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Die Meisterin

Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:

Wer über magische Fähigkeiten verfügt, hat in Imardin die Macht. Rücksichtslos setzen sich die Mitglieder der Gilde der schwarzen Magier über die Armen und Gewöhnlichen hinweg. Keiner wagt es, sich zu wehren. Nur Sonea, das Bettlermädchen, begehrt auf...
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Schweigen folgte seinen Worten.

»Aber diese Stärke verringert sich, wenn sie benutzt wird«, wandte Balkan ein. »Nach jedem Kampf ist ein schwarzer Magier schwächer als zuvor.«

»Ja«, antwortete Akkarin.

Balkan wirkte nachdenklich. »Ein kluger Angreifer würde zuerst die Sklaven töten.«

»Warum haben wir noch nie von diesen Ichani gehört?«, hallte Administrator Kitos Stimme durch den Raum. »Jedes Jahr reisen Kaufleute nach Sachaka. Sie haben gelegentlich davon berichtet, dass sich Magier in Arvice trafen, aber es war nie die Rede von schwarzen Magiern.«

»Die Ichani sind Ausgestoßene. Sie leben in den Ödländern, und in Arvice wird niemals öffentlich von ihnen gesprochen«, erwiderte Akkarin. »Der Hof von Arvice ist ein gefährliches politisches Schlachtfeld. Sachakanische Magier geben anderen keinen Einblick in die Grenzen ihrer Fähigkeiten und ihrer Macht. Sie gestatten kyralischen Händlern und Botschaftern nicht, Dinge zu erfahren, die sie vor ihren eigenen Landsleuten verborgen halten.«

»Warum wollen diese Ichani Kyralia überfallen?«, fragte Balkan.

Akkarin zuckte die Achseln. »Dafür gibt es viele Gründe. Vor allem, nehme ich an, wollen sie den Ödländern entfliehen und in Arvice wieder zu Macht und Ansehen gelangen, aber ich weiß, dass einige von ihnen sich auch für den Sachakanischen Krieg rächen wollen.«

Balkan runzelte die Stirn. »Eine Expedition nach Arvice würde bestätigen, ob dies die Wahrheit ist oder nicht.«

»Jeder, der als Magier der Gilde zu erkennen wäre, würde getötet werden, wenn er sich in die Nähe der Ichani wagte«, warnte Akkarin. »Und ich nehme an, dass in Arvice nur wenige Menschen Kenntnis von Karikos Plänen haben.«

»Wie sonst sollen wir dann die Wahrheit herausfinden?«, fragte Vinara. »Werdet Ihr Euch einer Wahrheitslesung unterwerfen?«

»Nein.«

»Das wirft kein gutes Licht auf Euch.«

»Wer immer die Wahrheitslesung durchführen würde, könnte aus meinen Gedanken das Geheimnis schwarzer Magie erfahren«, erklärte Akkarin. »Dieses Risiko werde ich nicht eingehen.«

Vinaras Augen wurden schmal. Sie sah Sonea an. »Und was ist mit Sonea?«

»Nein.«

»Sie hat ebenfalls schwarze Magie erlernt?«

»Nein«, entgegnete er. »Aber ich habe ihr Informationen anvertraut, die nicht weitergegeben werden sollten, es sei denn, im äußersten Notfall.«

Soneas Herz hämmerte. Sie senkte den Blick. Akkarin hatte gelogen, was sie betraf.

»Ist Rothens Geschichte wahr?«, fragte Vinara weiter.

»Ja.«

»Ihr gebt also zu, dass Ihr Euch nur deshalb zu Soneas Mentor habt bestimmen lassen, um Rothens und Soneas Stillschweigen zu erzwingen?«

»Nein, ich habe es auch deshalb getan, weil Sonea großes Potenzial besitzt, das schändlich vernachlässigt wurde. Als ich Sonea kennen lernte, habe ich festgestellt, dass sie grundehrlich, sehr fleißig und außerordentlich begabt ist.«

Sonea sah ihn überrascht an. Sie verspürte ein verrücktes Verlangen zu grinsen, schafft es aber, sich zu beherrschen.

Dann wurde ihr plötzlich sehr kalt, als sie begriff, was er da tat.

Er wollte die anderen Magier überreden, sie in der Gilde zu behalten, indem er ihnen erklärte, dass sie über Fähigkeiten und Informationen verfügte, die sie vielleicht noch benötigen würden. Selbst wenn sie ihm nicht glaubten, würden sie vielleicht Mitleid mit ihr haben. Sie war seine Geisel gewesen. Er hatte sie mit einer List dazu gebracht, ihm zu helfen. Die Gilde würde ihr vielleicht sogar verzeihen. Sie hatte schließlich nur einige Bücher gelesen, und das auch nur auf Veranlassung Akkarins.

