Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
El Silbador - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

El Silbador

Электронная книга - «El Silbador». Краткое содержание книги:

In Spanien nennt man ihn El Silbador — der Pfeifer, denn Michel Baum beherrscht die Kunst des Pfeifens vollendet. Nicht selten verdankt er dieser Kunst Rettung aus Not und Gefahr. Unbändiger Freiheitsdrang ist es, der ihm das Leben in der geknechteten Heimat unerträglich macht; unbändiger Freiheitsdrang treibt ihn von Abenteuer zu Abenteuer. Eine Schar ungleicher Gefährten, darunter die zwielichtige Gräfin Marina und der treue Riese Ojo, sammeln sich um ihn.
In buntbewegten Szenen wird die Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts gegenwärtig.
1 ... 63 64 65 66 67 68 69 70 71 ... 83
Перейти на страницу:

Michel nickte freundlich, als ihm Ibn Kuteiba die Worte übersetzte.

»Sage ihm, wir würden ihm gern die Hand schütteln; aber leider sind wir gefesselt.«

Ibn Kuteiba zögerte.

»Was sagt der Giaur?« schrie der Daj.

»Er würde dir gern die Hand geben, wenn er nicht gefesselt wäre.« Baba Ali lief rot an vor Zorn. Sein dickliches Gesicht bebte. »In den Staub vor mir, ihr Christenhunde!«

»Fällt uns nicht ein!« brüllte ihn Michel mit dem gleichen Stimmaufwand an.

Der Daj verlor seine Beherrschung, ergriff den Klöppel und wollte ihn Michel Baum auf den Kopf schlagen.

Da ließ ein durchdringender Pfiff sein Blut in den Adern gerinnen.

Michel hatte die Lippen gespitzt und stieß die Luft mit unheimlicher Kraft aus. Die Töne wirkten wie Messer auf die Araber. Sie hatten derartiges noch nie gehört. Auch der Kapitän und der Steuermann waren erschrocken; denn Michel hatte sich bisher wohlweislich gehütet, auch nur Andeutungen seiner Kunst zu geben, geschweige denn, sie vorzuführen.

Er ließ nicht nach. Immer neue Wirbel und Passagen kamen aus seinem Munde. Die lauschenden Janitscharen konnten ihre Angst kaum verhehlen; denn es gibt keinen Araber, der nicht abergläubisch wäre. Nur mit Mühe hielten die Palastwachen diesen Tönen stand. Die Gewehre in ihren Fäusten zitterten, und ihre Münder waren weit aufgerissen.

Baba Ali wich Schritt um Schritt vor dem Gefangenen zurück, der keine Fußfesseln umhatte und ihm daher ungehindert folgen konnte. Als der Fürst auf seinen Diwan niederfiel, beugte sich Michel über ihn und biß ihn in die Nase, daß der Daj einen Ruf des Schreckens ausstieß.Michel trat wieder zurück und stellte sich nun in die Reihe der vier Freunde, die trotz der ernsten Lage mühsam gegen ein Lachen ankämpften.

Baba Ali beruhigte sich allmählich. Seine Wut und seine Schlauheit waren mit einem Schlag

verflogen. Sein Gesicht sah töricht aus.

»Wer ist dieser Mensch?« fragte er den Steuermann.

»Der Arzt«, erwiderte dieser benommen.

»Von wem hat er dieses Flöten gelernt?«

Ibn Kuteiba fragte. Michel antwortete:

»Vom Teufel persönlich, der mein Verbündeter ist und der euch alle verderben wird, wenn ihr mir und meinen Genossen auch nur ein Haar krümmt.« Kuteiba übersetzte.

Die Erklärung schien dem Herrn von Algier doch ein wenig zu plump. Er grinste und fragte:

»Warum befreit ihn der Schejtan nicht, wenn er sein Bruder ist?«

»Er wird mich nicht befreien, aber alle, die sich an mir vergreifen, wird er verfolgen.«

Der Daj lenkte schnell auf ein anderes Thema über. Er fragte den Kapitän: »Wo hast du diese Männer gefangen?«

Abu Hanufa besann sich nicht lange und erzählte die Geschichte ziemlich wahrheitsgetreu. »So hast du hundertfünfzig Männer auf dem großen Wasser ungehindert davonsegeln lassen?«

»Ich--ich--ich habe dafür diese--gebracht, Sayd«, stammelte der Kapitän erschrocken.

