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Shades of Grey - Geheimes Verlangen

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Shades of Grey - Geheimes Verlangen
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CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.

Oh, also darf ich meinen eigenen Wagen nicht mehr fahren.

Von: Anastasia Steele

Betreff: Schmeichelei

Datum: 26. Mai 2011, 23:20 Uhr

An: Christian Grey

Sehr geehrter Mr. Grey,

Ihre Schmeicheleien führen nirgendwo hin, aber da Sie ja ohnehin schon überall waren, ist dieser Punkt irrelevant.

Ich werde meinen Käfer in die Werkstatt fahren müssen, damit ich ihn anschließend verkaufen kann, und bin deshalb nicht bereit, mir Ihre Stänkereien über Wanda noch länger anzuhören.

Rotwein ist eindeutig die bessere Wahl als Schmerztabletten.

Ana

PS: Schläge mit dem Rohrstock sind definitiv ein Hard Limit für mich.

Ich drücke auf »Senden«.

Von: Christian Grey

Betreff: Frustrierte Weiber, die keine Komplimente annehmen können

Datum: 26. Mai 2011, 23:26 Uhr

An: Anastasia Steele

Sehr geehrte Miss Steele,

das sind keine Schmeicheleien. Sie sollten jetzt zu Bett gehen. Mit Ihrer Ergänzung der Hard Limits bin ich einverstanden. Behalten Sie Ihren Alkoholkonsum im Auge.

Taylor wird sich um die Entsorgung Ihres Wagens kümmern und einen guten Preis dafür erzielen.

CHRISTIAN GREY

CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.

Von: Anastasia Steele

Betreff: Taylor – Ist er der richtige Mann für diese Aufgabe?

Datum: 26. Mai 2011, 23:40 Uhr

An: Christian Grey

Sehr geehrter Mr. Grey,

es erstaunt mich, dass Sie so bereitwillig das Risiko eingehen, dass sich Ihre rechte Hand hinters Steuer meines Wagens setzt, nicht jedoch eine x-beliebige Frau, die Sie ab und zu mal vögeln. Wie kann ich sicher sein, dass Taylor tatsächlich den besten Preis dafür erzielt? Ich habe immerhin einen Ruf als knallharte Verhandlungspartnerin.

Ana

Von: Christian Grey

Betreff: Achtung!

Datum: 26. Mai 2011, 23:44 Uhr

An: Anastasia Steele

Sehr geehrte Miss Steele,

ich gehe davon aus, dass der ROTWEIN aus Ihnen spricht, außerdem liegt ein langer, schwerer Tag hinter Ihnen.

Trotzdem bin ich versucht, noch einmal bei Ihnen vorbeizufahren, um dafür zu sorgen, dass Sie eine geschlagene Woche lang nicht mehr auf Ihrem Hintern sitzen können und nicht nur einen Abend.

Taylor ist ehemaliger Soldat und kann alles fahren – vom Motorrad bis hin zum Sherman-Panzer. Ihr Wagen stellt keinerlei Gefahr für seine Unversehrtheit dar.

Und bitte titulieren Sie sich nicht als »x-beliebige Frau«, die ich »ab und zu mal vögle«, denn es macht mich, offen gestanden, WÜTEND, und Sie wollen definitiv nicht in meiner Nähe sein, wenn ich wütend bin.

CHRISTIAN GREY

CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.

Von: Anastasia Steele

Betreff: Selber Achtung!

Datum: 26. Mai 2011, 23:57 Uhr

An: Christian Grey

Sehr geehrter Mr. Grey,

ich bin nicht sicher, ob ich Sie trotzdem leiden kann. Vor allem im Moment nicht.

Miss Steele

Von: Christian Grey

Betreff: Selber Achtung!

Datum: 27. Mai 2011, 00:03 Uhr

An: Anastasia Steele

Wieso können Sie mich nicht leiden?

CHRISTIAN GREY

CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.

Von: Anastasia Steele

Betreff: Selber Achtung!

Datum: 27. Mai 2011, 00:09 Uhr

An: Christian Grey

Weil Sie nie bei mir bleiben.

