Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
1 ... 61 62 63 64 65 66 67 68 69 ... 137
Перейти на страницу:

– In Cattaro, sagte Kap Matifu, glaubte ich schon, daß ich sollte…

– In die Handlung eingreifen?

– Ja, Pointe Pescade, ja!«

Und Kap Matifu erzählte Alles, was sich im Bazar von Cattaro zugetragen hatte, das heißt, wie seine beiden Arme für eine Entführung verlangt wurden, die nachher nicht zu Stande kam.

»Aha, es war also noch zu früh, erwiderte Pointe Pescade, der »sprach, um zu sprechen«, wie man sagt, wobei er unaufhörlich nach links und rechts blickte. Du sollst eben erst im vierten oder fünften Act auftreten, lieber Kap. Vielleicht erscheinst Du auch erst in der letzten Scene. … Aber sei unbesorgt, Du wirst eine erdrückende Wirkung ausüben. … Darauf kannst Du Dich verlassen.«

Jetzt ließ sich ein fernes Geräusch in dem Stradone von der Ecke der Marinella-Straße her vernehmen.

Ein Leichenconduct, der aus der letztgenannten Straße herauskam, wendete sich den Stradone entlang der Franziskaner-Kirche zu, wo eine Todtenfeier abgehalten werden sollte.

Wenige Personen nur waren bei dieser Beerdigung zugegen, deren einfache Erscheinungsweise die öffentliche Aufmerksamkeit nur in geringem Maße auf sich zog – ein schmuckloser, mit einem schwarzen Tuche bedeckter Tragesarg.

Der Zug ging langsam einher. Plötzlich faßte Pointe Pescade mit lautem Ausrufe des Erstaunens krampfhaft den Arm Kap Matifu’s.

»Was hast Du? fragte Kap Matifu.

– Nichts! Es würde zu lange dauern, um es Dir zu erklären.«

Er hatte soeben Frau Bathory erkannt, welche hinter dem Leichname ihres Sohnes einherschritt.

Die Kirche hatte ihre Segnungen diesem Todten nicht verschlossen, den die Verzweiflung zum Selbstmorde getrieben hatte; der Priester, der ihn zum Kirchhofe begleiten sollte, erwartete ihn in der Kapelle der Franziskaner.

Frau Bathory wankte trockenen Auges einher. Sie besaß nicht mehr die Kraft zum Weinen. Ihre unnatürlich vergrößerten Augen wendeten sich bald zur Seite, bald bohrten sie sich in das Bahrtuch, welches den Körper des Sohnes bedeckte.

Der alte Borik schleppte sich zum Erbarmen neben ihr her.

Pointe Pescade fühlte, daß ihm die Thränen in die Augen traten. Wenn der brave Mensch nicht auf seinem Posten hätte bleiben müssen, würde er nicht gezögert haben, sich den wenigen Freunden und Nachbarn anzuschließen, welche den Ueberresten Peter Bathory’s die letzte Ehre erwiesen.

Gerade als der Leichenzug an dem Hotel Toronthal vorüber wollte, öffnete sich das große Portal desselben. Zwei Wagen standen vor dem Perron am Hofe zum Ausfahren bereit.

Der erste fuhr bereits zum Thore hinaus und wendete um, um den Stradone hinabzufahren.

Pointe Pescade erblickte in ihm Silas Toronthal, seine Frau und seine Tochter.

Frau Toronthal, vom Schmerz halb gebrochen, saß neben Sarah, die noch weißer als ihr Brautschleier aussah.

Sarcany, von einigen Verwandten oder Freunden begleitet, hatte im zweiten Wagen Platz genommen.

Wie bei der Bestattungsfeier fehlte auch bei der Feier der Hochzeit jeder Aufwand. Auf beiden Seiten dieselbe fürchterliche Traurigkeit.

Plötzlich hörte man, in dem Augenblicke, als der erste Wagen durch das Thor fuhr, einen herzzerreißenden Schrei.

Frau Bathory war stehen geblieben und die Hand gegen Sarah ausstreckend, hatte sie jene verflucht.

Sarah war es gewesen, die den Schrei ausgestoßen. Sie hatte die Mutter in Trauerkleidung gesehen und Alles begriffen, was man ihr verheimlichte…. Peter war gestorben, durch sie und für sie, sein Leichenzug war es, der an ihr vorüberging, gerade als sie der Wagen zur Trauung führte.

Sie fiel ohnmächtig zurück. Frau Toronthal, völlig kopflos, sachte sie ins Leben zurückzurufen. Es war vergebens…. Sie athmete kaum noch.

Silas Toronthal konnte seinen Zorn nicht unterdrücken. Doch Sarcany, der eilends herbeigekommen war, wußte sich zu fassen.

