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Die Chronolithen [The Chronoliths - de]

Электронная книга - «Die Chronolithen [The Chronoliths - de]». Краткое содержание книги:

Aus dem Nichts taucht in Thailand plötzlich ein siebzig Meter hoher Obelisk auf und richtet in weitem Umkreis durch eine Druckwelle und einen extremen Temperatursturz große Verwüstungen an. Doch nicht Außerirdische haben das Artefakt geschickt, sondern es kommt aus der Zukunft. Es besteht aus einem fremdartigen, unzerstörbaren Stoft und trägt eine Inschrift, die den Sieg eines gewissen Kuin verkündet, der sich das Land unterworfen habe… Scott Warden. der als Aussteiger mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ein sorgloses Leben am Strand führt, wird durch das Ereignis aus der Bahn geworfen: Als er heimlich das abgesperrte Gelände betritt, um den Obelisken zu untersuchen, wird er verhaftet und vom Geheimdienst verschleppt. Und als er dann später wieder freikommt, ist seine Familie außer Landes geflohen und in die USA zurückgekehrt. Denn inzwischen ist ein weiteres Kuin-Monument mitten in Bangkok aufgetaucht, mit verheerenden Folgen. Und noch mehr dieser Obelisken erscheinen, zerstören Istanbul und Jerusalem… Wer aber ist dieser Kuin? Ist er ein kommender Welteroberer? Oder ein Messias, der seine Schatten voraus wirft in die Vergangenheit? Doch wie sollte das möglich sein? Und warum ist Scott immer in der Nähe, wenn ein weiterer Chronolith emporsteigt?
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Fürs Erste zumindest. Sue war, was die Ärzte »hochgradig erregt« nannten. Tatsächlich deutete alles darauf hin, dass sie am Rand eines Nervenzusammenbruchs stand. Sie bewegte sich rastlos und ziellos, trommelte mit den Fingern, blinzelte und gab zu, dass sie nicht schlafen konnte. Selbst wenn sie mitten in einer Unterhaltung war, wanderte ihr Blick immer wieder zu der Stelle hinüber, wo die glänzende Stahlrohrkonstruktion auf den Reaktor wartete.

Sie redete unausgesetzt über das Projekt. Vor allem machte sie sich Sorgen, die Presse könne zu spät oder der Chronolith zu früh kommen. »Es kommt nicht so sehr darauf an, was wir hier tun«, sagte sie, »sondern was man uns tun sieht. Wir haben nur Erfolg, wenn die Welt sieht, dass wir Erfolg haben.«

(Und ich musste darüber nachdenken, wie dünn dieser Strohhalm in Wirklichkeit war. Wir hatten lediglich Sues Zuversicht, die Zerstörung eines im Entstehen begriffenen Chronolithen könne diesen Schattenkrieg für uns entscheiden — könne die Feedbackschleife destabilisieren, auf die Kuin angeblich so angewiesen war. Doch wie viel war Kalkül und wie viel Wunschdenken? Kraft ihrer Position und ihres temperamentvollen Engagements hatte Sue uns die ganze Zeit bei der Stange halten können, auch dank der Autorität ihrer Mathematik und ihrer profunden Kenntnis der Tau-Turbulenz. Aber das hieß noch lange nicht, dass sie auch Recht hatte. Was, wenn sie verrückt war?)

Nach dem Lunch sahen wir zu, wie eine Crew von Technikern zusammen mit einem Kranführer den Tau-Reaktor aus seiner Riesenkiste hob und ihn so behutsam an seinen Bestimmungsort bugsierte, als sei er mit Nitroglyzerin gefüllt. Die Kugel hatte einen Durchmesser von drei Metern, war schwarz eloxiert und übersät mit elektronischen Schnittstellen und Kabelports. Sues Erklärungen hatte ich so viel entnommen, dass es sich im Grunde um eine magnetische Flasche handelte, in der sich bereits die exotische Variante eines kalten Plasmas befand. Wurde der Reaktor angeworfen, würde ein Aggregat interner Hochenergiegeräte eine fermionische Dekohäsion einleiten, woraufhin ein paar nahezu masselose Teilchen unbestimmter Materie entstünden.

Dieses Material, behauptete Sue, reiche aus, einen im Entstehen begriffenen Chronolithen daran zu hindern, seinen Raum einzunehmen. Was das konkret bedeutete, war noch unklar — mir jedenfalls. Sue meinte, die Wechselwirkung zwischen den konkurrierenden Tau-Räumen werde zwar heftig, aber nicht »übermäßig energiereich« ausfallen, was uns der Sorgen enthebe, das gesamte Modesty-County (samt uns) könne dabei ausradiert werden. Ihr Wort in Gottes Ohr.

Bis Sonnenuntergang war der Reaktor verankert und über ein mit flüssigem Stickstoff ummanteltes Bündel an licht- und stromführenden Leitern mit unserer Elektronik verbunden. Es blieb zwar noch viel zu tun, aber die Schwerstarbeit lag hinter uns. Wir Zivilisten feierten das mit Grillsteaks und großzügigen Bierrationen. Eine Gruppe älterer Pioniere traf sich nach dem Abendessen an der Straße, redete über bessere Zeiten und sang alte Lux-Ebone-Lieder (sehr zum Verdruss der jungen Soldaten). Bei den Refrains sang ich mit.

