Shades of Grey - Geheimes Verlangen
- Автор: Джеймс Эрика Леонард
- Серия: Shades of Grey #1
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Жанр: Современная русская и зарубежная проза
Электронная книга - «Shades of Grey - Geheimes Verlangen». Краткое содержание книги:
»Okay.«
»Und lass es uns bitte über drei Monate versuchen. Wenn es dir nicht gefällt, kannst du immer noch aussteigen.«
»Drei Monate?« Ich fühle mich ein wenig überfahren. Ich trinke einen Schluck Wein und nehme noch eine Auster. An die Dinger könnte ich mich gewöhnen, glaube ich.
»Als Nächstes kommt der Punkt mit dem Besitzen. Das ist nur ein Fachbegriff, der etwas mit dem Prinzip des Gehorsams zu tun hat. Dieser Punkt dient dazu, dir zu zeigen, worum es hier geht und welche Rolle ich dabei spiele. Dir muss klar sein, dass ich, sobald du als meine Sub meine Wohnung betrittst, alles mit dir anstellen werde, wonach mir der Sinn steht. Das musst du akzeptieren. Und du musst bereit sein mitzumachen. Das ist auch der Grund, weshalb es so wichtig ist, dass du mir vertraust. Ich werde dich ficken, wann, wie und wo ich gerade will. Ich werde dich disziplinieren, weil du Fehler machen wirst. Und ich werde dir beibringen, mir Vergnügen zu bereiten. Aber natürlich weiß ich, dass all das Neuland für dich ist. Deshalb werden wir es langsam angehen, und ich werde dir dabei helfen. Wir werden es mit verschiedenen Rollenszenarien versuchen. Ich will, dass du mir vertraust, aber mir ist auch klar, dass ich dein Vertrauen erst gewinnen muss, und genau das werde ich tun. Mit dem Punkt ›oder anderweitig‹ wollte ich dich nur entsprechend auf das einstimmen, was auf dich zukommen kann. Es bedeutet, dass alles möglich ist.«
Ich bin völlig fasziniert von der Leidenschaft, mit der er spricht. Genau das ist sein Leben, seine Besessenheit … Ich kann kaum den Blick von ihm wenden. Er will es. Unbedingt.
»Hörst du mir noch zu?«, flüstert er mit warmer, verführerischer Stimme und nippt an seinem Wein, ohne den Blick von mir zu wenden.
In diesem Moment erscheint der Kellner an der Tür. Christian nickt kaum merklich, woraufhin er an den Tisch tritt und unsere Teller abräumt.
»Möchtest du noch etwas Wein?«, fragt Christian.
»Ich muss noch fahren.«
»Dann vielleicht lieber Wasser?«
Ich nicke.
»Mit oder ohne Kohlensäure?«
»Mit, bitte.«
Der Kellner verschwindet wieder.
»Du bist so still«, wendet Christian ein.
»Und du redest umso mehr.«
Er lächelt. »Also, zum Punkt Disziplin. Der Grat zwischen Lust und Schmerz ist sehr schmal, Anastasia. Es gibt immer zwei Seiten der Medaille, und eine kann ohne die andere nicht existieren. Ich kann dir zeigen, wie lustvoll Schmerz sein kann. Mag sein, dass du mir das jetzt noch nicht glaubst, aber genau das meine ich damit, wenn ich sage, dass du mir vertrauen musst. Ohne Schmerzen wird es nicht gehen, aber sie sind nicht so schlimm, als dass du sie nicht aushalten könntest. Ich sage es noch einmal – Vertrauen ist das A und O. Vertraust du mir, Ana?«
Ana! »Ja«, erwidere ich spontan. Und es ist die Wahrheit – ich vertraue ihm.
»Tja, dann.« Er sieht erleichtert aus. »Alles andere sind nur Details.«
»Aber wichtige Details.«
»Gut. Dann lass sie uns durchgehen.«
Mir schwirrt der Kopf von all dem Gerede. Ich hätte Kates Digitalrekorder mitnehmen sollen, damit ich es mir später noch einmal anhören kann. So viele Informationen; so vieles, worüber ich nachdenken muss. Der Kellner erscheint mit unseren Vorspeisen: Köhlerfisch mit Spargel auf im Ofen gebackenen Stampfkartoffeln und Sauce Hollandaise. Mein Appetit könnte nicht geringer sein.
»Ich hoffe, du magst Fisch«, sagt Christian.
Ich stochere in meinem Essen herum und trinke einen großen Schluck Mineralwasser. Ich wünschte, es wäre Wein.
»Und jetzt zu den Regeln. Lass uns darüber reden. Der Punkt mit dem Essen ist also ein Deal Breaker für dich?«
»Ja.«
»Könnten wir den Punkt dahin gehend ändern, dass du dich verpflichtest, zumindest drei Mahlzeiten am Tag zu dir zu nehmen?«
»Nein.« In diesem Punkt werde ich nicht nachgeben. Niemand schreibt mir vor, was ich esse. Wie ich vögle, ja, okay, aber was ich esse, kommt überhaupt nicht infrage.
