Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Полицейские детективы » Das Dorf der verschwundenen Kinder
Das Dorf der verschwundenen Kinder - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das Dorf der verschwundenen Kinder

Электронная книга - «Das Dorf der verschwundenen Kinder». Краткое содержание книги:

Über dieses Buch
Als in der Grafschaft Yorkshire ein siebenjähriges Mädchen entführt wird, reißt bei den Bewohnern des kleinen Ortes Danby eine tiefe Wunde wieder auf: Schon einmal, vor fünfzehn Jahren, verschwanden im Nachbarort Dendale drei kleine Mädchen spurlos. Aber auch der Hauptverdächtige, der damals 19jährige Benny Lightfoot, verschwand von einem Tag auf den anderen. Das war in dem Jahr, als die Bewohner ihre Häuser aufgaben, weil das Dorf einem Stausee weichen musste. Nun prangt ein Graffiti an einer Eisenbahnbrücke: »Benny ist wieder da!«
Über Reginald Hill
Reginald Hill, geboren 1936, lebt seit vielen Jahren in der englischen Grafschaft Yorkshire, wo die allermeisten seiner Romane auch spielen. Er hat sich den Ruf erworben, »einer der herausragenden lebenden Krimiautoren« zu sein (Sunday Telegraph) und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Diamond Dagger der britischen Crime Writers’ Association, den er für sein Lebenswerk erhielt.
1 ... 47 48 49 50 51 52 53 54 55 ... 117
Перейти на страницу:

»Nicht, wenn es um jemanden wie Wulfstan geht.«

»Andy, du willst damit doch nicht etwa sagen, daß die Reichen und Mächtigen eine Sonderbehandlung vor dem armen Pöbel bekommen?« frotzelte sie.

Er runzelte die Stirn, die dadurch aussah wie von einem betrunkenen Pflüger zerfurcht. Würde sie die Geschichte der Wulfstans kennen, hätte sie das sicher nicht gesagt.

»Wie gut kennst du die Wulfstans?« fragte er.

»Nicht so gut. Die Frau fast gar nicht. Walter nur als Vorsitzenden des Festival-Komitees. Als ich vor ein paar Jahren hierher zog, fing ich an, die Konzerte vor Ort zu besuchen und mich mit ein paar Leuten aus der Musikszene anzufreunden – niemand, der meine sonstigen Aktivitäten teilt, muß ich wohl schnell hinzufügen, ehe du anfängst, nach Namen zu fragen. Eine Freundin war in dem Komitee. Als sie beruflich den Bezirk hier verlassen mußte, empfahl sie mich für ihre Stelle, und so lernte ich Walter kennen.«

»Ach ja? Und der war natürlich beeindruckt von deiner Erfahrung, Streikposten und Demos und illegale Durchsuchungen von Privatgrundstücken zu organisieren.«

»Ich halte die verschiedenen Bereiche meines Lebens strikt getrennt, Andy«, entgegnete sie. »Bohr Löcher in Deiche, und der Ärger sickert durch, wie du und ich gemerkt haben. Dies ist mein erstes Jahr im Komitee, ich bin also noch dabei, mich einzuleben.«

»Ich dachte, da hättest du den Laden schon übernommen.«

»Darauf besteht nicht viel Aussicht«, meinte sie lächelnd. »Alles ist so gut organisiert, daß es sehr wenig zu tun gibt. Diese Verlegung des Aufführungsortes ist unsere erste echte Krise, und Walter scheint alles gut unter Kontrolle zu haben.«

»Das scheint mir auch so. Ihr werdet also gleich in Danby Möbel rücken, wie?«

»Heute nicht mehr. Aber für morgen habe ich meine Hilfe angeboten, falls sie mich brauchen. Walter führt ein strenges Regiment, da sind Drückeberger nicht gefragt. Aber das ist eigentlich alles, was ich über ihn weiß. Es hat keinen Zweck, mich weiter über ihn auszufragen, Superintendent.«

»Das will ich auch gar nicht«, entgegnete Dalziel. »Ich schätze, ich weiß alles, was ich wissen muß. Wahrscheinlich ist es besser, du weißt es auch, für den Fall, daß du unsere Bekanntschaft andeuten möchtest.«

Sie wollte einen Witz darüber machen, doch als sie sein Gesicht sah, hielt sie inne. Bestürzt lauschte sie der Geschichte über die verschwundenen Kinder von Dendale.

»Diese armen Leute … Ich weiß noch, wie es mir ging, als sie mir sagten, daß Piers verschwunden ist …«

»Ich versteh nicht, daß du nix davon gelesen hast«, meinte er halb anklagend.

»Vielleicht hab ich das. Aber, Andy, vor fünfzehn Jahren hatte ich andere Dinge im Kopf. Jetzt verstehe ich, warum du Walter die Samthandschuh-Nummer angedeihen läßt. Armer Mann. Aber das erklärt auch, warum sie sie adoptiert haben.«

»Elizabeth? Na, du hast recht, sie ist nicht ihr Kind. Und du hast das ausbaldowern können, obwohl du sagst, du kennst die Wulfstans kaum? Tja, einmal Schnüffler, immer Schnüffler, wie man so schön sagt.«

Dieser nicht sehr schmeichelhafte Kommentar war eine weitere Anspielung auf die Zeiten ihrer alte Liebelei, als sie die Quelle einiger nützlicher Informationen für ihn gewesen war.