Baba Ali erhob sich und schlug wieder gegen den Gong. Die Wachen verstärkten sich in wenigen Sekunden um das Dreifache.

»Die beiden abführen«, befahl der Daj, wobei er auf den Kapitän und auf den Steuermann deutete, die blaß geworden waren und wie Espenlaub zitterten. Während man sie aus dem Saal zerrte, rief er ihnen noch nach:

»Allah hat mir verraten, daß ihr hundertfünfzig Lumpenhunde freigelassen habt, die ihre Brüder, mit denen sie vorher befreundet waren, fingen und gegen Wasser verkauften.« Deste hatte diese Worte verstanden und übersetzte sie flüsternd Michel.

Baba Ali winkte der Tänzerin, die schweigsam wie eine Mumie immer noch auf ihrem Platz saß. »Isidolada, du wirst jetzt für mich den Dolmetscher machen.«

Michel und seine Kameraden blickten erstaunt auf, als sie die in ein großes Tuch gehüllte Frau erblickten, von deren Gesicht man allerdings außer der Stirn nichts erkennen konnte.

Das Mädchen setzte sich auf ein Seitenkissen am Diwan des Daj und wartete regungslos auf die ersten Worte ihres Herrn.

»Frage sie, aus welchem Lande sie kommen.«

Das Mädchen fragte mit gedämpfter Stimme in akzentfreiem Englisch:

»Spricht jemand Englisch von Ihnen?«

Michel verbeugte sich trotz seiner Fesseln galant und meinte:

»Wie kommt Ihr hierher, Madam? Ihr seid doch sicherlich keine Eingeborene?«

»Nein, ich bin auch eine Sklavin und wurde vor nicht allzulanger Zeit von einem

marokkanischen Mädchenhändler an den Pascha verkauft. Mein Name ist Isolde Hawbury aus Manchester.«

»Du redest zu lange«, unterbrach sie der Daj scharf. »Was hast du ihn gefragt?« »Deinem Auftrag gemäß, Sayd.« »Woher sind sie also?«

Die Frage hatte Michel noch nicht beantwortet. Deste machte ihn durch einen Stoß aufmerksam,

daß die Dame in Verlegenheit war.

»Woher!« flüsterte er spanisch.

Michel tat, als müsse er husten und hustete die Worte:

»Germany — Berlin!«

Er hoffte, daß sie ihn verstehen würde. Und sie nickte bestätigend. »Deutschland?« fragte der Fürst. »Ich denke, er ist ein Franzose.« Michel erklärte in kurzen Worten, wie es zu diesem Mißverständnis gekommen war. Anschließend sagte er auf Englisch:

»Hört, Miß Hawbury, könnt Ihr mir während des Gesprächs nicht verraten, wie wir hier wieder herauskommen können?« Sie nickte.

Dann kam die nächste Frage des Daj, woran sie von sich aus mit unbewegter Stimme die Worte schloß: »Versucht, den Daj vertrauensselig zu machen. Er ist Dingen des Abendlandes sehr zugänglich. Gaukelt ihm etwas vor und — vergeßt mich nicht, wenn Euch das gelingt.« »Ich werde für Euch tun, was ich kann. Wo wohnt Ihr?«

Sie gab jetzt keine Antwort; denn sie mußte warten, bis der Daj eine weitere Frage stellte, die sie übersetzen sollte.

»Sagt ihm bitte«, begann Michel wieder, »daß ich ihm die Grüße meines Königs aus Berlin entbiete und mich bei diesem beschweren werde. Ich finde es unwürdig, wie man die Abgesandten eines fremden Monarchen hier in Algier behandelt.« Das Mädchen übersetzte laufend.

Der Daj riß die Augen auf, wurde aber sogleich wieder mißtrauisch. Michel fuhr fort:

1 ... 63 64 65 66 67 68 69 70 71 ... 83
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)