Der Findling
- Автор: Верн Жюль Габриэль
- Язык: немецкий
- Жанр: Детские и приключения
Электронная книга - «Der Findling». Краткое содержание книги:
»Some light, sir. some light!«
Alles in allem hatten Birk und er in diesem kleinen Orte weniger zu leiden, als vorher beim Wandern durch die Grafschaft. Es schien sogar, als sollte Findling, der sich durch Intelligenz einige Hilfsquellen eröffnet hatte, dauernd in Newmarket bleiben, als er in den letzten Tagen des April, am 29. plötzlich den Weg nach Cork einschlug.
Natürlich begleitete Birk den Knaben, der genau gezählt drei Schillinge und sechs Pence in der Tasche hatte.
Wer ihn seit dem Vortage beobachtet hätte, dem hätte eine gewisse Veränderung in seinem Gesicht nicht entgehen können. Von seltsamer Angst erfaßt, blickte er scheu um sich, als fürchte er, daß jemand ihm auflauere. Sein Schritt war schnell, und es fehlte nicht viel, so wäre er gelaufen, was ihn die Beine tragen konnten.
Es schlug die neunte Morgenstunde, als er an den letzten Häusern von Newmarket vorüberkam. Die Sonne glänzte hell am Himmel. Mit dem Ende des April fängt auf dem Grünen Erin der Frühling an. Schon regte es sich da und dort auf den Feldern. Der Knabe war jedoch so von seinen Gedanken eingenommen, daß weder der Pflug, der den Erdboden aufbrach, noch die Säemänner, die die Körner in geschicktem Wurfe ausbreiteten, oder die auf den Weiden grasenden Thiere in ihm eine Erinnerung an Kerwan erweckten. Er ging immer gerade aus. Birk an seiner Seite warf ihm einen fragenden Blick zu, und diesmal war es nicht der Hund, der seinen Herrn führte.
Sechs bis sieben Meilen zwischen Newmarket und Kanturk wurden in zwei Stunden zurückgelegt. Findling durchwanderte mehrere Ortschaften, ohne sich Zeit zum Ausruhen zu gönnen, da er unterwegs ein Stück Brod verzehrte, von dem der treue Birk die Hälfte abbekam, und als er stehen blieb, da schlug die Uhr auf dem Wartthurm von Trelingar-castle gerade die Mittagsstunde.
Drittes Capitel
In Trelinger-castle
Als das Thor neben dem Pavillon sich aufthat, wollte der Verwalter Scarlett eben den Ehrenhof verlassen, um sich, entsprechend dem Befehle des Schloßherrn, nach Kanturk zu begeben. Die Hunde des Grafen Ashton, die Birk der ihnen offenbar nicht gefiel, wittern mochten, singen wüthend an zu bellen.
Da Findling fürchtete, daß sich hier eine Katzbalgerei entwickeln könnte, bei der Birk doch eine zu große Uebermacht gegen sich gehabt hätte, gab er diesem ein Zeichen, sich zu entfernen, und das gehorsame Thier verschwand hinter einem Busche, wo es nicht bemerkt werden konnte.
Als Scarlett den auf das Thor zuschreitenden Knaben bemerkte, rief er ihn heran.
»Was willst Du hier?« fragte er mit barscher Stimme.
Wenn der Verwalter sich nämlich kriechend unterwürfig gegen alle Vornehmen zeigte, so verleugnete er doch gegen niedriger Stehende, und vorzüglich gegen Kinder, niemals seine brutale Natur.
Seine Aufgeblasenheit konnte unsern jungen Helden freilich nicht schrecken. Er hatte noch weit härtere Anreden bei der Hard, von Thornpipe und in der Lumpenschule hinnehmen müssen. Wie es sich schickte, entblößte er den Kopf, als er auf Scarlett zuging, den er übrigens gleich nicht für Seine
Herrlichkeit den Lord Piborne, den Schloßherrn von Trelingar, ansah.
»Wirst Du wohl sagen, was Du hier willst? herrschte ihn Scarlett noch einmal an. Bettelst Du um eine Gabe, dann mach' daß Du fortkommst. Kleine Herumtreiber wie Du erhalten hier nichts, nicht einmal einen Copper!«
Das waren recht unnütze Worte, vor denen Findling zu gar keiner Antwort kommen konnte, zumal er sich immer vor dem etwas unruhigen Pferde des Verwalters in Acht nehmen mußte. Gleichzeitig tobten die Hunde knurrend und bellend im Hofe umher. Das machte einen Lärm, der jede Verständigung erschwerte.
Scarlett mußte auch noch lauter sprechen, als er hinzufügte:
»Wenn Du jetzt nicht Deiner Wege gehst und ich Dich noch einmal in der Nähe des Schlosses erwische, dann führ' ich Dich an den Ohren nach Kanturk, wo im Arbeitshause für einen solchen Burschen schon noch Platz ist!«
Findling ließ sich weder durch solche Drohungen, noch durch den Ton, in dem sie ausgestoßen wurden, einschüchtern. Als es aber einmal ruhiger war, antwortete er:
»Ich verlange kein Almosen und habe nie darum gebettelt!
- Und Du würdest auch keines annehmen, he? erwiderte Scarlett ironisch.
- Nein. von niemand.
- Was willst Du denn sonst hier?
- Ich wünsche den Lord Piborne zu sprechen.
- Seine Herrlichkeit selbst?
- Ja, Seine Herrlichkeit persönlich.
- Und Du bildest Dir ein, daß er Dich vorlassen wird?.
- Gewiß, denn es handelt sich um eine für den Lord Piborne sehr wichtige Sache.
- Eine sehr wichtige Sache?.
- Ja wohl, mein Herr.
- Und was beträfe denn diese?
- Das möchte ich dem Lord Piborne nur allein mittheilen.
- Dann hinaus!. Der Marquis ist nicht im Schlosse.
- O, so werde ich warten.
- Doch wenigstens nicht hier auf der Stelle.
- Gut, so komm' ich noch einmal wieder.«
Jeder andre als der häßliche Scarlett wäre von der auffallenden Zähigkeit, von den so bestimmten Antworten dieses Kindes betroffen gewesen. Jeder hätte sich gesagt, daß den Kleinen gewiß ein ganz besondrer Grund nach dem Schlosse getrieben habe, und hätte ihn aufmerksam angehört. Der Verwalter kam dadurch jedoch nur noch mehr »in die Wolle« und knurrte:
»So ohne Umstände spricht man nicht mit Seiner Herrlichkeit Lord Piborne. Ich bin der Intendant des Schlosses. Wer hier etwas will, hat sich an mich zu wenden, und Du weigerst Dich sogar zu sagen, was Dich herführte..
- Das kann ich niemand als dem Lord Piborne sagen, und ich bitte Sie, mich ihm zu melden!
- Dich Galgenstrick? versetzte Scarlett, die Reitgerte schwingend, jetzt packe Dich zum Teufel oder die Hunde sollen Dir in die Beine fahren!. Nimm Dich in Acht!«
Die polternde Stimme des Verwalters reizte die Hunde zu neuem Gekläff.
Findling fürchtete immer nur, daß Birk aus dem Gebüsch vorbrechen und ihm zu Hilfe kommen könnte, was der Sachlage eine noch üblere Wendung gegeben hätte.
Auf das immer tollere Bellen der Hunde hin erschien jetzt Graf Ashton auf dem Hofe und kam auf das Gitterthor zu.