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Электронная книга - «Der Findling». Краткое содержание книги:

Als ein umherziehender Schausteller in Irland seine beweglichen Puppen vorführt, kommt man schnell seinem Geheimnis auf die Spur: In einem winzigen Kasten muß ein Junge diese Figuren bedienen. Er kommt so zu einer wahren Hexe in die Obhut, in die Armenschule, dann zu einer reichen Schauspielerin, aber nirgends wird dem Findling eine echte Heimat geboten. So schlägt er sich wieder allein durchs Leben und beweist dabei bald seinen unternehmerischen Geist. Ein unaufhaltsamer Aufstieg aus dem Elend beginnt für ihn, bei dem ihm aber nichts geschenkt wird.
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Scarlett stellte das allen, die er wegen der Sache ausfragte, eindringlich vor. Leider wollte sich keiner zu dem Geständniß, der Urheber des Verbrechens zu sein, herbeilassen, und nach Beendigung der hochnothpeinlichen Befragung beeilte sich der Schloßverwalter, dem Lord von der Erfolglosigkeit seiner Bemühungen Kenntniß zu geben.

»Die Leute stecken unter einer Decke, erklärte der Marquis, und wer weiß, ob sie den Raub nicht unter sich getheilt haben.

- Ich glaube, daß Eure Herrlichkeit damit Recht haben, erwiderte Scarlett. Auf alle an die Dienerschaft gerichteten Fragen erhielt ich auch ganz gleichlautende Antworten, ein hinlänglicher Beweis, daß die Leute sich untereinander verstehen.

- Haben Sie auch ihre Stuben, ihre Schränke und Koffer durchsucht, Scarlett?

- Noch nicht. Eure Herrlichkeit werden einsehen, daß ich das mit Erfolg nur in Gegenwart eines Polizeibeamten vornehmen kann.

- Das ist richtig, bestätigte Lord Piborne. Schicken Sie jemand nach Kanturk. oder besser, verfügen Sie sich selbst dahin. Natürlich darf keiner vor Beendigung der Untersuchung das Schloß verlassen.

- Die Befehle Eurer Herrlichkeit werden ausgeführt werden.

- Der Polizeibeamte soll nicht versäumen, einige Leute mitzubringen, Scarlett.

- Ich werde ihm den Wunsch Eurer Herrlichkeit kund thun und er wird nicht verfehlen, diesem nachzukommen.

- Sie werden auch meinen Sachwalter, Herrn Laird in Newmarket, benachrichtigen, daß ich mit ihm über diesen Vorfall sprechen muß und ihn schleunigst hier zu sehen wünsche.

- Noch heute soll er die Mittheilung erhalten..

- Wann brechen Sie auf?

- Sofort, ich denke, noch vor dem Abend zurück zu sein.

- Gut.«

Das Erzählte spielte sich am Morgen des 29. April ab.

Ohne jemand zu sagen, was er in Kanturk vorhabe, ließ sich Scarlett eines der besten Pferde aus dem Stalle satteln und wollte schon aufsitzen, als am Wirthschaftsthore, nahe dem Wächterhause, eine Glocke ertönte.

Ein Flügel des Thores öffnete sich, und davor stand ein Kind von etwa zehn Jahren.

Es war Findling.

Zweites Capitel

Im Laufe von vier Monaten

In der Provinz Munster liegt die Grafschaft Cork, die mit denen von Limerick und Kerry zusammenstößt. Sie erfüllt deren südlichen Theil zwischen der Bai von Bantry und Yougal-Haven. Ihre Hauptstadt ist Cork, und der wichtigste Hafenplatz der von Queenstown, an der gleichnamigen Bucht und einer der belebtesten Häfen von ganz Irland.

Die Grafschaft durchschneiden verschiedene Eisenbahnlinien; die eine erstreckt sich über Mallow und Killarney bis nach Tralee. Oberhalb derselben, an dem Theile der Linie, die etwa längs des Blackwaterflusses verläuft, und sechs Kilometer südlich von Newmarket, liegt der Flecken Kanturk, zwei Meilen von diesem aber das Schloß Trelingar.

Dieser prächtige Großgrundbesitz gehört der alten Familie der Piborne's. Er umfaßt eine geschlossene Fläche von hunderttausend Acres (40.000 Hektaren) besten Bodens mit fünf- bis sechshundert Farmen, deren Ausbeutung dem Landlord die höchsten Einkünfte in der ganzen Umgegend sichert. Der Marquis von Piborne ist also schon hierdurch sehr reich, ohne von den andern Einnahmen zu reden, die ihm die Besitzthümer der Marquise in Schottland zuführen. Ueberhaupt wird sein Vermögen als eines der größten im ganzen Lande angesehen.

