Wladimir - die ganze Wahrheit
- Автор: Belkowski Stanislaw
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: mvg verlag
- ISBN: 978-3-86414-439-4
- Жанр: Биографии и мемуары
Электронная книга - «Wladimir - die ganze Wahrheit». Краткое содержание книги:
Wer ist Putin wirklich? Er inszeniert sich als Angler mit gestähltem Oberkörper, als Taucher, Pilot, Macho und Frauenheld – doch obwohl es mittlerweile Dutzende Bücher und Tausende Artikel über den Staatschef Wladimir Putin gibt, bleibt die Person hinter dem Amt seltsam unklar. Ist er tatsächlich der russische »Übervater«? Der Staatserneuerer, der das Tor zu einer leuchtenden Zukunft aufgestoßen hat? Oder doch eher der »Kremltyrann«, der im Begriff ist, die junge russische Demokratie zu zerstören? Stanislaw Belkowski, Insider des Moskauer Politbetriebes, widerlegt in seinem Buch die hartnäckigsten Mythen über Wladimir Putin und beleuchtet dessen persönliche Motive für sein.
Vielen aufmerksamen Beobachtern ist nicht entgangen, dass Putin oft nicht mehr wie er selbst aussieht. Wenn sie ausreichend Wodka getrunken haben, erzählen die Mitarbeiter von Putins Sicherheitsdienst, dem sogenannten Föderalen Dienst für Bewachung, Putin nutze ein System von Doppelgängern. Damit könne er seine chronischen Krankheiten und seine gesundheitlichen Probleme verbergen.
Man muss sich nur folgende Links anschauen, um zu sehen, dass die Menschen, die auf den Fotos mit Putins Namen abgebildet sind, wenig Gemeinsames haben.
•http://aangirfan.blogspot.de/2011/10/putins-double.html
•http://raznesi.info/blog/post/2297
Auf dieser Website kann man vier völlig verschiedene Menschen erkennen. Sie haben unterschiedliche Schädelformen (Breite der Augenhöhlen, Form des Kinns, Form der Wangenknochen), der Umfang des Weichteilgewebes und der Gesichtsknorpel differiert (Nasenflügel, Lippen, Wangen), sie haben verschiedene Haaransätze (Kopfhaar und Augenbrauen), Farbe und Ausdruck der Augen unterscheiden sich. Was kann man zu diesen Fotos sagen, wenn auf den offiziellen Websites der Regierung offenbar verschiedene Menschen gezeigt werden? Auf dem Foto- und Videomaterial, das der Kreml nach 2000 zur Verfügung stellt, sind mindestens vier verschiedene Menschen zu sehen, die unterschiedlich viel Ähnlichkeit mit Putin aufweisen.
Ich möchte noch einmal wiederholen, dass diese Ansicht nicht von mir, sondern von den betrunkenen Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes stammt. Und wenn sie stimmt, dann ist nicht ganz zu verstehen, warum man die Doppelgänger nicht zum G8-Gipfeltreffen, zur Eröffnung der Olympischen Spiele in London oder zur Konferenz der GUS-Staaten nach Aschchabad geschickt hat. Denn einen sakralen Text vom Papier ablesen, wie es Putin selbst tut, kann schließlich auch ein Doppelgänger, besonders wenn er noch in der sowjetischen Zeit irgendeine Hochschulbildung erwerben konnte.
Das heutige Schicksal von Wladimir Putin im Kontext seines instabilen Gesundheitszustands erinnert immer mehr an das Los des unvergesslichen »geliebten Führers« von Nordkorea, Kim Tchen Ir. Viele Jahre lang erzählte man sich, der Diktator der Demokratischen Volksrepublik Korea, der 1994 an die Macht gekommen war, leide an Krebs. Offiziell hat Pjöngjang das dementiert, auch wenn Kim Tchen Ir sichtlich abmagerte. Als der »geliebte Führer« im Dezember 2011 mit 69 Jahren starb, konnte man es kaum glauben. Damals trauerte ganz Nordkorea; nach Aussagen der Staatsführung schluchzten in den Wäldern sogar Bären und Eichelhäher. Aber das Wichtigste war: Die Truppen der Republik Korea (Südkorea) und Japans wurden im Zusammenhang mit Kim Tchen Irs Ableben in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, als fürchteten sie, die Armee der Demokratischen Volksrepublik Korea könne ohne ihren Führer die psychoemotionalen Ufer übertreten und einen lokalen, aber blutigen Krieg anzetteln.
Ich denke nicht, dass irgendwelche starken Veränderungen von Putins Zustand bestimmte Länder dazu bringen, ihre bewaffneten Streitkräfte in Kampfbereitschaft zu versetzen. Die russische Armee, die ein durchaus kühles Verhältnis zu ihrem Oberbefehlshaber pflegt, wird sich ganz sicher nicht von der Stelle bewegen. Auch ist es noch zu früh zu mutmaßen, ob die russischen Bären oder gar die Schneekraniche in ein allgemeines Klagelied ausbrechen werden. Aber die Einheiten des Föderalen Diensts für Bewachung und des russischen Innenministeriums wird man in den Kasernen sammeln können. Der Krieg um Putins Erbe innerhalb der Eliten wird alles andere als spaßig werden.