»Nein, das habe ich nicht ausbaldowert«, erklärte sie energisch. »Das hat mir jemand einfach so erzählt, und bestimmt keiner von den Wulfstans oder sonst jemand von hier. Durch einen dieser Zufälle, die keinesfalls Teil eines göttlichen Plans sein können, da sie auch uns immer wieder zusammenführen, habe ich eine Freundin in London, Beryl Blakiston, die zufällig Schulleiterin der Schule ist, auf die Elizabeth eine Zeitlang ging.«

»Alle Achtung«, sagte er bewundernd. »Wer braucht mit euch High-Society-Fuzzies schon das Internet?«

Sie musterte ihn kritisch und vermutete, daß seine Vertrautheit mit dem Internet etwa so vage war wie ihre mit dem großen Mysterium der Rugby-Taktiken im vordersten Gedränge. Aber sie hatte gelernt, daß man Dalziel besser nicht reizte, und fuhr fort: »Im Frühjahr war ich mit Beryl mal wieder zum Lunch. Dabei erwähnte ich meine neuen Pflichten als Mitglied des Komitees – es beruhigt sie zu hören, daß ich auch hin und wieder etwas Ehrbares mache –, und sie fragte, ob dieser Wulfstan der Vater der Sängerin sei. Und ich sagte ja, weil ich wußte, daß Elizabeth für das diesjährige Festival geplant war. Ende der Geschichte.«

Er nahm einen tiefen Zug, und damit war das zweite Bier fast leer.

»Blödsinn«, sagte er.

»Wie bitte?«

»Zuerst mal hast du vorhin schon angedeutet, daß deine Freundin Beryl dir erzählt hat, daß das Mädchen adoptiert ist. Und zweitens besteht kaum die Chance, daß zwei gleichgesinnte Ladys wie ihr mit dem Bauch voller Gin Tonics und einer Flasche Burgunder auf dem Tisch ein interessantes Thema fallenlaßt, ohne es vorher gründlich durchgekaut zu haben.«

»Wieso bezeichnest du eine Frau, die du noch nie gesehen hast, als meine Gleichgesinnte?«

»Weil du dich sonst nicht immer wieder mit ihr zum Lunch verabreden würdest. Also, was hat sie gesagt?«

Cap Marvell fixierte ihn mit kühlem, abschätzendem Blick und sagte: »Andy, das ist doch hoffentlich nicht irgendwie offiziell, oder? Ein Drink mit einem alten Freund ist eine Sache, aber wenn das hier zum Verhör wird, möchte ich doch lieber meinen Anwalt Mäuschen spielen lassen.«

Er sah verletzt aus.

»Nee, Schätzchen, ich hab’s dir doch gesagt. Der einzige Grund, warum ich selbst zu den Wulfstans gefahr’n bin, war wegen dieser Sache damals. Eine Routinebefragung. Er steht nicht unter Verdacht. Alles, was ich hier mache, ist höfliche Konversation, bis ich sehe, mit welcher Seite der Toast auf den Boden klatscht. Wenn du willst, können wir auch über das englische Kricket-Team reden. Oder die Regierung. Zum Heulen, oder?«

»Die Regierung?«

»Sei nicht albern. Ich verschwende keine Tränen für diese Fatzkes.«

Sie lachte und sagte: »Na gut. Ich glaube dir, Andy. Also, Beryl erzählte mir, daß Elizabeth adoptiert ist und daß es früher mal Schwierigkeiten mit ihr gab, aber das hätte sich gelegt …«

»Schwierigkeiten?« unterbrach Dalziel. »Ich liebe Schwierigkeiten. Erzähl mir mehr.«

»Beryl ist nicht ins Detail gegangen. Es gibt so was wie berufliche Diskretion, selbst nach eine Flasche Burgunder. Aber ich hatte den Eindruck, es ging um nicht erfüllte Erwartungen. Das Mädchen war unzufrieden mit den Eltern und umgekehrt. Es war so ernst, daß sie einen Psychologen oder Psychiater zu Hilfe nahmen, ich weiß nicht mehr, was. Aber am Ende ging alles gut, und das, wie Beryl wähnte, hauptsächlich wegen Elizabeths aufkeimenden musikalischen Talents. Was natürlich Hauptanlaß und Thema unseres eigentlichen Gesprächs war.«

»Wähnte«, meinte Dalziel verträumt. »Aufkeimend. Ich liebe es, wenn du so geschraubt daherredest. Selbst wenn ich nur die Hälfte davon verstehe.«

»Ich meine, daß Elizabeth durch ihren Gesang ein Gefühl der eigenen Wertschätzung bekam und außerdem die Anerkennung ihrer Adoptiveltern. Danach war es ihr möglich, ihre normale Entwicklung fortzusetzen.«

»Normal? Hast du mal gehört, wie sie redet?«

»Meinst du ihren Dialekt? Nun, es wundert mich, daß du daran etwas Abnormales findest, Andy«, sagte sie mit treuherzigem Blick.

»Ha, ha. Für einen ignoranten Yorkshire-Dämel wie mich mag das ja angeh’n, aber ein Mädchen, das bei den Wulfstans aufgewachsen ist und auf irgendwelchen Eliteschulen unten im Süden war, sie redet freiwillig und aus Überzeugung so. Man muß sie nur singen hören, um das zu erkennen.«

»Du hast sie singen gehört?«

»Klar. Im Radio. Mit diesem trübseligen Zeugs, das du auch immer gespielt hast.«

»Diesem trübseligen Zeugs«, wiederholte sie. »Ist das ein Oberbegriff für meine ganze Sammlung? Oder hattest du ein bestimmtes Stück der Trübseligkeit im Sinn?«

1 ... 47 48 49 50 51 52 53 54 55 ... 117
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)