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READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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Ich vertrat ihm den Weg. »Sind das meine Hemden?«

»Nein, Sir«, erwiderte er. »Ich lieh sie von den Chattisbournes, deren Sohn in Südafrika ist, solange, bis Ihre eigenen Sachen geschickt worden sind.«

Meine eigenen Sachen. Und von wo aus bitte sollten meine eigenen Sachen geschickt werden? Doch ich hatte dringendere Probleme. »Legen Sie die Hemden in die Kommode«, sagte ich, immer noch zwischen ihm und dem Schrank stehend.

»Sehr wohl, Sir.« Baine sortierte die Hemden sorgfältig in die obere Schublade. »Ich habe auch eine Garnitur Abendkleidung und einen Tweedanzug besorgt, reinigen und für Ihre Größe ändern lassen. Sie werden morgen früh fertig sein, Sir.«

»Gut«, sagte ich. »Danke, Baine.«

»Ja, Sir.« Er verließ das Zimmer ohne weitere Aufforderung.

»Das war aber nahe…« begann ich, als er mit einem Tablett zurückkam, auf dem eine Porzellantasse, ein silbernes Kännchen und ein kleiner Teller mit Biskuits stand.

»Ich dachte, etwas Schokolade wäre angenehm, Sir.«

»Danke, Baine.«

»Im Schrank sind noch zusätzliche Decken, Sir. Soll ich eine aufs Bett legen?«

»Nein!« Wieder stellte ich mich zwischen den Schrank und ihn. »Danke. Das ist alles, Baine.«

»Ja, Sir«, sagte er, ging aber nicht. »Sir«, sagte er nervös, »wenn ich da noch etwas sagen dürfte…«

Entweder wußte er, daß Verity im Kleiderschrank steckte oder daß ich ein Betrüger bin, dachte ich. Oder beides.

»Ja, was ist?«

»Ich… ich wollte nur sagen…« — wieder zögerte er nervös, und ich merkte, wie bleich und hager er aussah —,»… wie dankbar ich Ihnen bin, daß Sie Prinzessin Arjumand zurückgebracht haben.«

Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet. »Dankbar?« wiederholte ich verblüfft.

»Ja, Sir. Mr. St. Trewes sagte mir, daß Sie derjenige waren, der sie gefunden hat, nachdem Ihr Boot kenterte und Sie ans Ufer geschwommen waren. Ich hoffe, Sie halten mich nicht für unverschämt Sir, aber Miss Mering hängt außerordentlich an ihrer Katze, und ich hätte mir niemals vergeben, wenn Prinzessin Arjumand etwas geschehen wäre.« Wieder zögerte er mit unruhigem Blick. »Es war nämlich meine Schuld.«

»Ihre Schuld?« fragte ich verständnislos.

»Ja, Sir. Wissen Sie, Colonel Mering sammelt Fische. Aus dem Orient. Er hält sie in einem Teich im Steingarten.«

»Ah, ja«, sagte ich und hoffte, daß die Symptome der Zeitkrankheit nicht gerade wieder erneut bei mir ausbrachen. Ich konnte keinen Zusammenhang entdecken.

»Ja, Sir. Prinzessin Arjumand hat die unglückselige Angewohnheit, Colonel Merings Fische zu fangen und zu fressen, gleichgültig, wie sehr ich sie auch davon abzuhalten versuche. Katzen sind, wie Sie wissen, unbeeindruckt von Drohungen.«

»O ja«, sagte ich. »Und von Bitten und Betteln und…«

»Die einzige disziplinarische Maßnahme, die bei Prinzessin Arjumand Wirkung zeigt, ist…«

Plötzlich dämmerte es mir. »Sie in den Fluß zu werfen«, sagte ich.

Aus dem Kleiderschrank kam ein Ton wie ein Aufstöhnen, aber Baine schien es nicht zu hören. »Ja, Sir«, sagte er. »Das heilt sie natürlich nicht von ihrer Vorliebe. Man muß die Maßnahme ungefähr einmal pro Monat wiederholen. Ich werfe sie nur ein kurzes Stück hinaus. Katzen können recht gut schwimmen, wenn sie dazu gezwungen sind. Besser als Hunde. Dieses Mal aber gelangte sie offenbar in die Strömung und…« Er verbarg das Gesicht in den Händen. »Ich fürchtete, sie sei ertrunken«, sagte er verzweifelt.