Kapitel 19: Wladimir Putin – Unbegangene Verbrechen und tatsächliche Vergehen
Viele, sehr viele Menschen in Russland und außerhalb seiner Grenzen sind gewohnt, unserem Helden einen Standardsatz an Vorwürfen entgegenzuhalten. Wenn man sich nicht zu sehr in Details verliert, kann man diese Anschuldigungen im Großen und Ganzen in vier grundlegende Gruppen einteilen.
•Putin hat in Russland eine Art Diktatur von »Menschen mit Schulterklappen« geschaffen, womit vor allem Abkömmlinge des KGB-Systems der UdSSR und anderer sowjetischer Geheimdienste gemeint sind. Für diese »Diktatur« wurde eigens der Begriff »Militärokratie« erdacht – die Macht militarisierter Menschen.
•Wladimir Putin hat einen Hang zu politischen Morden – in erster Linie der Journalistin Anna Politkowskaja (Oktober 2006), des ehemaligen Majors des FSB von Russland Alexander Litwinenko (November 2006), des in Ungnade gefallenen Magnaten und Emigranten Boris Beresowski (März 2013).
•Putin hat eine selbst für die russische Geschichte beispiellose Korruptionsmaschinerie geschaffen, in der seine Freunde aus dem KGB der UdSSR oder aus dem Leningrad der sowjetischen Zeit die Schlüsselpositionen einnehmen.
•WWP arbeitet beharrlich und kontinuierlich an der Rekonstruktion eines neosowjetisches Imperiums – analog zu der 1991 untergegangenen UdSSR, in den Grenzen des postsowjetischen Raums (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft usw.)
Nach meiner Überzeugung kann man ohne eine Analyse und Widerlegung dieser Anschuldigungen weder Putin noch Putins Russland verstehen. Also: Die Militärokratie
Urheberin dieser Konzeption wie auch des Begriffs selbst ist die Soziologin Olga Kryschtanowskaja, Leiterin der sogenannten Lehranstalt für Eliten der Russischen Akademie der Wissenschaften sowie Direktorin des fiktiven Instituts für angewandte Politik (de facto existiert diese Quasi-Forschungseinrichtung gar nicht).
Mit der Entwicklung ihrer Theorie der Militärokratie begann Kryschtanowskaja 2003, und 2006/2007, als sich der Kampf um die Nachfolge von Wladimir Putin zuspitzte, hatte sie konkrete Formen angenommen. Dabei befanden sich einige einflussreiche internationale Massenmedien eine Zeit lang unter dem Eindruck des »militärokratischen« Diskurses. Hier einige Headlines aus den Jahren 2006/07:
»Militär und Sicherheitsoffiziere ›kolonisieren‹ die russische Elite« (Le Monde), »Geheimdienst gegen die ›Familie‹ (Berliner Zeitung, gemeint ist die Familie des ehemaligen Präsidenten Boris Jelzin), »Wie Putins Mitstreiter vom KGB die Macht in ihre Hände nehmen« (Der Spiegel), »Arbeit für kleine Jungs: Die neue ›Militärokratie‹ von Putin« (The Wall Street Journal).
Die Arbeit von Kryschtanowskaja basiert auf zwei quantitativen Ausgangsparametern, die sie der Öffentlichkeit präsentierte:
a) Zum Jahr 2006 wurden 70 Prozent (!) der bürokratischen Ämter in Putins Russland von »Menschen mit Schulterklappen« bekleidet, die der Militärgeist einer Körperschaft einte und verband, welcher auch ihre Psychologie und Mentalität bestimmt.
b) Zum Jahr 2001 konnten als Folge der dramatischen Finanzkrise von 1998, die einen erheblichen Einfluss auf den Zustand der russischen Wirtschaft ausgeübt hatte, nur 15 Prozent der Großunternehmer (Oligarchen) der Jelzin-Zeit ihren Einfluss wahren; 85 Prozent der Posten auf der Kommandoebene gingen an Vertreter des Putin-Gefolges über, die militarisierten Strukturen angehörten.
Die Autorin führt dabei keinerlei Belege für die Richtigkeit dieser Zahlen an und legt auch nicht dar, wie sie erhoben wurden. Das Einzige, was der Autor dieser Zeilen als ungefähre Antwort von Frau Kryschtanowskaja auf die direkt gestellte Frage nach den faktischen Quellen für ihre Theorie der Militärokratie bekam, war: Alle Beamten mit Lücken in der Biografie, also mit geringfügigen Leerstellen in ihren offiziellen CVs, sind eingefleischte Geheimdienstler. Sic! Das nennt sich also Soziologie. Oder auch wissenschaftliche Logik.