Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
El Silbador - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

El Silbador

Электронная книга - «El Silbador». Краткое содержание книги:

In Spanien nennt man ihn El Silbador — der Pfeifer, denn Michel Baum beherrscht die Kunst des Pfeifens vollendet. Nicht selten verdankt er dieser Kunst Rettung aus Not und Gefahr. Unbändiger Freiheitsdrang ist es, der ihm das Leben in der geknechteten Heimat unerträglich macht; unbändiger Freiheitsdrang treibt ihn von Abenteuer zu Abenteuer. Eine Schar ungleicher Gefährten, darunter die zwielichtige Gräfin Marina und der treue Riese Ojo, sammeln sich um ihn.
In buntbewegten Szenen wird die Welt des ausgehenden 18. Jahrhunderts gegenwärtig.
1 ... 61 62 63 64 65 66 67 68 69 ... 83
Перейти на страницу:

Algier, die Stadt der zweiundzwanzig großen Moscheen und der vielen kleinen, dem Andenken von Heiligen oder Marabuts geweihten Gebetshäuser, war im Jahre 935 von dem Fürsten Zori vom Stamm der Beni Mesghanna gegründet worden. Viele Stürme waren über die Stadt gegangen, so daß sich in den Jahrhunderten ihr Gesicht oft verändert hatte. Heute, am 3. März 1775, an dem Tag, da die »Medina« in den Hafen einlief, befand sich Algier im Krieg mit Spanien.

Al-Dschesair, das die Spanier Argel nennen und die Franzosen Alger, Algier also, heute eine Perle Nordafrikas, war damals, 1775, eine Art Soldatenrepublik, an deren Spitze ein Daj, ein Herrscher, stand, der von der Miliz selbst gewählt wurde und sich hauptsächlich dazu verpflichten mußte, pünktlich den Sold an die Soldaten zu entrichten. Dann leisteten ihm die Offiziere den Treueid, und er war für die Dauer seines Lebens der Herr über Leben und Tod. Zu seiner Unterstützung war dem Daj ein beratender Ausschuß von sechzig Beamten beigegeben, der ihn beriet.

Ursprünglich gehörte Algier zum großen Reiche des Sultans von Konstantinopel und hatte ihm seinen Tribut zu entrichten. Der Sultan schickte seine Milizen, die für Recht und Ordnung sorgen sollten.

Der von diesen Milizen — man nannte sie allgemein Janitscharen — gewählte Daj Baba Ali, der auch 1775 noch regierender Fürst von Algier war, machte sich vom Sultan unabhängig und entrichtete der Pforte keinen Tribut mehr. So war die von der ganzen christlichen Mittelmeerwelt gefürchtete und gehaßte Janitscharenrepublik geschaffen worden.

In diesen Märztagen nun landete eine bedeutende spanische Flotte an der nordafrikanischen Küste, und 25 000 Mann Landtruppen griffen die Janitscharen an.

Gerade als diese folgenschweren Ereignisse ihren Lauf nahmen, kehrte die »Medina« von ihrer Raubfahrt in den Atlantik nach Algier zurück.

Unbehelligt hatte sie das englische Gibraltar passiert, und unbehelligt hatte sie die spanische Armada nördlich umsegelt.

Jetzt ankerte sie im Hafen von Algier, und der dicke, große, schwere Abul Mahasin schickte einen Seufzer der Erleichterung zu Allah empor. Weit streckte er die Hände von sich, und seine fetten Wangen glänzten vor Freude und im Vorgenuß des Empfangs, den ihm seine drei Frauen bereiten würden.

Vom Minareh der Moschee El-Dschedid klang die Stimme des Muezzin herüber. Es war um die Zeit des Gebets zum Sonnenuntergang. In eigentümlich singendem Ton rief er die Gläubigen auf, zum Ruhme Gottes gen Mekka zu knien. Und wie alle Gebete des Islam, so wurde auch dieses durch die erste Sure des Korans, die Fatiha, eingeleitet:

»Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen«, zelebrierte der Muezzin, »Lob und Preis sei Allah, dem Weltenherrn, dem Allerbarmer, der da herrschen wird am Tage des Gerichtes. Dir wollen wir dienen, und zu Dir wollen wir flehen, auf daß Du uns führest den rechten Weg, den Weg derer, die Deiner Gnade sich freuen, und nicht den Weg derer, denen Du zürnest, und nicht den Weg der Irrenden!«

Auch Abul Mahasin war niedergekniet. In Ermanglung von Wasser oder Sand vollführte er symbolisch die Bewegung des Waschens, wie der Prophet im alleinseligmachenden Kitab, dem Buch der Bücher, dem Koran, es vorschrieb.

