Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Der Hypnotiseur». Краткое содержание книги:

Der Hypnotiseur
1 ... 66 67 68 69 70 71 72 73 74 ... 124
Перейти на страницу:

»Wir sind gleich da.«

»Wo?«

»Ich habe ein paar andere Personen mit dem Nachnamen Blau ausfindig machen können«, antwortet Joona lächelnd.

Er biegt in die Auffahrt zu einer freistehenden Garage und bremst, lässt den Motor jedoch im Leerlauf an. Mitten auf dem Rasen steht ein zwei Meter hoher Winnie Puh aus Plastik, bei dem die rote Farbe des Pullovers abgewetzt ist. Ansonsten sind in dem Garten keine Spielsachen zu sehen. Ein Weg aus unregelmäßig geformten Schieferplatten führt zu einem großen gelben Holzhaus hinauf.

»Hier wohnt Liselott Blau«, sagt Joona.

»Und wer ist das?«

»Keine Ahnung, aber vielleicht weiß sie etwas über Eva.«

Joona sieht Eriks zweifelnde Miene und sagt:

»Es ist der einzige Anhaltspunkt, den wir momentan haben.«

Erik schüttelt den Kopf.

»Das ist alles so lange her, und ich denke wirklich nie an diese Zeit, in der ich noch mit Hypnose gearbeitet habe.«

Eriks Blick begegnet Joonas eisgrauen Augen.

»Vielleicht hat es auch gar nichts mit Eva Blau zu tun«, sagt er.

»Hast du versucht, dich zu erinnern?«

»Ich denke schon«, antwortet Erik zögernd und betrachtet den Kaffeebecher.

»Gründlich?«

»Vielleicht nicht.«

»Weißt du, ob Eva Blau gefährlich war?«, fragt Joona.

Erik blickt aus dem Autofenster und sieht, dass jemand Winnie Puh mit einem Filzschreiber Reißzähne und bedrohliche Augenbrauen angemalt hat. Er trinkt einen Schluck Kaffee und erinnert sich plötzlich wieder an den Tag, an dem er den Namen Eva Blau zum ersten Mal gehört hat.

Jetzt fällt es ihm wieder ein.

Es war an einem Morgen um halb neun. Die Sonne stand auf den verstaubten Fenstern. Ich hatte nach meinem Nachtdienst im Büro geschlafen, denkt Erik.

Zehn Jahre zuvor

Es war an einem Morgen um halb neun. Die Sonne stand auf den verstaubten Fenstern. Ich hatte nach meinem Nachtdienst im Büro geschlafen und war müde, packte aber trotzdem meine Sporttasche. Lasse Ohlson hatte unsere Badmintonspiele wochenlang abgesagt. Er hatte einfach zu viel um die Ohren gehabt, pendelte zwischen einem Krankenhaus in Oslo und dem Karolinska-Krankenhaus, hielt Vorlesungen in London und sollte in den Klinikvorstand berufen werden. Zwei Tage zuvor hatte er mich jedoch angerufen und gefragt, ob ich bereit sei.

»Ja, klar«, hatte ich geantwortet.

»Du bist also bereit, fertiggemacht zu werden«, sagte er ohne den üblichen Elan in der Stimme.

Ich kippte den restlichen Kaffee in den Ausguss, stellte die Tasse in die Personalküche, lief die Treppen hinunter und fuhr mit dem Fahrrad zur Sporthalle. Als ich hereinkam, war Lars Ohlson schon in der kalten Umkleide. Er blickte auf, betrachtete mich mit einem beinahe ängstlichen Blick, wandte sich ab und zog seine Sporthose an.

»Du wirst so viel Prügel beziehen, dass du eine Woche nicht sitzen kannst«, sagte er und sah mich an.

Seine Hand zitterte, als er den Schrank abschloss.

»Du hast viel zu tun gehabt«, sagte ich.

»Was? Ja, stimmt, es ist …«

Er verstummte und ließ sich schwer auf die Bank fallen.

»Geht es dir gut?«, erkundigte ich mich.

»Aber ja«, antwortete er. »Und wie läuft es bei dir?«

»Am Freitag habe ich einen Termin beim Vorstand.«

»Stimmt, dein Etat ist ausgeschöpft, es ist immer dasselbe.«

»Eigentlich mache ich mir keine großen Sorgen«, sagte ich. »Ich denke, es wird klappen, meine Forschung macht Fortschritte, es geht voran, ich kann sehr gute Ergebnisse vorweisen.«

»Ich kenne Frank Paulsson, er sitzt im Vorstand«, sagte Lasse Ohlson und stand auf.

»Du kennst ihn? Wie kommt’s?«

»Wir waren zusammen bei der Armee, er ist ein kluger Kopf und offen für Neues.«

»Gut«, sagte ich leise.

Wir verließen den Umkleideraum, und Lasse packte mich am Arm.

