Shades of Grey - Geheimes Verlangen
- Автор: Джеймс Эрика Леонард
- Серия: Shades of Grey #1
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Shades of Grey - Geheimes Verlangen». Краткое содержание книги:
Danach lässt er mich endlich zufrieden, und um Punkt fünf verlasse ich den Baumarkt.
Kate hat mir zwei Kleider und zwei Paar Schuhe für heute Abend und die morgige Abschlussfeier geliehen. Ich wünschte, ich könnte mich mehr für Klamotten begeistern und mir ein bisschen mehr Mühe geben, aber Mode ist nun mal nicht mein Ding. Was ist denn dann Ihr Ding, Anastasia? Christians Frage kommt mir wieder in den Sinn. Ich schüttle den Kopf und versuche, meine flatternden Nerven zu beruhigen. Am Ende entscheide ich mich für das pflaumenblaue Etuikleid; es wirkt dezent und ein bisschen businessmäßig – immerhin verhandle ich heute Abend die Modalitäten eines Vertrags.
Ich dusche, rasiere mir die Beine und Achselhöhlen, wasche mir die Haare und verwende eine gute halbe Stunde darauf, sie zu föhnen, so dass sie mir in weichen Wellen über Schultern und Rücken fallen. Dann schiebe ich die eine Seite mit einem Kamm aus dem Gesicht und trage Wimperntusche und einen Hauch Lipgloss auf. Ich schminke mich so gut wie nie. Keine meiner literarischen Heldinnen musste sich mit Make-up herumschlagen, vielleicht würde ich mich sonst besser damit auskennen. Schließlich schlüpfe ich in die pflaumenblauen Stilettos, die perfekt zu Kates Kleid passen. Um halb sieben bin ich fertig.
»Und?«, frage ich Kate.
Sie grinst. »Junge, Junge, du hast dich ja mächtig in Schale geworfen, Ana.« Sie nickt anerkennend. »Du siehst echt heiß aus.«
»Heiß? Ich wollte dezent und geschäftsmäßig wirken!«
»Das auch, aber in erster Linie bist du heiß. Das Kleid sieht toll aus, genau deine Farbe. Vor allem sitzt es perfekt, wie eine zweite Haut.«
»Kate!«
»Ich sage nur die Wahrheit, Ana, hammermäßig. Du darfst das Kleid gern behalten. Wenn er dich darin sieht, frisst er dir garantiert aus der Hand.«
Ich presse die Lippen zusammen. Wenn du wüsstest … Außerdem sollte ich vielleicht besser noch einen Keuschheitsgürtel umlegen.
»Wünsch mir Glück.«
»Du brauchst Glück für ein Date?« Kate mustert mich verwirrt.
»Ja, Kate.«
»Na dann – viel Glück.« Sie umarmt mich kurz, dann mache ich mich auf den Weg.
Ich muss mich barfuß hinters Steuer setzen – Wanda, mein hellblauer Käfer, ist nicht dafür geschaffen, mit hochhackigen Schuhen gefahren zu werden. Um exakt zwei Minuten vor sieben fahre ich vor dem Heathman vor und überreiche die Schlüssel dem Hoteldiener. Er wirft Wanda einen verächtlichen Blick zu, aber ich beachte ihn nicht weiter. Ich hole tief Luft, ziehe den imaginären Keuschheitsgürtel enger und betrete das Hotel.
Christian lehnt mit einem Glas Weißwein in der Hand lässig an der Bar. Er trägt sein gewohntes Outfit – schwarze Jeans, ein weißes Leinenhemd, dazu eine schwarze Krawatte und ein schwarzes Jackett. Sein Haar ist wie üblich leicht zerzaust. Seufzend bleibe ich einen Moment lang im Türrahmen stehen und lasse den Blick bewundernd über ihn gleiten. In diesem Moment dreht er sich um – auch er wirkt ein bisschen nervös – und entdeckt mich. Er blinzelt ein paar Mal, dann breitet sich dieses lässige sexy Lächeln auf seinem Gesicht aus, bei dem ich jedes Mal das Gefühl habe, als würde ich gleich dahinschmelzen. Ich gebe mir alle Mühe, nicht auf meiner Lippe herumzukauen, und mache einen vorsichtigen Schritt nach vorn, wohl wissend, dass ich, Anastasia, die Königin der Tollpatschigkeit, ja heute in High Heels unterwegs bin. Mit wenigen eleganten Schritten hat er den Raum durchquert und steht vor mir.
»Absolut atemberaubend«, raunt er, beugt sich vor und drückt mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange. »Ein Kleid, Miss Steele. Sehr schön.« Er nimmt mich beim Ellbogen, führt mich in eine ruhige Ecke und gibt dem Kellner ein Zeichen.
