheit. Ich schüttle den Kopf und gehe wieder hinein. Und die allergrößte Veränderung in meinem Leben ist Christian. Taylor hält ihn für einen guten Mann. Kann ich ihm wirklich glauben?
Um acht taucht José auf und bringt etwas vom Chinesen mit. Wir sind fertig. Alles ist gepackt und bereit für den Abtransport. Er hat auch ein paar Flaschen Bier dabei. Kate und ich fläzen auf der Couch, während er sich im Schneidersitz auf dem Boden zwischen uns niederlässt. Wir sehen uns irgendeinen Blödsinn im Fernsehen an, trinken Bier und schwelgen lautstark in Erinnerungen an alte Zeiten, während das Bier allmählich Wirkung zeigt. Es waren schöne vier Jahre.
Inzwischen ist die Stimmung zwischen José und mir wieder normal und der Versuch, mich zu küssen, längst vergessen. Also gut, meine innere Göttin hat ihn unter den Teppich gekehrt, auf den sie sich drapiert hat, Weintrauben nascht und mit den Fingern trommelt, weil sie es kaum erwarten kann, bis endlich Sonntag ist. Wieder klopft es. Mir rutscht das Herz in die Hose. Ist das etwa …?
Kate öffnet die Tür. Elliot stürmt herein, zieht sie in eine hollywoodreife Umarmung, die Augenblicke später in eine leidenschaftliche Programmkino-Streichelarie übergeht. Also ehrlich, Leute, sucht euch gefälligst ein Zimmer. José und ich tauschen einen viel sagenden Blick. Ihr Mangel an Anstand macht mich verlegen.
»Gehen wir auf einen Sprung in die Bar die Straße runter?«, schlage ich vor.
José nickt eifrig. Der Begattungsakt, der sich vor unseren Augen anzubahnen scheint, ist oberpeinlich. Kate löst sich für einen kurzen Moment von Elliot. Ihre Augen leuchten, und auf ihren Wangen liegt eine zarte Röte.
»José und ich gehen kurz etwas trinken«, sage ich und verdrehe die Augen. Ha! In meiner Freizeit kann ich die Augen so oft verdrehen, wie ich will!