Shades of Grey - Geheimes Verlangen
- Автор: Джеймс Эрика Леонард
- Серия: Shades of Grey #1
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Shades of Grey - Geheimes Verlangen». Краткое содержание книги:
»Das mache ich. Bis dann, Schatz.«
»Bis dann.«
Ich gehe in mein Zimmer, fahre den Computer hoch und öffne das Mailprogramm. Christian hat mir am späten Abend noch – oder sehr früh heute Morgen, je nachdem, wie man es sieht – eine Mail geschickt. Mein Herzschlag beschleunigt sich, und ich höre das Blut in meinen Ohren rauschen. O Mann … vielleicht macht er ja einen Rückzieher. Ja, genau, bestimmt sagt er ab. Der Gedanke schmerzt mich. Eilig verwerfe ich ihn und öffne die Mail.
Von: Christian Grey
Betreff: Ihre Probleme
Datum: 24. Mai 2011, 01:27 Uhr
An: Anastasia Steele
Sehr geehrte Miss Steele,
nach eingehender Lektüre Ihrer Vorbehalte möchte ich Ihnen nachstehend den Begriff »devot« näherbringen:
devot – Adj.
) geneigt oder bereit, sich einem anderen zu unterwerfen; widerspruchslos oder demütig unterwürfig; z.B.: ein devoter Diener.
) demütiges Verhalten zeigend; z.B.: eine devote Haltung. Wortursprung: 1580-90.
Synonyme: demütig, ergeben, gefügig, servil, unterwürfig, willfährig, ehrerbietig.
Antonyme: selbstbewusst, aufsässig.
Dies sollten Sie für unser Treffen am Mittwoch im Hinterkopf behalten.
CHRISTIAN GREY
CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.
Erleichterung durchströmt mich. Er ist also zumindest bereit, über meine Vorbehalte zu sprechen. Und unser Date für morgen steht ebenfalls noch. Ich denke kurz nach und tippe meine Antwort.
Von: Anastasia Steele
Betreff: Meine Probleme … was ist mit Ihren?
Datum: 24. Mai 2011, 18:29 Uhr
An: Christian Grey
Sehr geehrter Mr. Grey,
und ich möchte Ihren Blick auf den Wortursprung lenken: 1580-90. Bei allem Respekt, aber inzwischen schreiben wir das Jahr 2011, sprich, es ist eine Menge Zeit vergangen.
Dürfte ich eine Definition in den Raum stellen, die Sie für unser Abendessen im Hinterkopf behalten sollten?
Kompromiss, der; Subst.
) Lösung eines Konflikts durch gegenseitige freiwillige Übereinkunft, unter beiderseitigem Verzicht auf Teile der jeweils gestellten Forderungen;
) Resultat einer solchen Übereinkunft;
) ein Zwischending – Ein Split-Level-Haus ist ein Kompromiss zwischen einem Bungalow und einem mehrstöckigen Einfamilienhaus.
kompromittieren – Verb
Jemanden in Verlegenheit bringen, einer Gefahr oder einem Verdacht aussetzen; jemandes Integrität kompromittieren.
Ana
Von: Christian Grey
Betreff: Was soll mit meinen Problemen sein?
Datum: 24. Mai 2011, 18:32 Uhr
An: Anastasia Steele
Ein berechtigtes Argument, Miss Steele. Ich werde Sie um 19 Uhr zuhause abholen.
CHRISTIAN GREY
CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.
Von: Anastasia Steele
Betreff: 2011 – Frauen dürfen Auto fahren
Datum: 24. Mai 2011, 18:40 Uhr
An: Christian Grey
Sehr geehrter Mr. Grey, ich besitze einen Wagen. Und einen Führerschein.
Ich würde mich lieber irgendwo mit Ihnen treffen.
Was schlagen Sie vor?
Um 19 Uhr in Ihrem Hotel?
Ana
Von: Christian Grey
Betreff: Sturköpfige junge Damen
Datum: 24. Mai 2011, 18:43 Uhr
An: Anastasia Steele
Sehr geehrte Miss Steele,
Bezug nehmend auf meine Mail vom 24. Mai 2011 um 01:27 Uhr und die darin aufgeführte Definition, muss ich Ihnen eine Frage stellen: Sehen Sie sich in der Lage, jemals zu tun, was man Ihnen sagt?
CHRISTIAN GREY
CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.