Wenn der Lord Rockingham sein Grundeigenthum in der Grafschaft Kerry niemals besucht hatte, so konnte man dem Lord Piborne dagegen des verhaßten »Absentismus« nicht beschuldigen. Nach vier- bis fünfmonatigem Aufenthalt in Edinburg oder London, bewohnte er vom April bis zum November stets sein Trelingar-castle.

Ein Grundbesitz von so großer Ausdehnung bedingt selbstverständlich auch sehr viele Pächter. Die ackerbauende Bevölkerung, die auf den Ländereien des Marquis lebte, hätte ein recht ansehnliches Dorf bilden können. Waren die Bauern von Trelingar-castle auch nicht von einem John Eldon für Rechnung des Herzogs von Rockingham bedrückt, und wurden sie nicht von einem Harbert für Rechnung eines John Eldon ausgesaugt, so darf man daraus noch nicht schließen, daß sie sich einer besseren Behandlung erfreuten. Hier gab man sich nur den Anschein größerer Milde. Der Verwalter hielt streng auf die pünktliche Abführung der Pachtzinsen und vertrieb die Pächter auch aus ihren Gehöften; er that das aber auf seine Art, er drückte ihnen sein Mitleid aus, beklagte sie, bekümmerte sich bei dem Gedanken, was ohne Obdach und Lebensunterhalt aus ihnen werden sollte, versicherte auch, daß solche Austreibungen seinem Herrn das Herz brächen. verjagt wurden die armen Leute aber doch, und höchst wahrscheinlich empfanden sie es als keinen besondern Trost, daß Seine Herrlichkeit darum trauerte.

Das zur Zeit der Stuarts erbaute Schloß war gegen dreihundert Jahre alt, es reichte also nicht bis zur Epoche der Plantagenets zurück, worauf die Piborne's so stolz waren.

Der gegenwärtige Besitzer hatte das Aeußere des Bauwerks neu herstellen lassen, um ihm mehr das Aussehen eines Feudalsitzes zu verleihen. Da waren Zinnen angebracht, Spitzthürmchen und Wachthäuschen errichtet und über einen Graben eine Zugbrücke, die nie aufgezogen, und ein Fallgatter, das nie herabgelassen wurde.

Das Innere enthielt sehr geräumige Gemächer mit mehr Comfort, als ihn die Zeiten Eduards IV. oder Johanns ohne

Land zu bieten pflegten. Diese verborgene Stilwidrigkeit entsprach freilich den Bedürfnissen der verwöhnten Schloßbewohner.

An den Seiten des Schlosses erhoben sich die Communs (Dienerwohnungen) und Nebengebäude, Ställe, Wagenschuppen und Wirthschaftsräume. Davor lag ein weiter Ehrenhof mit prächtigen Buchen, nach außen zu abgeschlossen von zwei Pavillons neben einem verzierten Gitterthore, von denen der eine dem Portier als Wohnung diente.

Am Thore dieses Pavillons hatte unser junger Held grade die Glocke gezogen, als es sich öffnete, um den Verwalter Scarlett hinausreiten zu lassen.

Ungefähr vier Monate waren seit dem unvergeßlichen Tage verstrichen, wo das Adoptivkind der Familie Mac Carthy die Farm von Kerwan verlassen hatte. Wenige Zeilen werden hinreichen, zu berichten, wie es ihm in diesem Zeitraum ergangen war.

Als Findling gegen fünf Uhr abends von dem zerstörten Hause wegging, wurde es schon langsam finster. Da er Martin und den Seinigen auf der Straße von Tralee nicht begegnet war, kam ihm zunächst der Gedanke, sich nach Limerick zu begeben, wohin die Gefangenen von den Polizisten ohne Zweifel abgeführt worden waren. Ihm erschien es als heilige Pflicht, die Familie Mac Carthy wieder aufzusuchen und auf jeden Fall deren Loos zu theilen. Ja, wenn er schon groß gewesen wäre, um mit seiner Hände Arbeit etwas zu verdienen! Gewiß würde er sich gerührt und keine Mühe gescheut haben. doch was konnte er, der erst Zehnjährige erhoffen? Später. wenn er einmal einen guten Gehalt bezog, sollte dieser für seine Adoptiveltern verwendet werden, und noch später, wenn er sein Glück gemacht hätte - und daran zweifelte er gar uicht - wollte er jenen alles bieten und das

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