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Die Chronolithen [The Chronoliths - de]

Электронная книга - «Die Chronolithen [The Chronoliths - de]». Краткое содержание книги:

Aus dem Nichts taucht in Thailand plötzlich ein siebzig Meter hoher Obelisk auf und richtet in weitem Umkreis durch eine Druckwelle und einen extremen Temperatursturz große Verwüstungen an. Doch nicht Außerirdische haben das Artefakt geschickt, sondern es kommt aus der Zukunft. Es besteht aus einem fremdartigen, unzerstörbaren Stoft und trägt eine Inschrift, die den Sieg eines gewissen Kuin verkündet, der sich das Land unterworfen habe… Scott Warden. der als Aussteiger mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ein sorgloses Leben am Strand führt, wird durch das Ereignis aus der Bahn geworfen: Als er heimlich das abgesperrte Gelände betritt, um den Obelisken zu untersuchen, wird er verhaftet und vom Geheimdienst verschleppt. Und als er dann später wieder freikommt, ist seine Familie außer Landes geflohen und in die USA zurückgekehrt. Denn inzwischen ist ein weiteres Kuin-Monument mitten in Bangkok aufgetaucht, mit verheerenden Folgen. Und noch mehr dieser Obelisken erscheinen, zerstören Istanbul und Jerusalem… Wer aber ist dieser Kuin? Ist er ein kommender Welteroberer? Oder ein Messias, der seine Schatten voraus wirft in die Vergangenheit? Doch wie sollte das möglich sein? Und warum ist Scott immer in der Nähe, wenn ein weiterer Chronolith emporsteigt?
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»Ich weiß nicht«, sagte ich.

Ich hielt Ausschau nach Ash, doch die vielen immer nervöser werdenden Hadschisten versperrten mir die Sicht. Schwer zu sagen, wie weit westlich wir vom Zentrum Portillos waren… vielleicht eine Meile, auf keinen Fall mehr. Und keiner konnte sagen, wo genau der Chronolith erscheinen würde oder die Gefahrenzone begann.

Ich riet Kait, unter der Decke zu bleiben.

Dann kam Bewegung in die Menge, fast wie verabredet strebte sie vom Parkplatz in die benachbarten Straßen in Richtung Portillo. Erst sah ich den krausen schwarzen Bart von Hitch, dann Hitch selbst, dann Ashlee und Adam.

Hitch redete auf Ashlee ein und Ash auf Adam, die Hände wie flehend an seinen Armen. Adam rührte sich nicht von der Stelle, ertrug die mütterliche Geste, der Wind zauste in den blonden Strähnen vor seinen Augen. Wenn ihm der Hadsch zugesetzt hatte, dann konnte er es gut verbergen. Er blickte ungerührt vom Gesicht seiner Mutter in den düsteren Himmel hinauf. Er zog etwas aus dem Rucksack, das wie eine aufgerollte Thermojacke aussah.

Ich weiß nicht, was Ashlee zu Adam sagte — sie hat nie darüber gesprochen —, aber selbst aus dieser Entfernung wurde deutlich, dass Adam nicht mitkommen würde. Die Körpersprache der beiden bezeugte ein Leben voller Frustration. Ashlee zog an ihm, flehte ihn an — wollte sich nicht eingestehen, dass es ihm schlichtweg egal war, was sie wollte; dass es ihm schon lange egal war; dass ihm diese Art von Gleichgültigkeit vielleicht sogar angeboren war. Sie war für ihn lediglich eine Ablenkung von jenem ungemein interessanten Ereignis, das nun offenbar seinen Lauf nahm, der physischen Manifestation von Kuin, des Mythos, in den er seine ganze Loyalität investiert hatte.

Jetzt zerrte Hitch an Ashlee, wollte sie zum Van zurückbringen, das Gesicht zusammengekniffen, um dem prickelnden staubbeladenen Wind zu begegnen, seine Gesten waren fast verzweifelt. Ashlee ignorierte ihn so lange sie konnte, bis Adam sich losriss und sie es nur Hitch zu verdanken hatte, dass sie nicht auf den Knien landete.

Sie starrte ihren Sohn an und sagte noch etwas. Ich glaube, es war sein Name, gerade so wie ich Kaitlin beim Namen gerufen hatte. Ich bin mir nicht sicher, weil das Brausen des Sturms und der Lärm der Menge inzwischen so laut waren, aber ich glaube, es war der schmerzvoll klagende Ruf nach ihrem Sohn, der durch die staubgeschwängerte Luft schnitt.

Ich klemmte mich hinters Steuer. Kaitlin ächzte und verkroch sich in die Decke.

Hitch zog Ashlee zum Wagen und bugsierte sie hinein, dann kletterte er auf den Beifahrersitz. Ich hatte den Motor bereits gestartet.

»Gib Gas!«, sagte Hitch.

Doch die Flut von Hadschisten machte ein schnelles Vorankommen unmöglich. Hätte Adam nur ein bisschen näher an Portillo gelagert, wir hätten in der Falle gesessen. So wie die Dinge lagen, konnten wir uns zum Rand der Straße vorarbeiten, um dann langsam, aber stetig nach Westen zu fahren, während der Strom der Pilger immer dünner wurde.

Der Himmel hatte sich verfinstert; es war kalt geworden. Staub schlierte über die Windschutzscheibe und beschnitt die Sicht auf ein paar Fuß.

