Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
»Hat Akkarin Lord Jolen getötet?«
»Nein.«
»Hat er die Zeugin getötet?«
Bei dieser Frage krampfte sich ihr Magen zusammen. »Das weiß ich nicht. Ich habe diese Zeugin nicht gesehen, daher kann ich darüber keine Auskunft geben. Ich kann nur sagen, dass ich ihn niemals eine Frau habe töten sehen.«
Lorlen nickte und wandte sich zu den höheren Magiern um. »Gibt es noch weitere Fragen?«
»Ja«, meldete sich Balkan zu Wort. »Als wir in Akkarins Residenz kamen, war keiner von euch beiden dort, weder du noch Akkarin. Ihr seid kurz darauf gemeinsam erschienen. Wo seid ihr gewesen?«
»Wir waren in der Stadt.«
»Warum?«
»Um gegen die sachakanische Spionin zu kämpfen.«
»Hat Akkarin diese Spionin getötet?«
»Nein.«
Balkan runzelte die Stirn, sagte aber nichts mehr. Lorlen sah die höheren Magier an, dann richtete er den Blick auf die anderen Anwesenden in der Halle.
»Hat irgendjemand noch weitere Fragen?«
Stille folgte. Sonea stieß einen leisen Seufzer der Erleichterung aus. Lorlen nickte.
»Wir werden jetzt darüber sprechen, was wir -«
»Wartet!«
Lorlen hielt inne. »Ja, Lord Balkan.«
»Ich habe noch eine Frage. An Sonea.«
Sie zwang sich, Balkan in die Augen zu sehen.
»Hast du diese Ichani getötet?«
Kälte breitete sich in ihrem Körper aus. Sie blickte zu Akkarin hinüber. Er starrte mit harter, resignierter Miene zu Boden.
Was spielt es jetzt noch für eine Rolle, wenn ich es ihnen sage?, dachte sie. Ich kann damit zumindest unter Beweis stellen, dass ich Akkarin glaube. Sie reckte das Kinn und erwiderte Balkans Blick.
»Ja.«
Eine Woge der Erregung lief durch die Halle. Balkan seufzte und rieb sich die Schläfen.
»Ich habe Euch doch gesagt, dass die beiden nicht nebeneinander stehen dürfen«, murmelte er.
18
Das Urteil der Gilde
Bei der nächsten Unterbrechung, die Lorlen verfügte, eilte Dannyl an Rothens Seite. Sein Freund hatte auf Soneas Geständnis reagiert, als habe er einen körperlichen Schlag erhalten. Jetzt stand Rothen wie erstarrt da.
Dannyl trat neben seinen Freund und legte ihm die Hand auf die Schulter.
»Ihr zwei werdet niemals aufhören, mich zu überraschen«, sagte Dannyl sanft. »Warum hast du mir nicht den wahren Grund dafür genannt, dass man Akkarin zu Soneas Mentor bestimmt hat?«
Rothen schüttelte den Kopf. »Ich konnte nicht.« Er sah zu Sonea hinüber, dann seufzte er. »Das alles ist meine Schuld. Ich habe sie überhaupt erst dazu gebracht, sich der Gilde anzuschließen.«
»Nein, es ist nicht deine Schuld. Du konntest unmöglich wissen, dass so etwas geschehen würde.«
»Aber ich habe sie damals dazu gebracht, ihre Ansichten in Frage zu stellen. Ich habe sie gelehrt, darüber hinauszublicken, damit sie ihren Platz in unseren Reihen akzeptieren konnte. Jetzt hat sie wahrscheinlich das Gleiche wieder getan, diesmal für… für…«
»Was ist, wenn das alles der Wahrheit entspricht? Dann hätte sie gute Gründe für ihr Tun gehabt.«
Rothen blickte mit trostloser Miene auf. »Spielt das eine Rolle? Sie hat soeben ihr eigenes Todesurteil unterzeichnet.«
Dannyl schaute sich im Raum um und betrachtete zuerst die höheren Magier, dann den König. Sie wirkten wachsam und ängstlich. Dann blickte er zu Sonea und Akkarin hinüber. Sonea stand sehr aufrecht und entschlossen da, obwohl er nicht sagen konnte, wie viel davon erzwungen war. Der Gesichtsausdruck des Hohen Lords war… beherrscht. Als Dannyl genauer hinschaute, stellte er fest, dass Akkarin die Zähne zusammenbiss, als sei er zornig.
Er wollte nicht, dass Sonea so viel offenbart, dachte Dannyl.
Aber trotzdem standen er und Sonea jetzt näher beieinander, nur noch durch wenige Schritte getrennt. Dannyl nickte vor sich hin.
»Ich weiß nicht, ob das tatsächlich ihr Todesurteil war, Rothen.«
Sobald die höheren Magier ihre Plätze wieder eingenommen hatten, berichteten sie darüber, was die Mitglieder ihrer jeweiligen Disziplinen zu der Angelegenheit gesagt hatten. Lorlen hörte aufmerksam zu.
