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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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Von seinen ihn völlig beherrschenden Ideen fortgerissen, beschloß Peter Bathory, acht Tage vor der festgesetzten Hochzeitsfeier an Silas Toronthal zu schreiben.

Der Brief blieb ohne Antwort.

Peter versuchte, dem Banquier auf der Straße zu begegnen. Es gelang ihm nicht.

Er wollte in das Hotel selbst dringen. Man verwehrte ihm den Eingang.

Sarah und ihre Mutter waren jetzt unsichtbar. Es gab keine Möglichkeit, bis zu ihnen zu dringen.

Doch während Peter Sarah und ihren Vater nicht zu Gesicht bekam, sah er sich im Stradone mehrfach Sarcany gegenüber. Den Blick des Hasses des jungen Mannes beantwortete Sarcany nur mit der unverschämtesten Mißachtung. Peter Bathory hegte den Gedanken, ihn zu provociren, damit er sich mit ihm schlagen müßte. Doch unter welchem Vorwande und warum hätte Sarcany ein Duell annehmen sollen, welches sein Interesse am Vorabende seiner Ehe mit Sarah Toronthal zu vermeiden vorschrieb?

So vergingen noch sechs Tage. Peter verließ trotz der inständigen Bitten seiner Mutter, trotz der Bitten Borik’s das Haus in der Marinella-Straße am Abend des 4. Juli. Der alte Diener versuchte, ihm zu folgen, doch er hatte ihn bald aus den Augen verloren. Peter ging auf gut Glück durch die ödesten Straßen Ragusas, an den Befestigungsmauern entlang, als ob er närrisch geworden wäre.

Eine Stunde später brachte man ihn sterbend seiner Mutter. Ein Messerstich hatte den oberen Theil des linken Lungenflügels durchbohrt.

Es war kein Zweifel möglich: Peter hatte sich in einer Anwandlung von Verzweiflung selbst tödten wollen.

Pointe Pescade eilte, sobald er das Unglück vernommen zum Telegraphenbureau.

Nach einer Stunde war die Nachricht von dem Selbstmorde des jungen Mannes im Besitz des Doctors Antekirtt in Cattaro.

Es ist unmöglich, den Schmerz der Frau Bathory zu schildern, als sie vor ihrem Sohne, der nur noch wenige Stunden zu leben hatte, aus ihrer Ohnmacht erwachte. Doch die Energie der Mutter siegte über die Schwäche der Frau. Erst galt es zu sorgen. Thränen konnten später fließen.

Man brachte Peter Bathory sterbend seiner Mutter. (S. 263.)

Ein Arzt wurde geholt. Er kam sogleich, untersuchte den Verwundeten und lauschte auf den schwachen und pausirenden Athem seiner Brust. Er sondirte die Wunde, legte den ersten Verband an und that, was in seinen Kräften stand; allein Hoffnung konnte er nicht geben.

Fünfzehn Stunden später hatte sich der Zustand Peter’s in Folge Hinzutretens einer sehr starken Blutung noch verschlechtert und sein Athem, kaum hörbar, drohte in jedem Augenblicke mit einem letzten Seufzer zu entfliehen.

Ihre Mutter sank vor dem Bett auf die Knie. (S. 270.)

Frau Bathory war auf die Knie gesunken und betete zu Gott, er möge ihr den Sohn erhalten.

Plötzlich öffnete sich die Thür des Zimmers. Doctor Antekirtt trat herein und ging auf das Bett des Sterbenden zu.

Frau Bathory wollte ihm in den Weg treten. Ein Zeichen von ihm hemmte ihren Schritt.

Der Doctor beugte sich über Peter und untersuchte ihn aufmerksam, ohne ein Wort zu sprechen. Dann betrachtete er ihn mit unwiderstehlicher Stetigkeit.

Gleichsam als strömte aus seinen Augen eine magnetische Kraft, schien dieser Blick in das Gehirn zu dringen, wo die Gedanken zu erlöschen drohten, das eigene Leben mit dem eigenen Willen.

Peter drehte sich plötzlich auf die Seite. Seine Augenlider erhoben sich, er sah den Doctor an… und fiel leblos zurück.

Frau Bathory stürzte mit einem Schrei über ihren Sohn und sank dann ohnmächtig in die Arme des alten Borik.

Der Doctor schloß die Augen des jungen Todten; er richtete sich dann wieder auf und verließ das Zimmer. Man hätte ihn jenen Spruch aus den indischen Legenden murmeln hören können:

»Der Tod zerstört nicht, er macht nur unsichtbar!«

Achtes Capitel.

