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Die Chronolithen [The Chronoliths - de]

Электронная книга - «Die Chronolithen [The Chronoliths - de]». Краткое содержание книги:

Aus dem Nichts taucht in Thailand plötzlich ein siebzig Meter hoher Obelisk auf und richtet in weitem Umkreis durch eine Druckwelle und einen extremen Temperatursturz große Verwüstungen an. Doch nicht Außerirdische haben das Artefakt geschickt, sondern es kommt aus der Zukunft. Es besteht aus einem fremdartigen, unzerstörbaren Stoft und trägt eine Inschrift, die den Sieg eines gewissen Kuin verkündet, der sich das Land unterworfen habe… Scott Warden. der als Aussteiger mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ein sorgloses Leben am Strand führt, wird durch das Ereignis aus der Bahn geworfen: Als er heimlich das abgesperrte Gelände betritt, um den Obelisken zu untersuchen, wird er verhaftet und vom Geheimdienst verschleppt. Und als er dann später wieder freikommt, ist seine Familie außer Landes geflohen und in die USA zurückgekehrt. Denn inzwischen ist ein weiteres Kuin-Monument mitten in Bangkok aufgetaucht, mit verheerenden Folgen. Und noch mehr dieser Obelisken erscheinen, zerstören Istanbul und Jerusalem… Wer aber ist dieser Kuin? Ist er ein kommender Welteroberer? Oder ein Messias, der seine Schatten voraus wirft in die Vergangenheit? Doch wie sollte das möglich sein? Und warum ist Scott immer in der Nähe, wenn ein weiterer Chronolith emporsteigt?
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Stattdessen wälzte ich mich in den dürftigen Schutz, der durch den seitlichen Winkel zwischen Van und Boden gebildet wurde. Mein Kopf war plötzlich zu schwer, um ihn noch hochzuhalten; ich steckte die tauben Hände zwischen die Oberschenkel, rollte mich in der spärlichen Wärme der Thermojacke zusammen und verlor das Bewusstsein.

Als ich die Augen öffnete, herrschte Stille. Ich befand mich wieder im Van.

Die Sonne brannte auf dem Gewebe aus Eis, das sich auf der Windschutzscheibe gebildet hatte. Die Heizung pustete feuchtwarme Luft in den Wagen.

Ich setzte mich auf, fröstelte. Ashlee war schon wach, rieb Kaitlins Hände. Was mich beunruhigte, doch Ashlee sagte sofort: »Es geht ihr gut. Sie atmet.«

Nachdem das Schlimmste vorüber gewesen war, hatte Hitch Paley mich in den Wagen geschleppt. Im Augenblick war er draußen und schraubte den Auslass wieder zu. Er kam hoch, spähte durch das beschlagene Seitenfenster und machte die Faust mit dem aufrechten Daumen, als er sah, dass ich aufgewacht war.

»Ich glaube, wir haben es geschafft«, sagte Ashlee heiser. Auch mir tat das Schlucken weh, ein bisschen auch das Atmen, fraglos eine Folge der kurzzeitig unterkühlten Luft, die wir geatmet hatten. Finger- und Zehenspitzen waren immer noch gefühllos. Ein bisschen geronnenes Blut in der rechten Handfläche, wo der frostige Schraubenschlüssel eine Hautschicht mitgenommen hatte. Aber Ashlee hatte Recht. Wir hatten es überstanden.

Kait stöhnte wieder. »Wir müssen sie gut verpackt halten«, sagte Ash. »Sie ist krank, Scott. Hoffentlich hat sie sich keine Lungenentzündung geholt.«

»Sie muss zurück in die Zivilisation.« Und vor allem wieder die Böschung hoch. Eine brenzlige Sache.

Als ich mich dazu imstande fühlte, öffnete ich die Fahrertür und kletterte ins Freie. Die Luft war wieder relativ warm und erstaunlich frisch, abgesehen von einem Staubschleier, der sich wie Puderschnee auf alles herabsenkte. Ein ganz normaler Westwind hatte den Eisnebel vertrieben.

Der Frost auf Steinen und Sand des Bachbetts verdampfte. Ich klomm die Böschung hinauf und blickte in Richtung Portillo — es war nicht viel davon übrig geblieben.

Das Monument war noch von Eis ummantelt, doch es war riesig. Der Kuin von Portillo stand aufrecht, den einen Arm erhoben, als wolle er die Menschen herbeiwinken.

Zu seinen überdimensionalen Füßen lag das Städtchen, verschwommen im Nebel, aber offensichtlich verwüstet.

Der Radius des thermischen Schocks war gewaltig. Danach zu urteilen konnte nur eine Hand voll Hadschisten überlebt haben. Am Rand des Städtchens bewegten sich einige Fahrzeuge, vermutlich mobile Rotkreuzstationen.

Ashlee kam keuchend aus dem Bachbett geklettert. Ihr Atem stockte, als sie das Ausmaß der Zerstörung sah. Ihre Lippen bebten. Das Gesicht war braun vom Staub, Tränen hinterließen ihre Spur.

»Vielleicht ist er davongekommen«, flüsterte sie und meinte niemand anderen als Adam.

Ich pflichtete ihr bei.

Teilen konnte ich ihre Hoffnung nicht.

Siebzehn

Auf ungeteerten Straßen und Viehtrieben gelang es uns, die dampfenden Ruinen von Portillo zu umgehen und zur Hauptstraße zurückzufinden.

