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Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott

Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:

Aus dem Englischen übertragen von Renate Schilling Titel der Originalausgabe
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
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Anmut kommt von allein, Mitgefühl kommt von allein, Gewalt verschwindet, Angst verschwindet, Tod und Geburt verschwinden.

Man beginnt sich im Universum zu Hause zu fühlen. Es gibt keine Spannung mehr, man fühlt sich vollkommen entspannt. Das hier ist unser Zuhause. Man hört auf, zu suchen und zu streben, man beginnt zu leben, zu tanzen, zu lieben. Wer sein eigenes innerstes Zentrum kennt, kennt auch das innerste Zentrum des Universums.

Die Türen zu allen Mysterien öffnen sich – nicht dass man jetzt alle Antworten kennt, man selbst wird geheimnisvoller.

Alle Antworten sind nur Produkte des Verstandes. Die Fragen entstehen aus dem Verstand heraus, und die Antworten stammen aus demselben Verstand. Weder die Fragen noch die Antworten führen euch zur Wahrheit. Antworten unterdrücken nur eure Fragen, doch die Fragen werden wieder und wieder auftauchen.

Ein Mensch ohne Gott ist vollkommen allein. Er kann nirgendwo hingehen außer nach innen. Alle Wege, die nach außen führen, sind bedeutungslos; sie führen einen nirgendwohin, weil es im Außen niemanden gibt, keinen Gott, kein Paradies.

Gott zu entfernen bedeutet eine große Rebellion, und das ist eine absolute Notwendigkeit, um zu erwachen, um erleuchtet zu werden.

Gott hält Millionen von Menschen als Gefangene außerhalb ihres eigenen Bewusstseins fest. Und da Gott eine Fiktion ist, sind alle Gebete falsch, und alle Religiosität ist aufgesetzt. Daher verlangen all diese Religionen: »Tut dies, tut das.« Alles wird von außen bestimmt. Und wann immer etwas von außen bestimmt wird, zerstört das eure Würde, zerstört das eure Individualität. Eure Freiheit verwandelt sich in Sklaverei, und spirituelle Sklaverei ist die hässlichste Form von Sklaverei.

Mit einem Gott könnt ihr immer nur Sklaven sein. Mit einem Gott könnt ihr niemals frei sein. Die Befreiung beginnt damit, dass ihr euch von Gott und all den Lügen, die ihn umgeben, befreit.

Diese Befreiung bringt euch zu eurem eigenen inneren Zentrum, und dort findet ihr eine vollkommen andere Erfahrung, die nicht aus dem Verstand stammt; sie ist reine Stille, Wahrheit und Schönheit, sie ist Ewigkeit, sie ist Leben als beständiges Feiern.

Und weil ihr dieses Feiern in euch selbst erfahrt, beginnt es aus euch herauszuströmen. Ihr werdet anmutig in euren Handlungen, eure Augen beginnen vor Liebe und Tiefe zu strahlen; selbst eure Bewegungen spiegeln euer zentriertes, ausgeglichenes, harmonisches Wesen wider. Eure Worte enthalten etwas von dem, was jenseits der Worte liegt. Euer Schweigen ist nicht mehr das Schweigen des Grabes, es ist nicht mehr tot. Es ist lebendig, pulsierend. Es besitzt einen Herzschlag, es ist ein stiller Tanz reinen Gewahrseins. Es ist ein stilles Lied ohne Töne, doch unermesslich lebendig.

Alles, was euch von außen aufgezwungen wird, zerstört euch, zerstört eure Freiheit, eure Individualität. Euer innerer Raum ist vollkommen verschlossen, und er ist auf solche Weise verschlossen, dass ihr niemals auf den Gedanken kommt, dass eure Eltern, eure Lehrer, eure Priester, eure Führer, eure Politiker – alle sogenannten weisen Leute – in Wahrheit Gift für euch sind. Mit den besten Absichten vergiften sie jedes Kind. Und Gott ist die Erbsünde; Erbsünde daher, weil wir eine große Lüge damit erfunden haben, die allergrößte Lüge.

Ihr werdet vielleicht staunen zu hören, dass das indische Christentum das älteste Christentum der Welt ist. Einer der engsten Jünger Jesu Christi, Thomas, ging direkt nach Indien. Sein Testament ist nicht in der Bibel enthalten, weil es in Indien geschrieben wurde, doch es ist das schönste Testament. Die vier, die im Neuen Testament enthalten sind, sind nichts dagegen.

Thomas wurde hier in Indien zu einem neuen Menschen, denn er erkannte den Unterschied zwischen einer gottorientierten Religion und einer Religion ohne Gott. Eine Religion ohne Gott gibt dem Menschen Würde, denn der Mensch wird zum höchstentwickelten Bewusstsein der ganzen Existenz. Sie gibt dem Menschen Freiheit von einer Last, die den Menschen im Namen Gottes von den Priestern auferlegt wurde.