So. Damit habe ich ihm ein wenig Stoff zum Nachdenken gegeben. Mit einer schwungvollen Bewegung klappe ich den Laptop zu und verkrieche mich ins Bett. Ich knipse die Nachttischlampe aus und starre an die Zimmerdecke. Christian hat Recht – es liegt tatsächlich ein langer Tag hinter mir. Ein Tag mit einer Achterbahn der Gefühle. Ray wiederzusehen hat unendlich gutgetan. Er sah so gut aus, und erstaunlicherweise schien er Christian sehr sympathisch zu finden. Lieber Gott, Kate und ihre Riesenklappe. Und Christian über den Hunger sprechen zu hören. Was zum Teufel hat er genau damit gemeint? O Gott, und dieses Auto. Das habe ich Kate noch gar nicht erzählt. Was hat er sich nur dabei gedacht?

Und zu guter Letzt der heutige Abend. Er hat mich geschlagen. Ich bin noch nie in meinem Leben geschlagen worden. Worauf habe ich mich da bloß eingelassen? Ganz langsam kullern mir die Tränen, die Kates Auftauchen für eine kurze Weile aufgehalten hat, über die Wangen. Ich habe mich in einen Mann verliebt, der emotional so verschlossen ist, dass ich dabei nur verlieren kann – tief in meinem Innern weiß ich ganz genau, dass er mich verletzen wird. Ich habe mich in jemanden verliebt, der nach eigener Aussage komplett abgefuckt ist. Aber wieso ist er abgefuckt? Es muss entsetzlich sein, mit dieser Gewissheit zu leben, und die Vorstellung, dass er als kleiner Junge unsäglichem Leid und Grausamkeiten ausgesetzt war, treibt mir erst recht die Tränen in die Augen. Aber wäre er normaler, würde er vielleicht gar nicht auf dich stehen, meldet sich mein Unterbewusstsein zu Wort. Und tief im Herzen weiß ich, dass es Recht hat. Ich vergrabe den Kopf im Kissen und lasse meinen Tränen freien Lauf  … zum ersten Mal seit vielen Jahren weine ich mir die Augen aus dem Kopf.

Kates Stimme reißt mich für einen kurzen Moment aus meinem Tal der Tränen.

»Was zum Teufel wollen Sie denn hier?«

»Nein, das geht nicht!«

»Was zum Teufel haben Sie mit ihr angestellt?«

»Seit sie Ihnen begegnet ist, weint sie die ganze Zeit nur noch!«

»Sie kommen hier nicht rein!«

Christian stürmt in mein Zimmer und knipst ohne Umschweife die Deckenbeleuchtung an.

Blinzelnd sehe ich ins helle Licht.

»Großer Gott, Ana«, stößt er hervor, macht das Licht wieder aus und durchquert den Raum mit wenigen Schritten.

»Was tust du denn hier?«, stammle ich zwischen Schluchzern. Mist. Ich kann nicht aufhören zu heulen.

Er knipst die Nachttischlampe an. Wieder blinzle ich. Kate erscheint im Türrahmen.

»Soll ich dieses Arschloch rausschmeißen?«, fragt sie mit thermonuklearer Feindseligkeit.

Sichtlich überrascht von ihrer leidenschaftlichen Abneigung und dem herzhaften Schimpfwort, hebt Christian die Brauen. Ich schüttle den Kopf, woraufhin sie die Augen verdreht … Oh, das würde ich in Mr. Greys Gegenwart lieber nicht tun.

»Ruf mich einfach, wenn du mich brauchst«, sagt sie eine Spur sanfter. »Grey – ich habe Sie auf dem Radar, nur damit Sie’s wissen«, faucht sie. Er blinzelt. Sie dreht sich um und zieht die Tür zu, lässt sie jedoch angelehnt.

Christian sieht mich an. Sein Gesicht ist aschfahl, seine Miene ernst. Er trägt ein Nadelstreifenjackett, aus dessen Innentasche er ein Taschentuch zieht und mir reicht. Soweit ich weiß, muss sein anderes hier noch irgendwo herumliegen.

»Was ist los?«, fragt er leise.

»Wieso bist du hergekommen?« Ich ignoriere seine Frage. Wie durch ein Wunder sind meine Tränen versiegt, trotzdem werde ich immer noch von trockenen Schluchzern geschüttelt.

»Zu meiner Rolle gehört auch, mich um dich zu kümmern. Du möchtest, dass ich bei dir bleibe, also bin ich hergekommen. Und dann finde ich dich in so einem Zustand vor.« Er scheint aufrichtig bestürzt zu sein. »Ich bin sicher, ich bin der Grund dafür, dass du so aufgelöst bist, aber ich habe keine Ahnung, wieso. Liegt es daran, dass ich dich geschlagen habe?«

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