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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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Der Kirchhof war um diese Stunde bereits geschlossen. Ein schwaches Licht schimmerte noch im Hause des Wächters. Vor Anbruch des Tages kam Niemand mehr, um ihn zu betreten.

Der Doctor besaß augenscheinlich eine genaue Kenntniß von der Anlage des Kirchhofes. Seine Absicht war es jedenfalls nicht, durch die Thür einzutreten – wobei, wenn es hätte geschehen sollen, sehr verschwiegen hätte zu Werke gegangen werden müssen.

»Folgt mir!« sagte er zu Pointe Pescade und seinem Genossen, die auf ihn zugeeilt waren.

Sie gingen an der äußeren Mauer entlang, welche das wellenförmige Terrain zu einer ansehnlichen Höhe führte. Nach einem Marsche von zehn Minuten blieb der Doctor stehen; er zeigte auf eine Lücke in der Mauer, welche von einem erst kürzlich stattgehabten Rutsche derselben herrührte.

»Dort hinein!« sagte er.

Er schlüpfte durch die Lücke. Pointe Pescade und Kap Matifu kletterten ihm nach.

Unter den großen Bäumen, welche die Gräber beschatteten, herrschte tiefe Dunkelheit. Der Doctor folgte ohne zu zögern einer Allee, dann einer Querallee, die zu dem höher gelegenen Theile des Kirchhofes führte.

Das Boot legte an dem »Electric« an. (S. 276.)

Einige in ihrem Fluge aufgescheuchte Nachtvögel flatterten hier und dort auf. Außer diesen Eulen und Käuzchen gab es ringsumher kein lebendes Wesen zwischen den im Grase lagernden Gedächtnißsäulen.

Bald machten die Drei vor einem bescheidenen Monumente Halt, einer Art kleiner Kapelle, deren Gitter mit keinem Schlüssel verschlossen war.

Der Doctor stieß das Gitter auf; dann drückte er auf den Knopf einer kleinen elektrischen Laterne; er ließ einen Strahl aus derselben fallen, doch so, daß ihn von außen Niemand bemerken konnte.

»Tritt ein!« sagte er zu Kap Matifu.

Kap Matifu betrat die kleine Kapelle und sah sich einer Mauer gegenüber, in welche drei Marmorplatten eingelassen waren.

Auf der mittleren standen die Worte:

Stephan Bathory.

1867.

Die Platte zur Linken trug keine Inschrift. Die zur Rechten sollte bald eine solche erhalten.

»Hebe diese Platte aus!« befahl der Doctor.

Kap Matifu that dies ohne Schwierigkeiten, da sie noch nicht vermauert war; er legte sie auf die Erde und ein Sarg wurde in der Wölbung, welche in der Mauer angebracht war, sichtbar.

Es war der Sarg, welcher den Körper Peter Bathory’s enthielt.

»Ziehe den Sarg heraus!« sagte der Doctor.

Kap Matifu zog diesen hervor, ohne daß Pointe Pescade anzufassen brauchte, so schwer er auch war, und nachdem er mit ihm die kleine Kapelle verlassen hatte, stellte er ihn auf den Boden.

»Nimm dieses Werkzeug, sagte der Doctor zu Pointe Pescade und reichte ihm einen Schraubenzieher. Hebe damit den Sargdeckel ab.«

Das war in wenigen Minuten geschehen.

Doctor Antekirtt zog mit der Hand das weiße Tuch ab, welches den Todten bedeckte und legte seinen Kopf auf die Brust, um die Schläge des Herzens zu hören. Er erhob sich und sagte zu Kap Matifu.

»Nimm den Körper heraus.«

Kap Matifu gehorchte, ohne daß er oder Pointe Pescade, trotzdem sie wußten, daß es sich um eine verbotene Ausgrabung einer Leiche handelte, Einspruch erhoben hätten.

Als der Körper Peter Bathory’s in das Gras gelegt worden war, wickelte ihn Kap Matifu wieder in das Leichentuch ein, über welches der Doctor nun seinen Mantel warf. Der Deckel wurde alsdann wieder aufgeschraubt, der Sarg in die Mauerhöhlung geschoben und die Platte wieder vor die Oeffnung gelegt, welche sie genau wie vorher bedeckte.

Der Doctor schloß das Licht der Laterne und die frühere Dunkelheit herrschte wieder.

»Nimm den Körper« sagte er zu Kap Matifu.