»Was möchtest du trinken?«
Ich kann mir ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. Wenigstens fragt er mich, was ich trinken möchte.
»Ich nehme dasselbe wie du, bitte.« Siehe da! Ich kann auch nett sein und mich benehmen.
Amüsiert bestellt er ein Glas Sancerre für mich und setzt sich mir gegenüber.
»Die haben einen hervorragenden Weinkeller hier.« Er stützt die Ellbogen auf der Tischplatte auf und legt die Finger vor dem Mund zusammen.
Ich sehe ein Flackern in seinen Augen, das ich jedoch nicht recht zuordnen kann. Und schon spüre ich es wieder … dieses vertraute Knistern zwischen uns, den Sog, dem ich mich nicht entziehen kann. Unbehaglich rutsche ich auf meinem Stuhl hin und her. Mein Herzschlag beschleunigt sich. Immer schön cool bleiben!
»Bist du nervös?«, fragt er sanft.
»Ja.«
Er beugt sich vor. »Ich auch«, flüstert er verschwörerisch.
Ich sehe ihn verblüfft an. Er? Nervös? Nie im Leben. Ich blinzle ungläubig. Wieder erscheint dieses hinreißende Lächeln auf seinem Gesicht. Der Kellner kommt mit meinem Wein, einem Schälchen mit gemischten Nüssen und einem zweiten mit Oliven.
»Und jetzt?«, frage ich. »Gehen wir einen Punkt nach dem anderen durch?«
»Wie immer die Ungeduld in Person, Miss Steele.«
»Na ja, ich könnte dich natürlich auch fragen, wie du das Wetter heute fandest.«
Lächelnd nimmt er mit seinen langen Fingern eine Olive aus dem Schälchen und schiebt sie sich in den Mund. Meine Augen hängen an seinen Lippen, diesen Lippen, die mich berührt haben … überall, am ganzen Körper. Ich werde rot.
»Ich fand das Wetter heute ganz besonders unspektakulär.« Er grinst.
»Lachen Sie mich etwa aus, Mr. Grey?«
»Ja, tue ich, Miss Steele.«
»Dir ist schon klar, dass dieser Vertrag nicht rechtswirksam ist?«
»Ja, darüber bin ich mir im Klaren, Miss Steele.«
»Und hattest du auch vor, es mir zu sagen?«
Er runzelt die Stirn. »Glaubst du ernsthaft, ich würde dich zuerst zu etwas überreden, was du nicht tun willst, und es später so aussehen lassen, als hätte ich dich juristisch in der Hand?«
»Na ja … irgendwie schon.«
»Du scheinst keine allzu hohe Meinung von mir zu haben.«
»Du hast meine Frage nicht beantwortet.«
»Anastasia, es ist völlig egal, ob der Vertrag rechtskräftig ist oder nicht. Er stellt lediglich eine Vereinbarung dar, die ich gern mit dir treffen würde – darüber, was ich mir von dir wünsche und was du von mir erwarten kannst. Wenn es dir nicht gefällt, dann brauchst du nicht zu unterschreiben. Und wenn du unterschreibst und später merkst, dass du doch nicht damit einverstanden bist, gibt es mehr als genug Klauseln, aus dem Vertrag auszusteigen. Selbst wenn er rechtsverbindlich wäre, glaubst du doch nicht wirklich, dass ich dich durch sämtliche Instanzen verklagen würde, nur weil du nicht mehr mitmachen willst.«
Ich nehme einen großen Schluck aus meinem Weinglas. Mein Unterbewusstsein stößt mich unsanft an. Trink nicht so viel. Du brauchst einen klaren Kopf.
»Beziehungen wie diese beruhen auf Ehrlichkeit und Vertrauen«, fährt er fort. »Wenn du mir nicht vertraust, dass ich genau weiß, wie weit ich mit dir gehen und was ich dir zumuten kann, und du mir gegenüber nicht ehrlich bist, hat das Ganze keinen Zweck.«
Oje, damit wären wir also bereits beim Kern des Ganzen. Wie weit er mit mir gehen kann. Was zum Teufel soll das denn heißen?
»Deshalb läuft es im Grunde auf eine ganz einfache Frage hinaus, Anastasia. Vertraust du mir, oder vertraust du mir nicht?«
Ich sehe das leidenschaftliche Flackern in seinen Augen. »Hattest du mit … äh … meinen fünfzehn Vorgängerinnen eine ähnliche Diskussion?«
»Nein.«
»Wieso nicht?«
»Weil sie alle erfahrene Subs waren. Sie wussten schon vorher, welche Erwartungen sie an eine Beziehung mit mir haben und was ich im Großen und Ganzen von ihnen erwarte. Bei ihnen ging es nur darum, die Soft Limits und derlei Details genauer zu definieren.«