Überall in der Stadt knieten die Gläubigen, huldigten Allah und holten sich Kraft aus dem Gebet. Nur wenige verschwanden dann schnell von den Straßen; das waren ein paar Juden, die ungeachtet aller Verfolgungen nicht zu bewegen waren, sich zum Glauben Mohammeds zu bekehren.

Es war eigentümlich bestellt um den Glauben der Muslimun. Jeder Verbrecher betete inbrünstig um Kraft für seine Unternehmungen. Es gab Gauner und Schurken in vielerlei Gestalt; aber sie hätten eher auf eine noch so günstige Gelegenheit verzichtet, um einen Raub durchzuführen, als auf das vorgeschriebene Gebet. Es focht einen Seeräuber nicht im geringsten an, fremde Schiffe anzufallen und hinterher mit gutem Gewissen Allah für die Kraft zu danken, die er ihm dazu verliehen hatte ...

»Herr, draußen wartet der Knecht, dem Allah das Glück verlieh, dein Schiff »Medina« sicher in den Hafen zurückzugeleiten. Wirst du geruhen, ihn zu empfangen?«

Baba Ali, gewählter Daj der Janitscharenrepublik Al-Dschesair, saß genußvoll in seine Polster zurückgelehnt und schaute mit sichtlichem Vergnügen einer weißen Tänzerin zu, die er vor wenigen Monaten als Sklavin von einem marokkanischen Händler erworben hatte. »Verhülle dein Antlitz, Isidolada«, gebot der Daj dem Mädchen, das vor Anstrengung kaum noch Atem schöpfen konnte und dem der Schweiß in Bächen über den bloßen Körper rann. Isidolada tat, wie ihr befohlen, und wollte sich dann zurückziehen.

»Nein«, rief der Daj gebieterisch, »bleib hier und setze dich hinter mich. Du hast mich durch deinen Tanz erfreut. Nun sollst du hören, welche Schätze mir Abu Hanufa al Dinaweri bringt. Lange genug ist er fortgewesen. Ich hoffe, daß seine Beute mir helfen wird, die Kriegskasse aufzufüllen; denn wir müssen in allernächster Zeit mit einem Angriff dieser spanischen Hunde rechnen. Führe ihn herein, Hussejn.«

Abu Hanufa kam und verbeugte sich tief vor dem Daj. Der hieß ihn sich setzen. »Spanne mich nicht auf die Folter, Kapitän meines Schiffes »Medina«, sondern berichte von deinen Erfolgen. Was hast du gebracht?« »Sechs Säcke Pfeffer, Sayd«, begann Abu Hanufa.

»Weiter«, drängte der Daj. Er schien nicht besonders erfreut zu sein über den Pfeffer. »Einen Ballen Spitzen aus der Stadt der Ungläubigen, die sie Brüssel nennen und die Allah verderben möge.«

»Das soll er bleiben lassen, sonst bekommen wir die schönen Spitzen nicht mehr. — Weiter.«

»Ein Korb voll Dukaten — —«

»Gold?«

»Nein, Sayd, Silber.«

»Und hast du sonst nichts zu bieten?«

»Doch, fünf weiße Sklaven, vier Spanier und einen französischen Künstler, der sich auch auf die wunderbare Kunst des Heilens versteht.«

Der Daj richtete seinen fetten Körper auf und blitzte Abu Hanufa mit zornigen Augen an. »Ist das alles, was du von deiner halbjährigen Reise mitgebracht hast?« »Ich habe noch eine ganz seltene Eroberung gemacht.« »Ah!«

»Ja, Sayd, Allah war uns gnädig. Er spielte uns eine Waffe in die Hand, mit der man unausgesetzt schießen kann, ohne zu laden.« Der Daj war skeptisch. »Hast du das selbst gesehen?« »Nein.« Hanufa zögerte. »Aber ich habe den Mann, der diese Waffe zu handhaben versteht und sie unter Umständen auch nachbauen kann.« »Wo ist er?«

»Noch auf dem Schiff, Herr. Es ist einer der Sklaven, jener französische Doktor, von dem ich dir erzählte.«

Der Daj fuhr auf.

»Bist du des Teufels? Wie kannst du es wagen, ohne diesen Mann hier zu erscheinen! Ich will doch sehen, wie dieser Doktor es fertiggebracht hat, dir einen solchen Floh ins Ohr zu setzen. Ein Gewehr, mit dem man immerfort schießen kann! Lachhaft. Du willst doch nicht verlangen, daß ich dieses Märchen glaube?«

1 ... 61 62 63 64 65 66 67 68 69 ... 83
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)