Kap Matifu hob mit seinen robusten Armen den Körper des Jünglings auf, als wenn er ein Kind emporzuheben hätte. Dann ging es wieder, der Doctor voran, Pointe Pescade hinterher, durch die Querallee zurück, geraden Weges auf die Mauerbresche zu.

Fünf Minuten später war diese überschritten und der Doctor, Pointe Pescade und Kap Matifu gingen an der Stadtmauer entlang dem Gestade zu

Nicht ein Wort war gewechselt worden; der gehorsame Kap Matifu dachte ja überhaupt nur wie eine Maschine; welche Folge von Gedanken aber wälzte sich in dem Kopfe Pointe Pescade’s umher!

Auf der Strecke vom Kirchhofe zur Küste waren Doctor Antekirtt und seine Begleiter keinem einzigen Menschen begegnet. Doch als sie sich der kleinen Bucht näherten, wo das Boot vom »Electric« sie erwarten sollte, sahen sie einen Zollwächter auf den Klippen des Ufers entlang wandern.

Sie setzten ihren Weg fort, ohne über dessen Anwesenheit besorgt zu sein. Ein lauter Ruf, vom Doctor ausgestoßen, ließ den Führer des Bootes, das bis dahin unsichtbar geblieben war, herbeieilen.

Kap Matifu ging auf ein Zeichen an den Klippen hinunter und schickte sich an, den Fuß in das Boot zu setzen.

Der Zollwächter aber war auch schon zur Stelle und da er die Anstalten zur Einschiffung sah, so rief er die Fremden an:

»Wer seid Ihr?

– Leute, die Euch die Wahl zwischen zwanzig Gulden baar und einem Faustschlag lassen – ebenfalls baar,« erwiderte Pointe Pescade, indem er auf Kap Matifu zeigte.

Der Zollwächter zauderte nicht: er nahm die zwanzig Gulden.

»In See!« commandirte der Doctor.

Einen Augenblick später war das Boot in der Dunkelheit verschwunden. Nach ferneren fünf Minuten legte es an dem spindelförmigen Fahrzeuge an, das man vom Ufer aus nicht bemerken konnte.

Das Boot wurde an Bord gehißt, und der von seiner geräuschlosen Maschine in Bewegung gesetzte »Electric« hatte bald die offene See gewonnen.

Kap Matifu hatte den Körper Peter Bathory’s auf einen Divan in einer schmalen Cabine gelegt, die keine Luftöffnung besaß, durch welche ein Lichtstrahl hätte nach außen dringen können.

Der Doctor blieb allein hier zurück; er beugte sich über Peter und seine Lippen küßten die entfärbte Stirn.

»Erwache jetzt, Peter, sagte er. Ich will es!«

Sofort öffnete Peter die Augen, als wäre er nur in einen magnetischen Schlaf, der dem Tode so ähnlich sieht, versanken gewesen.

Etwas wie Widerwillen malte sich zuerst auf seinen Zügen, als er den Doctor Antekirtt erkannte.

»Sie? murmelte er. Sie, der Sie mich verlassen haben?!

– Ich bin es, Peter!

– Aber wer sind Sie eigentlich?

– Ein Todter, wie Du!

– Ein Todter?

– Ich bin Graf Mathias Sandorf!«…

Ende des zweiten Theiles.

Dritter Theil. 

Erstes Capitel.

Das Mittelmeer.

»Das Mittelmeer ist schön, vornehmlich durch zwei Eigenschaften: seinen harmonievollen Rahmen und die Lebhaftigkeit, Durchsichtigkeit seiner Luft und seines Lichtes… So wie es ist, härtet es bewundernswerth den Menschen ab. Es gibt ihm die ausdauerndste, straffe Kraft; es erzeugt die dauerhaftesten Rassen.«

Michelet hat das gesagt und er hat das Richtige gesagt. Doch zum Glück für die Menschheit hat die Natur, in Ermangelung eines Hercules, den Felsen von Calpe von dem von Abyla getrennt, um die Meerenge von Gibraltar zu formen. Man kann ganz getrost über die Behauptung so mancher Geologen hinwegsehen, und behaupten, daß diese Meerenge schon von jeher vorhanden gewesen ist. Ohne sie gäbe es kein Mittelmeer. Die Verdunstung entführt in Wirklichkeit diesem Meere dreimal so viel Wasser, als ihm seine sämmtlichen Zuflüsse zuführen; wenn also der es wiederergänzende Strom aus dem Atlantischen Ocean sich nicht durch die Meerenge wälzen würde, so wäre es schon seit vielen Jahrhunderten eine Art Todten Meeres, anstatt das lebendige Meer »par excellence« zu sein.

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