Der Findling
- Автор: Верн Жюль Габриэль
- Язык: немецкий
- Жанр: Детские и приключения
Электронная книга - «Der Findling». Краткое содержание книги:
Sissy weinte mit den Frauen und dem Mägdlein und sachte sie zu trösten.
»Ihr Unglück hat nun ein Ende, Frau Martine, wie das unsrige schon lange, und Dank Ihrem Adoptivkinde,
- Er? rief Martine verwundert. Was vermöchte er,?
- Du, mein Junge?« fragte auch Martin.
Findling war außer Stande zu antworten; ihm raubte die Erregung den Athem.
»Warum hast Du uns nach dieser Stelle verlangt, die uns an die traurigste Vergangenheit mahnt? fragte Murdock. Was sollen wir hier, wo wir so lange und so schwer gelitten haben? Findling, warum erwecktest Du uns diese traurigen Erinnerungen?«
Dieselbe Frage lag wohl auf aller Lippen, auch auf denen Sissys, Grips und Bobs.
»Warum? antwortete er, sich mühsam beherrschend. Kommt alle, mein Vater, meine Mutter, meine Brüder, kommt mit mir!«
Sie folgten ihm nach der Mitte des Hofes.
Hier erhob sich inmitten von wildem Gebüsch und Brombeergesträuch eine kleine grünende Tanne.
»Jenny, redete er das kleine Mädchen an, siehst Du diesen Baum?, Ihn hab' ich am Tage Deiner Geburt gepflanzt. Er ist jetzt, wie Du, acht Jahre alt.«
Kitty, die dabei an die Zeit dachte, wo sie so glücklich gewesen war und auf die Andauer dieses Glücks bauen zu können glaubte, schluchzte vor Schmerz.
»Jenny, mein liebes Kind, fuhr Findling fort, Du siehst auch dieses Messer,«
Er hatte dabei ein Messer aus seinem Gürtel gezogen.
»Das war das erste Geschenk, das mir Großmutter machte. Deine Urgroßmutter, die Du kaum gekannt hast..«
Bei Erwähnung dieses Namens hier inmitten der Trümmer wollte Martin, seiner Gattin und seinen Kindern fast das Herz zerspringen.
»Jenny, fuhr Findling fort, nun nimm dieses Messer und grabe damit die Erde am Fuße der Tanne auf.«
Ohne ihn ganz zu verstehen, kniete das Kind nieder, entfernte das Strauchwerk und höhlte ein Loch an der bezeichneten Stelle aus. Bald stieß das Messer auf einen harten Gegenstand.
Hier befand sich die Steinkruke, die unter der Erdschicht ganz gut erhalten war.
»Hebe das Gefäß heraus, Jenny, und öffne es!«
Das Mägdlein that, wie ihr geheißen, und alle sahen ihr in erwartungsvollem Schweigen zu.
Als die Kruke geöffnet war, bemerkte man darin eine Anzahl Kieselsteine, wie sie zahlreich im Bette des benachbarten Cashen lagen.
»Herr Martin, begann nun Findling, erinnern Sie sich wohl?. Jeden Abend, wenn Sie mit mir zufrieden gewesen waren, gaben Sie mir einen solchen Stein..
- Ja, mein Sohn; es kam aber kein Tag, an dem Du keinen davon erhalten hättest.
- Sie geben die Zeit an, die ich in der Farm von Kerwan zugebracht habe. Jetzt zähle sie, Jenny. Du kannst doch zählen, nicht wahr?
- O, gewiß!« versicherte das kleine Mädchen.
Nach längerer Arbeit rief sie laut:
»Fünfzehnhundertundvierzig.
- Richtig, bestätigte Findling. Das ergiebt über vier Jahre, Jenny, die ich in Deiner Familie, die auch die meinige geworden war, zugebracht habe.
