Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Der heisse Himmel um Mitternacht
Der heisse Himmel um Mitternacht - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der heisse Himmel um Mitternacht

Электронная книга - «Der heisse Himmel um Mitternacht». Краткое содержание книги:

Der heisse Himmel um Mitternacht
1 ... 61 62 63 64 65 66 67 68 69 ... 103
Перейти на страницу:

Es gab aber noch eine Menge zu tun. Pro forma funkte Caskie zu dem Kalmarschiff hinüber und warnte die Besatzung davor, dass sie jetzt anfangen würden, Spiegelstaub zu sprühen. Es erfolgte keine Antwort. Vielleicht war es denen ja egal, oder sie wussten nicht, was tun. Das Schiff ankerte noch immer vor der Eiszunge, und es sah so aus, als fänden zwischen den Männern im Beiboot und den Frauen an Bord Verhandlungen statt.

Carpenter erteilte den Befehl, und die Spiegelstaubpumpen setzten sich in Gang und schossen glitzernde Wolken von Metallpulver auf die exponierten Teile des Eisbergs – und höchstwahrscheinlich auch über das ganze Kalmarschiff und das Boot. Die Arbeit dauerte eine halbe Stunde. Die See wurde zunehmend rauer, und der Berg tanzte recht gemein und torkelig. Doch Carpenter wusste, dass darunter, unsichtbar, eine gewaltige Eisbasis lag – genug, so hoffte er, den Berg stabil zu halten, bis sie aufbrechen konnten.

»Bringen wir jetzt die Schürze an«, sagte er.

Eine verzwickte Sache das, an der Wasserlinie des Schiffs versprühten Düsen einen Thermoplastikschaum, der den Eisberg schützen sollte, wo er der Erosion durch die Wellen am stärksten ausgesetzt war. Aber der wirklich schwere Teil kam, wenn sie die Krampentaue verlängern mussten, mit denen Eisberg und Schiff verbunden waren, damit sie um den Berg herummanövrieren konnten. Aber Nakata war Spitze darin. Sie lichteten die Anker und fuhren um die abgelegene Flanke des Bergs herum. Der Bestäubte Eisberg war sinnbetörend schön, ein schimmernder Gletscher aus weißem Licht.

»Das Wackeln da gefällt mir aber gar nicht«, sagte Hitchcock immer wieder.

»Das spielt keine Rolle mehr, wenn wir erst mal unterwegs sind«, erwiderte Carpenter.

Die Hitze war wie ein Hammer geworden, der auf die dunkle kühle Wasserfläche einschlug, sie mischte die Thermalschichten durcheinander, peitschte die Strömungen hoch und wirbelte alles wie in einer Zentrifuge durcheinander. Sie hatten wohl ein bisschen zu lange gewartet, ehe sie sich an die Arbeit machten. Der Berg war stark angefressen, neigte sich schwer luv, schwankte, rollte tief zur Seite wie eine von diesen japanischen Stehaufpuppen und schwankte dann wieder zurück. Gotte mochte wissen, was das Kalmarschiff drüben von der See auszustehen hatte, aber von dieser Seite aus konnte Carpenter es nicht mehr sehen. Er kreiste weiter, bis die gesamte Länge der Krampentaue ausgeschöpft war, dann fuhren sie wieder im Bogen die gleiche Strecke zurück.

Als sie wieder auf der Leeseite waren, sah er, was für eine See das Kalmarschiff abgekriegt hatte. Das Schiff war abgesoffen. Die Eiszunge, an der es geankert hatte, war aus der See hochgestiegen und hatte es getroffen wie der Fußtritt eines Riesen.

»Jesus Christus«, brummte Hitchcock neben ihm. »Das musste gesehen haben! Die Arschlöcher sind da einfach hocken geblieben!«

Die Calamari Maru holte See über wie verrückt und war dicht vor dem Sinken. Das Meer wirbelte von einer Armada von gerade freigekommenen Kalmaren, die sich hastig in alle Richtungen verstreuten und mit Höchstgeschwindigkeit fortschwammen. Im Schatten des Eisbergs tanzten drei Dinghis in den Wellen.

»Das musste gesehen haben!«, sagte Hitchcock wieder.

»Maschinen an!«, befahl Carpenter. »Verschwinden wir verdammt schnell von hier.«

Hitchcock sah ihn ungläubig aus zusammengekniffenen Augen an.

»Meinst du das wirklich, Cap'n? Im Ernst?«

»Ja, verdammt noch mal!«

»Scheiße«, sagte Hitchcock. »Was für eine verdammte, beschissene, lausige Welt.«

»Mach schon! Lass die Maschinen anlaufen!«

»Du willst also tatsächlich drei vollbesetzte Boote von 'nem sinkenden Schiff da drüben einfach im Wasser sitzen lassen?«

»Genau. Du hast es geschnallt.« Carpenter hatte das Gefühl, als steckte ihm der Kopf voll Wolle. Denk nicht nach, befahl er sich. Über gar nichts. Mach einfach weiter! »Und jetzt lass die Maschinen an, ja?«

»Das ist zuviel«, sagte Hitchcock leise und bewegte langsam den Kopf von einer Seite zur anderen. »Das geht verdammt zu weit.«

Er schnaufte wie ein angeschossener Büffel und machte zwei, drei torkelnde Schritte auf Carpenter zu. Die Arme baumelten lose, die Hände waren halbgeschlossen. Die Augen waren zu Schlitzen verengt, und das Gesicht wirkte merkwürdig gedunsen. Er baute sich über Carpenter auf, ein dunkler massiger Brocken von einem Mann, und er keuchte und knurrte vor sich hin. Er wirkte halb so groß wie der ganze Eisberg dort drüben.

