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Shades of Grey - Geheimes Verlangen

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Shades of Grey - Geheimes Verlangen
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Ich drehe mich zu ihr um und umarme sie.

»Oh, beinahe hätte ich es vergessen. Dein Vater hat angerufen, während du … äh … beschäftigt warst. Offenbar hat sich Bob irgendeine Verletzung zugezogen, deshalb können er und deine Mutter nicht zur Abschlussfeier kommen. Aber dein Dad wird da sein. Du sollst ihn zurückrufen.«

»Oh, meine Mutter hat sich nicht gemeldet. Ist mit Bob alles in Ordnung?«

»Ja. Ruf sie am besten morgen früh an. Es ist schon ziemlich spät.«

»Danke, Kate. Es geht mir auch schon besser. Ich rufe auch Ray morgen nochmal an. Ich glaube, ich gehe jetzt ins Bett.«

Obwohl sie lächelt, entgeht mir der Anflug von Besorgnis in ihrer Miene nicht.

Nachdem sie gegangen ist, lese ich den Vertrag noch einmal durch und mache mir Notizen. Dann fahre ich den Laptop hoch, um eine Antwort zu schreiben.

Im Posteingang ist eine Mail von ihm.

Von: Christian Grey

Betreff: Heute Abend

Datum: 23. Mai 2011, 23:16 Uhr

An: Anastasia Steele

Miss Steele,

ich freue mich darauf, Ihre Anmerkungen zu unserer Vereinbarung zu erhalten.

Bis dahin – schlaf gut, Baby.

CHRISTIAN GREY

CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.

Von: Anastasia Steele

Betreff: Problematische Punkte

Datum: 24. Mai 2011, 00:02 Uhr

An: Christian Grey

Sehr geehrter Mr. Grey,

nachfolgend erhalten Sie eine Liste der Punkte, die mir Probleme bereiten. Ich freue mich darauf, sie am Mittwoch beim Abendessen mit Ihnen zu besprechen.

Die Zahlen beziehen sich auf die jeweiligen Klauselziffern.

2: Ich bin nicht so sicher, inwiefern der Vertrag ausschließlich meinem Wohlergehen, sprich der Auslotung meiner Sinnlichkeit und ihrer Grenze dient. Dafür würde ich wohl kaum ein zehnseitiges Vertragswerk brauchen! Ich gehe davon aus, dass er vielmehr IHREM Wohlergehen dient.

4: Wie Sie ja wissen, sind Sie mein einziger Sexualpartner. Ich konsumiere keine Drogen und habe noch nie eine Bluttransfusion bekommen. Damit dürfte gewährleistet sein, dass ich nicht unter einer ansteckenden Krankheit leide. Wie sieht es mit Ihnen aus?

8: Ich kann den Vertrag also auflösen, wenn ich den Eindruck habe, dass Sie sich nicht an die vereinbarten Bedingungen halten. Okay. Das gefällt mir.

9: Ihnen in allen Dingen zu Willen sein? Ihre Erziehung und Disziplinierung ohne Nachfrage oder Zögern akzeptieren? Darüber müssen wir dringend reden.

11: Vertragsdauer: ein Monat. Keine drei.

12: Ich kann mich nicht jedes Wochenende bereithalten. Ich habe auch noch ein Leben außerhalb deiner Wohnung. Wie wäre es mit drei von vier Wochenenden im Monat?

15.2: Meinen Körper so benutzen, wie es Ihnen angemessen erscheint, sexuell oder anderweitig? Bitte definieren Sie dieses »oder anderweitig« genauer.

15.5: Die ganze Klausel zum Thema Disziplinierung: Ich bin nicht sicher, ob ich wirklich mit einer Peitsche oder einem Flogger oder sonst einem Werkzeug gezüchtigt werden will. Stattdessen verstößt dies gegen die Klauseln 2–5. Dasselbe gilt für das »aus anderen Gründen«. Das ist für mein Empfinden schlicht und einfach grausam – und Sie haben selbst gesagt, dass Sie kein Sadist sind.

15.10: Als käme es auch nur ansatzweise infrage, dass Sie mich an jemand anderen ausleihen.

15.14: Die Regeln. Dazu später mehr. 15.19: Mich selbst ohne deine Erlaubnis berühren.

Inwiefern stört Sie das? Sie würden es doch sowieso nicht erfahren.

15.21: Disziplinierungsmaßnahmen. Vgl. Punkt 15.5.

