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Электронная книга - «Der Findling». Краткое содержание книги:

Als ein umherziehender Schausteller in Irland seine beweglichen Puppen vorführt, kommt man schnell seinem Geheimnis auf die Spur: In einem winzigen Kasten muß ein Junge diese Figuren bedienen. Er kommt so zu einer wahren Hexe in die Obhut, in die Armenschule, dann zu einer reichen Schauspielerin, aber nirgends wird dem Findling eine echte Heimat geboten. So schlägt er sich wieder allein durchs Leben und beweist dabei bald seinen unternehmerischen Geist. Ein unaufhaltsamer Aufstieg aus dem Elend beginnt für ihn, bei dem ihm aber nichts geschenkt wird.
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Kannte Findling nun auch diese schönen Dinge nicht, so verstand er es doch mit zehn Jahren, zu denken, zu überlegen. Er schätzte jenen Sohn der Familie nach seinem richtigen Werthe und erröthete manchmal über die Dienste, die er ihm leisten mußte. Wie bedauernd erinnerte er sich dann der stärkenden, heilsamen Beschäftigung auf der Farm, seines Lebens inmitten der Mac Carthy's, von denen er noch immer keine Kunde erhalten hatte. Die Wäscherin im Schlosse war und blieb das einzige Wesen, dem er sich anschließen konnte.

Uebrigens bot sich bald Gelegenheit, die Freundschaft der guten Frau zu erproben.

Hier sei noch angeführt, daß der Proceß mit dem Kirchspiele von Kanturk zu Gunsten der Familie Piborne ausgefallen war, doch nur, weil diese die von Findling abgelieferten Documente dabei in die Wagschale zu werfen vermochte. Was der Knabe gethan, war jetzt freilich vergessen, warum also hätte ihm dafür ein besondrer Dank gebührt?

Mai, Juni und Juli waren vorüber. Birk hatte, so gut es anging, sein Futter erhalten. Das Thier schien zu verstehen, daß es sich vorsichtig verhalten mußte, um in der Umgebung des Schloßparks unentdeckt zu bleiben. Findling hatte schon dreimal seine zwei Pfund Sterling eingeheimst, die in seiner Agende auf der Einnahmeseite gebucht standen, während die Ausgabenseite noch leer geblieben war.

Im Laufe dieser drei Monate hatten Lord und Lady Piborne nichts anderes zu thun, als Besuche zu empfangen und zu erwidern, und allerlei Höflichkeiten mit den Schloßbesitzern der Nachbarschaft auszutauschen. Hierbei drehte sich die Unterhaltung natürlich meist um die Lage der irischen Landlords. Da fielen recht grimmige Worte über die Ansprüche der Pächter und der Landliga, über den dreiundsiebzigjährigen Gladstone und über Parnell, den man an den höchsten Galgen wünschte. So verlief ein Theil des Sommers. Dann pflegten Lord und Lady Piborne nebst ihrem Sohne gewöhnlich eine mehrwöchige Reise, meist nach den schottischen Besitzthümern der Marquise, zu unternehmen. Dieses Jahr sollte sich der Ausflug nach einer andern Seite lenken, die von der großen Welt bevorzugt und von den Trelingarer Herrschaften noch nicht besucht worden war. Es handelte sich nämlich um die herrliche Gegend der Seen von Killarney, wohin am 3. August aufgebrochen werden sollte.

Findlings Hoffnung, infolge dessen eine Zeit lang dienstfrei zu werden, ging nicht in Erfüllung. Da Lady Piborne ihre Kammerfrau Marion und der Marquis seinen Leibdiener John mitnahm, mußte der Graf Ashton doch auch seinen Groom bei sich haben.

Dieser kam dadurch in nicht geringe Verlegenheit wegen Birks, da er nicht wußte, wer inzwischen für den Hund sorgen sollte.

Findling beschloß deshalb, Kat ins Vertrauen zu ziehen, die es gern übernahm, den Liebling des Knaben zu pflegen, ohne daß jemand davon etwas erführe.

»Beruhige Dich, mein Sohn, erklärte die gute Frau. Ich liebe Deinen Hund schon ebenso wie Dich, und er wird in Deiner Abwesenheit keine Noth leiden!«

Findling umarmte die freundliche Kat für diese Zusage, und nachdem er sie am Abend vor der Abreise noch mit Birk bekannt gemacht hatte, nahm er von dem treuen Thiere Abschied.

