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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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Und selbst wenn ich aufhörte, mir Sorgen zu machen — es hatte überhaupt keinen Sinn mehr, es mit Schlafen zu versuchen. Es wurde bereits Tag. In ein paar Minuten würde die Sonne hell zum Fenster hereinscheinen, und die Vogelluftwaffe befand sich bereits im Anflug zu einer zweiten Angriffswelle. Außerdem fürchtete ich mich vorm Schlafen, weil ich Angst hatte, dank Prinzessin Arjumand dabei an Sauerstoffmangel zugrunde zu gehen.

Sie hatte während meiner Abwesenheit beide Kissen in Beschlag genommen. Ich versuchte sie sanft, ohne sie aufzuwecken, zur Seite zu schieben, aber sie dehnte sich nur geschmeidig und begann, mir ihren Schwanz ins Gesicht zu schlagen.

Ich blieb unter dem Gepeitsche liegen und dachte über des Bischofs Vogeltränke nach.

Nicht nur, daß ich nicht wußte, wo sie war, ich hatte auch nicht die leiseste Ahnung, was mit ihr passiert sein konnte. Sie hatte achtzig Jahre in der Kirche gestanden, und nichts wies darauf hin, daß sie während des Angriffs nicht auch dort gewesen war. Im Gegenteil — es gab einige Menge Hinweise dafür. Die Gottesdienstordnung, die ich in den Trümmern gefunden hatte, bewies, daß sie vier Tage vor dem Angriff noch da gewesen war, und ich hatte sie am Vortag, dem neunten, nach der Andacht für die Royal Airforce und dem Kuchenverkauf mit eigenen Augen gesehen.

Vielleicht war sie in letzter Sekunde entfernt worden, damit sie nicht zu Schaden kam, aber das war eher unwahrscheinlich, waren doch weder das marmorne Purbecksche Taufbecken noch die Orgel, auf der schon Händel gespielt hatte, aufs Land oder in die Krypta gebracht worden, obwohl man das, im nachhinein betrachtet, hätte tun sollen. Und des Bischofs Vogeltränke sah weitaus unzerstörbarer aus als das marmorne Taufbecken.

Sie war unzerstörbar. Das herunterbrechende Kirchendach würde nicht einmal die pausbäckigen Engel an ihr geritzt haben. Inmitten der Asche hätte sie stehen sollen, sich über den Trümmern erheben, unberührt, unbeschadet, unbe…

Als ich erwachte, war es heller Tag, und Baine stand mit einer Tasse Tee vor meinem Bett.

»Guten Morgen, Sir«, sagte er. »Ich habe mir erlaubt, Prinzessin Arjumand ins Zimmer ihrer Besitzerin zu bringen.«

»Gute Idee.« Ich bemerkte erst jetzt, daß ich ein Kopfkissen und Luft zum Atmen hatte.

»Ja, Sir. Miß Mering wäre sehr entsetzt gewesen, wenn sie beim Aufwachen Prinzessin Arjumand nicht vorgefunden hätte, obwohl ich die Anhänglichkeit der Katze an Sie ziemlich gut verstehen kann.«

Ich setzte mich. »Wie spät ist es?«

»Acht Uhr, Sir.« Er reichte mir die Tasse. »Leider ist es mir nicht gelungen, den Hauptteil des Gepäcks von Mr. St. Trewes, Professor Peddick und Ihnen zu bergen. Ich habe nur das hier gefunden.«

Er hielt die zu kleine Abendgarderobe hoch, die Finch mir eingepackt hatte. »Was, wie ich befürchte, durch den Aufenthalt im Wasser beträchtlich geschrumpft ist. Ich habe bereits nach Ersatz geschickt und…«

»Ersatz?« Ich verschüttete beinahe den Tee. »Von woher?«

»Swan #amp# Edgar’s natürlich«, sagte Baine. »Hier haben wir jedenfalls schon einmal Ihre Bootskleidung.«

Er hatte mehr getan als sie nur zu bügeln. Das Hemd war gebleicht und durch und durch gestärkt, der Anzug sah aus wie neu. Ich hoffte, ich begriff, wie man ihn anzog. Nachdenklich nippte ich an meinem Tee und versuchte mich daran zu erinnern, wie man den Schlips band.

»Um neun Uhr ist Frühstück, Sir«, sagte Baine. Er goß aus dem Spender heißes Wasser in die Schüssel und öffnete das Kästchen mit den Rasiermessern.

Der Schlips war wahrscheinlich unwichtig. Ich würde mir die Kehle beim Rasieren durchschneiden, bevor ich zum Umbinden kam.