Sie runzelte die Stirn. Akkarin stand durch dieses Verhalten nur umso schlechter da. Und er ermutigte die Gilde, das genauso zu sehen. Seit sie zum ersten Mal von den Ichani gehört hatte, hatte sie die Hoffnung gehegt, dass die Gilde, wenn sie die Wahrheit erführe, Akkarin verzeihen würde. Aber jetzt fragte sie sich, ob Akkarin diese Möglichkeit überhaupt je in Betracht gezogen hatte.

Wenn er nicht auf Vergebung hoffte, was hatte er dann vor? Er wollte sich doch gewiss nicht hinrichten lassen?

Nein, wenn es so weit käme, würde er kämpfen und fliehen. Aber würde er es schaffen?

Wieder fragte sie sich, wie viel von seiner Kraft er bei dem Kampf gegen die Ichani verbraucht haben mochte. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, als ihr klar wurde, dass er durchaus zu schwach sein könnte, um der Gilde zu entkommen.

Es sei denn, sie gäbe ihm all ihre Kraft, einschließlich der Energie, die sie von der Ichani genommen hatte.

Sie brauchte ihn lediglich zu berühren und ihm die Energie zu schicken. Die Krieger, die sie umringten, würden versuchen, sie aufzuhalten. Sie würde gegen sie kämpfen müssen.

Aber dann würden sie erkennen, dass sie mehr Kraft benutzte, als sie hätte besitzen dürfen.

Und wenn das geschah, würden sie keinesfalls geneigt sein, ihr zu vergeben.

Ihr blieb also nur eine einzige Möglichkeit, um Akkarin zu retten. Sie musste bekennen, dass sie ebenfalls schwarze Magie praktiziert hatte.

»Sonea.«

Als sie aufblickte, stellte sie fest, dass Lorlen sie aufmerksam beobachtete.

»Ja, Administrator.«

Er kniff die Augen zusammen. »Hat Akkarin dir beigebracht, wie man in einem widerstrebenden Geist lesen kann?«

»Ja.«

»Und du bist dir sicher, dass das, was du in den Gedanken des Spions gesehen hast, der Wahrheit entsprach?«

»Ich bin mir sicher.«

»Wo warst du in der Nacht, als Lord Jolen gestorben ist?«

»Ich war mit dem Hohen Lord zusammen.«

Lorlen runzelte die Stirn. »Was hast du getan?«

Sonea zögerte. Dies war der Moment, in dem sie sich hätte offenbaren müssen. Aber Akkarin würde das möglicherweise nicht wollen.

Er will, das jemand, der die Wahrheit kennt, in der Gilde bleibt. Aber welchen Nutzen werde ich haben, wenn er tot ist? Besser, wir fliehen gemeinsam. Wenn die Gilde unsere Hilfe braucht, kann sie über Lorlens Blutring mit uns in Verbindung treten.

»Sonea?«

Eines weiß ich mit Gewissheit. Ich kann nicht zulassen, dass sie Akkarin töten.

Sie holte tief Luft, dann sah sie Lorlen direkt in die Augen.

»Er hat mich in schwarzer Magie unterwiesen.«

Ein Aufkeuchen ging durch die Halle. Am Rand ihres Gesichtsfelds nahm sie wahr, dass Akkarin sie anstarrte, aber sie hielt den Blick auf Lorlen gerichtet. Ihr Herz hämmerte, und ihr war übel, aber sie zwang sich, weiterzusprechen. »Ich habe ihn gebeten, mich zu unterrichten. Anfangs hat er es abgelehnt. Erst nachdem die Spionin der Ichani ihn verletzt hatte, konnte ich -«

»Du hast freiwillig schwarze Magie erlernt?«, rief Vinara.

Sonea nickte. »Ja, Mylady. Als der Hohe Lord verletzt wurde, ist mir bewusst geworden, dass niemand den Kampf gegen die Ichani würde fortsetzen können, falls er stürbe.«

Lorlen sah zu Akkarin hinüber. »Jetzt wird es tatsächlich niemanden mehr geben.«

Bei seinen Worten überlief Sonea ein Frösteln. Offensichtlich hatte Lorlen Akkarins Strategie durchschaut. Die Erkenntnis, dass ihre Vermutungen richtig gewesen waren, erfüllte sie mit bitterer Befriedigung.

Als sie Akkarin ansah, erschrak sie über den Zorn in seinen Zügen. Hastig wandte sie den Blick ab. Ich habe versprochen, mich an seine Anweisungen zu halten. Zweifel stiegen in ihr auf. Habe ich mich geirrt? Habe ich soeben einen Plan zunichte gemacht, den zu durchschauen ich nicht klug genug war?

Akkarin wollte sich selbst opfern, damit sie in der Gilde bleiben konnte, das wusste sie. Aber ihm musste doch klar sein, dass sie sich möglicherweise weigern würde, ihn im Stich zu lassen.

»Sonea.«

Mit immer noch hämmerndem Herzen zwang sie sich, Lorlen anzusehen.

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