- Und diese Kieselsteine, ließ sich Martin, die Augen niederschlagend, vernehmen, sind der einzige Lohn, den Du je von mir erhalten hast, diese Steine, die ich einst in Schillinge umzuwechseln hoffte,.
- Und die sich für Sie, mein guter Vater, in Guineen verwandeln sollen!«
Weder Martin noch einer der Seinigen konnten glauben, konnten begreifen, was sie eben hörten. Ein solches Vermögen! War Findling denn bei Sinnen?
Sissy erkannte diesen Gedanken ganz und sagte sogleich:
»Nein, liebe Freunde, sein Herz ist ebenso gesund wie sein Geist, und hier hat sein Herz gesprochen.
- Ach, mein Vater Martin, meine Mutter Martine, meine Brüder Murdock, Pat und Sim, und Du, Kitty, und Dein Töchterchen, ja, ich fühle mich hochbeglückt, Euch einen Theil des Guten, das Ihr mir erwiesen habt, zurückerstatten zu können. Dieser Grund und Boden ist zu verkaufen. Ihr werdet ihn erwerben und erbaut die Farm von neuem. An den nöthigen Mitteln soll es nicht fehlen. Später braucht Ihr keinen herzlosen Harbert mehr zu fürchten. Ihr wohnt dann auf eigner Scholle, seid Eure eignen Herren!«
Findling berichtete nun über sich selbst, seit dem Tage, wo er von der Farm von Kerwan weinend weggeschlichen war, und in welchen Verhältnissen er sich jetzt befände. Die Summe, die er der Familie Mac Carthy zur Verfügung stellte, diese Summe in Guineen - so viele wie Kieselsteine gezählt waren - belief sich auf fünfzehnhundertundvierzig Pfund Sterling - für arme Irländer ein großes Vermögen.
Vielleicht war es zum ersten Male, daß auf diesen so oft von Schmerzensthränen begossenen Erdboden warme Thränen der Freude und Dankbarkeit niederrieselten.
Die Familie Mac Carthy verweilte die drei Osterfeiertage mit Findling, Bob, Sissy und Grip in Silton und nach rührendem Abschied kehrten die letzteren nach Dublin zurück, wo sich am Morgen des 11. April der Bazar wieder aufthat.
Ein Jahr verstrich, das Jahr 1887, das als eines der glücklichsten im Leben dieser kleinen Welt gelten konnte. Der junge Kaufmann war nun sechzehn Jahre alt. Sein Glück war gemacht. Der Erfolg der Speculation mit der »Doris« hatte selbst O'Brien's Erwartungen weit übertroffen, und das Capital von Little Boy and Co. belief sich jetzt auf zwanzigtausend Pfund. Ein Theil dieses Vermögens gehörte zwar dem Ehepaar Grip und ein Theil Bob, den Gesellschaftern der Firma »Zum kleinen Geldbeutel«, alle bildeten am Ende aber nur eine einzige Familie.
Die Mac Carthy's hatten, nach vorteilhafter Erwerbung von zweihundert Acres Land, die Farm wieder aufgebaut und eingerichtet, auch den Viehbestand aufs neue angeschafft. Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, daß sie mit der Behaglichkeit und dem unerwarteten Glück auch Kräfte und Gesundheit wieder erlangt hatten. Bei Irländern, die so lange unter der Geißel des Landlordismus geseufzt hatten und die jetzt nur für sich, nicht mehr für einen unerbittlichen Herrn schafften und wirkten, ist das ja kein Wunder zu nennen.
Findling aber vergißt nicht und wird es nicht vergessen, daß er ihr Adoptivkind ist, und es könnte sich eines Tages wohl ereignen, daß er sich mit ihnen noch durch engere, zartere Bande verknüpfte. Jenny geht in ihr zehntes Jahr, sie verspricht ein sehr hübsches Mädchen zu werden.. Doch sie ist ja so gut wie seine Tochter, wird der freundliche Leser einwerfen. Nun, doch nicht im strengen Sinne des Wortes; warum also nicht?.