Er schürzt die Lippen. »Ich muss sicher sein können, dass du nicht hungrig bist.«
Ich runzle die Stirn. Wieso? »In diesem Punkt wirst du mir eben vertrauen müssen.«
Er mustert mich einen Moment lang, dann entspannt er sich sichtlich.
»Touché, Miss Steele«, sagt er leise. »Essen und der Schlaf sind damit vom Tisch.«
»Wieso darf ich dich nicht ansehen?«
»Das hat etwas mit der speziellen Beziehung zu tun. Du gewöhnst dich daran.«
Werde ich das?
»Und wieso darf ich dich nicht berühren?«
»Weil es nicht geht.« Er presst die Lippen aufeinander.
»Ist es wegen Mrs. Robinson?«
Er sieht mich fragend an. »Wie kommst du denn darauf?« Aber dann fällt der Groschen. »Du glaubst, ich sei ihretwegen traumatisiert?«
Ich nicke.
»Nein, Anastasia. Sie ist nicht der Grund. Außerdem würde sie sich ganz bestimmt nichts von mir gefallen lassen.«
Oh, aber ich soll genau das tun. Ich ziehe einen Schmollmund. »Also hat es nichts mit ihr zu tun.«
»Nein. Und ich will auch nicht, dass du dich selbst berührst.«
Was? Ach ja, die Masturbationsklausel.
»Rein aus Neugier gefragt … wieso nicht?«
»Weil ich deine Lust ganz für mich allein haben will.« Seine Stimme ist heiser, doch sein Tonfall lässt keinen Widerspruch zu.
Oh, ich habe keine Ahnung, was ich darauf erwidern soll. Einerseits ist es genauso romantisch wie sein »Am liebsten würde ich an dieser Lippe knabbern«, andererseits finde ich es reichlich egoistisch. Stirnrunzelnd schiebe ich mir einen Bissen Fisch in den Mund und gehe im Geiste durch, welche Zugeständnisse ich für mich herausgeschlagen habe: Essen und Schlafen. Er sagt, dass er es langsam angehen will, und über die Soft Limits haben wir noch nicht gesprochen. Allerdings bin ich nicht sicher, ob ich mich überwinden kann, mich mit einem vollen Teller vor der Nase über solche Dinge zu unterhalten.
»Ich habe dir eine Menge Stoff zum Nachdenken gegeben, stimmt’s?«
»Ja.«
»Willst du auch jetzt gleich die Soft Limits besprechen?«
»Nicht beim Essen.«
Er lächelt. »Zart besaitet?«
»So in der Art.«
»Du hast ja kaum etwas gegessen.«
»Mir reicht es.«
»Drei Austern, vier Bissen Fisch und eine Spargelstange, keine Kartoffeln, keine Nüsse, keine Oliven. Und das, obwohl du den ganzen Tag nichts gegessen hast. Du sagtest doch, ich könnte dir vertrauen.«
Großer Gott. Er führt sogar Buch.
»Christian, bitte, schließlich führe ich nicht jeden Tag Gespräche wie dieses hier.«
»Du musst gesund und fit für mich sein, Anastasia.«
»Das weiß ich.«
»Und im Augenblick würde ich dir am liebsten dieses Kleid vom Leib reißen.«
Ich schlucke. Mir Kates Kleid vom Leib reißen. Wieder spüre ich dieses Ziehen im Unterleib. Muskeln, mit denen ich erst jetzt Bekanntschaft gemacht habe, weil sie sich zusammenziehen, wann immer er solche Dinge zu mir sagt. Aber es geht nicht. Der Sex ist seine schärfste Waffe, und er setzt sie gegen mich ein. In diesem Punkt ist er absolut unschlagbar – selbst ich weiß das inzwischen.
»Ich halte das für keine gute Idee«, murmle ich. »Wir hatten ja noch nicht mal ein Dessert.«
»Du willst ein Dessert?«, schnaubt er.
»Ja.«
»Du könntest das Dessert sein.«
»Ich weiß nicht recht, ob ich süß genug bin.«
»Du bist von einer unglaublich köstlichen Süße, Anastasia. Das weiß ich.«
»Christian, du setzt Sex als Waffe ein. Das ist nicht fair«, flüstere ich und blicke zuerst auf meine Hände, dann in sein Gesicht.
Erstaunt hebt er die Brauen und streicht sich nachdenklich übers Kinn. »Du hast Recht. Das tue ich tatsächlich. Wenn man etwas erreichen will, muss man seine Fähigkeiten eben nutzen, Anastasia. Das ändert aber nichts daran, wie sehr ich dich will. Hier. Jetzt.«