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Die Chronolithen [The Chronoliths - de]

Электронная книга - «Die Chronolithen [The Chronoliths - de]». Краткое содержание книги:

Aus dem Nichts taucht in Thailand plötzlich ein siebzig Meter hoher Obelisk auf und richtet in weitem Umkreis durch eine Druckwelle und einen extremen Temperatursturz große Verwüstungen an. Doch nicht Außerirdische haben das Artefakt geschickt, sondern es kommt aus der Zukunft. Es besteht aus einem fremdartigen, unzerstörbaren Stoft und trägt eine Inschrift, die den Sieg eines gewissen Kuin verkündet, der sich das Land unterworfen habe… Scott Warden. der als Aussteiger mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ein sorgloses Leben am Strand führt, wird durch das Ereignis aus der Bahn geworfen: Als er heimlich das abgesperrte Gelände betritt, um den Obelisken zu untersuchen, wird er verhaftet und vom Geheimdienst verschleppt. Und als er dann später wieder freikommt, ist seine Familie außer Landes geflohen und in die USA zurückgekehrt. Denn inzwischen ist ein weiteres Kuin-Monument mitten in Bangkok aufgetaucht, mit verheerenden Folgen. Und noch mehr dieser Obelisken erscheinen, zerstören Istanbul und Jerusalem… Wer aber ist dieser Kuin? Ist er ein kommender Welteroberer? Oder ein Messias, der seine Schatten voraus wirft in die Vergangenheit? Doch wie sollte das möglich sein? Und warum ist Scott immer in der Nähe, wenn ein weiterer Chronolith emporsteigt?
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Verwildertes Land, ursprünglich mal Teil einer privaten Parzelle, nie urbar gemacht und nur selten aufgesucht. In der Dämmerung ein todernster Ort, wellige Prärie, die im Osten von einem Felssturz begrenzt wurde. Der Boden war steinig und der Beifuß grau nach dem trockenen Sommer. Es wäre absolut still gewesen, wenn die Pioniere nicht dabei gewesen wären, die Skelette von einem Dutzend selbsttragender Unterkünfte mit Druckluft aufzupumpen.

Über dem Felssturz und vor dem schwindenden Blau des Himmels stand die Silhouette einer Antilope. Sie hob den Kopf, witterte uns und trottete außer Sicht.

Ray Mosely trat hinter Sue und fasste sie beim Ellbogen. »Man kann es irgendwie fühlen«, sagte er. »Finden Sie nicht?«

Wenn er die Tau-Turbulenz meinte, dann war ich immun dagegen. Es hing vielleicht ein schwacher Ozongeruch in der Luft, doch das Einzige, was ich mit Gewissheit spürte, war die kühle Brise im Rücken.

»Der Ort hat was«, sagte Sue. »Aber hier sagen sich die Präriehunde Gute Nacht.«

Im Laufe des Morgens rückten wir ihm mit Baggern und Planierraupen zu Leibe und radierten weg, was er hatte.

Wie so viele öffentliche Systeme stand auch die zivile Telekommunikation kurz vor dem Blackout. Satelliten fielen aus dem Orbit und wurden nicht ersetzt; Glasfaserkabel wurden alt und brüchig; die alten Kupferleitungen korrodierten. Ich konnte von Glück sagen, dass ich nachts darauf eine Telefonverbindung mit Ashlee bekam.

Der erste Tag war hektisch, aber erstaunlich produktiv verlaufen. Sues Techniker hatten durch Triangulation das Zentrum der Landung bestimmt, wo zur Zeit die Pioniere planierten und eine Betonplatte gossen, die als Fundament für die tau-empfindliche Apparatur, den sogenannten »Reaktor«, dienen sollte. Es handelte sich natürlich nicht um einen nuklearen Reaktor, jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne, aber das Quäntchen an exotischer Materie, das er produzieren sollte, erforderte ganz ähnliche Abschirmungen, thermische wie magnetische.

Viele kleinere Fundamente wurden gegossen: einmal für die Dieselgeneratoren, die Strom für den Reaktor bereitstellen sollten, und dann noch für die kleinen Generatoren, die unsere Lampen und die Elektronik versorgen sollten. Bis zum zweiten Sonnenuntergang hatten wir unser abgeschiedenes Stück Hochland in eine Großbaustelle von beinah viktorianischer Trostlosigkeit verwandelt und eine erstaunliche Anzahl an Eselhasen, Präriehunden und Schlangen vertrieben. Unsere Lampen glühten in der Finsternis wie die Wachfeuer der Crow, Blackfoot, Sioux oder Cheyenne; allgegenwärtig die Gerüche von flüchtigen Substanzen und Kunststoff.

Sue hatte mich zum Beobachtungsposten befördert, doch das war so offensichtlich eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, dass ich den Job gegen den nicht so bezaubernden, aber unendlich viel nützlicheren des Latrinenaushebens und Kalkschleppens eingetauscht hatte. Knapp vor Sonnenuntergang und betäubt vor Erschöpfung, ging ich mit meinem Palmtop unter den Felssturz, wo der Boden anstieg, und stellte die Verbindung mit Ashlee her. Für eine Bildübertragung reichte die Bandbreite nicht, was aber weiter nicht schlimm war. Wenn ich nur ihre Stimme hörte.