Ein Zusammentreffen im Stradone.

Peter’s Tod machte in der Stadt gewaltiges Aufsehen, doch Niemand ahnte den wahren Beweggrund von Peter Bathory’s Selbstmord, namentlich argwöhnte kein Mensch, daß Sarcany und Silas Toronthal Schuld an diesem Unglück hatten.

Am nächsten Tage, dem 6. Juli, sollte die Hochzeit Sarah Toronthal’s mit Sarcany gefeiert werden.

Von dem unter so rührenden Umständen erfolgten Selbstmorde hatten weder Frau Toronthal noch ihre Tochter eine Ahnung. Silas Toronthal hatte im Einverständnisse mit Sarcany seine Vorsichtsmaßregeln in dieser Hinsicht getroffen.

Man war übereingekommen, daß die Heirat in bescheidener Form vollzogen würde. Man wollte einen Todesfall in der Familie Sarcany’s vorschützen. Dergleichen entsprach zwar nicht den prunkliebenden Gewohnheiten Toronthal’s, doch unter diesen Umständen hielt er es selbst für besser, daß die Dinge ohne großes Aufsehen zu erregen ihren Verlauf nahmen. Die Neuvermählten sollten nur wenige Tage in Ragusa bleiben und dann nach Tripolis abreisen, wo Sarcany’s ständiger Wohnsitz wäre, so sagte man. Ein Empfang im Hotel des Stradone sollte ebenfalls unterbleiben, sowohl bei Verlesung des Ehecontractes, welcher der jungen Frau ein beträchtliches Vermögen sicherstellte, als auch nach der kirchlichen Handlung in der Franziskaner-Kirche, welche unmittelbar der standesamtlichen Trauung folgen sollte.

An jenem Tage lustwandelten, während im Hotel Toronthal die letzten Vorbereitungen zur Hochzeit getroffen wurden, zwei Männer auf der gegenüberliegenden Seite des Stradone.

Es waren Kap Matifu und Pointe Pescade.

Doctor Antekirtt hatte Kap Matifu von Ragusa zurückgebracht. Seine Gegenwart war in Cattaro nicht mehr von Nöthen und daß die beiden Freunde, die beiden »Zwillinge«, wie Pointe Pescade sie nannte, über ihre Wiedervereinigung sehr glücklich waren, kann kaum bezweifelt werden.

Als der Doctor kaum in Ragusa angelangt war, hatte er sofort den Besuch in der Marinella-Straße gemacht; dann hatte er sich in ein bescheidenes Hotel in der Vorstadt Plocce zurückgezogen, woselbst er die Heirat Sarcany’s mit Sarah Toronthal abwarten wollte, ehe er weitere Schritte unternahm.

Bei einem zweiten Besuche, den der Doctor am folgenden Morgen Frau Bathory machte, hatte er selbst geholfen, Peter in den Sarg zu legen; er war dann wieder in sein Hotel zurückgekehrt, nachdem er Pointe Pescade und Kap Matifu beauftragt hatte, den Stradone zu überwachen.

Während Pointe Pescade ganz Auge und Ohr war, hinderte ihn nichts am Sprechen.

»Ich finde, Du bist dicker geworden, mein Kap, sagte er und richtete sich auf, um die Brust des Hercules zu befühlen.

– Ja… und stets solid.

– Ich habe es schon an Deiner Umarmung gemerkt.

– Doch das Stück, von dem Du mit mir sprachst? fragte Kap Matifu, der an seiner Rolle festhielt.

– Es geht vorwärts, es geht vorwärts! Du mußt bedenken, daß die Handlung eine sehr verwickelte ist.

– Eine verwickelte?

– Ja! Es ist kein Lust-, sondern ein Trauerspiel und schon der Anfang ist sehr packend.«

Pointe Pescade schwieg. Ein schnell heranrollendes Coupé hielt vor dem Hotel des Stradone.

Der Schlag des Wagens, in welchem Pointe Pescade Sarcany erblickt hatte, öffnete und schloß sich sofort.

»Ja!… Sehr packend, wiederholte er, und er kündet einen großen Erfolg an.

– Und der Bösewicht? fragte Kap Matifu, den diese Persönlichkeit am Meisten interessirte.

– Nun, der Bösewicht triumphirt augenblicklich, wie das immer in einem gut aufgebauten Stücke der Fall ist…. Aber Geduld…. Warten wir das Ende ab!

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