»Vielen von uns fällt es schwer, seine Geschichte zu glauben«, bemerkte Vinara, »aber einige meiner Kollegen haben auf einen Umstand hingewiesen: Wenn Akkarin seine Taten mit einer erlogenen Geschichte hätte untermauern wollen, wäre ihm sicher etwas Überzeugenderes eingefallen.«
»Meine Krieger sind ebenfalls sehr beunruhigt«, ergänzte Balkan. »Ihrer Meinung nach dürfen wir auf keinen Fall die Möglichkeit außer Acht lassen, dass er die Wahrheit sagt und wir mit einem Angriff seitens Sachakas rechnen müssen. Wir müssen weitere Nachforschungen anstellen.«
Sarrin nickte. »Ja, meine Fakultät schließt sich dieser Auffassung an. Man fragt sich, ob die Bücher Informationen enthalten, die wir benutzen könnten, um uns im Falle eines Angriffs zu verteidigen. Ich fürchte, dass dies nicht der Fall ist. Wenn Akkarin die Wahrheit sagt, werden wir ihn brauchen.«
»Auch ich würde Akkarin gern weitere Fragen stellen«, warf Balkan ein. »Normalerweise würde ich verlangen, dass er in Haft bleibt, bis seine Behauptungen bewiesen sind.«
»Wir können ihn nicht auf Dauer gefangen halten«, rief Vinara ihm ins Gedächtnis.
»Nein.« Balkan schürzte die Lippen, dann blickte er zu Lorlen auf. »Glaubt ihr, dass er mit uns zusammenarbeiten würde?«
Lorlen zuckte die Achseln. »Bisher hat er es jedenfalls getan.«
»Das bedeutet nicht, dass es so bleiben wird«, sagte Vinara. »Bisher haben wir vermutlich genau das getan, was er von uns wollte. Wenn wir einen anderen Weg wählen würden, könnte er äußerst unangenehm werden.«
Sarrin runzelte die Stirn. »Wenn er mit Gewalt die Herrschaft über uns hätte an sich reißen wollen, hätte er das bereits versucht.«
»Das ist offensichtlich nicht das, was er will«, stimmte Balkan zu. »Obwohl diese ganze Geschichte über sachakanische Magier durchaus dazu bestimmt sein könnte, uns zu verwirren.«
»Aber wir können ihn nicht gehen lassen«, erklärte Vinara entschieden. »Akkarin hat aus freien Stücken gestanden, schwarze Magie praktiziert zu haben. Ob er die Morde begangen hat oder nicht, wir können nicht dulden, dass ein Mann in seiner Position eins unserer wichtigsten Gesetze bricht. Akkarin muss bestraft werden.«
»Die geziemende Strafe für dieses Vergehen ist die Hinrichtung«, erinnerte Sarrin sie. »Würdet Ihr eine Untersuchung unterstützen, wenn Ihr wüsstet, dass dies Eure Strafe sein wird?«
»Zweifellos würde er uns auch nicht gestatten, seine Kräfte zu binden.« Vinara seufzte. »Wie stark ist er, Balkan?«
Der Krieger dachte nach. »Das kommt darauf an. Sagt er die Wahrheit? Er hat erklärt, dass ein Magier mit zehn Sklaven binnen weniger Wochen die Stärke von hundert Magiern der Gilde erlangen könne. Er ist seit acht Jahren wieder zurück, obwohl er behauptet, dass er bis vor fünf Jahren keine schwarze Magie benutzt hat. Fünf Jahre sind eine lange Zeit, um sich zu stärken, selbst wenn ihm dafür nur eine einzige Person zur Verfügung stand – bis vor kurzem.«
»Er hat in letzter Zeit gegen neun Sklaven gekämpft«, fügte Sarrin hinzu. »Das muss ihn geschwächt haben.«
Balkan nickte. »Er ist möglicherweise nicht so stark, wie wir befürchten. Wenn er jedoch nicht die Wahrheit sagt, könnte er vielleicht viel stärker sein, als wir vermuten. Er könnte sich über einen längeren Zeitraum hinweg mit zusätzlicher Kraft versorgt haben. Er könnte Menschen in der Stadt getötet haben. Und dann wären da noch Lord Jolen und sein Haushalt.« Balkan seufzte. »Selbst wenn ich mir ein klares Urteil über seine Aufrichtigkeit und seine Stärke bilden könnte, gibt es noch einen weiteren Faktor, der es unmöglich macht, vorauszusagen, was geschehen wird, wenn wir versuchen sollten, Gewalt anzuwenden.«
»Welcher Faktor soll das sein?«, fragte Vinara.
Balkan drehte sich nach links. »Seht Euch Sonea genau an. Spürt Ihr es?«