15.22: Wieso darf ich Ihnen nicht in die Augen sehen?

15.24: Wieso darf ich Sie nicht berühren?

Regeln:

Schlaf – mit sechs Stunden bin ich einverstanden.

Essen – ich werde auf keinen Fall die Sachen essen, die auf der Liste stehen. Entweder die Liste wird gestrichen, oder ich steige aus – ein klarer Deal Breaker.

Kleidung – solange ich die Sachen nur in Ihrer Gegenwart tragen muss – okay.

Sport – wir hatten uns auf drei Stunden geeinigt, hier stehen immer noch vier.

Soft Limits:

Können wir die alle durchgehen? Kein Fisting jeglicher Art. Was ist Suspension? Genitalklemmen – das ist wohl ein Witz. Würden Sie mich bitte wissen lassen, wie Sie sich den Mittwoch vorstellen? Ich muss bis fünf Uhr arbeiten.

Gute Nacht

Ana

Von: Christian Grey

Betreff: Problematische Punkte

Datum: 24. Mai 2011, 00:07 Uhr

An: Anastasia Steele

Miss Steele,

das ist eine lange Liste. Wieso sind Sie noch wach?

CHRISTIAN GREY

CEO, Grey Enterprises Holdings, Inc.

Von: Anastasia Steele

Betreff: Spätschicht

Datum: 24. Mai 2011, 00:10 Uhr

An: Christian Grey

Sehr geehrter Mr. Grey,

vielleicht haben Sie es ja vergessen, aber ich war gerade mit der Liste beschäftigt, als mich ein Kontrollfreak, der gerade zufällig des Wegs kam, abgelenkt und flachgelegt hat.

Gute Nacht

Ana

Von: Christian Grey

Betreff: Ende der Spätschicht

Datum: 24. Mai 2011, 00:12 Uhr

An: Anastasia Steele

GEH INS BETT, ANASTASIA.

CHRISTIAN GREY

CEO & Kontrollfreak, Grey Enterprises Holdings, Inc.

Oh, Großbuchstaben! Ich fahre den Computer herunter und schüttle den Kopf. Wie schafft er es, mich selbst noch per Mail ins Bockshorn zu jagen? Noch immer schweren Herzens lege ich mich ins Bett und falle augenblicklich in einen tiefen, aber keineswegs friedlichen Schlaf.

DREIZEHN

Am nächsten Tag, als ich von der Arbeit nach Hause komme, rufe ich meine Mutter an. Es war ziemlich ruhig bei Clayton’s, deshalb hatte ich viel zu viel Zeit zum Nachdenken. Die Aussicht auf meinen Showdown mit Mr. Kontrollfreak macht mich nervös. Außerdem mache ich mir Sorgen, dass ich vielleicht ein klein wenig zu negativ auf den Vertrag reagiert habe. Aber vielleicht bläst er die Sache ja ohnehin ab.

Meine Mutter ist völlig zerknirscht und entschuldigt sich tausend Mal, weil sie nicht zu meiner Abschlussfeier kommen kann. Bob hat sich eine Bänderdehnung zugezogen und kann deshalb nur humpeln. Ehrlich gesagt, ist er ein ähnlich linkischer Pechvogel wie ich. Die Verletzung wird zwar wieder vollständig heilen, für den Augenblick ist jedoch Ruhe oberstes Gebot, und meine Mutter muss sich um ihn kümmern.

»Oh, Ana, Schatz, es tut mir so leid«, jammert sie.

»Kein Problem, Mom. Ray kommt ja.«

»Ana, du klingst, als hättest du etwas auf dem Herzen – geht es dir gut, mein Schatz?«

»Ja, Mom.« Wenn du wüsstest. Ich habe einen geradezu obszön reichen Mann kennen gelernt, der mich zu einer perversen Beziehung verführen will, in der ich absolut gefügig sein muss und kein Wort zu sagen habe.

»Hast du etwa jemanden kennen gelernt?«

»Nein, Mom.« Ich werde mich unter keinen Umständen auf dieses Gespräch einlassen.

»Na gut, Schatz. Ich werde am Donnerstag jedenfalls an dich denken. Ich hab dich lieb … das weißt du, oder, meine Süße?«

Ich schließe die Augen. Ihre liebevollen Worte sind Balsam für meine Seele.

»Ich hab dich auch lieb, Mom. Grüß Bob schön von mir und wünsch ihm Gute Besserung.«

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