Unter diesen Umständen war es unmöglich, vor den Priester zu treten und es mußte den Kutschern der Befehl ertheilt werden, in das Hotel zurückzukehren, dessen Thor hinter ihnen lärmend zufiel

Sarah wurde in ihr Zimmer getragen und auf ihr Bett gelegt, sie rührte sich nicht. Ihre Mutter sank vor dem Bett auf die Knie und ein Arzt wurde in aller Eile herbeigeholt. Während dessen setzte der Leichenzug Peter Bathory’s seinen Weg nach der Franziskaner-Kirche fort; nach abgehaltener Todtenfeier fand die Bestattung auf dem Kirchhofe von Ragusa statt.

Pointe Pescade hatte begriffen, daß Doctor Antekirtt so schnell als möglich von dem unvorhergesehenen Zwischenfalle unterrichtet werden mußte. Er sagte also zu Kap Matifu:

»Bleibe hier und gib Obacht!«

Er selbst eilte in die Vorstadt Plocce.

Der Doctor blieb während der Erzählung Pointe Pescade’s stumm.

»Bin ich über meine Befugnisse hinausgegangen? sagte er bei sich. Nein!… Habe ich einer Unschuldigen wehe gethan? Zweifellos ja! Doch diese Unschuldige ist nun einmal die Tochter von Silas Toronthal!«

– Er wandte sich dann an Pointe Pescade:

»Wo ist Kap Matifu?

– Vor dem Hotel im Stradone.

– Ich brauche Euch Beide heute Abend.

– Um wie viel Uhr?

– Um neun.

– Wo sollen wir Sie erwarten?

– Am Thor des Kirchhofes.«

Pointe Pescade suchte sofort Kap Matifu auf, den er auf seinem Posten vorfand.

Am Abend gegen acht Uhr ging der Doctor, in einen weiten Mantel gehüllt, auf das Thor von Ragusa zu. Links, an einem Vorsprunge der Mauer, suchte er eine kleine, zwischen den Klippen liegende Bucht auf, die oberhalb des Hafens in das Gestade einschnitt.

Der Ort lag völlig vereinsamt da. Weder Häuser noch Boote sah man hier. Die Fischerbarken ankerten hier nicht aus Furcht vor den zahlreichen Rissen, welche die Bucht einschließen. Der Doctor blieb hier stehen, sah sich um und stieß einen Ruf aus, der jedenfalls verabredet war. Denn alsbald näherte sich ein Matrose mit den Worten:

»Zu Befehl, Meister!

– Ist das Boot da, Pazzer?

– Ja, hinter diesem Felsen.

– Mit der ganzen Mannschaft?

– Ja.

– Und der »Electric«?

– Liegt weiter nördlich, drei Ankerlängen außerhalb der kleinen Bucht.«

– Und der Matrose zeigte auf eine langgestreckte, in der Dunkelheit größer erscheinende Masse, deren Gegenwart kein einziges Licht verrieth.

»Wann ist er von Cattaro angekommen? fragte der Doctor.

– Vor einer Stunde ungefähr.

– Und er ist von Niemandem bemerkt worden?

– Von Niemandem! Er glitt an den Klippen entlang.

– Kein Mann soll seinen Posten verlassen, Pazzer; wenn es nicht anders geht, soll man hier die ganze Nacht auf mich warten.

– Ja, Meister!«

Der Matrose ging zum Boote zurück, welches mit den äußersten Uferfelsen fast in eins verschmolz.

Doctor Antekirtt hielt sich noch kurze Zeit am Ufer auf. Er wollte jedenfalls hier warten, bis die Nacht dunkler geworden war. Er ging zeitweilig mit großen Schritten auf und ab. Dann machte er wieder Halt, und sein Blick verlor sich in das Adriatische Meer, als hätte er ihm seine Geheimnisse anvertraut.

Nicht Mond, nicht Sterne erglänzten am Himmel. Kaum einer der Landwinde, die sich am Abend zu erheben und einige Stunden zu dauern pflegen, machte sich fühlbar. Hochliegende, doch ziemlich dichte Wolken bedeckten den ganzen Himmelsraum bis zum westlichen Horizonte, wo der letzte Rauchstreifen aus dem Schlote eines Dampfers, der sich hell vom Himmel abgehoben hatte, soeben verflog.

»Dort hinein!« sagte Doctor Antekirtt. (S. 274)

»Vorwärts,« ermahnte sich selbst der Doctor.

Er ging an der Umwallung der Stadt entlang dem Kirchhofe zu.

Vor dem Thore desselben warteten Pointe Pescade und Kap Matifu; sie hatten sich hinter einem Baume verborgen, so daß sie nicht gesehen werden konnten.

1 ... 61 62 63 64 65 66 67 68 69 ... 137
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)