Ich hatte keine Ahnung, wohin die Straße führte. Das war nicht die Richtung, aus der wir gekommen waren. Mehr wusste Hitch auch nicht; die Straßenkarte lag irgendwo im Heck verstaut, aber genützt hätte sie uns auch nichts. Wir hatten keine Wahl.

Der Staubsturm verkrustete die Windschutzscheibe bis zur Undurchsichtigkeit und schien, wie es sich anhörte, auch den Motor zu verstopfen. Ich schloss die Fenster und drehte die Heizung auf, bis wir alle schwitzten. Die ungeteerte Straße endete an einer Holzbrücke über einem flachen, ausgetrockneten Bachbett. Die Brücke war gesplittert und schwankte unter den Böen, keine Chance für den schweren Van. Hitch sagte: »Fahr die Böschung runter, Scotty. Jeder Meter, den wir zwischen uns und Portillo legen, ist einer mehr.«

»Verdammt steil.«

»Hast du eine bessere Idee?«

Also bog ich von der Straße ab, fuhr über sprödes Gestrüpp und dann über den Rand. Der Van bremste sporadisch und auf dem Armaturenbrett flackerten Warnsignale. Ich glaube, wir hätten uns überschlagen, hätte ich nicht mit eisernem Griff das Steuer gehalten — rein instinktiv, nicht weil ich wusste, was ich tat. Hitch und Ashlee gaben keinen Laut von sich, nur Kaitlin — und der hatte etwa die Tonlage des Windes. Wir hatten eben den flachen und steinigen Grund erreicht, als eine entwurzelte Akazie wie ein steifer schwarzer Vogel über uns hinwegflog. Selbst Hitch hielt die Luft an, als er das sah.

»Kalt«, ächzte Kaitlin.

Ashlee faltete die restlichen Decken auseinander, gab zwei an Kait weiter und warf eine nach vorne. Im Wagen stank es nach heißen Heizschlangen, aber die Temperatur war kaum gestiegen. Ich hatte den Kälteschock in Jerusalem gesehen, aus der Ferne, hatte aber nicht gewusst, wie es sich anfühlte, wenn diese plötzliche, betäubende Kälte von den Extremitäten ins Herz strahlte. Fehlende Energie, der unmittelbaren Umgebung entzogen durch jene rätselhafte Kraft, die ein riesiges, massives Objekt Molekül um Molekül aus der Zeit schälte. Ein frischer Wind heulte oberhalb des Bachbetts und der Himmel nahm die Farbe von Fischschuppen an. Wir hatten sich selbst regelnde Thermokleidung im Gepäck. Kait bekam eine Jacke, die ihr viel zu groß war.

Mir kam ein entsetzlicher Gedanke, und ich langte nach dem Türgriff.

»Scotty?«, erkundigte sich Hitch.

»Ich muss das Kühlwasser ablassen«, sagte ich. »Wenn es gefriert, fährt der Wagen nicht mehr.«

Wir waren so umsichtig gewesen, das Trinkwasser in Beutel zu füllen, die sich nach Bedarf ausdehnen konnten. Außerdem hatten wir Frostschutz in den Kühler gefüllt. Aber wir hatten nicht damit gerechnet, so nah am Ort des Geschehens zu sein. Ein heftiger Blitzfrost würde höchstwahrscheinlich unser Kühlsystem zerstören, und dann saßen wir fest.

»Jede Minute zählt.«

»Dann wünsch mir Glück. Und gib mir das Werkzeug.«

Ich zwängte mich nach draußen. Der Sturm schlug die Tür hinter mir zu. Der Wind kam von Süden das Bachbett herauf und speiste die steilen Temperaturgradienten des kommenden Chronolithen. Die Luft erstickend voll von Staub und Sand. Ich musste die Augen mit der Hand abschirmen und konnte sie doch nur einen Spalt weit öffnen. Ich tastete mich zur Motorhaube vor.

Der Wagen war im steilen Winkel heruntergekommen und hatte sich bis zur Stoßstange in eine Sandbank gegraben. Während ich mit beiden Händen schaufelte, explodierte über unseren Köpfen eine falsche Morgenröte. Die Thermojacke hielt meine Kerntemperatur aufrecht — bis jetzt zumindest —, doch der Atem gefror, kaum dass er von den Lippen war, und die Finger waren ungeschickt und feurig taub. Zu spät, um Handschuhe zu holen. Ich laschte die Werkzeugmappe auf und fingerte einen Schraubenschlüssel heraus.

Die Auslassöffnung für das Kühlwasser befand sich unter dem Kühler und war mit einer Mutter verschlossen. Ich setzte den Schraubenschlüssel an, aber die Mutter ließ sich nicht drehen. Hebelwirkung, dachte ich, setzte den Fuß gegen den Reifen und legte mich in den Schraubenschlüssel wie ein Ruderer ins Ruder. Das Windgeräusch war ohrenbetäubend, doch darunter gab es noch ein Geräusch, den Donnerschlag der Ankunft, dann kam die Schockwelle durch den Boden, ein heftiger Eselstritt von unten.

Die Mutter gab plötzlich nach, und ich fiel rücklings in den Sand.

Ein Rinnsal trat aus und fror augenblicklich auf dem Boden — genug, um den Druck im Kühler zu verringern, obwohl es noch eine ganze Reihe anderer lebenswichtiger Systeme gab, die, wenn wir Pech hatten, durch streunendes Eis lahmgelegt werden konnten.

Ich versuchte aufzustehen, nur um festzustellen, dass ich es nicht konnte.

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