Die Toten — es mussten sehr viele sein — blieben in Portillo zurück. Wir kamen an kleinen Trupps von Flüchtlingen vorbei. Viele hinkten, weil sie Erfrierungen davongetragen hatten. Manche waren durch die Eiskristalle erblindet, andere durch stürzendes Mauerwerk oder andere Auswirkungen der Schockwelle verletzt. Sie kannten keine Angst mehr, und Ashlee bestand zweimal darauf, anzuhalten und unsere wenigen Decken und ein paar Rationen zu verteilen. Und nach Adam zu fragen.

Doch keiner von den jungen Leuten kannte ihn oder hatte von ihm gehört, sie hatten dringendere Sorgen. Sie baten uns, Nachrichten zu übermitteln, Eltern oder Freunde oder ihre Familie in L.A. in Dallas oder in Seattle anzurufen… Die Parade des Elends war unerträglich und schließlich musste auch Ashlee sich abwenden, obschon sie nicht aufhörte, die Hadschisten nach Adam abzusuchen, bis wir schließlich so weit nordwärts waren, dass wir auch den gesundesten Flüchtling überholt haben mussten. Kolonnen von Versorgungstrucks und Militärambulanzen, die in Richtung Portillo brausten, konnten zwar ihr Gewissen beruhigen, aber nicht ihre Ängste. Sie sank in sich zusammen und rührte sich nur noch, wenn Kait es erforderlich machte.

Meine Angst um Kait wurde im Laufe der Fahrt größer. Der Infekt war schlimmer, als ich gedacht hatte, und der thermische Schock hatte alles noch schlimmer gemacht. Ashlee benutzte den Fiebermesser aus der Autoapotheke, runzelte beim Ablesen die Stirn und ließ Kait zwei fiebersenkende Kapseln mit viel Wasser schlucken. Wir mussten mehrmals anhalten, damit Kaitlin loshoppeln konnte, um in einiger Entfernung ihren Darm zu entleeren, und jedes Mal, wenn sie zurückgestolpert kam, war sie sichtlich geschwächt und unsäglich gedemütigt.

Wir mussten sie unbedingt in ein anständiges Krankenhaus bringen. Hitch meldete ein Gespräch mit Sue Chopra an und versicherte ihr, wir seien alle noch am Leben, nur Kait sei krank. Sue empfahl, Kait erst in ärztliche Behandlung zu geben, wenn wir wieder in den Vereinigten Staaten waren; zur Zeit würden junge Amerikaner, die ohne Papiere in Mexiko waren, kurzerhand eingesperrt. Der Grenzübergang bei Nogales sei völlig überlaufen. Es habe ein — diesmal falsches — Gerücht von einem bevorstehenden Chronolithen in dieser Stadt gegeben, aber sie werde dafür sorgen, dass uns jemand vom Konsulat über die Grenze bringe. In Tucson würde dann ein Krankenhausplatz reserviert sein.

Ashlee verabreichte Kait ein Breitbandantibiotikum aus der Autoapotheke, und Kait fiel in einen unruhigen Schlaf, der aber den ganzen heißen Nachmittag über anhielt. Hitch und ich wechselten uns am Steuer ab.

Ich dachte über Ashlee nach. Sie hatte gerade ihren Sohn verloren; das glaubte sie zumindest. Es war bemerkenswert, dass sie unter diesen Umständen überhaupt Augen und Ohren hatte für Kaitlin — dass sie unter der Bürde ihres Kummers mit so viel Umsicht handelte. Und Kait reagierte instinktiv auf diese Zuwendung. Sie fühlte sich wohl, wie sie so dalag, mit dem Kopf in Ashlees Schoß.

Ich spürte, dass ich sie liebte, alle beide.

Ich befolgte Ashlees Rat: Ich habe Kaitlin weder damals noch später gefragt, was ihr auf dem Hadsch zugestoßen war.

Ich sollte das vielleicht ein bisschen zurechtrücken. Es gab eine Zeit, da ich bei Kait im Krankenzimmer saß und auf den Arzt und ihr Blutbild wartete, als ich mich nicht zurückhalten konnte. Ich fragte sie nicht unumwunden, was in Portillo passiert war; nur, warum sie dorthin gegangen war — was sie bewogen hatte, von zu Hause wegzugehen und sich mit Adam Mills und seinesgleichen zu verbünden.

Sie drehte das Gesicht in brennender Verlegenheit von mir weg. Ihr Haar fiel über das frische weiße Kopfkissen, und ich sah die feine Naht der Cochlearoperation, eine ganz schwache, blasse Spur längs der absteigenden Linie des Halses.

»Ich wollte nur, dass sich was ändert.«

Ashlee blieb bei mir in Tucson, während Kait sich erholte.

Wir mieteten ein Motelzimmer und lebten eine Woche lang enthaltsam. Ashlee machte ihren Kummer ganz mit sich alleine aus, oft war ihr gar nichts anzumerken. Es gab Tage, da war sie fast wie früher, lächelte, wenn ich mit einer vollen Tragetasche vom Mexikaner oder Chinesen zurückkam. Wer weiß, vielleicht hegte sie in einem Winkel ihres Herzens die Hoffnung, Adam könnte überlebt haben (darüber sprechen wollte sie jedenfalls nicht, nicht einmal Adams Name durfte fallen).

Aber sie war sehr bedrückt, still. Sie verschlief die schwülen Nachmittage und fand nachts keine Ruhe, saß oft noch vor dem uralten kabelgespeisten Videodisplay, wenn ich schon lange im Bett lag und schlief.

Dennoch waren wir uns beachtlich nahe gekommen. Unsere Schicksalsfäden hatten sich miteinander verschlungen.

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