In dieser Nacht hatten wir unser erstes Opfer zu beklagen.

So abgeschieden die Gegend war, die zweispurige County-Straße, auf der wir gekommen waren, war nicht gänzlich ausgestorben. Wir hatten Männer nördlich und südlich entlang der Straße, Soldaten mit der orangeroten Armbinde von Highway-Arbeitern. Sie trugen kaltleuchtende Taschenlampen und winkten jeden weiter, der mehr als beiläufiges Interesse an unseren Lkws und Maschinen zeigte. Diese Strategie hatte bislang funktioniert.

Nicht lange nach Mondaufgang passierte dann Folgendes: Auf dem nördlichen Buckel der Straße ließ ein Mann seinen patinagrünen Landau ohne Motor und Licht in den Pannenstreifen keine fünfzig Fuß weit von unserem Leittruck rollen, wo die Lagerbeleuchtung kaum noch hinreichte.

Der Mann stieg auf das Kiesbankett hinaus, mit dem Rücken zu zwei sich nähernden Wachleuten, und als er sich umdrehte, trug er etwas Wuchtiges und Undefinierbares in den Händen, das sich als uralte halbautomatische Schrotflinte entpuppte. Er feuerte auf die Soldaten, tötete den einen und schoss den anderen unheilbar blind.

Zum Glück war der leitende Wachhabende in dieser Nacht eine kluge und erfahrene Frau namens Marybeth Pearlstein, die auf ihrem Posten fünfzig Fuß entfernt Zeuge dieses Vorfalls wurde. Nur wenige Sekunden später kam sie mit schussbereitem Gewehr um die Stoßstange des nächsten Lkws herum und streckte den Angreifer mit einem wohlgezielten Schuss nieder.

Es stellte sich heraus, dass der Angreifer ein der örtlichen Polizei wohlbekannter Copperhead-Spinner war. Zwei Stunden später hielt der Truck eines County-Coroners und fuhr die Leichen ab; eine Ambulanz brachte den Überlebenden ins Medical Center von Modesty County. Es hätte vermutlich eine Untersuchung gegeben, hätten sich die Dinge anders entwickelt.

Was ich nicht wusste…

Und was ich später dann erfuhr…

Entschuldigung, aber zum Teufel mit diesen dämlichen und impotenten Worten…

Hören Sie, wie sie unter der bedruckten Seite zerrieben wird, diese Gräueltat, die ich nach so vielen Jahren exhumiere.

Was ich nicht wusste, war, dass einige dieser texanischen PK-Milizen — die Leute, von denen Hitch mir erzählt hatte, die Leute, die ihm zwei Finger abgehackt hatten — längst einem Pfad heimlicher Verbindungen gefolgt waren, der sie bis an die Schwelle von Whitman Delahunts Haus brachte.

Seit ich nach Portillo aufgebrochen war, um Kaitlin zu suchen, muss Whit seine Gesinnungsgenossen über mein Kommen und Gehen auf dem Laufenden gehalten haben. Damals schon hatten sich PK- und Copperhead-Eliten für Sue Chopra interessiert: Die einen sahen in ihr einen ernstzunehmenden Gegner, die anderen sogar einen potenziellen Selbstbedienungsladen.

Ich will nicht behaupten, Whit hätte die Konsequenzen seines Handelns vorhersehen müssen. Er teilte im Grunde nur ein paar interessante Informationen mit seinen Copperhead-Kumpels (die sie mit ihren Freunden teilten und so weiter und so fort, von Whits Provinzuniversum bis zu den militanten Untergrundkadern). In Whits Welt lagen die Konsequenzen immer in weiter Ferne; Belohnungen gab es auf der Stelle, sonst waren es keine. Whit Delahunts Sympathie für Copperheads war nicht politisch motiviert. Für Whit war die Bewegung eine Art Rotary- oder Kiwanis-Club, Beitragswährung war die Information. Ich bezweifle, ob er jemals an einen leibhaftigen Kuin geglaubt hat. Wäre Kuin vor ihm aufgetaucht, Whit wäre so sprachlos gewesen wie ein Kirchgänger, dem der Zimmermann von Galiläa erscheint.

Was, wie ich mich hinzuzufügen beeile, keine Entschuldigung ist.

Doch ich bin mir sicher, Whit hat es zu keiner Zeit für möglich gehalten, dass diese texanischen Milizionäre weit nach Mitternacht an seine Tür klopfen und sein Haus betreten könnten, als wäre es das ihre (weil er schließlich einer von ihnen war), um ihm mit vorgehaltener Waffe die Adresse von Ashlee und mir abzupressen.

Janice war dabei, als die Invasion stattfand. Sie versuchte Whit zu bewegen, die Fragen der Eindringlinge nicht zu beantworten, und wollte, als er sie ignorierte, die Polizei verständigen. Für ihre vergeblichen Anstrengungen schlug man mit der Pistole auf sie ein, was ihr einen gebrochenen Kiefer und ein gebrochenes Schlüsselbein eintrug. Hätte man Whit nicht noch für potenziell nützlich gehalten und hätte er nicht glaubhaft machen können, Janice zur Vernunft zu bringen, ich bin überzeugt, man hätte sie beide umgebracht; zudem hätte Whit nichts davon gehabt, wenn er alles zu Protokoll gegeben hätte, und stoppen, muss er sich gesagt haben, konnte er die Sache sowieso nicht mehr.

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