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Leben ohne Ende [Earth Abides - de]

Электронная книга - «Leben ohne Ende [Earth Abides - de]». Краткое содержание книги:

»… und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird hiermit ihres Amtes enthoben …«
Dies war die Botschaft, die ein paar Stunden vor dem unabwendbaren Ende die Welt erschütterte.
Die Viruspest raffte neunundneunzig Prozent aller Menschen hinweg. Die wenigen, welche die Weltkatatastrophe und den Zusammenbruch der Zivilisation überlebten, unternahmen den verzweifelten Versuch, zu retten, was zu retten war.
Der vorliegende Roman erschien erstmals 1950 in England. Er wurde vom Science Fiction-Buchclub zum Buch des Jahres erwählt und erhielt kurz darauf den internationalen Fantasy-Preis. Inzwischen wurde der Roman in England viermal neu aufgelegt und in fast alle Weltsprachen übersetzt.
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»Nein«, sagte er. »Der ist mir zu neu. Einer, der schon eingefahren ist, wird uns bessere Dienste tun.«

In der Garage hinter dem Schauraum standen mehrere andere. Alle ihre Reifen waren platt. Die Motorhaube des einen Fahrzeugs stand offen, und rundherum lagen zahlreiche Zubehörteile. Der Jeep mußte zur Reparatur dort gewesen sein. Ish beachtete ihn nicht weiter.

Die Wahl zwischen den andern schien nicht schwer zu sein. Der Kilometerzähler des einen stand auf zehntausend, und Ish beschloß, es mit ihm zu versuchen.

Die Jungs blickten ihn erwartungsvoll an, und Ish hatte das Gefühl, als müsse er ein Examen ablegen.

»Vergeßt nicht«, sagte er, als wolle er allem vorbeugen, »daß ich nicht weiß, ob ich das Ding in Gang bringen kann oder nicht. Ich weiß nicht, ob überhaupt irgend jemand dazu imstande ist — nach zwanzig Jahren und mehr! Zunächst müssen wir versuchen, ob wir ihn überhaupt von der Stelle bringen.«

Ish sah nach, ob die Bremse los und die Gangschaltung auf Leerlauf stand.

»Gut und schön«, sagte er. »Die Reifen sind platt, und das Fett in den Lagern ist hart geworden, und vor allen Dingen weiß ich nicht, ob das Getriebe nach dem langen Stehen noch in Ordnung ist. Aber kommt und stellt euch hinten hin; wir wollen schieben. Also los. Hau-ruck!«

Der Wagen rollte plötzlich vorwärts!

Die Jungs schrien vor Freude und Aufregung, und die Hunde stimmten bellend ein. Man hätte meinen können, es sei alles schon geschafft; dabei war einzig der Beweis erbracht worden, daß die Räder sich noch drehten.

Nun schaltete Ish den Gang ein, und sie schoben wieder. Das war etwas anderes. Der Wagen wich nicht vom Fleck.

Ish schaute unter die Motorhaube und sah, daß die Maschine gut eingefettet war, wie es Motoren für gewöhnlich sind. Außen war kaum Rost zu sehen; aber das besagte nichts darüber, wie es im Inneren aussah.

Die Jungs schauten ihn erwartungsvoll an, und er dachte über einen Ausweg nach. Er konnte es mit einem anderen Wagen versuchen. Er konnte durch die Jungs die Hunde hereinbringen lassen und sie vorspannen. Dann kam ihm ein anderer Gedanke.

Der Jeep, der sich in Reparatur befunden hatte, stand nur einige zehn Fuß hinter dem, mit dem sie es versuchen wollten. Wenn sie ihn vorwärtsschöben, so würde er mit hinreichender Wucht gegen den anderen stoßen, so daß er vielleicht ansprang. Vielleicht wurde dabei etwas eingebeult; aber das war nicht so wichtig.

Sie brachten den anderen Jeep in die richtige Stellung und verschnauften. Dann schoben sie ihn alle zusammen an.

Es gab einen recht befriedigenden Zusammenprall. Beim Nachschauen sahen sie, daß der andere Jeep drei Fuß vorwärtsgerollt war. Danach konnten sie ihn bei angestrengtem Schieben von der Stelle bewegen, auch wenn der Gang eingeschaltet war. In Ish stieg ein Triumphgefühl auf.

»Ihr seht«, sagte er, »wenn etwas in Bewegung ist, fällt es leichter, es in Bewegung zu halten.«

Natürlich war die Batterie leer; aber das hatte Ish von vornherein bedacht. Zunächst aber zeigte er den Jungs, wie sie alles Öl ablassen und es durch neues Öl aus den verschlossenen Behältern ersetzen müßten, wobei er das leichteste Öl verwandte, das er finden konnte.

Während sie sich dieser Arbeit unterzogen, fuhr er mit einem Hundewagen davon. Nach einer halben Stunde kam er mit einer Batterie wieder. Er baute sie ein und drehte den Schlüssel im Schlitz herum, wobei er die Nadel am Strommesser beobachtete. Sie schlug nicht aus. Vielleicht funktionierte das Instrument nicht mehr.

