Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Историческая проза » Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.
Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska. - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.

Электронная книга - «Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.». Краткое содержание книги:

Sommer 2008. Hundert Jahre sind vergangen, seit in Sibirien eine verheerende Explosion stattgefunden hat. Viktoria Vandenberg versucht mit zwei anderen deutschen Forschern dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Hat es sich um den Einschlag eines Meteoriten gehandelt? Leo, ein junger Hirte, erzählt Viktoria von seiner neunzigjährigen Großmutter, deren Vater zu den ersten Wissenschaftlern vor Ort gehörte. Die Alte beschwört Viktoria, ihre Nachforschungen einzustellen: Geister, böse Schamanen seien am Werk. Als sämtliche Stromgeneratoren ausfallen, scheinen die Prophezeiungen in Erfüllung zu gehen, erst recht als eine Serie von geheimnisvollen Todesfällen über die Forschergruppe hereinbricht. Doch Viktoria gibt nicht auf. Sie begreift, dass Leo den Schlüssel zu einer Wahrheit besitzt, die weitaus unglaublicher erscheint als ein Meteoriteneinschlag.
1 ... 53 54 55 56 57 58 59 60 61 ... 152
Перейти на страницу:

Wie zur Warnung heulten allenthalben Alarmsirenen, die keine Ret-tung brachten - ganz im Gegenteil. Noch vor dem Aufprall war Leo-nid klar gewesen, dass sein Tod längst beschlossene Sache gewesen sein musste und dass die herannahenden Rettungskräfte vermutlich nicht dazu eingesetzt wurden, sein Leben zu schützen, sondern ihn zu töten - für den Fall, dass der Plan, ihn und die anderen zu vernichten, nicht aufgegangen war. Von nun an war jegliches Vertrauen lebensgefährlich. Irgendwo gab es einen Maulwurf in den eigenen Reihen, der eine Menge Einfluss hatte und nach seinen eigenen Regeln spielte. Die wachsende Gewissheit, um wen es sich dabei handeln könnte, beruhigte Leonid keinesfalls. Lebenovs Leute waren für den Abschuss der Regierungsdelegation verantwortlich. Die Beweise, die mit den fünf Menschen in Flammen aufgegangen waren, erschienen ihm zu erdrückend, als dass irgendein anderer dahinter stecken konnte. Seine Söldner würden herausfinden, dass es einen Überlebenden gab, und dann würden sie ihn aufspüren, falls ihm niemand half, unentdeckt die nächste Nacht zu überstehen. Doch wer sollte das sein? Die Menschen hier vergingen vor Angst in ihren demolierten Behausungen, und außer ein wenig Tee und einem letzten Rest Zwieback besaßen sie selbst kaum mehr, um sich am Leben zu erhalten.

Ein leises Geräusch ließ ihn zusammenfahren. Ein Mädchen stand reglos in einem der zerbombten Hauseingänge und sah ihn mit großen Augen an. Sie hatte lange blonde Haare und war dem Gesicht nach bereits eine Frau, obwohl sie ihm viel zu dünn erschien. Sie trug einen abgetragenen hellblauen Kittel und Plastikschuhe, die viel zu groß für ihre zierlichen Füße waren. In der Hand hielt sie einen Eimer. Wahrscheinlich hatte sie sich nur hinausgewagt, um die Notdurft ihrer Familie zu entsorgen. Funktionstüchtige Sanitäranlagen gab es hier schon lange nicht mehr. Die gesamte Kanalisation war zerstört.

Ein Militärwagen rauschte vorbei. »Duck dich!«, zischte Leonid dem Mädchen gerade noch rechtzeitig zu. Auf Knien kroch er zu ihr hin. Starr vor Schreck kauerte sie auf dem zersprungenen Pflaster. Der Eimer war umgefallen.

»Kannst du mir helfen?«, flüsterte Leonid heiser. »Nur für ein paar Stunden.«

Ihre Augen verrieten ihre Angst, aber auch ihr Mitgefühl, als sie seine Verwundungen registrierte.

»Mein Vater wird dich erschlagen«, murmelte sie unsicher. »Und mich dazu, wenn du ein russischer Spion bist.«

»Ich werde euch keine Schwierigkeiten bereiten«, versicherte Leo-nid mit flehendem Blick.

»Doch das wirst du«, erwiderte sie sachlich. »Aber es wäre kein Akt von Nächstenliebe, wenn ich dich hier sitzen ließe ...«

Ein lautes Bellen riss Leonid aus seinen Erinnerungen und katapultierte ihn vom Jahre 2001 in die Gegenwart. Er konnte nicht vergessen, was damals geschehen war; seine Erlebnisse erschienen ihm wie unerwünschte Visionen, die ihn ohne Gnade verfolgten.