Von: Anastasia Steele
Betreff: Eigensinnige Männer
Datum: 24. Mai 2011, 18:49 Uhr
An: Christian Grey
Sehr geehrter Mr. Grey,
ich würde gern selbst fahren.
Bitte
Ana
Von: Christian Grey
Betreff: Genervte Männer
Datum: 24. Mai 2011, 18:52 Uhr
An: Anastasia Steele
Gut. Um sieben in meinem Hotel.
Ich erwarte Sie in der Marble Bar.
CHRISTIAN GREY
CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.
Dieser Mann schafft es, selbst in seinen Mails mürrisch zu wirken. Begreift er denn nicht, dass ich notfalls ganz schnell die Kurve kratzen können muss? Nicht, dass mein Käfer eine Rakete wäre … aber trotzdem. Ich brauche ein Fluchtfahrzeug.
Von: Anastasia Steele
Betreff: Doch nicht so eigensinnige Männer
Datum: 24. Mai 2011, 18:55 Uhr
An: Christian Grey
Danke.
Ana X
Von: Christian Grey
Betreff: Nervtötende Frauen
Datum: 24. Mai 2011, 18:59 Uhr
An: Anastasia Steele
Gern geschehen.
CHRISTIAN GREY
CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.
Ich rufe Ray an. Er will sich gerade das Spiel der Sounders gegen irgendeine Fußballmannschaft aus Salt Lake City ansehen, deshalb fällt unser Gespräch recht kurz aus. Er möchte am Donnerstag zur Abschlussfeier kommen und mich danach zum Essen einladen. Es tut so gut, mit ihm zu reden. Ich spüre, wie sich ein dicker Kloß in meiner Kehle bildet. Im unsteten Liebesleben meiner Mutter ist er meine einzige Konstante. Obwohl er »nur« mein Stiefvater ist, haben wir eine sehr enge Bindung zueinander, und er hat mich immer wie seine leibliche Tochter behandelt. Ich kann es kaum erwarten, ihn endlich wiederzusehen. Seine Stärke und Gelassenheit sind genau das, was ich jetzt brauche. Und was mir fehlt. Vielleicht gelingt es mir ja, für meine morgige Verabredung den Ray in mir zum Leben erwachen zu lassen.
Kate und ich machen uns mit einer billigen Flasche Rotwein wieder ans Packen. Als ich endlich ins Bett falle, sind fast alle meine Sachen in Kisten und Kartons verstaut, und ich bin wesentlich ruhiger. Die körperliche Anstrengung war eine willkommene Ablenkung, und ich bin hundemüde. Ich kuschle mich ins Bett und schlafe im Nu ein.
Paul ist noch einmal aus Princeton nach Hause gekommen, bevor er sein Praktikum bei einer New Yorker Finanzverwaltungsfirma antritt. Er hängt den ganzen Tag wie eine Klette an mir und versucht, mich zu einer Verabredung zu überreden. Es nervt mich.
»Paul, zum hundertsten Mal – ich bin heute Abend schon verabredet.«
»Nein, bist du nicht. Das sagst du nur, weil du eine Ausrede brauchst, um nicht mit mir ausgehen zu müssen. Das machst du immer so.«
Ja, ganz genau … und eigentlich sollte man annehmen, dass du es endlich kapiert hast.
»Paul, du weißt, dass ich die Idee, mit dem Bruder des Chefs auszugehen, noch nie gut fand.«
»Aber am Freitag ist dein letzter Tag hier. Und morgen hast du frei.«
»Und ab Samstag bin ich in Seattle und du in New York. Weiter könnten wir wohl kaum voneinander getrennt sein. Außerdem habe ich heute Abend ein Date.«
»Mit José?«
»Nein.«
»Mit wem dann?«
»Paul!« Ich stoße einen genervten Seufzer aus. Er lässt einfach nicht locker. »Mit Christian Grey«, antworte ich unüberhörbar verärgert. Es funktioniert. Paul fällt die Kinnlade herunter. Verdammt – selbst sein Name genügt, und den Leuten verschlägt es die Sprache.
»Du hast ein Date mit Christian Grey?«, stößt er ungläubig hervor.
»Ja.«
»Verstehe.« Paul ist völlig perplex, geradezu überwältigt. Ein ganz klein wenig ärgere ich mich darüber, weil die Vorstellung, dass ich mit Christian Grey ausgehe, so absurd für ihn zu sein scheint. Meine innere Göttin sieht es ebenfalls so, denn sie macht eine höchst obszöne Geste mit dem Finger.