Doch als er auf das Amperemeter klopfte, schlug die seit langem nicht betätigte Nadel plötzlich aus und blieb zitternd auf »Entladen« stehen. Hier war Leben!

Er tastete nach dem Anlasser.

»Ja, Jungs«, sagte er, »jetzt kommt das Wichtigste … Jetzt werden wir sehen, was die Batterie leistet.« Die Jungs grinsten; sie hatten nie von solchen Dingen sprechen hören.

Er trat den Anlasser nieder. Es erscholl ein langgezogenes Grunzen. Dann fing der Motor langsam zu arbeiten an.

Nach der ersten Umdrehung arbeitete er leichter und schneller; immer leichter und schneller. Soweit war alles gut!

Der Tank war leer.

Sie fanden Gasolin in einer Trommel und füllten den Tank. Ish schraubte neue Zündkerzen ein. Er goß etwas Gasolin in den Vergaser und war nicht wenig stolz darauf, daß er sich auf so etwas verstand. Er stieg ein, schaltete, stellte die Zündung ein und trat den Anlasser nieder.

Der Motor grunzte, sprang an, lief schneller, und dann plötzlich war er lebendig.

Die Jungs schrien hurra! Ish saß als Triumphator da und spielte mit dem Gashebel. Er empfand ein Gefühl des Stolzes über das, was die alte Zivilisation hervorgebracht hatte — mittels all der eifrigen Planung und der ehrlichen Arbeit der Ingenieure und Maschinenbauer, die diesen Motor konstruiert hatten, der imstande war, auch nach zwanzigjähriger Ruhezeit noch zu laufen.

Doch der Motor setzte plötzlich aus, als das Gasolin im Vergaser verbraucht war. Sie gossen abermals etwas hinein, und er lief wieder; das wurde wiederholt, und schließlich begann die alte Pumpe ihre Tätigkeit, führte Betriebsstoff vom Tank zu, und der Motor lief ununterbrochen. Jetzt aber erhob sich das Problem der Bereifung — vielleicht das schwierigste von allen.

In dem Schauraum stand, wie üblich, ein Stapel Reifen sorglich aufgeschichtet. Aber die Reifen hatten so lange dagestanden, daß sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammengesackt waren; der Gummi war an den Druckstellen schadhaft geworden. Vielleicht konnten diese Reifen noch ein paar Kilometer durchhalten; aber für größere Strecken waren sie ungeeignet. Nach sorgfältigem Suchen fanden sie schließlich ein paar Reifen, die abseits gelegen hatten und in besserem Zustand zu sein schienen, obwohl der Gummi hart war und zahlreiche kleine Risse aufwies.

Sie fanden einen Wagenheber und hoben das erste Rad vom Boden. Es war eine Quälerei, das Rad loszubekommen; denn die Muttern waren auf den Gewinden festgerostet.

Es dauerte eine ganze Zeit, bis sie den ersten Reifen auf der Felge hatten.

Gerade als sie eine Ruhepause einlegten, abgerackert, aber triumphierend, hörte Ish, wie Joey ihm von der Garage her etwas zurief.

»Was ist denn, Joey?« antwortete er, einigermaßen gereizt.

»Komm mal her, Papa!«

»Ach, Joey, ich bin müde«, sagte er, ging aber doch hin, und die beiden anderen Jungs schlenderten hinter ihm her.

Joey zeigte auf das Ersatzrad des einen der Jeeps.

»Sieh mal, Papa«, sagte er, »warum nehmen wir nicht einfach das hier?«

Ish blieb nichts anderes übrig, als laut herauszulachen.

»Ja, Jungs«, sagte er zu Dick und Bob, »diesmal sind wir die Dummen gewesen!«

Der Reifen des Ersatzrades hatte die ganzen Jahre hindurch ohne Druck frei gehangen, und überdies war er schon montiert. Sie hätten sich viel Arbeit sparen können. Sie hätten nichts weiter zu tun brauchen, als dieses und die übrigen Reserveräder zu nehmen, sie aufzupumpen und dann an ihrem Jeep zu befestigen. Sie hatten sich umsonst abgeschuftet, weil sie ihre Köpfe nicht richtig gebraucht hatten.

Als Ish sich seiner eigenen Dummheit bewußt wurde, erlebte er zugleich eine Freude. Joey war der einzige, der richtig die Augen aufgemacht hatte!

Doch jetzt war es Zeit zur Mittagspause.

Sie hatten ihre Löffel und die unentbehrlichen Büchsenöffner mitgenommen. Nun gingen sie in die nächstgelegene Lebensmittelhandlung.

Gleich allen andern bot sie den Anblick der Verwüstung. Ratten und Mäuse hatten alle Kartons zernagt, und der Fußboden war dick mit Schnitzeln von Pappe und Papier bedeckt.

Aber den Gläsern und den Blechdosen hatten die Nager nichts anhaben können, und so waren sie unzerstört geblieben. Sie suchten sich aus, wonach ihnen der Sinn stand. Dann gingen sie auf die Straße und setzten sich in die Sonne.

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