»Na, na.« Ich nahm ihn am Arm und half ihm zu dem mit Chintz bespannten Stuhl. »Setzen Sie sich. Sie ist nicht ertrunken. Es geht ihr ausgezeichnet.«

»Sie fraß die silberne Kaiserpfauentaube des Colonel. Ein extrem seltener Fisch. Der Colonel hatte ihn sich mit dem Schiff aus Honshu kommen lassen, unter großen Kosten«, sagte er gequält. »Er war erst am Vortag eingetroffen. Und da hockte Prinzessin Arjumand neben der Rückenflosse und leckte sich genüßlich ihre Pfote, und als ich rief: ›Oh, Prinzessin Arjumand! Was hast du getan?‹ schaute sie mich mit einem Blick reinster Unschuld an. Ich fürchte, ich verlor die Beherrschung.«

»Das kann ich gut verstehen«, sagte ich.

»Nein.« Baine schüttelte den Kopf. »Ich trug sie zum Fluß hinunter und schleuderte sie, so fest ich konnte, aufs Wasser hinaus und ging fort. Als ich zurückkam…« — wieder verbarg er das Gesicht in den Händen —, »war nichts mehr von ihr zu sehen. Ich suchte überall. In diesen vergangenen vier Tagen fühlte ich mich wie Dostojewskis Raskalnikov, unfähig, mein Verbrechen zu gestehen, zermartert von Schuld über meinen Mord an einer unschuldigen Kreatur…«

»Na ja, nicht ganz unschuldig«, warf ich ein. »Sie fraß die silberne Kaiserpfauentaube.«

Baine hörte mich nicht einmal. »Die Strömung muß sie weggetrieben haben, und sie kam weiter unten, stromabwärts, erst ans Ufer, naß, verirrt…«

»Und den Bauch voll Pfauentaube«, sagte ich, um ihn davon abzuhalten, das Gesicht erneut in den Händen zu verbergen. Und doppelkiemigem Döbel, dachte ich.

»Ich tat kein Auge zu. Ich merkte, daß ich… ich wußte, daß Miss Mering es mir nie vergeben würde, wenn ihrer geliebten Katze etwas passiert wäre, aber ich fürchtete, gutherzig wie sie ist, würde sie es vielleicht doch tun, und ich wäre im Leben nicht imstande gewesen, ihre Vergebung zu ertragen oder mir selbst zu verzeihen. Doch ich wußte, daß ich es ihr würde sagen müssen und hatte es mir für heute abend vorgenommen, nach der Seance. Und dann öffneten sich die Verandatüren, und ein Wunder geschah. Prinzessin Arjumand war da, sicher zurückgekehrt, dank Ihnen!« Er ergriff meine Hände. »Ich bin Ihnen so dankbar, Sir! Tausend Dank!«

»Schon gut«, sagte ich und entzog ihm meine Hände, bevor er auf die Idee kommen konnte, sie vielleicht mit Küssen zu bedecken. »Es war mir eine Freude.«

»Prinzessin Arjumand hätte verhungern können oder erfrieren oder von wilden Hunden zerrissen werden oder…«

»Grämen Sie sich nicht über Dinge, die nicht passiert sind«, sagte ich. »Sie ist sicher nach Hause zurückgekehrt.«

»Ja, Sir«, sagte er mit einem Blick, als wolle er meine Hände erneut ergreifen.

Ich versteckte sie hinter meinem Rücken.

»Wenn es etwas gibt, irgend etwas, womit ich Ihnen einen Gefallen tun kann und meine Dankbarkeit zeigen, würde ich es auf der Stelle tun.«

»Ja, gut«, sagte ich. »Vielen Dank, Baine.«

»Nein, ich habe Ihnen zu danken, Sir«, erwiderte er, zog meine Hände hinter meinem Rücken hervor und schüttelte sie kräftig. »Und vielen Dank, daß Sie mich angehört haben. Ich hoffe, ich habe nicht ungebührlich gesprochen, Sir.«

»Keineswegs«, sagte ich. »Ich bin froh, daß Sie mir das erzählt haben.«

Baine erhob sich und zog seine Rockschöße gerade. »Soll ich Ihre Jacke und Ihre Hosen für Sie aufbügeln, Sir?« fragte er, langsam Haltung zurückgewinnend.

»Nein, ist schon gut«, entgegnete ich mit dem Gedanken, daß ich diese Dinge, so wie es ausschaute, vielleicht bald wieder brauchen würde. »Sie können sie später bügeln.«

»Sehr wohl, Sir. Kann ich sonst noch etwas für. Sie tun?«

»Nein«, sagte ich. »Danke, Baine. Und gute Nacht. Ruhen Sie sich etwas aus. Und machen Sie sich keine Sorgen mehr. Prinzessin Arjumand ist wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt. Es ist kein Schaden aus der Angelegenheit entstanden.« Hoffte ich zumindest.

»Ja, Sir«, sagte er. »Gute Nacht, Sir.«

Ich öffnete die Tür, um ihn hinauszulassen und hielt sie einen Spalt geöffnet, um ihn zu beobachten, bis er die Tür zu den Dienstbotengemächern erreicht hatte und dahinter verschwunden war. Dann ging ich zum Kleiderschrank und klopfte leise.

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