»Mrs. Mering wünscht, daß jedermann pünktlich um neun zum Frühstück erscheint. Es sind noch eine Menge Vorbereitungen für das Kirchfest zu treffen«, sagte Baine und holte die Messer heraus. »Besonders für den Wohltätigkeitsbasar.«

Der Wohltätigkeitsbasar. Den hatte ich beinahe vergessen oder besser gesagt: erfolgreich verdrängt. Ich schien dazu verdammt zu sein, an Kirchfesten und Wohltätigkeitsbasaren teilzunehmen, ganz gleich, in welchem Jahrhundert ich mich befand.

»Wann findet es statt?« fragte ich in der Hoffnung, er sage nächsten Monat.

»Übermorgen.« Baine legte sich ein Handtuch über den Arm.

Vielleicht waren wir dann schon fort. Professor Peddick würde bestimmt begierig sein, zu der Wiese zu kommen, auf der die Magna Chartaunterzeichnet worden war, ganz abgesehen von den exzellenten Barschgründen.

Terence würde natürlich nicht wegwollen, aber seine Meinung war wahrscheinlich unwichtig. Mrs. Mering hatte beschlossen, ihn nicht zu mögen, und mein Gefühl sagte mir, daß sie ihn würde noch weniger mögen, wenn sie merkte, daß er Absichten hinsichtlich ihrer Tochter hatte. Und keinen Pfennig Geld.

Möglicherweise jagte sie uns schon gleich nach dem Frühstück aus dem Haus, indem sie die Vorbereitungen für das Fest als Vorwand nahm. Die Inkonsequenz würde beginnen, sich selbst zu korrigieren, und ich konnte auf dem Fluß ein ausgiebiges Schläfchen halten, während Terence ruderte. Wenn ich mich nicht zuvor mit den Rasiermessern umgebracht hatte.

»Soll ich Sie jetzt rasieren, Sir?« fragte Baine.

»Ja«, sagte ich und schnellte aus dem Bett.

Um die Kleidung hätte ich mir ebensowenig Sorgen machen müssen. Baine hatte die Hosenträger sowie den Kragen befestigt, den Schlips vorgeknotet und würde mir auch die Schuhe zugebunden haben, wenn ich ihn gelassen hätte, ob aus Dankbarkeit mir gegenüber oder weil es so üblich war, wußte ich nicht. Ich nahm mir vor, Verity zu fragen.

»In welchem Raum ist das Frühstück?« fragte ich Baine.

»Im Frühstückszimmer, Sir«, sagte er. »Die erste Tür links.«

Beschwingt eilte ich die Treppe hinunter. Ein gutes traditionelles englisches Frühstück, mit Eiern und Speck, Orangenmarmelade, das Ganze von einem Butler serviert, war eine erfreuliche Aussicht, und es war ein wunderbarer Tag. Die Sonnenstrahlen tanzten auf dem polierten Geländer und auf den Porträts. Selbst Lady Schrapnells Urahnin blickte freundlich aus ihrem Rahmen.

Ich öffnete die erste Tür links. Baine mußte mir etwas Falsches gesagt haben. Es war das Eßzimmer, nahezu ausgefüllt von einem massiven Mahagonitisch und einer noch massiveren Anrichte, auf der eine Anzahl zugedeckter silberner Platten stand.

Auf dem Tisch sah ich Tassen, Schalen und Besteck, aber keine Teller, und es war niemand im Raum. Gerade wollte ich hinausgehen, um nach dem Frühstückszimmer zu suchen, als ich mit Verity zusammenstieß.

»Guten Morgen, Mr. Henry«, sagte sie. »Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen.«

Sie trug ein hellgrünes Kleid, in dessen Oberteil winzige Paletten eingestickt waren, und hatte ihr braunes Haar mit einem grünen Band hochgebunden. Ich brauchte ganz offensichtlich noch eine Menge mehr Schlaf, um mich von der Zeitkrankheit zu erholen. Ich bemerkte Schatten unter ihren grünbraunen Augen, aber ansonsten war sie immer noch das schönste Geschöpf, das ich je gesehen hatte.

Verity ging zur Anrichte hinüber. »Das Frühstück steht hier angerichtet«, sagte sie und nahm einen Teller mit Blumenrand von einem großen Stapel. »Die anderen werden auch gleich herunterkommen.«

Sie lehnte sich vor, um mir den Teller zu geben. »Es tut mir so leid, daß ich Lady Schrapnell gesagt habe, Sie wüßten, wo des Bischofs Vogeltränke ist«, sagte sie. »Die Zeitkrankheit muß mich mehr erwischt haben, als ich ahnte, aber das ist keine Entschuldigung, und ich wollte Ihnen sagen, daß ich alles tun werde, um Ihnen zu helfen. Wann wurde sie zum letzten Mal gesehen?«

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