Alles sei in Ordnung, sagte sie. Mit dem Geld, das Hitch vorgeschossen hatte, waren längst überfällige Rechnungen bezahlt worden, und sie hatte Kaitlin zweimal ins Kino eingeladen. Sie verstehe nicht, warum es nötig gewesen sei, ihr Morris Torrance als Aufpasser dazulassen — er sitze draußen vor dem Apartment in seinem Wagen. Nicht, dass er ihr zur Last falle, aber sie fühle sich überwacht.

Sie wurde überwacht. Sue hatte geargwöhnt, kuinistische Elemente könnten ihr bis Minneapolis nachgespürt haben, und ich hatte mir daraufhin Schutz für Ash ausbedungen — der die Gestalt des ehrwürdigen, aber gut geschulten Morris Torrance angenommen hatte, der ohne zu jubeln seine Pflicht tat. Solange auch nur der leiseste Zweifel an Ashlees Sicherheit bestand, wollte ich sie nicht schutzlos ausgeliefert wissen; Sue hatte Morris damit beauftragt.

»Er ist ja ganz nett«, meinte Ash. »Trotzdem nervt es, wenn du von früh bis spät beschattet wirst.«

»Wenn ich zurück bin, ist der Spuk vorbei.«

»Und wenn ich das nicht aushalte?«

»Denk an meinen Seelenfrieden.«

»Und du an meinen.«

»Ich tu, was ich kann.«

»Und? Wie… denn Wyoming?«

Der Signalausfall verschluckte ein, zwei Silben, aber ich wusste, was gemeint war. »Schade, das du es nicht sehen kannst. Eben ist die Sonne untergegangen. Es riecht nach Beifuß.« Es roch nach Kreosot und Kalk und heißem Metall, doch ich zog es vor zu lügen. »Der Himmel ist fast so schön wie du.«

»… ödsinn.«

»Ich habe den ganzen Tag Latrinen ausgehoben.«

»Das klingt… istischer.«

»Du fehlst mir, Ash.«

»Du mir auch.« Sie hielt inne, und ich hörte ein Geräusch wie von einem Bewegungsmelder; dann sagte sie: »Ich glaube, da ist jemand an der Tür.«

»Ich rufe morgen wieder an.«

»… morgen«, hörte ich noch, dann riss die Verbindung endgültig ab.

Am nächsten Tag konnte ich sie nicht erreichen. Was östlich der beiden Dakotastaaten lag, war wie abgeschnitten, obwohl es in den Netzen immer noch reichlich Redundanz gab. Ein ganzes Rudel von Knotenservern müsse abgeschmiert sein, erklärte Ray Mosely. Möglich, das es sich dabei um einen weiteren Sabotageakt der Kuinisten handle.

Auf Grund des Kommunikationsproblems entschied der Medienguru des Verteidigungsministeriums, die Presse einen Tag früher als geplant zu informieren. In Cheyenne gab es zwar immer noch eine Menge Korrespondenten, die über die Unruhen berichteten, aber sie würden mindestens vierundzwanzig Stunden brauchen, um dahin zu kommen, wo sie gebraucht wurden — nach Modesty Creek.

In der folgenden Nacht errichteten die Pioniere einen Kreis aus schmerzhaft grellen Schwefelpunktlampen. Wir arbeiteten, während die Luft kühl war und der Mond am Himmel stand, stachen eine Meile von der Landestelle einen Beobachtungsbunker aus dem trockenen Erdreich, verlegten Kabel unter die Erde und entrollten ungezählte Meter Maschendrahtzaun. Die Umzäunung sollte Touristen und Kuinisten fern halten, die auf uns aufmerksam wurden. Hitch meinte, der Zaun würde zwar Antilopen zurückhalten, aber keine Horden größerer Säugetiere. Aber wozu hatten wir Soldaten?

Bei Sonnenaufgang krabbelte ich mit blutigen Händen auf mein Feldbett.

Wir waren bereit zum Angriff.

Dreiundzwanzig

Bis jetzt hatten wir das Areal für uns gehabt. In Kürze würden wir es teilen müssen.

Nicht bloß mit Presseleuten, sondern auch mit Kuinisten aller Schattierungen — obwohl wir davon ausgingen, dass es durch die Abgeschiedenheit der Gegend und die kurzfristige Bekanntgabe nicht zu einem massiven Hadsch kommen würde. (»Das ist unser Hadsch«, hatte Sue mehr als einmal gesagt. »Der gehört zu uns.«)

Also bezog unser Teil der Vereinigten Streitkräfte Posten am Zaun und auf dem Felsen, und wir setzten die Highway-Patrol und die Behörden in Kenntnis, die uns zutiefst verübelten, dass wir unsere Arbeit publik machten, aber nicht die Autorität besaßen, uns daran zu hindern. Ray Mosely ging davon aus, dass uns höchstens noch zwölf Stunden blieben, bis uns die ersten Außenseiter auf die Pelle rückten. Über dem Betonfundament für den Tau-Reaktor hatten wir bereits einen kranartigen Aufbau errichtet; auch hatten wir bereits unser komplettes technisches Zubehör getestet und in Stellung gebracht. Aber fertig waren wir noch nicht.

Sue wich nicht aus der Nähe des großen Tiefladers, auf dem sich der Reaktor befand, und machte den Pionieren das Leben schwer, bis Ray und ich sie zum Lunch überreden konnten. Wir hockten unter einer Zeltleinwand und würgten unsere Militärrationen hinunter, derweil Ray eine Checkliste mit uns durchging. Die Arbeit war dem Zeitplan voraus, was einige von Sues Befürchtungen zerstreute.

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