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Die Suche nach dem Auge der Welt

Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:

In dem abgeschiedenen Dorf Emondsfelde erzählt man sich noch immer die alten Geschichten um den Dunklen König und die Magierinnen der Aes Sedai, die das Rad der Zeit drehen. Niemand ahnt, auch der junge Bauernsohn Rand al'Thor nicht, wieviel Wahrheit in diesen Legenden steckt. Dann jedoch berfallen blutrnstige Trollocs, die Häscher des Dunklen Königs, das Dorf und brennen den Bauernhof von Rands Familie nieder. Die Magierin Moiraine verhilft dem Jungen in letzter Minute zur Flucht. Eine phantastische Reise beginnt, während der Rand in sein Schicksal hineinwachsen wird, der Wiedergeborene Drache und der Retter der Welt zu sein ... Dieser Band vereint — wie in der Originalausgabe — den kompletten Auftakt zu Robert Jordans Meisterwerk Das Rad der Zeit.
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»Ja, aber... Na ja, jeder sagt, daß sie... Aber ich habe nicht geglaubt, daß sie wirklich... « Rand entschloß sich, den Glauben daran aufzugeben, er wisse irgend etwas über die Menschen außerhalb seines eigenen Dorfes. »Er erzählt vielleicht dem Blassen, daß wir auf der Fähre übergesetzt haben«, sagte er schließlich. »Vielleicht bringt er die Trollocs anschließend auch hinüber.«

Lan lachte trocken. »Einen Fremden ausrauben ist eine Sache, mit einem Halbmenschen zu tun haben, eine andere. Kannst du dir wirklich vorstellen, daß er Trollocs übersetzt, besonders in diesem Nebel, ganz gleich, wieviel Gold man ihm bietet? Oder daß er auch nur mit einem Myrddraal spricht, wenn er es vermeiden kann? Allein der Gedanke daran brächte ihn dazu, wegzurennen, so weit er nur könnte. Ich glaube nicht, daß wir uns über Schattenfreunde in Taren-Fähre viele Gedanken machen müssen. Nicht hier. Wir sind sicher.... Wenigstens für eine Weile. Vor diesen Burschen jedenfalls. Paß auf!«

Hochturm hatte sich umgedreht. Das spitze Gesicht vorgestreckt die Fackel erhoben, betrachtete er Lan und Rand, als sehe er sie nun zum erstenmal klar und deutlich. Planken knarrten unter dem Schritt der Helfer, und gelegentlich hörte man das Stampfen eines Pferdehufs. Plötzlich zuckte der Fährmann zusammen, denn er bemerkte, daß sie ihn beim Beobachten selbst beobachteten. Behende wandte er sich um und spähte nach dem anderen Ufer aus oder was er sonst im Nebel suchen mochte.

»Sag nichts mehr«, sagte Lan so leise, daß Rand ihn kaum verstehen konnte. »Dies sind schlechte Tage, um von Trollocs oder Schattenfreunden oder dem Vater der Lügen zu sprechen. Fremde Ohren lauschen. Solche Gespräche können sich noch mehr rächen als ein Drachenzahn an deiner Tür.«

Rand verging die Lust zum Weiterfragen. Mehr als zuvor packte ihn eine Weltuntergangsstimmung. Schattenfreunde! Als ob Blasse und Trollocs und ein Draghkar nicht schon genug waren. Wenigstens konnte man einen Trolloc erkennen, wenn man ihn sah.

Plötzlich ragten schattenhafte Pfähle aus dem Nebel auf. Die Fähre prallte sanft auf dem Steg am anderen Ufer auf. Dann rannten die Helfer und machten die Fähre fest und ließen die Rampe am vorderen Ende mit einem dumpfen Schlag herunter, während Mat und Perrin großspurig erklärten, der Taren sei nicht halb so breit, wie sie erwartet hatten. Lan führte seinen Hengst die Rampe hinunter, von Moiraine und den anderen gefolgt. Als Rand, der letzte in der Reihe, Wolke hinter Bela auf den Steg führte, rief ihnen Meister Hochturm zornig zu: »Was ist jetzt? He! Wo ist mein Gold?«

»Es wird bezahlt werden.« Moiraines Stimme kam von irgendwoher im Nebel. Rands Stiefel polterten über die Planken des Landestegs. »Und eine Silbermark für jeden Eurer Männer«, fügte die Aes Sedai hinzu, »als Dank für die schnelle Überfahrt.«

Der Fährmann zögerte, das Gesicht vorgeschoben, als wittere er Gefahr, aber als sie das Silber erwähnte, erhoben sich die Helfer. Ein paar holten sich erst einmal eine Fackel, doch alle polterten die Rampe hinunter, bevor Hochturm den Mund öffnen konnte. Mit mürrisch verzogenem Gesicht folgte der Fährmann seiner Besatzung.