»Soll ich ihn anrufen und ihm sagen, dass sie auf dich setzen sollen?«

»Geht das denn?«, fragte ich.

»Es ist sicher nicht erlaubt, aber was soll’s.«

»Dann ist es vielleicht besser, wenn du es lässt«, erwiderte ich lächelnd.

»Aber du musst doch mit deiner Forschung weitermachen dürfen.«

»Das wird schon klappen.«

»Keiner erfährt etwas davon.«

Ich sah ihn an und sagte zögernd:

»Aber vielleicht wäre es ein Fehler.«

»Ich rufe Frank Paulsson noch heute Abend an.«

Ich nickte, und er schlug mir lächelnd auf den Rücken.

Als wir in die große Halle mit ihren Echos und quietschenden Schuhen kamen, fragte Lars mich unvermittelt:

»Könntest du vielleicht eine meiner Patientinnen übernehmen?«

»Und warum?«

»Ich habe einfach keine Zeit für sie«, antwortete er.

»Ich bin leider auch total ausgebucht«, erwiderte ich.

»Okay.«

Bis Platz fünf frei wurde, machte ich Dehnübungen. Lasse trabte umher, strich sich über die Haare und räusperte sich.

»Eva Blau würde bestimmt gut in deine Gruppe passen«, sagte er. »Sie schließt sich wie eine Muschel um ein Trauma. Jedenfalls glaube ich das, denn ich habe es nicht geschafft, diese Schale zu durchdringen, es ist mir nicht ein einziges Mal gelungen.«

»Ich gebe dir gerne ein paar Tipps, wenn du …«

»Tipps?«, unterbrach er mich und senkte die Stimme. »Um ehrlich zu sein, ich bin fertig mit ihr.«

»Ist was passiert?«, fragte ich.

»Nein, nein, es ist nur … Ich dachte sie wäre sehr krank, ich meine körperlich.«

»Aber das war sie nicht?«, wollte ich wissen.

Er lächelte gestresst und beobachtete mich.

»Kannst du nicht einfach sagen, dass du sie übernimmst?«, fragte er.

»Ich überlege es mir«, antwortete ich.

»Wir sprechen später noch einmal darüber«, sagte er schnell.

Lasse joggte auf der Stelle, blieb stehen, schaute mit unruhigen Augen zum Eingang, beobachtete alle, die hereinkamen, und lehnte sich an die Wand.

»Ich weiß nicht, Erik, aber ich wäre wirklich verdammt froh, wenn du dir Eva ansehen könntest, ich würde …«

Er verstummte und sah zum Platz hinüber, wo zwei junge Frauen, die wie Medizinstudentinnen aussahen, noch ein paar Minuten Spielzeit hatten. Als die eine stolperte und einen einfachen Stoppball verpasste, schnaubte er und flüsterte:

»Dumme Kuh.«

Ich sah auf die Uhr und rollte mit den Schultern. Lasse stand neben mir und kaute Fingernägel. Ich sah, dass er unter den Armen schwitzte. Sein Gesicht war älter, hagerer geworden. Jemand schrie vor der Halle, und er zuckte zusammen und warf einen Blick zu den Türen.

Die Frauen sammelten ihre Sachen ein und verließen plaudernd den Platz.

»Jetzt spielen wir«, sagte ich und setzte mich in Bewegung.

»Erik, habe ich dich jemals gebeten, eine meiner Patientinnen zu übernehmen?«

»Nein, es ist nur so, dass ich so ausgebucht bin.«

»Und wenn ich deine Dienste übernehme?«, sagte er schnell und beobachtete mich.

»Das sind ziemlich viele«, antwortete ich fragend.

»Ich weiß, aber ich habe mir gedacht, du hast doch Familie und musst auch mal zu Hause sein.«

»Ist sie gefährlich?«

»Wie meinst du das?«, fragte er mit einem unsicheren Lächeln und nestelte an seinem Schläger herum.

»Eva Blau? Wie schätzt du sie ein?«

Wieder schaute er zur Tür.

»Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll«, sagte er leise.

»Hat sie dir gedroht?«

»Was ich meine, ist … alle Patienten dieser Art können gefährlich sein, das ist manchmal nicht ganz leicht zu durchschauen, aber ich bin mir sicher, dass du mit ihr klarkommen wirst.«

»Das werde ich schon«, sagte ich.

»Du übernimmst sie? Sag, dass du es tust, Erik. Übernimmst du sie?«

»Ja«, antwortete ich.

Seine Wangen liefen rot an, und er wandte sich ab und ging zur Grundlinie. Plötzlich lief auf der Innenseite seines Oberschenkels ein Striemen Blut herab. Er wischte es mit der Hand ab und sah mich an. Als er begriff, dass ich das Blut gesehen hatte, murmelte er, er habe Probleme mit der Leiste, entschuldigte sich und verließ humpelnd den Platz.

1 ... 66 67 68 69 70 71 72 73 74 ... 124
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)