O Scheiße, dachte Carpenter. Jetzt geht's los. Jetzt hab ich meine ganz eigene Meuterei auf dem Hals.

Hitchcock brummte und kollerte weiter und schloss die Hände zu Fäusten. Verärgerung, vermischt mit Furcht schoss durch Carpenter, und er riss den Arm hoch, ohne zu denken, schlug heftig zu und traf den älteren Mann schnell und hart auf den Mund, so dass dessen Kopf nach hinten gerissen wurde und er gegen die Reling taumelte. Er prallte zurück. Sekundenlang sah es so aus, als würde er zu Boden gehen, doch es gelang ihm, sich auf den Füßen zu halten. Eine Art Schluchzen kam aus seiner Kehle, nicht eigentlich ein Schluchzen, eher schon ein Grunzen. Über die weißen Bartstoppeln am Kinn breitete sich eine hellrote Blutspur.

Hitchcock war momentan benommen. Dann wurden die Augen wieder scharf, und er blickte Carpenter erstaunt an.

»Ich hatte nicht vor, dich zu schlagen, Cap'n«, sagte Hitchcock und zwinkerte heftig mit den Augenlidern. Die Stimme hatte einen weichen, gedämpften Klang. »Keiner schlägt je seinen Kapitän, nein, das gibt's nicht. Nie. Niemals. Das weißte doch, Cap'n.«

»Ich hatte angeordnet, dass die Maschinen anlaufen sollen.«

»Du hast mich geschlagen, Cap'n. Weswegen, verdammt, hast du mich geschlagen?«

»Du warst grad dabei, auf mich loszugehen, oder?«

Die schimmernden blutunterlaufenen Augen Hitchcocks wirkten in dem screengedunkelten Gesicht riesenhaft. »Ach? Du hast gedacht, ich würde dich angreifen? Ach, Cap'n! O Jesus, Cap'n, Jesus!« Er schüttelte den Kopf und wischte sich das Blut vom Mund. Auch Carpenter sah, dass er selbst blutete, an dem Knöchel, mit dem er gegen die Zähne geprallt war. Und Hitchcock starrte ihn nur weiter an, so wie einer vielleicht einen Tyrannosaurus anstarrt, wenn der plötzlich aus irgendeinem Urwald auftauchte. Dann wurde der Ausdruck der Verwirrung weich, verwandelte sich, wurde irgendwie traurig vielleicht. Oder war es mitleidig? Mitleid – das wäre womöglich noch schlimmer, dachte Carpenter. Verdammt viel schlimmer.

»Cap'n …« begann Hitchcock mit einer heiseren belegten Stimme.

»Sag's nicht! Zieh nur ab und wirf die Maschinen an!«

»Yeah«, antwortete der Alte. »Yeah, Mann.«

Und er rieb sich die Lippe und schlurfte davon.

»Caskie kriegt einen SOS-Notruf von einem Automaticsender rein«, rief Rennett von irgendwo am Vordeck herüber.

»Nix!«, brüllte Carpenter wütend zurück. »Können wir nicht machen!«

»Was?«

»Wir haben, verdammt noch mal, nicht genug Platz an Bord für die Leute«, sagte er mit einer Stimme so scharf wie ein Eiszapfen. »Kommt nicht in Frage. Nix! Auf keinen Fall!«

Er setzte sein Fernglas wieder an und betrachtete die heranpullenden Dinghis. Sie tanzten heftig und schwer übers turbulente Wasser und hatten große Mühe dabei. Er schaute rasch wieder weg, ehe er irgendwelche Gesichter erkennen konnte. Sein Eisberg leuchtete wie Feuer und schwankte immer wieder. Carpenter fielen die heißen Stürme ein, die über den Kontinent im Osten von ihnen hinwegfegten, die rings um den ganzen Bauch der Erde fegten, die regenlosen Trockenwinde, die unablässig jedes bisschen Feuchtigkeit aufsaugten, das es noch irgendwo gab. Es war irgendwie fast ein Jammer, dass man wieder dorthin zurückkehren musste. Wie die Rückkehr in die Hölle nach einem kurzen Urlaubstrip auf dem Meer, so kam ihm das jetzt vor. Aber dorthin würden sie jetzt eben steuern, egal ob das angenehm war, oder nicht. Und genauso würde er diese Leute da drüben ihrem Schicksal auf dem Meer überlassen müssen.

1 ... 61 62 63 64 65 66 67 68 69 ... 103
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)