Wolkes Hufschläge klangen hohl durch den Nebel, als Rand vorsichtig den Steg entlangging. Der graue Nebel war hier so dicht wie über dem Fluß. Am Fuß des Stegs teilte der Behüter Münzen aus. Er war umgeben von den Fackeln Hochturms und seiner Leute. Alle außer Moiraine warteten ein wenig weiter entfernt. Sie standen ängstlich eng beieinander. Die Aes Sedai stand allein da und blickte auf den Fluß hinaus. Rand verstand nicht, was sie da wohl sehen mochte. Schaudernd zog er den Umhang enger um die Schultern, obwohl er ganz durchnäßt war. Jetzt befand er sich wirklich außerhalb der Zwei Flüsse, und seine Heimat schien ihm viel ferner als nur eine Flußbreite.

»Hier«, sagte Lan, der Hochturm eine letzte Münze in die Hand drückte. »Wie abgemacht.« Er steckte seine Börse noch nicht weg, und der Mann mit dem Frettchengesicht betrachtete sie gierig.

Unter lautem Quietschen erzitterte der Landesteg. Hochturm fuhr hoch. Sein Kopf wandte sich der von Nebel eingehüllten Fähre zu. Die an Bord zurückgebliebenen Fackeln waren ein paar verschwommene trübe Lichtflecken. Der Steg ächzte, und mit dem donnernden Krachen von zerberstendem Holz schwankten die beiden Lichter und entfernten sich. Egwene stieß einen wortlosen Schrei aus, und Thom fluchte.

»Sie treibt weg!« schrie Hochturm. Er packte seine Helfer und schob sie auf das Ende des Stegs zu. »Die Fähre hat sich losgerissen, ihr Dummköpfe! Packt zu! Holt sie zurück!«

Die Helfer stolperten unter seinen Stößen ein paar Schritte vorwärts, blieben dann aber stehen. Die trüben Lichter an Bord der Fähre drehten sich plötzlich und dann immer schneller. Der Nebel darüber drehte sich ebenfalls, wurde zu einer Spirale. Der Landesteg bebte. Das Krachen und Splittern von Holz erfüllte die Luft, als die Fähre zerbrach.

»Ein Strudel«, murmelte einer der Helfer mit ehrfurchtsvoller Stimme.

»Es gibt keine Strudel im Taren.« Hochturm hörte sich irgendwie leer an. »Da war noch nie ein Strudel... «

»Ein unglückliches Vorkommnis.« Moiraines Stimme klang hohl durch den Nebel, der aus ihr einen Schatten machte, der sich vom Fluß abwandte.

»Unglücklich«, stimmte Lan mit gepreßter Stimme zu. »Es scheint, daß Ihr für eine Weile niemanden mehr über den Fluß bringen werdet. Eine unangenehme Sache, Euer Floß in unseren Diensten zu verlieren.« Er griff erneut in den Beutel, der sich noch in seiner Hand befand. »Dies sollte Euch entschädigen.«

Für einen Augenblick starrte Hochturm auf das Gold, das in Lans Hand schimmerte, dann zog er die Schultern ein, und sein Blick wanderte zu den anderen hinüber, die er über den Fluß gebracht hatte. Die Leute aus Emondsfeld standen undeutlich und schweigend im Nebel. Mit einem verängstigten Aufschrei schnappte sich der Fährmann die Münzen aus Lans Hand, drehte sich um und rannte in den Nebel hinein. Seine Helfer waren nur einen halben Schritt hinter ihm. Der Schein ihrer Fackeln verschwand schnell flußaufwärts.

»Es gibt hier nichts mehr, das uns halten könnte«, sagte die Aes Sedai, als sei nichts Ungewöhnliches geschehen. Sie führte ihre weiße Stute weg vom Landesteg und die Uferböschung hinauf.

Rand stand noch da und starrte auf den verborgenen Fluß. Es könnte ein Zufall gewesen sein. Er sagte wohclass="underline" Keine Strudel... Aber es... Plötzlich wurde ihm klar, daß alle anderen weg waren. Hastig stieg auch er die sanft ansteigende Böschung hinauf.

Drei Schritte später verflog der dichte Nebel, und nichts blieb davon übrig. Er blickte zurück. Entlang der Uferlinie hing auf einer Seite dichtes Grau, während sich auf der anderen ein klarer Nachthimmel zeigte, noch dunkel, obwohl die scharfen Umrisse des Mondes darauf hinwiesen, daß die Dämmerung nicht mehr fern war.

Der Behüter und die Aes Sedai standen neben ihren Pferden und berieten. Die anderen drückten sich ein Stück entfernt aneinander; sogar im Mondlicht war ihr Unbehagen greifbar zu spüren. Alle sahen Lan und Moiraine an, und alle außer Egwene hatten sich nach hinten gelehnt, innerlich unentschlossen, denn sie wollten das Paar nicht aus den Augen verlieren und ihm andererseits nicht zu nahe kommen. Rand lief an Egwenes Seite, Wolke im Schlepptau, und sie lächelte ihn an. Er glaubte nicht, daß das Leuchten in ihren Augen nur vom Mondschein herrührte.

»Er verläuft so gerade am Flußufer entlang, als sei er mit der Feder gezogen«, sagte Moiraine in befriedigtem Tonfall. »Es gibt keine zehn Frauen in Tar Valon, die das ohne Hilfe fertiggebracht hätten. Ganz zu schweigen davon, daß es vom Rücken eines galoppierenden Pferdes aus geschah.«

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