Viertes Capitel

Die Seen von Killarney

Die Abfahrt erfolgte, wie »höchsten Orts« bestimmt war, am Morgen des 3. August. Kammerdiener und Kammerfrau der Herrschaft bestiegen den Omnibus des Schlosses, der das Reisegepäck nach dem drei Meilen entfernten Bahnhof beförderte.

Findling begleitete sie, um speciell die Effecten seines jungen Herrn zu überwachen. Marion und John ließen auch das Kind »von niemand« sich dabei helfen, so gut es anging.

Der Groom machte seine Sache ganz vortrefflich, und das Gepäck des Grafen Ashton wurde unter seiner Aufsicht sorgsamst für den erwarteten Bahnzug zurechtgestellt.

Gegen Mittag traf - von der Straße längs des Flusses Allo -die Equipage vom Schlosse ein, der nun Lord und Lady Piborne entstiegen. Da mehrere Personen aus der Vorhalle des Bahnhofs traten, um die hohen Reisenden - natürlich aus respectvoller Entfernung - zu sehen, konnte der Graf Ashton die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, mit seinem Groom eine Vorstellung zu geben. Er rief ihn nur »Boy« (Junge), wie er dies gewöhnt war, und als dieser an den Wagen herantrat, bekam er einen ganzen Packen Reisedecken an die Brust geworfen, so daß er von dem Stoße fast hinfiel, was die Umstehenden weidlich zu belustigen schien.

Der Marquis und die Marquise begaben sich nach dem für sie reservierten Coupe eines Waggons erster Classe. John und Marion richteten sich in zweiter Wagenclasse ein, forderten aber den Groom nicht auf, bei ihnen Platz zu nehmen. Dieser mußte vielmehr ein andres leerstehendes Coupe besteigen, was er gerade für den Anfang der Reise nicht im mindesten bedauerte.

Der Zug setzte sich sofort in Bewegung. Es sah aus, als habe er nur auf die hochvornehme Schloßherrschaft von Trelingar gewartet.

Schon einmal war Findling, damals in den Armen der Miß Anna Walston, mit der Eisenbahn gefahren, doch dessen entsann er sich kaum, da er ja meist geschlafen hatte. Die aneinander gekuppelten, schnell dahinrollenden Wagen waren ihn ja bei Galway und bei Limerick bekannt geworden. Heute sollte nun sein heißer Wunsch in Erfüllung gehen, selbst von einer Locomotive, diesem keuchenden, dampfenden Rosse aus Stahl und Kupfer, durchs Land gezogen zu werden.

Findling blickte durch das Fenster hinaus, dessen Scheibe herabgelassen war. Obwohl der Zug sich nur mit mäßiger Schnelligkeit bewegte, erschien diese ihm doch ganz außerordentlich, wenn er Häuser und Bäume scheinbar nach rückwärts eilend vorüberfliegen sah, wenn die Telegraphenstangen an ihm vorbeihuschten, auf deren Drähten die Depeschen noch ungleich schneller dahinblitzten, oder wenn ein andrer Zug an ihm vorübersauste, den er nur als eine verschwommene, polternde Masse erkannte. Das waren für seine Vorstellung ebenso viele neue Eindrücke, die sich unauslöschlich in ihm festsetzten.

Einige Meilen weit folgte der Zug durch schöne Gegenden dem linken Ufer des Blackwaterflusses. Gegen zwei Uhr machte er, nach kurzem Verweilen an mehreren Zwischenstationen, im Bahnhofe von Millstreet für fünfundzwanzig Minuten Halt.

Die vornehme Familie blieb im Waggon, nachdem Marion zur Bedienung ihrer Herrin gerufen wurde; auch John hielt sich vor der Coupethür zu Befehl seines Herrn. Der Knabe erhielt von dem Grafen Ashton Auftrag, ihm eine unterhaltende Lectüre für zwei bis drei Stunden zu besorgen. Er begab sich also zu dem Perronbuchhändler, wo er, durch die großen Vorräthe von Büchern und Zeitschriften in Verlegenheit gebracht, schließlich eine Wahl mehr nach eignem Geschmack, als nach dem des jungen Piborne traf. Dieser empfing ihn auch höchst ungnädig, als er ihm den »Touristenführer nach den Seen von Killarney« einhändigte. Als ob es dem Erben von Trelingar-castle einfallen könnte, ein Reisehandbuch zu studieren! Als ob diesem die Gegend, die er besuchte, überhaupt etwas anginge! Er begab sich dahin, weil man ihn dahin führte. So mußte der Groom noch ein Witzblatt mit Carricaturen und fadem Texte herbeischaffen, das dem Geschmack des jungen Grafen mehr zusagte.

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