Du hast gefragt: »Könnte man den Unterschied zwischen einer gottorientierten Religion und der Qualität von Religiosität mit dem Unterschied zwischen einem äußeren Richter und einem inneren Zeugen vergleichen ... ?« In einer gottorientierten Religion gibt es keinen Richter und keine Religiosität. Das alles ist reine Theologie, ist eine Projektion des Verstandes. Es ist nichts Existentielles, nichts Erfahrenes. Denkt daran: eine gottorientierte Religion ist nur ein Begriff. Gott ist eine Fiktion, also kann alles, was auf Gott orientiert ist, nichts anderes als Lüge sein.

Die gottorientierte, sogenannte Religion besitzt keine Religiosität. Sie besitzt eine gewisse Moral, sie besitzt eine gewisse Disziplin, die dem Menschen entgegen seiner Natur auferlegt wird.

Gott ist ein Feind der Natur, denn die Natur ist Wahrheit, und Gott ist eine Lüge. Doch diese Lüge herrscht über Millionen von Menschen und sagt ihnen, dass sie sich nicht nach der Natur richten sollen, die doch die einzige Wahrheit ist.

Ein gottorientierter Mensch besitzt also keine Religiosität. Was er besitzt, ist eine gewisse Moral, die nichts anderes als eine soziale Übereinkunft ist. Sie unterscheidet sich von Ort zu Ort, von Land zu Land, von Rasse zu Rasse. Was für einen Teil der Menschheit religiös erscheint, ist für einen anderen Teil der Menschheit nicht religiös, weil jede Gesellschaft ihr eigenes Klima besitzt, ihr eigenes Erbe, ihre eigene Vergangenheit – die sich von der anderer Gesellschaften unterscheidet.

Das hinduistische Bild vom Himmel ist zum Beispiel das eines Orts mit Klimaanlage. Natürlich verwenden sie nicht den Begriff

»Klimaanlage«, aber sie sagen: »Den ganzen Tag weht eine kühle, duftende Brise, und es ist niemals heiß im Himmel.« Das zeigt ganz offensichtlich, dass die Menschen, die diese Lüge projiziert haben, in einem heißen Land leben und nicht ewig an einem heißen Ort leben möchten.

Die Tibeter stellen sich ihren Himmel sehr warm vor und ohne Schnee; in ihrem Himmel gibt es keinen Winter. Sie leiden unter der Kälte, dem Winter und dem Schnee. Sie projizieren ein Bild von etwas, was sie dauerhaft aushalten könnten. Dieses Leben ist nur kurz, doch dasselbe in alle Ewigkeit ertragen zu müssen wäre zu viel. Der menschliche Geist ist zu schwach, zu empfindlich.

Und schaut euch nur einmal an, was in jedem Land unter religiös verstanden wird. In Indien muss man am Morgen vor dem Sonnenaufgang ein Bad nehmen und seine Gebete sprechen, bevor man frühstücken darf – auf keinen Fall darf man davor frühstücken.

In den religiösen Schriften Tibets heißt es, dass man einmal im Jahr ein Bad nehmen muss. Doch das Problem ist, dass die Menschen ihre Konzepte mitnehmen, selbst wenn sie in andere Gegenden ziehen.

Einer meiner Freunde, ein sehr gelehrter Brahmane, wollte einmal für längere Zeit nach Tibet reisen. Er war sehr an der tibetischen Sprache und den Schriften interessiert.

Ich sagte zu ihm: »All diese Literatur steht dir auch hier zur Verfügung. Du musst deshalb nicht nach Tibet gehen. Du wirst es dort sowieso nicht länger als zwei Tage aushalten.«

Er wollte wissen: »Wieso denn nicht?«

Ich antwortete: »Wie willst du dort vor Sonnenaufgang ein Bad nehmen? Und ohne Bad kannst du nicht frühstücken. Du kannst nichts essen, solange du nicht gebetet hast, doch bevor du beten kannst, musst du baden.«

Aber er hörte nicht auf mich. Er ging nach Tibet, und nach zwei Tagen kam er wieder zurück. Er schaffte es nicht einmal bis nach Lhasa, er kehrte bereits in Ladakh um, das zwischen Tibet und Indien liegt. Selbst Ladakh bereitete ihm schon zu viele Probleme.

Ein Bad am frühen Morgen in Ladakh kann einen umbringen. Es ist eiskalt dort! Also kam er zurück und fuhr nicht weiter.

Ich fragte ihn: »Was ist passiert? Du warst nur zwei Tage weg und bist schon wieder zurück? «

Er antwortete: »Du hattest Recht. Ich bin ein Brahmane und lebe nach meiner Religion. Ich muss regelmäßig ein Bad nehmen.«

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