Zwischen hohen Bäumen lief er dahin, und über ihm war kein Suchscheinwerfer, sondern eine helle Sonne, die sich ihren Weg durch dichte Wipfel bahnte. Taichin, sein Großonkel und väterlicher Vertrauter, erwartete ihn bereits. Er lebte mitten im Wald, auf halber Strecke zwischen Leonids Hütte und dem Haus seiner Großeltern. Der Schamanenmeister war uralt, doch geistig und körperlich so wendig wie ein junger Rentierbock, ein heiliger Mann, dessen magische Kräfte bei weitem alles überstiegen, was die anderen Schamanen der Umgebung zu bieten hatten.

Obwohl Leonid kein Interesse zeigte, eines Tages in die Fußstapfen seines Großonkels zu treten, bestand Taichin darauf, ihm die höheren Weihen zu erteilen, wenn die Zeit gekommen war. In seinen Augen sprach alles dafür, dass Leonid der Auserwählte war, der die Welt eines Tages vor einer Katastrophe bewahren würde. Sein Großvater hingegen befürchtete genau das Gegenteil, falls Leonid seiner vermeintlichen Bestimmung folgen sollte. Altmännergeschwätz, urteilte seine Großmutter, wenn wieder einmal die Sprache darauf kam, was der alte Schamane vom Stamm seines Vaters bei seiner Geburt erklärt hatte. Lasst endlich die Geister der Ahnen ruhen, war stets ihre Devise; dabei weigerte sie sich hartnäckig, von alten Zeiten zu erzählen.

Doch diesmal waren es nicht die höheren Weihen, die ihn zu Taichin trieben, sondern etwas weitaus Beunruhigenderes.

Der alte Mann empfing ihn mit einem unbekümmerten Lächeln. Das kleine Birkenholzpfeifchen wippte schmauchend im linken Mundwinkel. Mit einer vertrauten Geste legte der Alte seine tiefbraune, knochige

Hand auf Leonids breiten Rücken und schob ihn ohne ein Wort in seine Waldhütte hinein. Dann gab er Ajaci etwas Wasser zu trinken. Er selbst genehmigte sich einen Schluck Wodka aus einer kleinen Feldflasche, die er immer bei sich trug. Zusammen mit dem Tabak hielt ihn der Wodka am Leben, wie er mit seinen mehr als achtzig Jahren immer wieder beteuerte.

Für Leonid hielt er einen großen Becher Dolguksa bereit - den in Sibirien traditionellen Birkensaft. Leonid trank keinen Alkohol mehr, seid ihn sein stets betrunkener Vater im Rausch beinahe erstochen hatte.

»Was führt dich zu mir, Junge?«, fragte Taichin leise, während er Leo-nid bedeutete, auf dem mit verschiedenen Fellen übersäten Boden Platz zu nehmen. »Ich kann dir ansehen, dass es dir diesmal nicht um weitere Übungen geht - also?« Im Schneidersitz setzte er sich direkt vor seinen Schützling. Dem Alten entging nicht, dass Leonids Hand zitterte, als er den Becher zum Mund führte. »Hat dich deine Seele verlassen?«

»Schlimmer«, sagte Leonid, bevor er, um sich zu beruhigen, noch einen Schluck trank.

»Ist es ein Dämon, der dir die Seele genommen hat?«

»Nein, eine Frau.« Leonid schmunzelte, während er Taichins entsetztes Gesicht betrachtete. »Und als ob das nicht schon misslich genug wäre, sind oben am Cheko meine schlimmsten Feinde aufgetaucht: Bashtiri und Lebenov. Ich glaube sie wollen ein neues Gasfeld erschließen, und die Frau, eine deutsche Wissenschaftlerin, hilft ihnen, es zu erkunden.«

»Das ist ja gefährlicher, als ich es mir dachte. Die Frau macht gemeinsame Sache mit deinen Feinden?«

»Nein, so ist es nicht. Sie arbeitet nur dort. Es geht vielmehr auch um dich. Eine deiner alten Fallen hat versehentlich einen von Bashtiris Männern getötet, und nun versuchen sie zu ermitteln, wer hinter diesem Unglück steckt. Kannst du dich an Lebenov erinnern?«

»Wer könnte ihn je vergessen?« Die Stimme des Alten klang ironisch, doch mehr sagte er nicht.

»Er arbeitet mittlerweile für das GazCom-Konsortium«, erklärte Leonid. »Er ist einer der Sektionsleiter in der neuen Sicherheitsabteilung. Heute Morgen hat er Babuschka im Auftrag Bashtiris einen Be-such abgestattet. Sie war vollkommen außer sich vor Angst. Sie befürchtet, er könne mich finden. Und außerdem ist sie in Sorge, dass er herausbekommt, dass die Falle von dir sein könnte.«

1 ... 53 54 55 56 57 58 59 60 61 ... 152
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)